Security

Site-to-Site-VPN

Standorte sicher miteinander vernetzen

Mit einem Site-2-Site-VPN verbinden Sie mehrere Unternehmensstandorte sicher und verschlüsselt über das öffentliche Internet. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet ein solches virtualisiertes Firmennetz eine wirtschaftliche und leicht zu administrierende Vernetzungslösung.

Inhaltsverzeichnis

Site-to-Site-VPN: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Site-to-Site-VPN ist ein Firmennetzwerk, das per Software über andere Netzwerke hergestellt wird.
  • Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das Site-to-Site-VPN häufig eine wirtschaftlichere Lösung gegenüber Großkunden-Produkten wie SD-WAN und MPLS.
  • Für die Errichtung eines eigenen Site-to-Site-VPN wird nur wenig Hardware benötigt; in der Regel genügt ein einzelner VPN-Gateway in jeder anzubindenden Niederlassung.

Definition und Funktionsweise

Ein Virtual Private Network (VPN, auf Deutsch: virtuelles persönliches Netzwerk) ist ein Netzwerk, das virtualisiert über andere Netzwerke aufgebaut wird. Ein VPN besitzt also keine eigene Netzwerktechnik wie Router, Switches oder Netzwerkkabel.
Es wird stattdessen als reine Software-Lösung installiert, die ihre Daten über andere physische Netzwerke überträgt. Viele VPN-Verbindungen werden beispielsweise über das Internet aufgebaut.
So nutzen Unternehmen die VPN-Technologie beispielsweise, um Arbeitsplätze ihrer Mitarbeitenden im Homeoffice über das Internet mit dem Firmennetz zu verbinden. Man spricht dabei auch von „Remote Access VPN“ (auf Deutsch: Fernzugriffs-VPN). Die Datenübertragung zwischen Firmennetz und Heimarbeitsplatz über das Internet wird auch als „Tunneling“ bezeichnet, weil das Internet hierbei als Datentunnel genutzt wird.
Am Übergangspunkt vom Internet zum Firmennetz betreibt das jeweilige Unternehmen ein sogenanntes VPN-Gateway, auch Einwahlknoten genannt. Die Mitarbeitenden wählen sich von ihrem Homeoffice-Standort aus über das Internet direkt auf diesem VPN-Gateway ein.
Alle Daten werden dabei zwischen dem Homeoffice und dem VPN-Gateway grundsätzlich verschlüsselt übertragen. Innerhalb IP-basierter Netze wie dem Internet verwendet ein VPN hierfür meist TLS/SSL und die Protokollsammlung IPSec (Internet Protocol Security).
Bei IPSec kommen in der Regel Verschlüsselungsstandards wie AES-256-GCM oder AES-256-CBC zum Einsatz. Der Verbindungsaufbau erfolgt in der Regel über Wireguard oder IKEv2 (Internet Key Exchange Version 2).
Das Remote Access VPN gehört zu den meistgenutzten VPN. Es ist daher meist gemeint, wenn ganz allgemein von einem VPN gesprochen wird. Andere Bezeichnungen für ein solches Remote Access VPN sind End-to-Site-VPN oder Point-to-Site-VPN. Damit wird ausgedrückt, dass ein einzelner Arbeitsplatz („End“ oder „Point“) mit dem Firmensitz („Site“) verbunden wird.
Daneben gibt es aber auch andere Formen eines VPN, darunter das MPLS-VPN und das Site-to-Site-VPN (kurz: S2SVPN), das hier nachfolgend näher beschrieben werden soll. Beide VPN-Varianten nutzen Unternehmen häufig für die virtuelle Standortvernetzung.
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Remote-Access-VPN, Site-to-Site-VPN und MPLS-VPN im Vergleich

