Security

Phishing-Anruf (Vishing)

Erkennen & Schutz etablieren

Cyberkriminelle greifen Unternehmen längst nicht mehr ausschließlich über E-Mails oder Schadsoftware an. Häufig wählen sie einen direkteren Weg und greifen zum Telefon. Mit überzeugender Stimme, glaubwürdigen Geschichten und einer sorgfältigen Vorbereitung versuchen sie, Mitarbeitende zu täuschen.

Damit Sie Ihr Unternehmen wirksam schützen können, sollten Sie die Methoden dieser Angriffe kennen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Phishing-Anrufe (Vishing) funktionieren, welche Maschen Kriminelle nutzen und wie Sie verdächtige Anrufe frühzeitig erkennen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zu Vishing in Kürze

  • Vishing nutzt das Telefon als Angriffsweg. Kriminelle geben sich als vertrauenswürdige Personen oder Organisationen aus und versuchen, sensible Informationen zu erbeuten oder schädigende Handlungen zu erzwingen.
  • Psychologischer Druck spielt eine zentrale Rolle. Zeitdruck, Autorität und vermeintliche Notfälle sollen Mitarbeitende zu unüberlegten Entscheidungen bewegen.
  • Zugangsdaten dürfen niemals am Telefon kommuniziert werden. Passwörter, Authentifizierungs-Codes, TANs oder andere sicherheitsrelevante Informationen sollten Beschäftigte grundsätzlich nicht telefonisch weitergeben.
  • Klare Prozesse schützen Unternehmen. Verbindliche Freigaben, Rückrufverfahren und feste Meldewege senken die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Vishing-Angriffe erheblich.
  • Regelmäßige Schulungen stärken die Sicherheit. Gut informierte Mitarbeitende erkennen verdächtige Anrufe schneller und reagieren auch in stressigen Situationen souverän.

Was ist ein Phishing-Anruf (Vishing)?

Der Begriff „Vishing“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Voice“ und „Phishing“ zusammen. Dabei kontaktieren Kriminelle ihre Opfer telefonisch. Während des Gesprächs versuchen sie, Vertrauen aufzubauen und sensible Informationen zu erhalten oder bestimmte Handlungen auszulösen.
Häufig geben sich die Anrufer:innen als Mitarbeitende bekannter Unternehmen, Behörden, Banken oder sogar als Kolleg:innen aus. Manche kennen bereits Namen, Abteilungen oder geschäftliche Zusammenhänge. Solche Informationen stammen oft aus sozialen Netzwerken, von Unternehmenswebseiten oder aus früheren Datenlecks. Das Perfide: Je besser sich Kriminelle vorbereiten, desto glaubwürdiger wirkt ihr Auftritt.
Im Unternehmensumfeld verfolgen Vishing-Angriffe meist ein klares Ziel. Die Täter:innen wollen beispielsweise:
  • Zugangsdaten erhalten
  • Zwei-Faktor-Codes herausfinden
  • Mitarbeitende zur Installation einer Fernwartungssoftware bewegen
  • Überweisungen auslösen
  • Vertrauliche Dokumente erhalten
  • Weitere Informationen für spätere Angriffe sammeln
Dabei spielt Psychologie eine wesentlich größere Rolle als Technik. Angreifer:innen erzeugen bewusst Stress oder vermitteln besondere Dringlichkeit – gleichzeitig treten sie meist freundlich, kompetent und hilfsbereit auf. Diese Kombination erschwert es vielen Menschen, den Betrugsversuch rechtzeitig zu erkennen.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Während sich verdächtige E-Mails oft mehrfach und in Ruhe prüfen lassen, verlangt ein Telefongespräch eine sofortige Reaktion. Dadurch bleibt kaum Zeit, Aussagen kritisch zu hinterfragen oder Rücksprache mit Kolleg:innen zu halten.
Moderne Technologien erleichtern den Kriminellen ihre Arbeit zusätzlich. Viele Telefonanlagen erlauben beispielsweise das Fälschen der Rufnummer. Auf dem Display erscheint deshalb möglicherweise die Nummer einer bekannten Firma oder sogar die interne Durchwahl einer Person im Unternehmen. Expert:innen sprechen hierbei von Caller-ID-Spoofing. Diese Masche soll Seriosität vermitteln, obwohl der Anruf von einer ganz anderen Stelle kommt.

