Die RSA-Verschlüsselung gilt allgemein als sehr robust und sicher und kommt daher häufig zum Einsatz. Wie die meisten asymmetrischen Verfahren hat sie spezifische Vor- und Nachteile.
Vorteile
Hohe Sicherheit: RSA-Verschlüsselung bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Sie basiert auf mathematischen Berechnungen, die heutige Computern nicht so einfach zurückrechnen können. Somit können auch die RSA-Codeschlüssel nicht geknackt werden.
Asymmetrische Verschlüsselung: Der größte Vorteil der RSA-Verschlüsselung ist ihre asymmetrische Schlüsselpaarung. Es gibt einen öffentlichen Schlüssel zum Verschlüsseln und einen privaten Schlüssel zum Entschlüsseln. Das löst das sogenannte Schlüsselproblem und erlaubt eine sichere Kommunikation, da der öffentliche Schlüssel frei verteilt werden kann, ohne die Sicherheit des privaten Schlüssels zu gefährden.
Digitale Signaturen: RSA ermöglicht sichere digitale Signaturen und Zertifikate für die Online-Kommunikation. Das gewährleistet die Authentizität und Integrität (Unverfälschbarkeit) einer Nachricht. Das ist beispielsweise für Geldtransaktionen oder das Unterschreiben von digitalen Verträgen über das Internet wichtig.
Verbreitung: RSA ist ein etabliertes und weitverbreitetes Kryptosystem, das in vielen Sicherheitsprotokollen wie SSL/TLS (für sichere Web-Verbindungen) und PGP (für E-Mail-Verschlüsselung) verwendet wird. Es ist gut dokumentiert und wurde vielfach auf mögliche kritische Schwachstellen getestet – die aber großteils beherrschbar sind (mehr dazu unten).
Nachteile
Hoher Rechenaufwand: Die RSA-Verschlüsselung erfordert eine erhebliche Rechenleistung bei der Schlüsselerzeugung, bei der Verschlüsselung und bei der nachfolgenden Entschlüsselung der Daten. Das ist ressourcenintensiv, besonders bei großen Datenmengen. Deshalb ist sie beispielsweise nicht für die Echtzeitverschlüsselung von Videos geeignet.
Schlüssellänge: Um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten, müssen die verwendeten Schlüssel sehr lang sein. Die Länge wird in Bit angegeben. Die verwendeten Schlüssel sollten heute 3.072 Bit lang oder sogar noch länger sein. Generell gilt: Lange Schlüssel sind sicherer. Sie erfordern jedoch auch mehr Rechenleistung auf Sender- und Empfängerseite.
Niedrige Geschwindigkeit: RSA ist langsamer als symmetrische Verschlüsselungsverfahren wie AES (Advanced Encryption Standard). Deshalb wird RSA üblicherweise nur für die Authentifizierung und den Schlüsselaustausch genutzt. Die nachfolgende Kommunikation verwendet meist eine schnellere symmetrische Kryptografie-Methode.
Anfälligkeit für spezifische Angriffe: Obwohl RSA im Allgemeinen sicher ist, können bestimmte Angriffe erfolgreich sein, sofern die vorherige Implementierung nicht korrekt erfolgt ist. Beispiele für solche Attacken sind sogenannte Faktorisierungs- und Seitenkanalangriffe. Mehr dazu lesen Sie im nächsten Kapitel.