Ein Remote-Access-VPN wird meist nur temporär für die Dauer eines Arbeitstages eingerichtet. Sobald der:die Mitarbeitende den eigenen Arbeitsplatzcomputer im Homeoffice abschaltet und so vom VPN-Gateway trennt, deaktiviert er damit auch das virtuelle Netzwerk. Für die nächste Sitzung wird dann wieder ein neues virtuelles Netzwerk errichtet.
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Eine Site-to-Site-VPN oder ein MPLS-VPN verbindet hingegen mehrere Standorte miteinander. Es wird hierfür dauerhaft eingerichtet und auch nicht deaktiviert, wenn jemand einen oder mehrere Arbeitsplatzcomputer ausschaltet.
Für ein Site-to-Site-VPN werden eigene VPN-Gateways an allen vernetzten Standorten installiert. Ein spezieller Provider betreibt hingegen ein MPLS-VPN, der auch die benötigte Technik zur Verfügung stellt.
Aus den unterschiedlichen Einsatzgebieten von Remote-Access-VPN, Site-to-Site-VPN und MPLS ergeben sich weitere Unterschiede zwischen den jeweiligen VPN-Arten, zu denen die nachfolgende Tabelle einen Überblick gibt.
Zweck
Sichere Verbindung einzelner Arbeitsplätze mit dem Unternehmensnetzwerk
Sichere Verbindung zwischen zwei oder mehreren Unternehmensstandorten über das Internet
Verbindung mehrerer Standorte über das Netz eines Telekommunikationsanbieters
Typische Nutzer
Homeoffice-Mitarbeiter, Außendienst, Administratoren
Unternehmen mit mehreren Niederlassungen
Mittelständische und große Unternehmen mit vielen Standorten
Verbindungsart
Benutzergerät zu Unternehmensnetzwerk
Netzwerk zu Netzwerk
Netzwerk zu Netzwerk über das Provider-Netz
Übertragungsweg
Öffentliches Internet
Öffentliches Internet
Privates Netz des Providers
Sicherheit
Verschlüsselung mittels VPN-Protokollen wie IPSec oder SSL/TLS
Verschlüsselung mittels IPSec oder ähnlicher Verfahren
Trennung der Datenströme durch den Provider, Verschlüsselung optional
Einrichtungsaufwand
Gering bis mittel
Mittel
Hoch
Kosten
Niedrig
Mittel
Hoch
Skalierbarkeit
Gut für einzelne Benutzer
Gut für wenige bis mittlere Anzahl an Standorten
Sehr gut für viele Standorte
Leistung und Latenz
Abhängig von der Internetverbindung des Mitarbeitenden im Homeoffice
Abhängig von den Internetanschlüssen der Standorte
Meist stabile Bandbreite und geringe Latenz
Qualitätssicherung (QoS)
Eingeschränkt
Eingeschränkt
Umfangreiche QoS-Funktionen möglich
Administrationsaufwand
Verwaltung von Benutzerkonten und Endgeräten
Verwaltung der VPN-Gateways an den Standorten
Übernimmt teilweise der Provider
Ausfallsicherheit
Abhängig von der Internetverbindung
Abhängig von den Internetanschlüssen
Hohe Verfügbarkeit durch Service-Level-Agreements möglich
Typische Einsatzbeispiele
Homeoffice, mobiles Arbeiten
Verbindung von Hauptsitz und Filialen
Vernetzung vieler Niederlassungen, Rechenzentren und Produktionsstandorte
Remote Access VPN
Site-to-Site-VPN
MPLS-VPN

Vorteile und Grenzen von Site-to-Site-VPNs für Unternehmen

Ein Site-to-Site-VPN ist eine ideale Vernetzungslösung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit mehreren Standorten, Filialen oder ausgelagerten Einzelbüros. Für diese Zielgruppe stellt das Site-to-Site-VPN eine interessante Alternative etwa zu MPLS-Lösungen dar. Es ist vergleichsweise günstig, leicht zu errichten und bietet über die AES-256-Verschlüsselung ausreichend Sicherheit für alle gängigen geschäftlichen Anwendungen und Datenverkehre.
Weil das Site-to-Site-VPN das lokale Internet an den jeweiligen Unternehmensstandorten nutzt, ergibt sich daraus auch die maximale Datenrate, die zwischen den einzelnen Standorten möglich ist.
Einzelne Datenpakete können dabei allerdings nicht priorisiert werden. Größere Unternehmen mit deutlich mehr als zehn Standorten greifen daher häufig auf andere Vernetzungslösungen zurück, beispielsweise MPLS-VPN.
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Einrichtung: Voraussetzungen, Alternativen und Managed Services

Die Einrichtung eines Site-to-Site-VPN ist vergleichsweise einfach. Das jeweilige Unternehmen benötigt hierfür lediglich VPN-Gateways an den Internet-Einwahlknoten der Standorte, die vernetzt werden sollen.
Die einzelnen VPN-Gateways werden in der Regel nur einmalig konfiguriert. Anschließendwickeln sie selbständig den Datenverkehr zwischen Teilnetzen ab, die darüber verbunden sind.