Neue Betrugsmethoden dank KI-Einsatz

Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen neue Risiken und noch perfidere Betrugsmaschen: Mit Sprachmodellen und KI-gestützter Sprachsynthese erstellen Kriminelle täuschend echte Stimmen. Bereits kurze Sprachaufnahmen etwa von Führungspersonen reichen unter Umständen aus, um Stimmen nachzuahmen. Dadurch steigt die Gefahr sogenannter Voice-Cloning-Angriffe: Dabei treten Täter:innen beispielsweise als vermeintliche Geschäftsführung oder Führungskraft auf und nötigen ihre Opfer etwa zur Herausgabe sensibler Daten.
Deshalb sollte Ihr Unternehmen Vishing nicht als Randthema betrachten. Telefonische Betrugsversuche gehören inzwischen zu den etablierten Methoden der Cyberkriminalität und ergänzen klassische Phishing-Kampagnen gezielt.

Typische Maschen bei Phishing-Anrufen in Unternehmen

Kriminelle passen ihre Geschichten beim Vishing ständig an aktuelle Ereignisse an. Trotzdem tauchen bestimmte Vorgehensweisen immer wieder auf. Wenn Sie diese Muster kennen, können Sie verdächtige Gespräche deutlich schneller identifizieren.

Der angebliche IT-Support

Eine besonders verbreitete Methode beginnt mit einem scheinbar harmlosen Anruf aus der IT-Abteilung. Die Person am Telefon erklärt Ihnen beispielsweise, dass ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt wurden oder dringend Sicherheits-Updates notwendig seien.
Im weiteren Verlauf fordern die Anrufenden Sie beispielsweise dazu auf, Fernwartungssoftware zu installieren, Passwörter preiszugeben, einen Einmalcode vorzulesen oder sich auf einer bestimmten Internet-Seite anzumelden.
Die Geschichte wirkt oft glaubwürdig, weil technische Fachbegriffe fallen oder interne Abläufe erwähnt werden. Tatsächlich verschaffen sich Kriminelle auf diese Weise Zugriff auf Unternehmenssysteme.

Der vermeintliche Microsoft-Support oder Software-Anbieter

Viele Beschäftigte kennen Anrufe, bei denen sich jemand als Support eines bekannten Software-Unternehmens ausgibt. Angeblich weist ein Computer schwerwiegende Fehler auf oder versendet Malware.
Deshalb bittet die anrufende Person darum, bestimmte Programme zu starten oder einen Fernzugriff einzurichten. Sobald dieser Zugang steht, stehlen die Täter:innen Daten oder installieren Schadsoftware.
Achtung: Gerade international tätige Unternehmen erhalten solche Anrufe häufig auch in englischer Sprache.

Die Geschäftsführung meldet sich angeblich persönlich

Eine weitere Variante richtet sich gezielt an Mitarbeitende aus Buchhaltung, Einkauf oder Personalwesen. Hier behauptet die anrufende Person, zur Geschäftsleitung oder zum Vorstand zu gehören. Anschließend fordert sie eine eilige Überweisung, vertrauliche Personaldaten oder sensible Vertragsunterlagen an.
Dabei entsteht häufig enormer Druck. Aussagen wie „Das muss innerhalb der nächsten zehn Minuten erledigt sein“ oder „Niemand sonst darf davon erfahren“ sollen kritisches Nachfragen verhindern.

