Security

Conditional Access in Microsoft Entra

Sicher authentifizieren in der Microsoft-Cloud

Für die Anmeldung in Ihrer Firmen-Cloud oder den Zugriff auf Ihre Business-Applikationen stellt Ihnen Microsoft mit Entra die passende Identitäts- und Zugriffsverwaltung zur Verfügung. Praktisch: Mittels Conditional Access prüft Entra nicht nur Kontennamen und Passwörter, sondern erkennt auch verdächtige Endgeräte mit ungewöhnlichen Log-in-Daten. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Conditional Access in Microsoft Entra: Das Wichtigste in Kürze

  • Conditional Access ist eine Sicherheitsfunktion von Microsoft Entra, mit der Unternehmen den Zugriff auf ihre Daten, das Firmennetz oder ihre Applikationen regeln können.
  • Administrator:innen können Sicherheitsregeln für alle Zugriffe auf Unternehmensinhalte festlegen.
  • Microsoft Entra kombiniert die Regeln mit weiteren Kriterien, etwa der Region, aus der eine Anmeldung erfolgt.
  • Erkennt Entra z.B. ein Log-in von einem Endgerät ohne aktuelle Betriebssystem-Updates oder mit verdächtiger Superuser-Konfiguration, kann es den Zugriff verweigern.
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Conditional Access: Was ist der bedingte Zugriff in Microsoft Entra?

Conditional Access (auf Deutsch: bedingter Zugriff) ist eine Sicherheitsfunktion von Microsoft Entra. Microsoft Entra (ehemals Azure AD) ist Microsofts Produktfamilie für die Identitäts- und Zugriffsverwaltung in Firmennetzwerken. Viele Unternehmen nutzen Microsoft Entra, um ihre Firmen-Cloud, lokale Netzwerke sowie Unternehmensanwendungen wie Microsoft 365, SAP oder das eigene ERP Cloud Computing abzusichern.
Als Administrator:in können Sie in Microsoft Entra Sicherheitsregeln (Conditional Access Policies) vorgeben: also wann, von wo und inwieweit Ihre Teams beziehungsweise einzelne Mitarbeitende mit bestimmten Endgeräten auf Applikationen, Firmendaten oder Services zugreifen dürfen.
Das System kann Nutzer:innen den Zugriff auf Ihre Inhalte gewähren, diesen blockieren oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) verlangen. Zusätzlich wertet es neben Ihren Sicherheitsregeln weitere Kontextsignale in Echtzeit aus.
Dabei folgt Microsoft Entra der Philosophie des Zero Trust. Das bedeutet, dass es keinen Benutzer:innen, Geräten oder Netzwerken bei der Anmeldung automatisch vertraut. Microsoft spricht hierbei auch von einem „intelligenter Türsteher“.

Wie funktioniert Conditional Access?

Conditional Access folgt immer einem dreistufigen Ablauf aus:
  • Signalerfassung
  • Entscheidung
  • Resultierender Maßnahme
Bei einer neuen Anmeldung sammelt das System zunächst Informationen über den Anmeldevorgang (Signalerfassung). Diese Informationen bewertet es auf Basis der Sicherheitsregeln (Entscheidung). Abschließend führt das System eine von mehreren Maßnahmen aus. Beispielsweise erlaubt oder verweigert es den Zugriff auf eine Ressource oder fordert eine zusätzliche Absicherung mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Zusätzlich prüft Microsoft Entra bei jeder Anmeldung die folgenden Signale.

Status und Zugriffshistorie des:der Anwender:in

Microsoft Entra führt sogenannte Aktivitätsprotokolle. Dazu gehören spezielle Anmeldeprotokolle. Sie erfassen:
  • Wie viele Benutzer:innen sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei einer Applikation angemeldet haben
  • Wie viele Anmeldeversuche davon fehlschlugen
  • Welche Browser und Betriebssysteme dabei verwendet wurden
Je nach Lizenzmodell speichert Microsoft Entra ID diese Aktivitätsprotokolle zwischen 7 und 30 Tage lang. Das System zieht sie bei jeder neuen Anmeldung heran, um ungewöhnliche oder verdächtige Zugriffe zu identifizieren.
Microsoft Entra berücksichtigt bei Zugriffen außerdem die Benutzer- und Gruppenidentitäten. Es unterscheidet hierbei zwischen unterschiedlichen Kontentypen wie Mitarbeitenden, Gastnutzer:innen und Administrator:innen.