Großkunden-Lösung MPLS-VPN

Deutlich aufwändiger ist die Einrichtung eines MPLS-VPN. Ein Unternehmen mietet ein solches virtuelles Netzwerk üblicherweise bei einem Provider (Carrier) an, der den Datenverkehr über sein eigenes Backbone-Netzwerk führt. Somit können auch größere Datenmengen deutlich schneller zwischen den Standorten des Kunden übertragen werden.
MPLS arbeitet hierbei mit digitalen Labels. Das sind virtuelle Absender- und Empfänger-Etiketten an jedem einzelnen Datenpaket, die es erlauben, bestimmte Datenverkehre priorisiert abzuwickeln.
Unternehmen können auch ihre extern gehostete Firmencloud über MPLS sehr effizient an das Firmennetz anbinden. Microsoft Azure nutzt hierfür die sogenannte Azure ExpressRoute, die den Backbone des Carriers direkt mit dem Rechenzentrum von Microsoft verbindet. Entsprechende Lösungen bei Amazon und Google sind AWS Direct Connect, beziehungsweise Google Cloud Interconnect.
Insgesamt bietet MPLS somit deutlich mehr Anbindungs- und Konfigurationsmöglichkeiten als andere VPN-Netzwerke. Entsprechend ist aber auch der Administrationsaufwand erheblich größer.

Vernetzung mittels SD-WAN

Eine weitere Alternative für größere Unternehmen ist das Software-Defined Wide Area Network (SD-WAN, auf Deutsch: Software-definiertes Weitbereichsnetzwerk). Ein SD-WAN organisiert seinen Datenverkehr zentral und nutzt dafür mehrere Teilnetze, die es zu einem größeren virtuellen Firmennetz zusammenschließt – darunter beispielsweise auch das Mobilfunknetz am jeweiligen Kundenstandort.
Sowohl MPLS wie auch SD-WAN bieten sich insbesondere für größere Firmenkunden an, während das Site-to-Site-VPN gerade für KMU sehr interessant ist.

Managed Services entlasten die eigene Unternehmens-IT

Viele Firmen beauftragen die Standortvernetzung als sogenannten Managed Service. Dabei kümmert sich ein externer Dienstleister selbständig um alle Arbeiten, die das Firmennetzwerk betreffen. Die benötigte Infrastruktur stellt er kundenspezifisch als Site-to-Site VPN, MPLS-VPN oder SD-WAN zur Verfügung.
Zu seinen Aufgaben gehören in der Regel auch:
  • Dauerhaftes Monitoring der Verbindungsqualität
  • Selbständiges Umleiten von Datenverkehren, etwa bei Überlastung oder technischen Störungen
  • Absicherung gegen Cybergefahren
Damit erhalten Unternehmen eine leistungsfähige Vernetzungslösung, ohne sich selbst um alle Details kümmern zu müssen.
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Unser Fazit: In diesen Fällen ist ein Site-to-Site-VPN eine gute Lösung für Ihre Standortvernetzung

Für Unternehmen mit mehreren Standorten gibt es am Markt eine Vielzahl unterschiedlicher Vernetzungslösungen, umeinzelne Standorte anzubinden: Dazu gehören etwa Site-to-Site-VPN, MPLS-VPN und SD-WAN.
Gerade KMU können hierbei von einem eigenen Site-to-Site-VPN besonders profitieren. Sie können ein solches virtuelles Netzwerk komplett über das Internet und andere öffentliche Netzwerke errichten. Somit entfallen Kosten und Aufwand, umzwischen den jeweiligen Niederlassungen eine eigene Netzwerkinfrastruktur zu bauen und zu betreiben.
Darüber hinaus ist ein Site-to-Site-VPN sehr einfach einzurichten. An den Übergangspunkten zwischen Firmennetzwerk und öffentlichem Netzwerk werden lediglich VPN-Gateways aufgestellt und betrieben, die selbständig den verschlüsselten Datenverkehr über das öffentliche Netz abwickeln.
Damit bietet das Site-to-Site-VPN eine sehr wirtschaftliche und leicht zu administrierende Form der Standortvernetzung für KMU.

Site-to-Site-VPN: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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