Frau sitzt am Tisch und schaut auf ein Tablet
Digitalisierung

Angebote zur Online-Fortbildung im Vergleich: Das bieten Udemy und Co.

Es gibt verschiedene Gründe, sich für Online-Fortbildungen zu interessieren. Nicht nur die Coronapandemie bescherte den Anbietern eine erhöhte Nachfrage. In Zeiten von Industrie 4.0 und digitaler Transformation verändern sich Berufsfelder rasant und viele Arbeitnehmer:innen wollen nicht den Anschluss verpassen. Aber welcher Service passt zu Ihnen persönlich und nutzt Ihnen auch im Beruf?

Karriere machen mit zusätzlichen Kenntnissen in Marketing, Projektmanagement oder Verhandlungsführung? Das klingt verlockend für viele Berufstätige und erklärt die wachsende Beliebtheit von Online-Lernplattformen. Etliche davon wenden sich gezielt an Menschen, die neben ihrem Beruf nicht die Zeit für reguläres Studium haben, aber sich dennoch weiterqualifizieren möchten.

Inhaltsverzeichnis

Ein weites Feld – die Zahl der Anbieter ist groß

Am Markt haben sich mittlerweile zahlreiche Dienstleister etabliert, die Bildungsinhalte per Videokurs anbieten – zum Teil auch als interaktive Angebote mit Online-Prüfungen oder Chats mit Dozent:innen und Tutor:innen.

Udemy

Udemy gehört zu den größten Anbietern von eLearning-Inhalten. Die Zahl der verfügbaren Online-Fortbildungen hat sich seit 2007 von über 50.000 auf mittlerweile rund 130.000 Angebote erhöht. Etwa drei Viertel aller Inhalte sind auf Englisch, nur ein ganz kleiner Teil ist auf Deutsch. 
Wer sich etwa zu Rechts- oder Management-Themen weiterbilden will, findet nur wenige Angebote, die deutsches Wirtschaftsrecht berücksichtigen. Bei Technikthemen werden deutsche Industrienormen übergangen. 
Neben Job-spezifischen Inhalten gibt es zahlreiche Angebote im Bereich Lifestyle, von Kochen über Reisen bis hin zu Kunst für Kinder. Im Berufsleben allgemein anerkannte Abschlusszertifikate gibt es bei Udemy nicht. Über Chats oder per Mail können Fragen zu Unterrichtsinhalten an die Community oder direkt an den/die Ersteller:in des Kurses formuliert werden. Einzelne Inhalte bietet das Unternehmen auch kostenlos auf YouTube an.
Laptop auf spiegelnder Oberfläche zeigt offene Fenster des Programms Udemy und einen Männerkopf
Wer neben seiner Muttersprache auch Englisch kann, findet bei Udemy ein reichhaltiges Angebot.

Edley

Deutlich kleiner als bei Udemy ist das Angebot beim Wettbewerber Edley. Dafür sind die Inhalte in der Regel in Deutsch gehalten. Die Kurspalette reicht von Steuer- und Marketingtipps für Unternehmensgründer:innen bis hin zu Mathematik, Statistik und Programmierung. 
Daneben gibt es auch hier zahlreiche Lifestyle-Angebote rund um Fitness, Yoga, Ernährung oder Muskelaufbau. Die Online-Fortbildungen sind meist auf eine Gesamtdauer von etwa 30 Tagen ausgelegt. Das Portfolio ist hier noch ausbaufähig.

