Security

TLS-Verschlüsselung und ihre Einsatzgebiete einfach erklärt

Mit Transport Layer Security (TLS) bauen Sie im Internet sichere Datenverbindungen zu Ihren Kommunikationspartner:innen auf. Ein bekanntes Beispiel ist das Surfen im World Wide Web. Warum der Standard für Unternehmen so wichtig ist, wo der Unterschied zu SSL liegt und welche Vor- und Nachteile TLS hat, verrät Ihnen dieser Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur TLS-Verschlüsselung in Kürze

  • Transport Layer Security (TLS) ist ein Verschlüsselungsprotokoll, das die sichere Datenübertragung im Internet ermöglicht. Es schützt vertrauliche Informationen vor unbefugten Zugriffen.
  • TLS ist bei HTTPS-Seitenaufrufen weitverbreitet, kommt aber auch im E-Mail-Verkehr zum Einsatz (SMTPS, IMAPS, POP3S).
  • Im Vergleich zum Vorgänger Secure Sockets Layer (SSL) bietet TLS ein höheres Schutzniveau und wird kontinuierlich weiterentwickelt.
  • TLS bietet Vertraulichkeit, Integritätsschutz und die Erfüllung gesetzlicher Datenschutzanforderungen.
  • Die Nachteile von TLS sind Zertifikatskosten sowie minimale Performance-Einbußen, die in neueren Versionen jedoch kaum noch auftreten.

Was ist TLS-Verschlüsselung?

Transport Layer Security ist ein Verschlüsselungsprotokoll, das die sichere Übertragung von Daten im Internet ermöglicht. Es sorgt dafür, dass Inhalte zwischen Webanwendungen und Servern, beispielsweise Webbrowsern, verschlüsselt übertragen werden.
Im Unternehmenskontext spielt TLS eine entscheidende Rolle bei der IT-Sicherheit und der Absicherung der Kommunikation – sowohl zwischen internen Systemen als auch extern mit Geschäftspartner:innen und Kund:innen. Die verschlüsselte Datenübertragung mittels TLS schützt sensible Informationen vor unbefugtem Zugriff und erhöht die Vertrauenswürdigkeit von digitalen Geschäftsprozessen.
TLS ist nicht nur für die Verschlüsselung von Webinhalten via HTTPS relevant, sondern auch für andere Kommunikationsprotokolle, etwa für E-Mails (POP3S, IMAPS, SMTPS) und den Dateitransfer (FTPS). TLS schützt vertrauliche Daten zuverlässig vor Dritten und gewährleistet die Integrität der übertragenen Informationen.

TLS-Verschlüsselung in der Praxis: Einsatz in Unternehmenssystemen

TLS kommt meist dort zum Einsatz, wo eine sichere Datenübertragung erforderlich ist. Die bekannteste Anwendung ist die Verschlüsselung von Websites in Webbrowsern über das HTTPS-Protokoll. Moderne Browser unterstützen standardmäßig die neuesten TLS-Versionen und warnen Nutzer:innen beim Aufruf von Websites ohne gültige TLS-Zertifikate.
Als Website-Betreiber:in sollten Sie daher immer aktuelle TLS-Zertifikate verwenden. Auch Ihre Server-Software sollten Sie regelmäßig aktualisieren. Ein abgelaufenes Zertifikat oder Warnhinweise des Browsers sind keine gute Visitenkarte aus Sicht der Besucher:innen Ihrer Website.
Ein weiteres zentrales Einsatzgebiet von TLS ist der Versand und Empfang von E-Mails. Die Übertragung zwischen E-Mail-Clients wie Outlook oder Thunderbird und den E-Mail-Servern erfolgt meist verschlüsselt über die Protokolle SMTPS, IMAPS oder POP3S. Bei der Kommunikation zwischen verschiedenen E-Mail-Servern kommt ebenfalls häufig TLS zum Einsatz, allerdings nicht standardmäßig.
Darüber hinaus nutzen Unternehmen TLS, um interne Datentransfers zu schützen und sensible Informationen mit externen Geschäfts- und Kundenkontakten auszutauschen. Dateitransfers, Collaboration-Tools und einige Office-Programme nutzen beispielsweise die TLS-Verschlüsselung.

Wie erkenne ich TLS-Verschlüsselung?