Lieferanten und Partnerunternehmen als Tarnung

Ebenso häufig geben sich Täter:innen als bekannte Dienstleister oder Lieferanten aus. Sie behaupten beispielsweise, dass sich Bankverbindungen geändert hätten oder eine dringende Rechnung offenstehe.
Wer solche Angaben ungeprüft übernimmt, überweist unter Umständen hohe Summen direkt auf Konten der Kriminellen.
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Angebliche Bankangestellte

Auch Banken dienen häufig als glaubwürdige „Kulisse“ für Vishing-Angriffe. Die anrufende Person erklärt beispielsweise, dass verdächtige Kontobewegungen aufgefallen seien oder jemand versucht habe, auf das Firmenkonto zuzugreifen.
Im nächsten Schritt fordert die Person am Telefon Beschäftigte dazu auf, Sicherheits-Codes vorzulesen oder Freigaben im Online-Banking zu erteilen. Manchmal sollen Mitarbeitende sogar eine Testüberweisung durchführen.
Gerade weil finanzielle Schäden drohen, gehen viele Menschen spontan auf die Anweisungen ein. Genau auf diese Reaktion setzen die Täter:innen.

Behörden als Druckmittel

Kriminelle nutzen auch den guten Ruf staatlicher Stellen aus. Sie geben sich etwa als Mitarbeitende des Finanzamts, der Polizei oder einer Datenschutzbehörde aus.
Während des Gesprächs behaupten sie beispielsweise:
  • Gegen das Unternehmen laufe ein Verfahren
  • Eine Frist ende noch am selben Tag
  • Unterlagen fehlten
  • Sofortige Maßnahmen seien notwendig
Durch diese Behauptungen erzeugen sie Druck und Stress. Viele Betroffene möchten Konflikte vermeiden und Schaden abwenden – und folgen den Anweisungen, ohne den Sachverhalt sorgfältig zu prüfen.

Der Angriff auf die Personalabteilung

Personalabteilungen arbeiten mit sensiblen Informationen. Deshalb geraten sie regelmäßig ins Visier von Betrüger:innen. Ein Anruf beginnt häufig mit einer scheinbar harmlosen Nachfrage zu Bewerbungen, Gehaltsabrechnungen oder Krankmeldungen. Erst im Verlauf des Gesprächs versucht die anrufende Person, personenbezogene Daten oder interne Informationen zu erhalten.
Mit jeder zusätzlichen Auskunft erlangen die Täter:innen mehr Wissen. Später nutzen sie diese Erkenntnisse für weitere Angriffe oder kombinieren sie mit bereits bekannten Informationen.

Informationen sammeln statt sofort zuschlagen

Nicht jeder Vishing-Angriff zielt unmittelbar auf Geld oder Zugangsdaten ab. Manche Gespräche dienen ausschließlich der Vorbereitung weiterer Betrugsversuche.
Die Anrufenden fragen beispielsweise nach:
  • Ansprechpartner:innen
  • Internen Durchwahlnummern
  • Verwendeter Software
  • Sicherheitsmaßnahmen
  • Organisationsstrukturen
  • Zuständigkeiten einzelner Teams
Jede scheinbar unbedeutende Information erhöht die Erfolgschancen späterer Angriffe. Aus vielen kleinen Details entsteht nach und nach ein erstaunlich genaues Bild des Unternehmens.

Kombination mit E-Mail-Phishing

Besonders gefährlich sind kombinierte Vishing/Phishing-Angriffe. Zunächst erfolgt ein Telefonat. Kurz darauf trifft eine E-Mail ein, die die anrufende Person bereits angekündigt hat. Dadurch steigt die Glaubwürdigkeit erheblich. Mitarbeitende öffnen deutlich häufiger Anhänge oder klicken auf Links, wenn sie Zusammenhänge kennen.
Umgekehrt funktioniert dieses Vorgehen ebenfalls. Zunächst landet eine E-Mail im Postfach. Wenige Minuten später folgt ein Anruf mit dem Hinweis, die Nachricht müsse dringend bearbeitet werden. Kriminelle kombinieren inzwischen verschiedene Kommunikationswege sehr geschickt. In einem weiteren Beitrag hier im V-Hub finden Sie die häufigsten Phishing-Beispiele.
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Phishing-Anrufe erkennen: Die wichtigsten Warnsignale

Jeder Vishing-Angriff verläuft etwas anders. Dennoch zeigen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Wer diese Warnsignale kennt, kann verdächtige Gespräche deutlich schneller einordnen.

