Security

Virenschutz für Handys

Smartphones im Unternehmen absichern

Handy-Virenschutz: Das Wichtigste in Kürze

  • Firmenhandys sind durch schädliche Apps, Phishing per SMS oder Messenger und manipulierte Webseiten gefährdet.
  • Android benötigt wegen seines vergleichsweise offenen Google Play Store meist mehr zusätzlichen Schutz als das stärker abgeschottete iOS.
  • Für Unternehmen ist eine ergänzende Sicherheitslösung sinnvoll, die Malware, gefährliche Links und unsichere Netzwerke erkennt.
  • Mit Mobile Device Management (MDM) verwaltet Ihre IT Schutz-Apps und Richtlinien zentral und kann verlorene Geräte sperren oder löschen.
Unkenntlicher Computerhacker tippt auf einem Smartphone

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Warum Firmenhandys einen professionellen Virenschutz brauchen

Mit Firmenhandys greift Ihre Belegschaft auf E-Mails, Cloud-Dienste und vertrauliche Geschäftsdaten zu – oft auch außerhalb des geschützten Firmennetzwerks. Dadurch können Smartphones zum schwächsten Glied der IT-Sicherheit werden.
Die integrierten Schutzfunktionen der Betriebssysteme Android und iOS senken zwar das Risiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz. Denn sogar im offiziellen Android-App-Store Google Play tauchen mitunter manipulierte Anwendungen auf. Diese können Malware einschleusen, also Schadsoftware wie Trojaner oder Spionageprogramme.
Für Unternehmen, die unter die NIS2-Vorgaben fallen, gehört die Absicherung von Firmen-Smartphones zum Risikomanagement. Die Richtlinie verlangt angemessene technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Netz- und Informationssysteme eines Unternehmens – das schließt einen professionellen Virenschutz für Handys mit ein. Und dieser sollte mehr leisten als ein klassischer Virenscanner: Er muss auch gefährliche Apps, Links und Zugriffsversuche erkennen und sich in das zentrale Sicherheitskonzept Ihres Unternehmens einfügen.
Einige Gefahren für Firmenhandys kommen ohne infizierte App aus
  • Beim Smishing locken gefälschte Nachrichten per SMS oder Messenger Ihre Mitarbeiter:innen auf betrügerische Webseiten, wo sie sensible Daten eingeben sollen. Mehr dazu lesen Sie weiter unten im Text.
  • Beim SIM-Hijacking übernehmen Kriminelle eine Mobilfunknummer, indem sie diese auf eine fremde SIM-Karte oder eSIM übertragen lassen. So können sie beispielsweise Sicherheitscodes aus SMS abfangen und auf geschäftliche Konten zugreifen.

Virenschutz für Android und iOS: Unterschiede und Besonderheiten

Eine häufige Frage lautet: „Hat Android bereits einen Virenschutz?“ Ja: Google Play Protect prüft Apps bei der Installation und scannt das Gerät regelmäßig auf Schadsoftware.
Im Unternehmen braucht es aber zusätzliche Schutz- und Verwaltungsmaßnahmen für Android-Handys. Gründe dafür sind:
  • Unterschiedliche Gerätehersteller: Der vorhandene Virenschutz unterscheidet sich teils von Modell zu Modell.
  • Variierende Update-Zeiträume: Nicht alle Android-Handys bekommen Sicherheits-Patches zum selben Zeitpunkt.
  • Die Möglichkeit, Apps von außerhalb des Play Stores zu installieren: Hier greift Google Play Protect nicht.
Auf geeigneten Samsung-Geräten ergänzt Samsung Knox den Android-Schutz um Hardware-gestützte Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen. Aber auch diese sind nicht allumfassend.
Bei iOS schirmt eine sogenannte Sandbox jede App vom restlichen System und von anderen Anwendungen ab. Dadurch können klassische Virenscanner das iPhone nicht vollständig durchsuchen.
Virenschutz ab Werk: Unterschiede zwischen Android und iOS
Sicherheitsarchitektur
Google Play Protect und geprüfter Systemstart; bei Samsung zusätzlich Knox
Geschlossenes System, signierte Anwendungen und Hardware-gestützte Verschlüsselung
Update-Zyklen
Abhängig von Hersteller und Modell; Dauer und Geschwindigkeit der Versorgung sehr unterschiedlich
Zentrale Verteilung von Updates an alle unterstützten Geräte
App-Kontrolle
Apps aus dem Play Store und anderen Quellen möglich; Unternehmen können Anwendungen über Managed Google Play freigeben
Apps vorwiegend aus dem App Store; zugelassene Anwendungen lassen sich zentral verteilen und verwalten
Unternehmenseignung
Flexibel für unterschiedliche Geräte und Einsatzbereiche, erfordert aber einheitliche Sicherheitsrichtlinien
Gut für standardisierte Geräteflotten und eine einheitliche Verwaltung geeignet
Android
iOS

