Vier Frauen sitzen an einem Tisch, eine von ihnen hat ein Notebook vor sich stehen
Digitalisierung

Gründerinnen in der Digitalwirtschaft: Hürden auf dem Weg zum eigenen Unternehmen

Laut Deutschem Startup Monitor liegt der Frauenanteil in den Gründerteams in den deutschen Digital-Unternehmen bei gerade 20,7 Prozent. Für die Volkswirtschaft bedeutet dies also, dass das unternehmerische Potenzial vieler gut ausgebildeter Frauen ungenutzt bleibt.

Wer in Deutschland nach den Gründen forscht, kommt schnell auf Themen wie Kinderbetreuung oder soziale Sicherung selbständiger Frauen. Der geringe Fokus auf Bildung und Ausbildung in den MINT-Bereichen wird ebenfalls angeführt. Allerdings sind die Einstiegshürden vielfältiger und subtiler, wie die Studie „Neue Welt und alte Rollen? Zur Situation von Gründerinnen in der deutschen Digitalwirtschaft“ zeigt. Die Studie wurde vom Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation in Kooperation mit Women in Digital e.V. durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Studie zu Gründerinnen in der Digitalwirtschaft

Insgesamt 112 Unternehmerinnen in der Digitalwirtschaft wurden quantitativ befragt. Dazu kamen zehn persönliche sowie acht Telefoninterviews – hier die wichtigsten Ergebnisse:
  • Gründerinnen sind rund vier Jahre älter als Gründer, sie haben im Durchschnitt mehr als vier Jahre Berufserfahrung, teilweise mit Branchenerfahrung, vorzuweisen.
  • 81 Prozent der Gründerinnen haben einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss.
  • Frauen gründen oft als Soloselbständige (42 Prozent). Damit bleiben sie auf der einen Seite flexibel, auf der anderen Seite besteht die Gefahr, alles selbst machen zu wollen.
  • Mit 53 Prozent der Gründungen in den Bereichen Konsum- und Unternehmensdienstleistungen sowie 26 Prozent in der Informations- und Kommunikationstechnik besetzen Frauen ähnliche Themenbereiche wie Männer. Klassische Felder wie Textil und Einzelhandel landen bei jeweils fünf Prozent.
  • Nur wenige Unternehmerinnen gründen aus finanzieller Notwendigkeit (20 Prozent). Die überwiegende Mehrheit (91 Prozent) gründet, um sich selbst zu verwirklichen, um ihre eigene Chefin zu sein (87 Prozent) oder aus sozialer Verantwortung (63 Prozent).

Neue Wirtschaftszweige statt klassischer Branchen

Die Studie brachte zutage, dass Frauen nur noch selten in klassischen Branchen wie Textil und Einzelhandel (jeweils 5 Prozent) gründen, sondern stattdessen zu 53 Prozent Felder wie Konsum- und Unternehmensdienstleistungen besetzen, gefolgt von Informations- und Kommunikationstechnik.
Mehrere Frauen und Männer sitzen an Konferenztischen. Im Hintergrund ist eine Videowand zu sehen
Frauen gründen längst in allen Branchen neue Unternehmen.

Das Bild der Unternehmerin: Erst das Geschlecht, dann das Geschäft?

Das Bild einer Unternehmerin wird unter anderem durch das Elternhaus und Ausbildung, aber auch durch die Medien geprägt. So zeigt die Studie, dass sich fast jede zweite Unternehmerin (41 Prozent) mit ihrem Vorhaben nicht ernst genommen fühlt. Fast zwei Drittel (64 Prozent) glauben, dass es Gründerinnen immer noch schwerer haben als ihre männlichen Pendants.
Zu den Herausforderungen zählen die Gründerinnen weniger praktische Hürden wie die Organisation der Kinderbetreuung, sondern subtilere Effekte durch Rollenbilder und Stereotypen.
Junge Frau arbeitet zuhause am Tablet

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Kritik an Selbstdarstellung und Wunsch nach Vorbildern

Kritisch sehen die Gründerinnen die Selbstdarstellung vieler Gründer:innen in den eher männlich dominierten Start-up-Netzwerken und sind selbst nicht bereit, sich auf eine als übertrieben empfundene Darstellung der eigenen Erfolge einzulassen.
Auch bei der Finanzierung ihrer Unternehmen setzen die Frauen eher auf den Rückhalt von Freunden und Familie als auf Kredite, Venture Capital oder andere externe Finanzmittel. Einige Gründerinnen bedauerten es allerdings ausdrücklich, dass sich Gründerinnen weniger untereinander unterstützten und es an Vorbildern erfahrener Unternehmerinnen mangele.
Geschäftsmann arbeitet am Notebook

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Ideen für mehr Gründerinnen in der Digitalwirtschaft

Um mehr Frauen zu Gründungen in der zukunftsträchtigen Digitalwirtschaft zu motivieren, sollten sich laut Aussagen der befragten Gründerinnen folgende Punkte verbessern:
  • Besserer Zugang zu Netzwerken: Zum einen sollten sich Frauen aus der Digitalwirtschaft in speziellen Foren treffen und austauschen und beruflich unterstützen. In (gemischten) Netzwerken sollte auf Diversität und konkrete Einbeziehung von Gründerinnen geachtet werden.
  • Empowerment bei der Selbstvermarktung: Trainings, Workshops und Coachings würden Frauen helfen, ihre Ideen gezielter zu vermarkten.
  • Mehr weibliche Mentoren und Vorbilder
  • Mehr Unternehmertum in der (Schul-)Ausbildung
  • Neuer "Mindset" auf Seiten der Kapitalgeber
  • Verbesserte Kinderbetreuung
  • Kompetenzerweiterung im Tech-Bereich
Übrigens: An anderer Stelle hier im V-Hub finden Sie ein Interview mit der Unternehmerin Verena Pausder, die von ihren Erfahrungen und den Vorteilen diverser Teams gegenüber homogenen Teams bei Gründungen spricht.

Das Wichtigste zu Gründerinnen in der Digitalwirtschaft in Kürze

  • Der Frauenanteil in Gründerteams in den deutschen Digitalunternehmen liegt bei 20,7 Prozent.
  • Laut einer Studie fühlt sich jede zweite Unternehmerin mit ihrem Vorhaben nicht ernst genommen.
  • Bei der Finanzierung ihrer Unternehmen setzen die Frauen eher auf den Rückhalt von Freunden und Familie, weniger auf Kredite.
  • Dringend benötigt werden mehr weibliche Mentorinnen und Vorbilder.
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