Die Einrichtung eines Site-to-Site-VPN ist vergleichsweise einfach. Das jeweilige Unternehmen benötigt hierfür lediglich VPN-Gateways an den Internet-Einwahlknoten der Standorte, die vernetzt werden sollen.
Die einzelnen VPN-Gateways werden in der Regel nur einmalig konfiguriert. Anschließendwickeln sie selbständig den Datenverkehr zwischen Teilnetzen ab, die darüber verbunden sind.
Großkunden-Lösung MPLS-VPN
Deutlich aufwändiger ist die Einrichtung eines MPLS-VPN. Ein Unternehmen mietet ein solches virtuelles Netzwerk üblicherweise bei einem Provider (Carrier) an, der den Datenverkehr über sein eigenes Backbone-Netzwerk führt. Somit können auch größere Datenmengen deutlich schneller zwischen den Standorten des Kunden übertragen werden.
MPLS arbeitet hierbei mit digitalen Labels. Das sind virtuelle Absender- und Empfänger-Etiketten an jedem einzelnen Datenpaket, die es erlauben, bestimmte Datenverkehre priorisiert abzuwickeln.
Unternehmen können auch ihre extern gehostete Firmencloud über MPLS sehr effizient an das Firmennetz anbinden. Microsoft Azure nutzt hierfür die sogenannte Azure ExpressRoute, die den Backbone des Carriers direkt mit dem Rechenzentrum von Microsoft verbindet. Entsprechende Lösungen bei Amazon und Google sind AWS Direct Connect, beziehungsweise Google Cloud Interconnect.
Insgesamt bietet MPLS somit deutlich mehr Anbindungs- und Konfigurationsmöglichkeiten als andere VPN-Netzwerke. Entsprechend ist aber auch der Administrationsaufwand erheblich größer.
Vernetzung mittels SD-WAN
Eine weitere Alternative für größere Unternehmen ist das Software-Defined Wide Area Network (SD-WAN, auf Deutsch: Software-definiertes Weitbereichsnetzwerk). Ein SD-WAN organisiert seinen Datenverkehr zentral und nutzt dafür mehrere Teilnetze, die es zu einem größeren virtuellen Firmennetz zusammenschließt – darunter beispielsweise auch das Mobilfunknetz am jeweiligen Kundenstandort.
Sowohl MPLS wie auch SD-WAN bieten sich insbesondere für größere Firmenkunden an, während das Site-to-Site-VPN gerade für KMU sehr interessant ist.
Managed Services entlasten die eigene Unternehmens-IT
Viele Firmen beauftragen die Standortvernetzung als sogenannten Managed Service. Dabei kümmert sich ein externer Dienstleister selbständig um alle Arbeiten, die das Firmennetzwerk betreffen. Die benötigte Infrastruktur stellt er kundenspezifisch als Site-to-Site VPN, MPLS-VPN oder SD-WAN zur Verfügung. Zu seinen Aufgaben gehören in der Regel auch:
Dauerhaftes Monitoring der Verbindungsqualität
Selbständiges Umleiten von Datenverkehren, etwa bei Überlastung oder technischen Störungen
Absicherung gegen Cybergefahren
Damit erhalten Unternehmen eine leistungsfähige Vernetzungslösung, ohne sich selbst um alle Details kümmern zu müssen.