Die Private Cloud für Unternehmen: So speichern Sie Ihre Daten sicher

Digitales Business

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Datum 02.06.2021
Lesezeit 6 Min.

Die Private Cloud für Unternehmen: So speichern Sie Ihre Daten sicher

Viele Unternehmen greifen heute auf Cloud-Services zurück und lagern ihre Daten auf virtuelle Speicher-Systeme aus. Eine besondere Form der Cloud ist die Private Cloud. Wir zeigen Ihnen, wie sie sich von anderen Clouds unterscheidet und was Sie bei der Nutzung einer Private Cloud beachten sollten.


Angesichts stetig wachsender Datenmengen nutzen immer mehr Unternehmen heute Clouds, um ihre Daten speichern zu können, ohne hierfür eigene Rechenzentren aufbauen zu müssen. Was Cloud Computing ist, wie Sie Clouds sicher nutzen und ihre eigenen Daten dort bestmöglich schützen, haben wir an andere Stelle bereits beschrieben.

 

Private Cloud – einer von mehreren Cloud-Typen

Beim Thema Clouds wird grundsätzlich zwischen vier gängigen Cloud-Typen, die verschiedene Zugänglichkeiten und Zuständigkeiten aufweisen, unterschieden:

  • Public Cloud

Die öffentliche („Public“) ist die einfachste und verbreitetste Form einer Cloud: Alle angemeldeten Nutzer greifen hier auf gemeinsame Server zurück, die als virtuelle Maschinen in einem oder verteilt auf mehrere Rechenzentren organisiert sind. Der Anbieter der Public Cloud übernimmt hier auch alle technischen Aufgaben, zum Beispiel den Virenschutz oder das Zugangsmanagement. Bekannte Public Clouds sind zum Beispiel die Angebote von Dropbox, Microsoft 365 oder Google-Docs. Auch Vodafone stellt Cloud-Services für seine Kunden bereit. Public Clouds sind in der Regel direkt über das Internet erreichbar.

  • Private Cloud

Die sogenannte Private Cloud steht – wie der Name schon andeutet – nur einem einzelnen Firmen-Kunden zur Verfügung. Anbieter und Nutzer handeln vorab aus, wer welche Aufgaben rund um die Cloud übernimmt. Eine Private Cloud kann beispielsweise in einem speziellen Rechenzentrum des Anbieters eingerichtet und von der IT des Kunden selbst verwaltet werden. Der Zugriff auf eine Private Cloud erfolgt in der Regel nicht über das Internet, sondern über das Intranet des Unternehmens oder über eine VPN-Verbindung. Genau genommen ist somit auch ein sogenannter NAS-Server (Network Attached Storage) für einen oder mehrere Arbeitsplätze eine Private Cloud.

  • Hybrid Cloud

Als Hybrid Clouds werden miteinander verknüpfte Mischformen aus beiden oben beschriebenen Cloud-Typen bezeichnet. Sie sind interessant für Unternehmen, die einerseits einen besonders geschützten Bereich interner Daten verwalten, aber gleichzeitig auch andere Datenstrukturen kollaborativ nutzen wollen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit ihren Kunden oder Geschäftspartnern. Ein weiterer üblicher Anwendungsfall ist, dass sensible Daten in der Private Cloud liegen und beispielsweise Big-Data-Analysen in der Public Cloud erfolgen.

  • Community Cloud

Eine weitere Cloud-Variante stellen die Community Clouds dar. Sie werden von mehreren Organisationen oder Unternehmen gemeinsam genutzt, zum Beispiel für ein auf eine bestimmte Zeit angelegtes Projekt. Sie sind aber nicht öffentlich. Eine typische Anwendung hierfür ist beispielsweise ein Bauprojekt, das von einem Generalübernehmer geplant wird, der wiederum einzelne Aufgaben an Planungsbüros oder Subkontraktoren weitervergibt. Alle Beteiligten haben dann Zugriff auf die gemeinsame Community Cloud, die zu diesem Bauprojekt eingerichtet wird.

Es gibt weitere Sonder- und Mischformen bei den Cloud-Ansätzen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Die Hyper Hybrid Cloud beispielsweise besteht aus mehreren miteinander vernetzten Hybrid Clouds, während der Begriff der Mix(ed) Cloud lediglich besagt, dass unterschiedliche Cloud-Ansätze miteinander verknüpft werden.

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Vor- und Nachteile der Private Cloud

Kein anderer Cloud Service ist so vielfältig und an Kundenwünsche so individuell anpassbar wie die Private Cloud. Das hat Vorteile für Ihr Unternehmen, bringt aber auch Risiken mit sich. Ein bedeutender Vorteil ist, dass Sie exakte Vorgaben zum physischen Standort ihrer Cloud-Server machen können. Das ist beispielsweise der Fall, wenn etwa Compliance-Regeln innerhalb Ihres Unternehmens oder innerhalb Ihrer Branche Vorgaben zur Datensicherheit machen, die nur in bestimmten Ländern erfüllt werden. Dann können Sie Ihrem Anbieter vorgeben, wo das Rechenzentrum mit Ihren Daten stehen soll.