Eine aktive TLS-Verbindung beim Surfen im Internet erkennen Sie in Ihrem Browser an einem „https://“ am Anfang der Webadresse sowie am Schlosssymbol in der Adressleiste des Browsers.
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Warum TLS-Verschlüsselung für Unternehmen unverzichtbar ist

Durch den Einsatz von TLS gewährleisten Firmen die Vertraulichkeit und Integrität ihrer Daten, indem sie diese vor unbefugten Zugriffen schützen. Die Verwendung der aktuellen TLS-Standards ist eine Grundvoraussetzung für vertrauenswürdige digitale Geschäftsbeziehungen. Dafür sprechen gute Argumente:

Mehrheitliche Nutzung von HTTPS

Nach Schätzungen von Expert:innen sind inzwischen rund 70 bis 80 Prozent aller Websites über das HTTPS-Protokoll und somit auch über TLS geschützt. Entsprechend geben viele Browser und Netzwerkdienste heute eine Warnmeldung aus, wenn beispielsweise auf einer ungeschützten Website ein Bezahlvorgang freigegeben werden soll.

Standard-Warnung im Chrome-Browser kann Besucher:innen abschrecken

Google hat angekündigt, in seinem Chrome-Browser ab der Version 154 (Oktober 2026) standardmäßig die „Always Use Secure Connections“-Funktion zu aktivieren. Alle Nutzer:innen erhalten dann beim Aufruf einer Website ohne HTTPS einen Warnhinweis und müssen die Verbindung erst freigeben. Viele potenzielle Kund:innen werden Websites ohne HTTPS dann generell misstrauen.

Sichere E-Mail-Kommunikation wird immer wichtiger

Die meisten großen E-Mail-Anbieter haben ihre E-Mail-Server schon lange auf sichere Protokolle wie SMTPS, IMAPS und POP3S umgestellt, die mithilfe von TLS verschlüsseln. Auch für Unternehmen gibt es keinen guten Grund mehr, offene interne E-Mail-Server zu betreiben und vertrauliche, geschäftliche E-Mails ungeschützt zu übertragen. Viele Beschäftige nutzen heute Bring Your Own Device und lesen und bearbeiten dienstliche E-Mails mit ihren eigenen Endgeräten, die nicht in die Firmeninfrastruktur eingebunden sind. Dadurch werden verschlüsselte Protokolle noch wichtiger für die Datensicherheit.
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Wie funktioniert Transport Layer Security?

TLS stellt eine sichere Verbindung zwischen einem Client-Gerät (z.B. Computer oder Smartphone) und einem Webserver her. Bevor die Datenübertragung verschlüsselt werden kann, muss die Verbindung zunächst authentifiziert werden. Dieser Vorgang wird als TLS-Handshake bezeichnet und ist ein zentraler Bestandteil der kryptografischen Absicherung.
Im TLS-Handshake stimmen Client und Server zunächst die Verschlüsselungsprotokolle und kryptografischen Verfahren ab. Beide Seiten vereinbaren, welche TLS-Version und Algorithmen für die Verschlüsselung zum Einsatz kommen. Dies umfasst sowohl asymmetrische als auch symmetrische Verschlüsselungsmethoden.
Eine wichtige Rolle spielt das TLS-Zertifikat des Servers, das der Client im Handshake prüft. Dieses bestätigt die Identität des Servers und stellt sicher, dass die Verbindung zum gewünschten Ziel aufgebaut wird. Je nach Anwendungsfall kann auch der Client aufgefordert werden, ein Zertifikat vorzulegen.
Im Kern des Handshakes wird ein geheimer Session-Schlüssel erzeugt, der nur Client und Server bekannt ist. Dieser Schlüssel dient anschließend dazu, die eigentliche Nutzdatenkommunikation mit symmetrischen Verschlüsselungsalgorithmen zu ver- und entschlüsseln.
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Wie unterscheiden sich TLS, SSL und HTTPS?

TLS und SSL (Secure Sockets Layer) sind kryptografische Protokolle, die der Verschlüsselung von Daten in Netzwerkverbindungen dienen. SSL war das ursprüngliche Protokoll – TLS hat es als modernere und sicherere Nachfolgeversion abgelöst.
Im Bereich der Websicherheit ist Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS) die Kombination von HTTP mit einer TLS/SSL-Verschlüsselung. Das „S“ in „HTTPS“ steht für die zusätzliche Sicherheitsebene durch TLS oder SSL. HTTPS-Websites übertragen Daten zwischen Browser und Webserver verschlüsselt und schützen so vertrauliche Informationen.
Die Entwicklung verlief chronologisch wie folgt: Zunächst gab es SSL in den Versionen 1.0 bis 3.0, die jedoch aufgrund von Sicherheitslücken als veraltet gelten. TLS 1.0 löste 1999 SSL 3.0 ab und wurde in den Versionen 1.1 (2006) und 1.2 (2008) weiterentwickelt. Die neueste Version TLS 1.3 aus dem Jahr 2018 bietet die derzeit höchsten Sicherheitsstandards mit modernen Verschlüsselungsalgorithmen.

