Security

Firewall-as-a-Service (FwaaS)

Wie es funktioniert und wann es sich lohnt

Verteilte Standorte, Homeoffice und immer mehr Cloud-Dienste führen dazu, dass klassische Firewalls im Rechenzentrum weniger effektiv sind. Firewall-as-a-Service (FWaaS) bietet einen modernen Ansatz: Schutz aus der Cloud, ohne eigene Hardware.

In diesem Artikel erfahren Sie, was FWaaS genau ist, wie ein cloudbasierter Firewall-Dienst arbeitet, welche Vorteile er gegenüber klassischen Lösungen bietet und wann sich der Einsatz für Ihr Unternehmen lohnt.

Inhaltsverzeichnis

Firewall-as-a-Service (FWaaS): Das Wichtigste in Kürze

  • Firewall-as-a-Service (FWaaS) ist ein cloudbasierter Firewall-Dienst, der den Datenverkehr eines Unternehmens prüft und filtert. Eine eigene Firewall-Hardware vor Ort entfällt dabei. ist.
  • Über eine zentrale Konsole lassen sich Regeln für alle Standorte, Mitarbeitenden und Geräte einheitlich steuern. Das vereinfacht die Verwaltung gegenüber vielen einzelnen Firewall-Geräten erheblich.
  • FWaaS ist ein Kernbaustein moderner Sicherheitskonzepte wie SASE (Secure Access Service Edge) und unterstützt Zero-Trust-Strategien, weil der Schutz unabhängig vom Standort wirkt.
  • Das Abomodell sorgt für planbare Kosten, reduziert Investitionen in Hardware und entlastet kleine IT-Teams, da der Anbieter Updates, Patches und Bedrohungsschutz übernimmt.
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Was ist Firewall-as-a-Service? Definition, Funktionsweise und Abgrenzung

„Firewall-as-a-Service“ (FWaaS) beschreibt einen Firewall-Dienst, den Sie als Abomodell aus der Cloud beziehen. Anstatt eine Hardware-Firewall im eigenen Rechenzentrum zu betreiben, leiten Sie Ihren Datenverkehr durch die Cloud-Infrastruktur eines Anbieters. Dort prüft eine zentrale Firewall den Verkehr, blockiert Bedrohungen und setzt Ihre Sicherheitsregeln um.
Moderne FWaaS-Angebote arbeiten in der Regel auf dem Niveau einer Next-Generation-Firewall (NGFW). Eine NGFW geht über das einfache Filtern von Datenpaketen hinaus. Sie analysiert den Inhalt einzelner Pakete (Deep Packet Inspection), erkennt sowohl Anwendungen als auch Nutzer:innen und blockiert auffälligen Datenverkehr in Echtzeit. Typische Funktionen sind:
  • Inhaltliche Prüfung des Datenverkehrs einschließlich verschlüsselter Verbindungen
  • Schutz vor Angriffen über ein Intrusion Prevention System (IPS), das verdächtige Muster erkennt und Verbindungen unterbricht
  • Filtern von Webseiten und Anwendungen anhand definierter Regeln
  • Schutz vor Schadsoftware und gezielten Angriffen
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Wie funktioniert eine cloudbasierte Firewall technisch?
Der Datenverkehr Ihrer Standorte und Endgeräte fließt nicht mehr durch eine Box in Ihrem Serverraum, sondern durch Rechenzentren des Anbieters. Die Geräte verbinden sich mit dem nächstgelegenen Knotenpunkt der FWaaS-Plattform. Dies geschieht meist über VPN-Tunnel, also verschlüsselte Internetverbindungen; oder kleine Software-Agenten, also Hilfsprogramme, die auf den Endgeräten laufen.
Am Knotenpunkt prüft die Plattform den Verkehr, bevor sie ihn ins Internet oder zu Cloud-Anwendungen weiterleitet. Sicherheitsregeln, Berichte und Alarme verwalten Sie zentral über eine Weboberfläche. Sie definieren einmal, was erlaubt ist – und diese Regeln gelten dann für alle angebundenen Standorte und Nutzer:innen gleichermaßen.
Unterschied zwischen FWaaS und einer Hardware-Firewall
Eine Hardware-Firewall steht als physisches Gerät am Netzwerkrand Ihres Standorts. Ihr Unternehmen kauft oder mietet das Gerät, installiert es im Serverraum und betreibt es vor Ort – entweder mit eigenen Mitarbeitenden oder über einen Dienstleister. Ein FWaaS-Dienst kommt dagegen vollständig aus der Cloud. Drei zentrale Unterschiede sind dabei zu beachten:
  • Standort: Hardware-Firewalls schützen einen festen Ort. FWaaS schützt Datenverkehr unabhängig davon, wo Nutzer:innen oder Geräte sich befinden.
  • Skalierung: Hardware-Firewalls erreichen irgendwann eine Leistungsgrenze – dann ist ein Austausch nötig. FWaaS skaliert in der Cloud automatisch mit, wenn Datenverkehr und Nutzerzahl wachsen.
  • Aufwand: Hardware-Firewalls aktualisieren Sie selbst oder lassen sie aktualisieren. Bei FWaaS übernimmt der Anbieter Patches, Updates und Bedrohungserkennung.
Unterschied zwischen FWaaS und einer Managed Firewall
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Konzepte. Bei einer Managed Firewall betreibt ein Dienstleister einzelne Firewall-Geräte für Sie – oft sogar weiterhin als Hardware am Standort. Der Anbieter übernimmt Konfiguration, Updates und Überwachung. Die Firewall selbst bleibt aber an einen physischen Ort gebunden.
FWaaS dagegen ist ein logischer, einheitlicher Firewall-Dienst in der Cloud. Es gibt keine einzelnen Geräte mehr, die der Anbieter pflegt, sondern eine zentrale Plattform, in die sich alle Standorte, mobilen Mitarbeiter:innen und Cloud-Workloads einklinken. Die Regelwerke gelten überall gleichzeitig.