Dabei kann das Rechenzentrum auch an Ihrem Unternehmensstandort auf Ihrem Gelände stehen (sogenannte On-Premise-Lösung), wobei der Cloud-Anbieter dann darauf seine Cloud aufsetzt – oder Sie tun es selbst. Nebennutzen: Indem Sie eine Backup-Spiegelung der Cloud an einem klar definierten, räumlich getrennten Ort vorgeben, erhöhen Sie auch noch den Schutz Ihrer Daten gegen Feuer, Stromausfall oder Naturkatastrophen an einem der Cloud-Standorte.

Bei einer Private Cloud können Sie zudem das Server-Modell individuell vereinbaren. Das bedeutet: Benötigen Sie beispielsweise nur die reine Cloud-Hardware, buchen Sie Infrastructure as a Service (IaaS). Hier haben Sie volle Kontrolle auf der Basis-Ebene und richten beispielsweise dort Ihre Betriebssysteme eigenständig ein. Wollen Sie in der Cloud lokale, vollständig aufgesetzte Arbeitsplatz-Computer für Ihre Mitarbeiter simulieren, wählen Sie Platform as a Service (PaaS). Aber auch die Bereitstellung lediglich der von Ihnen benötigten Software ist über Ihren Cloud-Anbieter möglich. Dazu gehören etwa Office-Anwendungen oder SAP als Software as a Service (SaaS).

Weiterhin können Sie vereinbaren, welche Aufgaben Ihr Cloud-Anbieter für Sie übernimmt. Soll er beispielsweise regelmäßig Backups für Sie durchführen? Soll er permanent das Datenvolumen in Ihrer Cloud überwachen und bei Bedarf selbständig zusätzlichen Cloud-Speicher freigeben? Das schützt Sie beispielsweise gegen sogenannte DDOS- und DOS-Attacken, bei denen Angreifer versuchen, Ihre Infrastruktur gezielt durch sehr viele Webseiten-Abfragen in sehr kurzer Zeit über das Internet lahmzulegen. Soll der Cloud-Anbieter Ihr Netz gegen Angriffe von innen und außen besonders schützen und selbständig Antiviren- und Trojaner-Lösungen auf dem neuesten Stand halten und Updates Ihrer Software selbsttätig einspielen? All dies können Sie mit Ihrem Anbieter individuell vereinbaren.

Beachten Sie: Wenn Sie eine reine Infrastruktur-Lösung wählen, benötigen Sie das entsprechende Wissen in Ihrer eigenen Unternehmens-IT, um die Cloud sicher zu verwalten. Viele Unternehmer unterschätzen die Komplexität einer Cloud gegenüber einem kleinen, homogenen Rechner-Netzwerk, wie es etwa in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen anzutreffen ist.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Manpower Sie bei Ihrem Cloud-Anbieter rund um das reine Hosting einkaufen und je genauer Ihre Vorgaben zu Serverstandort und Sicherheit sind, desto höher sind auch die Kosten für die Dienstleistung einer Private Cloud. Damit unterscheidet sich die Private Cloud auch preislich von der Public Cloud, wo Sie in der Regel ein Festpreismodell mit Volumendeckelung haben oder nach Datenvolumen zahlen.

 

Einige Anbieter von Private-Cloud-Lösungen

Azure von Microsoft

Unter der Marke Azure bietet Microsoft nicht bloß eine Public Cloud an, sondern zahlreiche Hybrid-Lösungen aus Public- und Private-Cloud-Inhalten, die sich speziell an Software-Entwickler wenden. Entsprechend hat der Kunde auch hier die Wahl zwischen Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service.

 

Amazon Virtual Private Cloud

Beim weltgrößten Internethändler sind die Cloud-Services längst zum eigentlichen Umsatzbringer avanciert. Auch hier gehören zahlreiche Hybrid-Elemente zum Leistungspaket der Private Cloud.

Über ein öffentlich zugängliches Subnetz können beispielsweise Internetzugänge für die eigenen Webserver eingerichtet werden. Backend-Systeme für Datenbanken oder Anwendungsserver können umgekehrt in einem eigenen privaten Subnetz ohne Internetzugang eingerichtet werden. Dazu gibt es ein mehrstufiges Setup aus verschiedenen Sicherheitsebenen zum Schutz der eingelagerten Daten.

 

Luckycloud

Das „pro Business”-Angebot des Berliner Cloud-Dienstleisters Luckycloud wendet sich speziell an Geschäftskunden, die zum Beispiel aus Compliance-Gründen eine im Inland gehostete Cloud-Lösung auf einem ISO-zertifizierten Server suchen. Die Speicherkapazität ist auch hier nach oben jederzeit und kurzfristig bis in den Petabytebereich erweiterbar.

 

Vodafone Total Cloud Private

Die Private Cloud von Vodafone gibt es als Managed- und Self-Service-Variante. Administriert wird die Cloud über das zugehörige Cloud-Portal. Hier verwalten Sie auch Ihre Computing-, Storage- und Networking-Kapazitäten und organisieren Ihr Ressourcen-Management oder konfigurieren eigene virtuelle Maschinen. Die Vodafone-Rechenzentren sind direkt an das unternehmenseigene Glasfasernetz angebunden, was hohe Performance auch unter großer Last gewährleistet.

 

Setzen auch Sie in Ihrem Unternehmen auf Cloud-Lösungen? Was sind Ihre Erfahrungen damit und welche Aufgaben haben Sie dabei an Ihren Cloud-Dienstleister ausgelagert? Schreiben Sie uns in den Kommentaren dazu.

 


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