Implementierung von TLS in Unternehmensnetzwerken

Moderne Betriebssysteme und Webbrowser unterstützen und aktivieren TLS in der Regel automatisch. Für Webserver müssen Sie TLS meist manuell konfigurieren, indem Sie ein gültiges TLS-Zertifikat installieren und TLS dann in den Servereinstellungen aktivieren.
Ein solches TLS-Zertifikat erhalten Sie bei einem entsprechenden Anbieter. Viele Unternehmen nutzen Zertifikate des US-Anbieters DigiCert. Es gibt aber auch deutsche Anbieter, beispielsweise D-Trust und Zertificon Solutions aus Berlin.
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Die Vor- und Nachteile von TLS im Überblick

TLS bietet zwar viele Vorteile für die sichere Datenübertragung und die Informationssicherheit, hat aber auch einige Nachteile, die Sie kennen sollten.

Vorteile von TLS

TLS ist vielseitig einsetzbar und bietet eine sichere Verschlüsselung für verschiedenste Datenübertragungen, etwa bei Websites, E-Mails oder Dateitransfers. Durch die robuste Verschlüsselung sind die übermittelten Informationen vor unbefugten Zugriffen und Manipulationen geschützt. Somit unterstützt TLS Unternehmen dabei, gesetzliche Datenschutzanforderungen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen.
Mithilfe von TLS-Zertifikaten können Sie zudem Ihre Identität gegenüber Kommunikationspartner:innen verlässlich bestätigen. Dies schafft Vertrauen bei Nutzer:innen und Geschäftspartner:innen und erhöht die Integrität digitaler Geschäftsprozesse.

Nachteile von TLS

Um TLS zu nutzen, müssen Sie zunächst Zertifikate bei Zertifizierungsstellen erwerben, was mit Kosten verbunden ist. Zwar sind diese unumgänglich, um sichere Verbindungen zu gewährleisten, sie können aber für Unternehmen eine finanzielle Herausforderung darstellen.
Aufgrund des kryptografischen Overheads kann die TLS-Verschlüsselung zu minimalen Performance-Einbußen bei Ladezeiten und Latenzen führen. In modernen TLS-Versionen fällt dieser Nachteil jedoch kaum noch ins Gewicht.

Compliance, Datenschutz & Zertifikatsmanagement

Im Zuge wachsender Compliance- und Datenschutzanforderungen müssen auch Unternehmen verstärkt auf sicheren Datenverkehr, verschlüsselte Verbindungen und den Schutz persönlicher Daten achten.
Hierzu macht auch die DSGVO klare Vorgaben, die sichere Prozesse im Umgang mit persönlichen Daten nach dem aktuellen Stand der Technik verlangt. Im Fall einer Datenpanne sieht die DSGVO hohe Strafen für Unternehmen vor, die durch einen fahrlässigen Umgang mit persönlichen Daten die Persönlichkeitsrechte ihrer Mitarbeiter:innen oder Kund:innen verletzt haben.
Auch deshalb sollten Sie für Ihr Unternehmen auf allen Kommunikationswegen auf einen sicheren, verschlüsselten Datenaustausch achten. In der Praxis führt hier kaum ein Weg am verbreiteten TLS-Kryptostandard vorbei, der Bestandteil vieler sicherer Kommunikationsprotokolle ist.

Unser Fazit: Sicher Verschlüsseln mit TLS

Für Unternehmen ist eine TLS-zertifizierte Website inzwischen Standard und wird von vielen Kund:innen auch erwartet. Wenn Sie selbst einen Online-Shop betreiben, brauchen Sie ohnehin TLS-Zertifikate für den sicheren Datenaustausch.
Aber auch interne Services wie E-Mail-Server für Ihre Mitarbeiter:innen und Intranet-Seiten im Firmennetz sollten Sie entsprechend schützen. Wichtig: TLS-Sicherheit ist immer nur eine Komponente einer funktionierenden Sicherheitsstrategie. Weitere Bausteine sind beispielsweise der Malware-Schutz und ein guter Endgeräteschutz für Ihre Mitarbeiter:innen mit Lösungen wie Lookout.

Transport Layer Security: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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