Astroworld-Festival: Die wahre Geschichte hinter der Tragödie

Das Astroworld-Festival im November 2021 sollte für viele Menschen unvergesslich werden. Leider geschieht eine Katastrophe. Jetzt erzählt Netflix in der Doku "Trainwreck: Tragödie beim Astroworld-Festival" die wahre Geschichte dahinter.

Etwa 50.000 Besucher:innen versammeln sich 2021 auf dem Gelände des Astroworld-Festivals, um Musikgrößen wie Lil Baby, SZA oder Earth, Wind & Fire zu feiern. Doch die Euphorie schlägt schnell in Schrecken um, als beim Auftritt von Hauptact Travis Scott eine Massenpanik ausbricht. Die tragischen Folgen: Über 4.900 Besucher:innen werden verletzt. Zehn Personen kommen ums Leben.

"Trainwreck: Poop Cruise" – die wahre Geschichte hinter der Netflix-Doku

Schon 2021 arbeitet die umstrittene Hulu-Doku "Astroworld: Concert From Hell" die Ereignisse auf. Nun beleuchtet auch Netflix die wahre Geschichte hinter dem Astroworld-Festival 2021 – im Rahmen der Netflix-Doku "Trainwreck: Tragödie beim Astroworld-Festival".

5. November 2021: Wie kam es zur Astroworld-Tragödie?

Der Ort: Houston, Texas. Die Location: Ein Großparkplatz, nicht weit vom ehemaligen "Six Flags AstroWorld"-Vergnügungspark entfernt. Ursprünglich rechnet der Veranstalter Live Nation mit mehr als 100.000 Teilnehmer:innen, muss die Besucherzahl jedoch aus Sicherheitsgründen auf 50.000 Personen beschränken.

Die Organisation wird trotz Besucherlimit schon vor Festivalbeginn für ihre mangelhafte Notfallplanung, unzureichende Ausstattung und ein unübersichtliches Gelände-Layout kritisiert, berichtet CNN.

Erste Anzeichen für die sich anbahnende Katastrophe zeigen sich bereits am Nachmittag: Rund 200 Personen erzwingen sich Zutritt zu VIP-Eingängen. Weitere chaotische Szenen und Tumulte spielen sich auf dem überfüllten Festivalgelände ab und münden um 21 Uhr in eine Massenpanik bei dem Auftritt von US-Rapper Travis Scott. Wie konnte es dazu kommen?

Junge Menschen jubeln bei einem Konzert.

Wahre Geschichte hinter dem Astroworld-Festival: Die Situation vor der Bühne eskaliert

Als Gründer und Höhepunkt des Astroworld-Festivals wird der erfolgreiche US-Rapper Travis Scott vom Publikum sehnlich erwartet. Eigentlich kein Problem, wenn die Organisation stimmen würde. Doch schon zwei Stunden bevor Scott die Bühne betritt, ist der Platz davor zum Bersten überfüllt. Es gibt kaum noch Platz sich frei zu bewegen.

Als Travis Scott um 21 Uhr endlich auf der Bühne erscheint, setzen sich Tausende Besucher:innen in Bewegung und drängen weiter nach vorne. Eine Möglichkeit sich aus der Menge zu befreien, gibt es kaum noch und die Rettungskräfte können Opfer nicht rechtzeitig erreichen.

Zur Eskalation kommt es im "South Quadrant", in dem sich Zuschauer:innen der Zweitbühne drängen. Eine lebensgefährliche Drucksituation entsteht, die zum tragischen Ausgang mit zehn Todesopfern führt.

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Hunderte Verletzte, zehn Tote – und die Schuldfrage

Travis Scott unterbricht mehrmals seinen Auftritt. Er kann jedoch nicht verhindern, dass die Massensituation eskaliert. Als er seinen Auftritt 30 Minuten früher beendet, ahnt er nicht, dass sein Astroworld-Festival für immer mit einer menschlichen Tragödie assoziiert werden wird:

  • Acht Personen verlieren noch vor Ort ihr Leben. Mit der 22-jährigen Bharti Shahani und dem neunjährigen Ezra Blount, die Tage später ihren Verletzungen erlegen, steigt die Opferzahl schließlich auf zehn Personen.
  • Gerichtsakten zum Astroworld-Festival sprechen von 732 Personen, die eine umfangreiche medizinische Versorgung benötigen. Hinzu kommen 1.649 Fälle leichter Verletzungen und insgesamt 4.900 Verletzte in unterschiedlichem Ausmaß.
  • Nach der Tragödie kommt es zu 380 Einzelklagen, die von etwa 2.800 Betroffenen eingereicht werden, unter anderem gegen US-Rapper Travis Scott und den Veranstalter Live Nation.

Wahre Geschichte hinter dem Astroworld-Festival: Die juristischen Folgen der Massenpanik

2018 initiiert Travis Scott das erste Astroworld-Festival, dessen Namen vom geschlossenen Vergnügungspark "Six Flags AstroWorld" in Houston, Texas inspiriert ist. Mit diesem verbindet der gebürtig aus Houston stammende US-Star so viele schöne Kindheitserinnerungen, dass er 2018 sein drittes Album "Astroworld" nennt und das Astroworld-Festival gründet.

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Das ändert alles nichts daran, dass sich der Rapper nach dem Unglück mit schweren Vorwürfen konfrontiert sieht. Mangelhafte Sicherheit werden bereits vor Festival-Beginn von der örtlichen Polizei und den Behörden kritisiert. Insbesondere ungenügende Vorkehrungen im Falle eines Massenandrangs sowie der zu späte Abbruch des Auftritts stehen im Fokus.

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Dennoch wird Travis Scott im Jahr 2023 von einem Geschworenengremium freigesprochen. Ein Strafprozess bleibt dem US-Rapper somit erspart, da es keine ausreichenden Hinweise auf eine bewusste Straftat gibt. Eigenen Aussagen zufolge konnte Scott das Ausmaß des Andrangs nicht angemessen einschätzen.

Live Nation noch immer im Visier der Gerichte

Ein Großteil der Verfahren gegen den Veranstalter Live Nation sowie gegen US-Rapper Travis Scott sind zum aktuellen Stand außergerichtlich beigelegt. Das juristische Nachspiel ist für Live Nation damit trotzdem nicht vorbei: So fordert der Texas Supreme Court die Vernehmung des Live Nation CEOs Michael Rapino, wie RollingStone berichtet. Dabei soll es um Fragen zur Massenpanik und zu Versäumnissen bei der Eventplanung gehen.

Was steckt hinter der Trainwreck-Dokuserie von Netflix?

In der achtteiligen Doku-Anthologie "Trainwreck" widmet sich Netflix Ereignissen, Skandalen und Tragödien, die bizarre bis tragische Schlagzeilen machten. Erster Eintrag der Reihe ist 2022 die "Trainwreck: Woodstock '99"-Serie, die ebenfalls ein Festival behandelt.

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Weitere Themen umfassen neben Travis Scotts Astroworld-Festival die "Stürmung" von Area 51 und die sogenannte "Poop Cruise"; eine Kreuzfahrt-Odyssee, die vor allem durch verstopfte Toiletten Berühmtheit erlangte.

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