Vorteile von FWaaS für KMU: Skalierbarkeit, Kosten und zentrale Verwaltung

FWaaS verbindet drei Eigenschaften, die für viele Unternehmen heute wichtig sind: schnelle Anpassbarkeit, planbare Kosten und eine schlanke Verwaltung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sowie Behörden ohne große IT-Abteilung profitieren davon spürbar. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
  • Skalierbarkeit ohne neue Hardware: Wächst Ihr Unternehmen oder kommen neue Standorte dazu, lässt sich der FWaaS-Dienst flexibel erweitern. Ein Hardware-Tausch ist nicht nötig.
  • Planbare Kosten im Abomodell: Sie zahlen monatlich oder jährlich nach Nutzung. Hohe Einmalinvestitionen in Firewall-Geräte entfallen. Das macht die Kostenplanung einfacher.
  • Zentrale Verwaltung über eine Oberfläche: Sicherheitsregeln, Berichte und Alarme bündeln sich an einer Stelle. Sie müssen nicht jede Filial-Firewall einzeln konfigurieren.
  • Schutz für Homeoffice und mobile Belegschaft: Auch der Datenverkehr von Mitarbeitenden außerhalb des Büros läuft über denselben Firewall-Dienst. Überall gelten die gleichen Sicherheitsregeln.
  • Automatische Updates und Bedrohungsschutz: Der Anbieter aktualisiert das System laufend und pflegt aktuelle Bedrohungsdaten ein. Sie müssen sich nicht selbst um Patches kümmern.
  • Entlastung der IT: Ihre IT-Abteilung gewinnt Zeit für strategische Aufgaben, weil Routinearbeiten am Firewall-Betrieb beim Anbieter liegen.
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FWaaS, SASE und Zero Trust: Wie cloudbasierte Firewalls in moderne Sicherheitsarchitekturen passen

Wer FWaaS einsetzt, profitiert nicht nur von Einzelvorteilen. Der Dienst lässt sich auch sinnvoll in größere Sicherheitskonzepte einbetten. In den letzten Jahren haben sich zwei Konzepte etabliert, die FWaaS einen festen Platz geben: SASE („Secure Access Service Edge") und Zero Trust. Beide Ansätze liefern Antworten auf dieselbe Frage: Wie schützen Sie ein Netzwerk, in dem Anwendungen in der Cloud liegen und Nutzer:innen von überall arbeiten?
SASE: Netzwerk und Sicherheit aus einer Hand
Die Idee von SASE ist es, Netzwerk- und Sicherheitsdienste gemeinsam aus der Cloud zu liefern. Eine SASE-Lösung umfasst typischerweise sechs Bausteine:
  • SD-WAN (Software-defined Wide Area Network): Optimiert die Anbindung von Standorten über das Internet
  • FWaaS: Liefert den Firewall-Schutz aus der Cloud
  • Secure Web Gateway (SWG): Filtert den Web-Zugriff und blockiert schädliche Seiten
  • Cloud Access Security Broker (CASB): Überwacht und sichert die Nutzung von Cloud-Anwendungen
  • Zero Trust Network Access (ZTNA): Steuert den Zugriff auf einzelne Anwendungen nach dem Zero-Trust-Prinzip
  • Zentrale Managementoberfläche: Bündelt Konfiguration und Überwachung
FWaaS ist also kein Einzelprodukt im SASE-Modell, sondern eine seiner tragenden Säulen.
Zero Trust: „Vertraue niemandem, überprüfe jeden"
Zero Trust ist ein Sicherheitsprinzip, demzufolge kein:e Nutzer:in und kein Gerät automatisch Vertrauen verdient – auch nicht innerhalb des Firmennetzes. Die Gewährung jedes einzelnen Zugriffs setzt eine Prüfung voraus. Identität, Geräte-Zustand und Kontext entscheiden über die Zugriffserlaubnis.
FWaaS unterstützt Zero Trust, weil der Dienst Sicherheitsregeln unabhängig vom Standort durchsetzt. Egal ob jemand aus dem Büro, von zu Hause oder von unterwegs aus auf eine Anwendung zugreifen will: Die Prüfung läuft immer über dieselbe Cloud-Plattform. Das schafft die Grundlage dafür, jeden Zugriff einzeln zu bewerten.
FWaaS sichert dabei den Netzwerkverkehr – also den Weg, den Ihre Daten nehmen. Die Endgeräte selbst, an denen Ihre Mitarbeitenden arbeiten, schützt eine Firewall jedoch nicht. Dafür ist eine eigene Sicherheitsebene zuständig: die Endpoint Security.
Endpoint Security schützt einzelne Geräte wie Laptops, PCs oder Server vor Schadsoftware und Angriffen, zum Beispiel mit einer Lösung wie Microsoft Defender for Business. Eine durchgängige Sicherheitsstrategie kombiniert daher beide Ebenen: den Netzwerkschutz durch FWaaS und den Geräteschutz durch eine Endpoint-Security-Lösung.