Die besten Virenschutz-Apps für Firmenhandys im Vergleich

Die nachfolgende Tabelle vergleicht fünf verbreitete Virenschutz-Lösungen für Handys anhand von Funktionen, zentraler Verwaltung (MDM) und Betriebssystem-Kompatibilität.
Vergleich etablierter Virenschutzlösungen für Firmenhandys
Lookout
App- und Malware-Erkennung, Phishing-Schutz, Netzwerkanalyse, Schwachstellenprüfung, Mobile EDR
Für die Einbindung in verschiedene MDM- und UEM-Lösungen ausgelegt
Android, iOS, ChromeOS
Sophos
Malware- und Phishing-Schutz, Webfilter, App- und Netzwerkprüfung, Angriffserkennung
Über Sophos Central, Sophos Mobile und Microsoft Intune
Android, iOS, iPadOS, ChromeOS
Bitdefender
Malware-, Phishing- und Netzwerkschutz, App-Analyse, Erkennung unsicherer Geräte
Anbindung an vorhandene MDM-Systeme und Bitdefender GravityZone
Android, iOS, ChromeOS
Norton
Malware-Scanner, Betrugsschutz, SMS-Filter, Webseiten- und WLAN-Prüfung, optionales VPN
Keine native Business-MDM-Integration ausgewiesen
Android und iOS; Funktionsumfang unterscheidet sich
ESET
Malware- und Phishing-Schutz, Diebstahlschutz, Richtlinien- und Compliance-Kontrolle
In umfassende Security-Lösung ESET PROTECT integriert
Android, iOS, iPadOS
Funktionen
MDM-Kompatibilität
Kompatible Plattformen
Keine Antivirus-Software ist automatisch DSGVO-konform

Um DSGVO-konform zu arbeiten, müssen Unternehmen einen rechtsgültigen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter der Software abschließen. Außerdem sollte der Anbieter seinen Sitz in Deutschland oder der EU haben und alle Daten ausschließlich dort verarbeiten. Es gelten außerdem die Grundsätze zur Datensparsamkeit, und alle Daten müssen verschlüsselt übermittelt werden.

Tipp: Bei uns lesen Sie außerdem, wie Sie Ihr Diensthandy DSGVO-konform privat nutzen.

Phishing-Schutz auf dem Handy: Die mobile Bedrohung gezielt abwehren

Phishing erreicht Mitarbeitende längst nicht mehr nur per E-Mail. Beim sogenannten Smishing versenden Kriminelle ihre betrügerischen Links per SMS oder Messenger. Und beim Vishing (Voice Phishing) rufen Cyberkriminelle direkt an und geben sich etwa als IT-Mitarbeiter:innen aus.
Mithilfe künstlicher Intelligenz lassen sich Phishing-Nachrichten personalisieren und Stimmen täuschend echt nachahmen. Dadurch wirken Angriffe glaubwürdiger, und klassische Hinweise wie Rechtschreibfehler verlieren an Bedeutung.
Schutzmaßnahmen gegen Phishing sollten alle Beschäftigten einschließen – inklusive Führungskräften und extern arbeitenden Teams. Besonders gefährdet sind Mitarbeitende mit Zugriff auf Zahlungen, Personaldaten oder administrative Konten.
Für einen wirksamen Phishing-Schutz auf Handys brauchen Sie sowohl die richtige Technik als auch geschulte Mitarbeitende und klare Vorgaben für Prozesse. Folgende Maßnahmen sind besonders wichtig:
  • Anti-Phishing-Filter prüfen Nachrichten und Webseiten auf bekannte Angriffsmuster.
  • URL-Prüfungen gleichen Links mit Datenbanken verdächtiger Internet-Adressen ab und blockieren gefährliche Seiten.
  • Awareness-Schulungen sensibilisieren Mitarbeitende regelmäßig für Angriffe per E-Mail, SMS, Messenger und Telefon.
  • Verbindliche Prüfprozesse schreiben vor, ungewöhnliche Zahlungs- oder Datenanfragen über einen zweiten, bekannten Kontaktweg zu bestätigen.
  • Einfache Meldewege ermöglichen es Beschäftigten, verdächtige Nachrichten schnell an die IT-Abteilung weiterzugeben.
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Sicherheits-Software zentral verwalten: MDM und Endpoint Management