Unerwarteter Zeitdruck

Zeitdruck zählt zu den wichtigsten Merkmalen eines Phishing-Anrufs.
Typische Aussagen lauten beispielsweise:
  • „Sie müssen sofort handeln.“
  • „Dafür bleibt nur noch wenige Minuten Zeit.“
  • „Bitte legen Sie nicht auf.“
  • „Besprechen Sie das mit niemandem.“
Kriminelle wollen verhindern, dass Beschäftigte nachdenken oder Rücksprache halten.

Ungewöhnliche Geheimhaltung

Ebenso verdächtig sind Forderungen nach absoluter Verschwiegenheit.
Wer erklärt, niemand dürfe von dem Vorgang erfahren oder ausschließlich diese eine Person dürfe die Aufgabe erledigen, verfolgt meist ein bestimmtes (böswilliges) Ziel. Seriöse Unternehmen fördern dagegen transparente Abläufe und klare Freigabeprozesse.

Auffällige Fragen nach Zugangsdaten

Denken Sie immer daran: Kein seriöser IT-Dienstleister benötigt Ihr Passwort am Telefon.
Dasselbe gilt für:
  • Einmalcodes
  • TANs
  • Codes zur Multi-Faktor(MFA)-Authentifizierung
  • PINs
  • Tokens
  • Wiederherstellungsschlüssel
Fordert jemand solche Informationen telefonisch an, sollten sofort alle Alarmglocken läuten.

Druck durch Autorität

Viele Angreifer:innen treten äußerst selbstbewusst auf. Sie behaupten beispielsweise, Geschäftsführer:in, IT-Leitung oder externe:r Prüfer:in zu sein. Manche reagieren sogar verärgert, wenn Mitarbeitende kritische Fragen stellen. Genau dadurch wollen sie Unsicherheit erzeugen und Handlungen erzwingen.

Ungewöhnliche Sprachmuster

Nicht jeder Betrugsversuch hat seinen Ursprung in Deutschland. Deshalb fallen manchmal sprachliche Besonderheiten auf.
Dazu gehören unter anderem:
  • Unnatürliche Formulierungen
  • Ungewöhnliche Satzstellungen
  • Falsche Fachbegriffe
  • Starke Akzente
  • Merkwürdige Aussprache von Unternehmensnamen
Allein diese Merkmale beweisen noch keinen Betrugsversuch. Zusammen mit weiteren Auffälligkeiten liefern sie jedoch wichtige Hinweise.

Vorsicht auch bei vermeintlich seriösen Nummern

Viele Menschen verlassen sich auf die angezeigte Rufnummer auf dem Display ihres Telefons. Genau dieses Vertrauen nutzen Kriminelle aus. Durch sogenanntes Caller-ID-Spoofing lässt sich die Rufnummer auf dem Display fälschen – und beispielsweise als interne Durchwahl der Geschäftsleitung darstellen.
Dadurch wirkt der Anruf seriös, obwohl er aus einer völlig anderen Quelle stammt. Deshalb ist die angezeigte Nummer niemals Beweis genug, dass ein Anruf legitim ist.

Emotionen statt Sachlichkeit

Betrüger:innen wollen gezielt Gefühle auslösen. Sie erzeugen beispielsweise:
  • Angst
  • Stress
  • Schuldgefühle
  • Hilfsbereitschaft
  • Respekt vor Vorgesetzten
Wer emotional handelt, denkt meist nicht viel darüber nach. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, erkennen Sie Manipulationsversuche deutlich schneller.