IP-Adresse, von der die Anmeldung erfolgt

Als Administrator:in können Sie in Microsoft Entra festlegen, aus welchen IP-Adressbereichen auf Ihr Firmennetz oder bestimmte Inhalte zugegriffen werden darf. Sie können umgekehrt auch definieren, welche IP-Adressbereiche generell nicht auf Ihre Inhalte zugreifen dürfen. Man spricht hierbei auch vom Whitelisting (auf eine „weiße Liste“ setzen = generelles Erlauben) beziehungsweise Blacklisting (auf eine „schwarze Liste“ setzen = generelles Verbieten).

Region, aus der die Anmeldung erfolgt

Genau wie bei den IP-Adressbereichen können Sie auch für bestimmte Länder oder Ländergruppen Zugriffsrechte vergeben beziehungsweise bestimmte Weltregionen generell sperren. Microsoft spricht hierbei von sogenannten Trusted Locations (vertrauenswürdigen Regionen).

Bestimmte Eigenschaften des Geräts, über das die Anmeldung läuft

Microsoft Entra fragt bestimmte Informationen über das Endgerät ab, das für einen Zugriffsversuch genutzt wird. Dazu gehört etwa das installierte Betriebssystem.
Außerdem prüft Entra, ob das Gerät über Microsofts cloudbasierte Endpunktverwaltung Intune verwaltet und abgesichert wird oder nicht. Ein so verwaltetes Gerät erfüllt eher die Sicherheitsanforderungen von Microsoft Entra. Mit Intune können Unternehmen auch definieren, welche Inhalte über BYOD-Geräte (Bring Your Own Device) eingesehen und bearbeitet werden können.
Besonders verdächtige Geräte erhalten unter Microsoft Entra den Status „nicht konform“. Gründe hierfür können sein:
  • Fehlende Updates für bestimmte Applikationen oder ein generell veraltetes Betriebssystem
  • Deaktivierte beziehungsweise fehlende Geräteverschlüsselung
  • Erkannte tiefgehende Eingriffe in das Betriebssystem des Geräts (sogenannte Jailbreaks und verdächtige Root-Konfigurationen für Superuser)
  • Nicht installierte Unternehmensportal-App (Intune Company Portal)
Daneben gibt es weitere Signale, die Conditional Access von Microsoft Entra überprüfen kann, z.B. die Tageszeit, zu der eine Anmeldung erfolgt.
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Conditional Access Policies: Aufbau, Beispiele und Best Practices

Nachfolgend finden Sie typische Sicherheitsregeln für Conditional Access unter Microsoft Entra:

Zwei-Faktor-Authentifizierung für Administrator:innen erzwingen

Diese Richtlinie verpflichtet alle Administrator:innen dazu, beim Log-in zusätzlich zum Passwort immer einen zweiten Faktor zu nutzen. Das kann eine Authenticator-App auf dem Smartphone oder ein biometrisches Merkmal sein, etwa ein Fingerabdruck.
Beispiel:
  • Betroffene Benutzer:innen: Globale Administrator:innen, Sicherheits-Administrator:innen und Administrator:innen für Exchange-Server
  • Betroffene Anwendungen: Alle
  • Zugriffskontrolle: Zwei-Faktor-Authentifizierung erforderlich
Vorteil: Administrator:innen haben umfangreiche Berechtigungen. Ihre Konten sind daher bevorzugtes Ziel von Cyberkriminellen. Die zusätzliche Authentifizierung reduziert das Risiko einer Kontoübernahme erheblich – und damit auch den unbefugten Zugriff auf Ihre Firmendaten.

Blockieren von Anmeldungen aus risikoreichen Ländern oder Regionen

Mit dieser Richtlinie werden Anmeldeversuche aus bestimmten Ländern oder Regionen blockiert, in denen das Unternehmen keine Geschäftsaktivitäten unterhält.
Beispiel:
  • Betroffene Benutzer:innen: Alle Mitarbeitenden
  • Betroffene Anwendungen: Alle
  • Bedingung: Anmeldung erfolgt aus ausgewählten Ländern außerhalb des Geschäftsgebiets
  • Zugriffskontrolle: Zugriff generell blockieren
Vorteil: Unternehmen können so viele automatisierte Angriffe und Anmeldeversuche aus bekannten Angriffsregionen verhindern.