Ein Virenschutzprogramm für Handys sollte nicht auf jedem Gerät einzeln eingerichtet werden. Mit Mobile Device Management (MDM) verwaltet Ihre IT die Smartphones und Tablets des Unternehmens zentral. Dazu gehört auch, dass die eingesetzte Schutz-App auf allen Firmenhandys verteilt und überwacht wird.
Außerdem kann MDM:
  • Sicherheits- und Betriebssystem-Updates vorgeben
  • Verschlüsselung und sichere Displaysperren erzwingen
  • Apps freigeben oder blockieren
  • Regelverstöße und veraltete Geräte erkennen
  • Verlorene Geräte sperren oder geschäftliche Daten löschen
Weitere detaillierte Informationen finden Sie in unserem separaten Artikel zu Mobile Device Management.
Schematische Darstellung eines effizienten Mobile Device Managements
Mobile Device Management bietet der IT-Administration in Unternehmen viele Möglichkeiten zur Verwaltung mobiler Endgeräte.
Besonders wichtig ist ein MDM, wenn Firmenhandys oder andere mobile Geräte auch privat genutzt werden. Hierbei sind vor allem zwei Nutzungsmodelle relevant:
  • BYOD (Bring Your Own Device): Mitarbeitende verwenden ihr privates Smartphone auch beruflich. Hierbei sollte ein geschützter Arbeitsbereich Unternehmens- von privaten Daten trennen. Die IT darf beim Ausscheiden von Mitarbeiter:innen nur die geschäftlichen Inhalte vom Smartphone entfernen.
  • COPE (Corporate-Owned, Personally Enabled): Das Unternehmen stellt das Gerät bereit und erlaubt die private Nutzung. Hierbei gibt die IT Smartphone-Modelle, Apps und Sicherheitsrichtlinien vor. Dadurch lassen sich Geräte leichter einheitlich absichern.
Für sensible Daten und stark regulierte Bereiche bietet COPE meist mehr Kontrolle. Bei BYOD benötigen Unternehmen besonders klare Datenschutzregeln und eine konsequente Trennung der Daten.
Ein (zusätzliches) Endpoint Management erweitert das Prinzip des MDM auf alle Endgeräte, die auf die Unternehmens-IT zugreifen. Dazu gehören neben Smartphones auch Tablets und Notebooks sowie stationäre PCs und vieles mehr. Lösungen für Unified Endpoint Management (UEM) bündeln die Verwaltung all dieser Geräte auf einer Plattform.
Junger Mann telefoniert am Schreibtisch

Unified Endpoint Management (UEM)

Machen Sie Ihr Unternehmen sicherer und verwalten Sie alle Geräte ganz einfach über ein zentrales Online-Portal. Ob Computer, Mobile Devices oder IoT-Hardware: Sie können Daten und Apps aus der Ferne aufspielen und verlorene oder gestohlene Geräte ganz einfach löschen.

  • Zentrale Geräteverwaltung
  • Besserer Datenschutz
  • Individuelle Konfiguration

Virenschutz für Smartphones: Notwendig oder überflüssig?

Bei Firmenhandys lautet die Antwort ganz klar: Ein Virenschutz ist notwendig. Die Smartphones bieten häufig Zugang zu E-Mails, Cloud-Diensten und sensiblen Geschäftsdaten. Ein erfolgreicher Cyberangriff betrifft damit nicht nur ein einzelnes Gerät, sondern kann sich auf das gesamte Unternehmen ausweiten.
Die Nutzung einer Antivirus-Software auf Smartphones kann aber auch Herausforderungen mit sich bringen.

Vorteile und Nachteile von Virenschutz-Lösungen für Handys

Vorteile
  • Erkennt zusätzliche Risiken wie Malware, Phishing und unsichere WLAN-Verbindungen
  • Meldet gefährdete oder manipulierte Geräte zentral an die IT
  • Unterstützt einheitliche Sicherheitsrichtlinien und schnelle Reaktionen
  • Lässt sich über MDM auf allen Firmenhandys verteilen und überwachen
Nachteile
  • Verbraucht je nach Produkt zusätzlich Akku, Speicher und Datenvolumen
  • Verlangt weitreichende Berechtigungen, vertrauenswürdiger Anbieter nötig
  • Überschneidet sich teilweise mit vorhandenen Betriebssystemfunktionen
  • Kann unter iOS nicht das gesamte System technisch scannen
Doch richtig eingesetzt, sind diese Nachteile zu vernachlässigen – der Schutzaspekt von Antivirus-Software überwiegt deutlich.

Unser Fazit: Handy-Virenschutz ist für Unternehmen unverzichtbar

Firmenhandys verarbeiten sensible Daten und ermöglichen den Zugriff auf zentrale Geschäftsanwendungen. Deshalb müssen Sie sie vor Cyberangriffen absichern. Die integrierten Schutzfunktionen von Android und iOS reichen dafür allein nicht aus. Sie benötigen ein umfassendes Sicherheitskonzept, das technische Maßnahmen, verbindliche Richtlinien und die regelmäßige Schulung von Mitarbeitenden kombiniert.
Über MDM oder UEM setzt Ihre IT die technischen Maßnahmen wie Virenschutz und aktuelle Betriebssystem-Updates auf allen Geräten einheitlich um.
Umfassende Unterstützung beim Virenschutz Ihrer Firmenhandys bietet die die Lookout Security-App. Sie überwacht mobile Geräte, Apps und Netzwerke und erkennt Malware, Phishing sowie unsichere Verbindungen in Echtzeit. Die Lösung lässt sich zentral verwalten und in bestehende MDM- oder UEM-Systeme integrieren. So schützen Sie Ihre mobilen Geräte und Unternehmensdaten, ohne Ihre IT unnötig zu belasten.
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Virenschutz für Handys: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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