Widersprüche im Gespräch

Viele Täter:innen arbeiten mit vorbereiteten Skripten. Stellen Mitarbeiter:innen gezielte Rückfragen, entstehen häufig Widersprüche. Manche Kriminelle reagieren dann ausweichend oder wechseln plötzlich das Thema.
Genau bei solchen Unstimmigkeiten sollten Beschäftigte aufmerksam werden.

Phishing-Anruf erhalten – was tun? So gehen Unternehmen vor

Entscheidend ist nicht nur das frühzeitige Erkennen von Phishing-Anrufen, sondern auch die richtige Reaktion.
Zunächst gilt eine einfache Regel: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Seriöse Anrufer:innen akzeptieren es, wenn Beschäftigte Angaben prüfen oder ein Gespräch später fortsetzen möchten. Wer dagegen auf sofortige Entscheidungen drängt, verfolgt häufig böswillige Interessen.
Bleiben Sie während des Telefonats ruhig und freundlich. Vermeiden Sie Diskussionen oder Rechtfertigungen. Gleichzeitig sollten Sie keine Informationen preisgeben, deren Notwendigkeit sich nicht eindeutig nachvollziehen lässt.

Keine sensiblen Daten weitergeben

Ein Grundsatz sollte in jedem Unternehmen gelten: Zugangsdaten dürfen niemals am Telefon weitergegeben werden. Häufig fragen Kriminelle am Telefon etwa nach Passwörtern, PIN- oder TAN-Nummern oder internen Sicherheitsinformationen.
Ebenso sollten Beschäftigte keine Angaben zu internen Netzwerken, verwendeter Software oder bestehenden Sicherheitsmaßnahmen machen. Selbst kleine Details können Kriminellen später helfen.

Identität unabhängig prüfen

Vermuten Sie, mitten in einem Phishing-Anruf zu sein, beenden Sie das Gespräch höflich. Anschließend kontaktieren Sie die Person oder Organisation, die Sie angeblich gerade angerufen hat, über einen anderen Kommunikationsweg. Nutzen Sie beispielsweise die offizielle Telefonnummer aus dem Intranet, von der Unternehmenswebsite oder einem bestehenden Vertrag. Verlassen Sie sich niemals auf Rückrufnummern, die während des Telefonats genannt werden.
Auf diese Weise lässt sich schnell feststellen, ob der Anruf tatsächlich von der genannten Stelle stammte.

Verdächtige Gespräche dokumentieren

Auch wenn kein Schaden entstanden ist, sollten Unternehmen jeden Betrugsversuch festhalten.
Hilfreich sind beispielsweise folgende Informationen:
  • Datum und Uhrzeit
  • Angezeigte Rufnummer
  • Gesprächsdauer
  • Angeblicher Name der anrufenden Person
  • Angebliche Organisation
  • Inhalt des Gesprächs
  • Geforderte Handlungen
  • Besondere Auffälligkeiten
Diese Informationen unterstützen später sowohl die interne Auswertung als auch mögliche Ermittlungen.

IT-Abteilung oder Security-Team informieren

Nach einem verdächtigen Telefonat sollten Sie möglichst schnell die zuständigen Stellen im Unternehmen informieren.
Das Security-Team kann prüfen, ob bereits ähnliche Angriffe stattgefunden haben. Gleichzeitig können sie andere Mitarbeitende frühzeitig warnen. Falls Kriminelle parallel E-Mails verschicken oder weitere Anrufe planen, steigt dadurch die Aufmerksamkeit im gesamten Unternehmen.
Je schneller Informationen intern fließen, desto geringer fällt häufig der mögliche Schaden aus.

Sofort handeln, wenn Daten weitergegeben wurden

Manchmal geben Mitarbeitende versehentlich Informationen preis oder führen Anweisungen aus, die sich als unternehmensschädlich erweisen. In diesem Fall zählt jede Minute.
Unternehmen sollten unverzüglich:
  • Betroffene Passwörter ändern
  • Aktive Sitzungen beenden
  • Zugänge sperren
  • Administrator:innen informieren
  • Gesprächsprotokolle und Datenströme überprüfen
Was Sie unbedingt klären müssen: Welche Informationen wurden preisgegeben?
Auf jeden Fall sollten Sie immer alle Personen informieren, die sich in Ihrem Unternehmen mit Fragen der Sicherheit beschäftigen.

