Was ist Function-as-a-Service?

Technologie

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Datum 17.06.2021
Lesezeit 4 Min.

Was ist Function-as-a-Service?

Cloud-Lösungen werden in der Business-Welt immer beliebter. Längst nutzen nicht mehr nur große Unternehmen die Wolke als Datenspeicher und Backup. Auch kleine und mittelständische Firmen schätzen mittlerweile das Sparpotenzial, das in Cloud-Lösungen steckt. Per FaaS lässt es sich noch weiter steigern.

Waren Cloud-Speicher anfangs hauptsächlich als externe Datenspeicher konzipiert, gibt es mittlerweile ein reiches Angebot an IaaS-, PaaS- und SaaS-Diensten unterschiedlicher Anbieter. Per Cloud-Management wird hierbei entschieden, welches Angebot auf welcher Ebene benötigt wird und ob beispielsweise eine Public Cloud oder eine Hybrid Cloud zu den jeweiligen Anforderungen passt. Oder ob beispielsweise eine Zwischenstufe zwischen Iaas und Paas wie Caas (Container as a Service) benötigt wird. Vergleichsweise neu sind hingegen Lösungen, die auf allen diesen bekannten Ebenen aufsetzen und die Cloud-Welt „nach oben” um eine weitere Dimension namens FaaS erweitern.

FaaS – die Weiterentwicklung von SaaS?

Bei Function-as-a-Service (FaaS) bezahlt der Kunde nicht mehr für Speicher oder Software auf Zeit, sondern dreht die Cloud-Nutzung gewissermaßen um. Am Anfang steht nicht mehr die Frage: Welche Netzwerk-Ressource oder welche Software wird benötigt, um anfallende Aufgaben im Unternehmen zu erledigen? FaaS verlagert vielmehr gezielt einzelne Funktionen (Teile der Geschäftslogik) in die Datenwolke. Der Kunde „erwirbt” hier allein das Errechnen eines Ergebnisses.

FaaS-Dienste arbeiten nach dem sogenannten Request-Response-Prinzip: Die gewünschte Funktion wird jeweils einzeln durch ein Event (also eine Abfrage) vom Kunden aufgerufen. Sie liefert ihr Ergebnis zurück und fällt wieder in den vorherigen Zustand. Die eigentlichen Daten für die Funktion werden kundenseitig gespeichert.

Ein Beispiel: Eine mittelständische Firma erhält über ihre Webseite eine Sprachaufzeichnung oder ein fremdsprachiges Dokument von einem Kunden. Diese Datei übergibt sie an ihren FaaS-Dienstleister. Dessen Spracherkennungs-Funktion liefert dann eine Übersetzung der Kundeneingabe als Textdokument auf Deutsch oder Englisch zurück. Für die mittelständische Firma entfällt somit die Notwendigkeit, auf ihrer Webseite eine aufwändige Spracherkennung oder Übersetzungsprogramme zu installieren. Trotzdem kann sie mit ihren Kunden über Sprachgrenzen hinweg kommunizieren.

Damit geht FaaS noch einmal einen Schritt weiter als SaaS. Der Anwender zahlt hier nicht im Rahmen eines Lizenzmodells oder auf Basis der genutzten Zeit für ein komplettes Programm oder eine ganze Software-Suite. Stattdessen zahlt er lediglich für jene Funktionen, die er gerade nutzt. Die von herkömmlichen Software-Käufen bekannten Arbeitsplatzlizenzen entfallen ebenso wie beispielsweise das Bezahlen für die Bereitstellung eines kompletten Softwarepaketes. Häufig wird hier ja je nach Bedarf und konkreter Situation häufig nur eine sehr kleine Anzahl an Funktionen wirklich genutzt.

 

YouTube / the native web GmbH

 

Die Vorteile von FaaS

Nutzer von FaaS müssen sich nicht um eigene Server, Netzwerkressourcen, Speicherplatz oder gar Betriebssysteme kümmern. Es ist für sie auch unerheblich, auf welchen Plattformen die von ihnen genutzten Funktionen umgesetzt werden. Die Abrechnung aller genutzten Funktionen erfolgt in der Regel nutzungsabhängig und sekundengenau. Nur wirklich aufgerufene Funktionen werden dabei in Rechnung gestellt. FaaS spart somit Overhead bei Software und Hardware ein.

Wieso beispielsweise sollte ein rein digital arbeitendes Fotostudio für eine professionelle Bildbearbeitung zahlen, deren umfangreiche Druckfunktionen es gar nicht nutzt, weil es hierfür auch gar nicht die passenden Proof-Drucker hat?

Oder warum sollte ein Unternehmen, das Software über das Internet distribuiert, eine Softwarelösung zur Ressourcenplanung inklusive Lagerverwaltung erwerben, obwohl letztere mangels physischen Lagers gar nicht genutzt wird?

Die einfach Skalierbarkeit nach Bedarf, die sekundengenaue Abrechnung der genutzten Funktionen und der Entfall der Notwendigkeit, eigene Hardware- und Software-Ressourcen teuer vorzuhalten, machen FaaS somit zu einem interessanten Service für immer mehr Unternehmen. Alternativ gibt es mittlerweile auch Bezahlmodelle, bei denen nach eingesetzter Rechenleistung oder Speicherbedarf abgerechnet wird.

 

Bekannte Anbieter von FaaS

Mittlerweile bieten fast alle namhaften Cloud-Anbieter ihren Kunden auch FaaS an, darunter sind auch die großen Drei:


  • Als Teil von Microsoft Azure bieten die Windows-Macher unter dem Label Functions serverloses Computing für Azure an. Mit Functions können beispielsweise Web-APIs erstellt werden, IoT-Datenströme verarbeitet oder Nachrichtenwarteschlangen verwaltet werden.
  • Amazon mit seinem Dienst AWS Lambda war einer der ersten FaaS-Anbieter überhaupt. Das Unternehmen berechnet die Kosten aus der Anzahl der Funktionsaufrufe, der tatsächlichen Laufzeit und dem benötigten Hauptspeicher. Der Quellcode darf hier in den Sprachen Java, Javascript (mit Node.js), Go, C# oder Python vorliegen. Daneben bietet Amazon Erweiterungen für Visual Studio und Eclipse an.
  • Cloud Functions heißt der FaaS-Service des Suchmaschinenbetreibers Google. In der Betaphase hat der 2018 gestartete Service nur Javascript (Node.js) und Python unterstützt. Mittlerweile sind aber auch andere Programmiersprachen wie Go hinzugekommen. Seit kurzem ist auch das immer beliebtere Ruby an Bord. Die Abrechnung für das Serverless Computing erfolgt hier auf Zehntelsekunden genau.

 

Für welchen Einsatz können Sie sich FaaS in Ihrem Unternehmen vorstellen? Oder nutzen Sie Function-as-a-Service bereits? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

 


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