Wann lohnt sich FWaaS? Entscheidungshilfe und typische Einsatzszenarien für Unternehmen

FWaaS liegt im Trend: Laut dem Marktforschungsunternehmen Precedence Research soll der weltweite FWaaS-Markt bis 2035 um knapp 22 Prozent pro Jahr wachsen und dann ein Volumen von rund 34 Milliarden US-Dollar erreichen. Trotzdem braucht nicht jedes Unternehmen zwangsläufig FWaaS. In manchen Fällen reicht eine klassische Firewall aus. Lohnend ist der Einsatz besonders dann, wenn mehrere der folgenden Punkte auf Ihre Situation zutreffen:
  • Verteilte Standorte oder Filialen: Wenn Sie mehrere Niederlassungen haben und dort einheitliche Sicherheitsregeln durchsetzen wollen, spart FWaaS Hardware und Pflegeaufwand an jedem einzelnen Standort.
  • Hoher Anteil an Homeoffice oder mobiler Arbeit: Mitarbeitende, die regelmäßig außerhalb des Büros arbeiten, profitieren von ortsunabhängigem Schutz.
  • Wechsel in die Cloud oder Hybrid-Cloud-Strategien: Wenn Anwendungen zunehmend in Cloud-Diensten laufen, läuft auch der Datenverkehr nicht mehr klassisch durch das Firmennetz – die Firewall sollte ihm folgen.
  • Kleines IT-Team ohne Firewall-Spezialwissen: Wenn intern Kapazitäten oder Know-how fehlen, übernimmt der FWaaS-Anbieter Updates und Bedrohungsschutz.
  • Schnelles Wachstum oder schwankende Anforderungen: Start-ups und stark wachsende Unternehmen können FWaaS flexibel mitskalieren, ohne neue Hardware einplanen zu müssen.
  • Verteilte Liegenschaften in Behörden und Kommunen: Mehrere Dienststellen, Schulen oder Eigenbetriebe lassen sich über eine Konsole zentral absichern.
Auf der anderen Seite gibt es Situationen, in denen FWaaS nicht die erste Wahl ist. Dazu gehören Umgebungen, in denen ein Großteil der Anwendungen rein lokal läuft, der Datenverkehr das Firmengelände kaum verlässt oder besonders strenge Anforderungen an Datenstandorte bestehen. Auch eine stabile Internetanbindung ist eine Voraussetzung, da der Datenverkehr durch die Cloud läuft.

Unser Fazit: Wie Ihre IT-Strategie von FWaaS profitieren kann

Firewall-as-a-Service bringt klassische Firewall-Funktionen dorthin, wo modernes Arbeiten stattfindet: in die Cloud. Sie erhalten Schutz für verteilte Standorte, Homeoffice und Cloud-Anwendungen aus einer Hand, sparen sich Investitionen in Hardware und entlasten Ihre IT-Abteilung.
Die zentrale Verwaltung sorgt dafür, dass Sicherheitsregeln überall einheitlich gelten. Besonders wertvoll wird FWaaS in Verbindung mit größeren Sicherheitskonzepten wie SASE oder Zero Trust. Als Baustein dieser Architekturen unterstützt FWaaS Sie dabei, eine Sicherheitsstrategie aufzubauen, die mit Ihrem Unternehmen wächst.
Wichtig dabei: FWaaS schützt den Netzwerkverkehr, nicht die Geräte selbst. Für einen durchgängigen Schutz gehört deshalb auch die Endpunktsicherheit dazu. Eine Lösung wie Microsoft Defender for Business schützt die Geräte Ihrer Mitarbeitenden vor Schadsoftware, Ransomware und Phishing und ergänzt so den Netzwerkschutz einer FWaaS.
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen mit knappen IT-Ressourcen entsteht daraus eine mehrschichtige Verteidigung – abgesichert sind dann sowohl die Wege Ihrer Daten als auch die Geräte, an denen täglich gearbeitet wird.
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Firewall-as-a-Service (FWaaS): Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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