Zugriff auf Unternehmensdaten nur von Geräten erlauben, die mit Intune verwaltet werden

Diese Richtlinie stellt sicher, dass sensible Unternehmensdaten ausschließlich über Geräte eingesehen werden können, die Ihre IT-Abteilung verwaltet und als konform eingestuft hat.
Beispiel:
  • Betroffene Benutzer:innen: Alle Mitarbeitenden
  • Betroffene Anwendungen: Microsoft 365, SharePoint und Teams
  • Bedingung: Gerät muss als konform registriert sein
  • Zugriffskontrolle: Zugriff nur von verwalteten Geräten erlauben
Vorteil: Unternehmensdaten bleiben besser geschützt, da private oder unsichere Geräte keinen Zugriff auf vertrauliche Informationen erhalten. Gleichzeitig können Sie über Intune Sicherheitsrichtlinien wie Festplattenverschlüsselung oder aktuelle Betriebssystem-Updates erzwingen.

Best Practices

Diese drei Richtlinien bilden für viele Unternehmen die Grundlage einer modernen Zero-Trust-Sicherheitsstrategie und gelten daher als Best Practices. Die Kombination aus Zwei-Faktor-Authentifizierung, Standortbeschränkungen und Geräteverwaltung erhöht die Sicherheit deutlich, ohne die Benutzerfreundlichkeit unnötig einzuschränken. Weitere Regeln können Sie im Kontext Ihres Unternehmens und Ihrer Geschäftsprozesse einrichten, beispielsweise:
  • Zugriff auf ausgewählte Anwendungen nur für Mitarbeitende einer bestimmten Abteilung
  • Zugriff auf bestimmte Inhalte in Abhängigkeit von der jeweiligen Rolle (Role Based Access Control)
  • Zugriff auf sehr weitgehende administrative Funktionen nur von einem Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens (Überprüfung der IP-Adresse)
Tipp: Besonders strenge Richtlinien können die Arbeit der Mitarbeitenden behindern und zu vermehrten Support-Anfragen führen. Deshalb ist es empfehlenswert, neue Richtlinien zunächst im Berichtsmodus (Report-only Mode) zu testen. Unternehmen erkennen dadurch, welche Auswirkungen eine Richtlinie hätte, ohne dass damit tatsächlich schon Zugriffe blockiert werden.
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Conditional Access verwenden: Lizenzen, Voraussetzungen und Integration in Microsoft 365

Conditional Access ist standardmäßig in die Identitäts- und Zugriffsverwaltung von Microsoft Entra integriert und bildet den zentralen Bestandteil der Zero-Trust-Strategie von Microsoft. Es arbeitet unter anderem mit folgenden Diensten zusammen:
  • Microsoft 365
  • Microsoft Intune zur Prüfung der Geräte-Compliance
  • Microsoft Defender for Cloud Apps für Sitzungs- und App-Kontrollen
  • Unternehmensanwendungen über SAML (Security Assertion Markup Language) oder die Authentifizierungsprotokolle OAuth und OpenID Connect
  • Lokale Anwendungen über den Application Proxy von Microsoft Entra
Für die Basisfunktion von Conditional Access brauchen Sie mindestens eine P1-Lizenz für Microsoft Entra ID. Sie ist enthalten in den Plänen Microsoft 365 Business Premium, Microsoft 365 E3, Microsoft 365 E5 sowie Microsoft Entra ID P1 als Einzellizenz.
Für zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie risikobasierte Zugriffsentscheidungen benötigen Unternehmen eine P2-Lizenz für Microsoft Entra ID. Diese ist unter anderem enthalten in Microsoft 365 E5, Microsoft Entra Suite und Microsoft Entra ID P2 als Einzellizenz.
Ferner brauchen alle Anwender:innen, die mittels einer Conditional-Access-Richtlinie geprüft und freigeschaltet werden, die entsprechende Lizenz.
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Unser Fazit: Conditional Access bietet Ihnen mehr Sicherheit dank individueller Sicherheitsregeln

Damit Ihre Mitarbeitenden auch von unterwegs oder aus dem Homeoffice jederzeit auf das Firmennetz zugreifen können, braucht es flexible, anpassbare und sichere Zugangssysteme.
Microsoft bietet mit Microsoft Entra und Conditional Access eine leicht anzupassende Sicherheitslösung mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten: vom Filtern von IP-Adressräumen und Herkunftsregionen bis hin zur Überprüfung des verwendeten Endgeräts. So können Sie unsichere Geräte gezielt abweisen oder die Zugriffsrechte für Endgeräte einschränken, wenn etwa die Festplattenverschlüsselung oder der Schutz über Intune nicht aktiviert ist.
Die Basisfunktionen von Microsoft Entra mit Conditional Access sind in der Lizenz für Microsoft 365 Business Premium enthalten.
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Conditional Access in Microsoft Entra: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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