Mitarbeitende regelmäßig sensibilisieren

Der „Risikofaktor Mensch“ steht bei Phishing-Anrufen im Mittelpunkt. Deshalb spielt kontinuierliche Aufklärung und Schulung eine entscheidende Rolle. Regelmäßige Schulungen vermitteln nicht nur theoretisches Wissen. Sie stärken auch das Sicherheitsbewusstsein im Arbeitsalltag.
Besonders hilfreich wirken:
  • Realistische Vishing-Simulationen
  • Rollenspiele mit typischen Gesprächssituationen
  • Kurze Lernmodule, z.B. mit typischen Vishing-Maschen
  • Aktuelle Beispiele aus der Praxis
  • Interne Warnhinweise bei neuen Betrugsmaschen
Je häufiger Mitarbeitende solche Situationen trainieren, desto souveräner reagieren sie im Ernstfall.

Klare Prozesse schaffen Sicherheit

Unsicherheit entsteht, wenn Beschäftigte nicht wissen, wie sie handeln sollen. Deshalb ist es essenziell, verbindliche Regeln festzulegen.
Klären Sie folgende Fragen:
  • Wer darf Zahlungsaufträge freigeben?
  • Wer darf Zugangsdaten zurücksetzen?
  • Wie erfolgt die Identitätsprüfung von Anrufer:innen?
  • Wer entscheidet über Fernwartungszugriffe?
  • An wen melden Mitarbeitende verdächtige Anrufe?
Klare Prozesse reduzieren den Handlungsspielraum von Angreifer:innen erheblich.

Eine offene Fehlerkultur stärkt die Sicherheit

Viele Mitarbeitende schämen sich, wenn sie auf einen Betrugsversuch hereingefallen sind. Genau dieses Schamgefühl spielt Kriminellen in die Hände, da sie nicht auffliegen, wenn niemand die Vorfälle meldet.
Unternehmen sollten deshalb eine Kultur fördern, in der Beschäftigte verdächtige Vorfälle ohne Angst melden können. So können alle daraus lernen und aufmerksamer werden. Und je früher ein Vorfall bekannt wird, desto schneller lassen sich Gegenmaßnahmen einleiten. Offenheit trägt daher wesentlich zur Cybersicherheit bei.
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Unser Fazit: Rüsten Sie sich gegen Phishing-Anrufe

Phishing-Anrufe gehören inzwischen zu den wirkungsvollsten Methoden der Cyberkriminalität. Statt technische Schwachstellen auszunutzen, greifen Täter:innen gezielt Menschen an. Mit überzeugenden Geschichten, psychologischem Druck und sorgfältiger Vorbereitung versuchen sie, Vertrauen zu gewinnen und sensible Informationen zu erhalten. Gleichzeitig erschweren gefälschte Rufnummern, gut recherchierte Hintergrundinformationen und moderne KI-Technologien die Erkennung solcher Angriffe.
Gerade Unternehmen stehen dabei im Fokus. Zugangsdaten, Finanzinformationen oder personenbezogene Daten haben einen hohen Wert und machen Organisationen zu attraktiven Zielen.
Den wirksamsten Schutz bieten klare interne Prozesse und gut geschulte Mitarbeitende. Hinterfragen Sie verdächtige Anrufe kritisch, überprüfen Sie Identitäten unabhängig und geben Sie keine vertraulichen Informationen telefonisch weiter. So senken Sie das Risiko von erfolgreichem Vishing erheblich. Informieren Sie sich am besten noch heute, wie Sie Vishing-Angriffe und andere Attacken auf Ihr Unternehmen effektiv abwehren können.

Vishing: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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