Udacity

Mit der Unterrichtssprache Englisch und einer inhaltlichen Ausrichtung auf Themen aus der Informatik richtet sich das 2012 gegründete Udacity an IT-Professionals, die beispielsweise neue Programmiersprachen erlernen möchten.
Die einzelnen Videos wechseln sich mit häufigen Verständnistests ab, in denen Nutzer:innen beispielsweise einfache Coding-Aufgaben lösen müssen, zu denen sie teils automatisiertes Feedback erhalten.
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LinkedIn Learning

Mit Kursinhalten aus der Arbeitswelt macht das Business-Netzwerk LinkedIn seinen über 500 Millionen Mitgliedern seit 2019 über seine Tochter LinkedIn Learning (ehemals video2brain) eigene Fortbildungsangebote. Die rund 16.000 verfügbaren Kurse greifen Themen auf wie „Storytelling für Führungskräfte“, „Data Science“ oder „Netzwerksicherheit“.
Mit seinen Angeboten will sich LinkedIn Learning auch als Bildungspartner für Hochschulen und Behörden positionieren. Sogenannte Lernpfade sollen Nutzer:innen durch konsekutive Inhalte zum gewünschten Bildungsziel führen. Trotzdem: Auch LinkedIn bietet in der Regel keine zertifizierten Abschlüsse.

ZEIT Akademie

Einen Mittelweg zwischen universitärem Lernen und leichteren Bildungshappen will die ZEIT Akademie bieten. Der Schwerpunkt liegt hier auf Inhalten für die Arbeitswelt oder aus den Kulturwissenschaften. Viele der Kurse sind von renommierten Hochschullehrer:innen entwickelt und eingesprochen. 
Sprachkurse und Lifestyle-Angebote wie Wein-Seminare wenden sich hingegen an die etwas ältere Zielgruppe unter den ZEIT-Leser:innen. Zahlreiche Angebote gibt es auch als Kauf-DVD zu erwerben.

Rosetta Stone

Spezialisiert auf Fremdsprachen ist der Anbieter Rosetta Stone. Das Unternehmen ist seit mehr als 20 Jahren am Markt vertreten. Rosetta Stone setzt bei seinen Sprachkursen auf immersives Lernen. Das bedeutet, dass Sie die von Ihnen gewählten Fremdsprachen vor allem in simulierten Alltagssituationen erlernen und anwenden – ähnlich wie sich Kinder ihre Muttersprache durch Konversation und Nachahmung aneignen. 
Etwas in den Hintergrund treten theoretische Grundlagen einer Sprache wie Grammatik und Syntax. Auch hier sollten Sie in einem Probekurs ausprobieren, ob diese Art des Lernens zu Ihnen passt.
Mann freut sich im Garten am Notebook

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Die richtige Online-Fortbildung – Finden Sie den Anbieter der zu Ihnen passt.

Der Fortbildungsstil, der zu Ihnen passt

Welcher Dienstleister zu Ihnen passt, hängt von Ihren persönlichen Lernstil ab, aber auch davon, welche Qualifikation Sie erwerben möchten. Zwischen den einzelnen Anbietern gibt es zum Teil große Unterschiede.
Manche geben sich viel Mühe, den Einstieg in schwierige Themen zu erleichtern und eine angenehme und abwechslungsreiche Lernumgebung zu schaffen. Andere Dienstleister sind näher an der Arbeitswelt, bieten zertifizierte Module und Kurse an, die sich eher an klassischen Lehrbüchern orientieren.

Einfache Themen als Probelauf

Geht es Ihnen eher darum, Softskills zu erwerben und erst einmal zu testen, wie Sie mit dem eLearning zurechtkommen, kann ein leichteres Thema ein guter Einstieg sein. Damit finden Sie heraus, ob Sie das Lernen überhaupt in Ihren Alltag einbauen können. Nach einem anstrengenden Tag im Büro abends oder am Wochenende noch die Zeit und Motivation aufzubringen, um sich Wissen anzueignen, ist nicht jedermanns Sache.

Zertifizierte Anbieter für genormte Qualifikationen

Haben Sie Karriereziele, für die Sie bestimmte Zertifikate und Abschlüsse brauchen: Dann sind Anbieter wie die Fernuni Hagen oder langjährig branchenbekannte Fortbildungsinstitute eher die passende Wahl.
Fragen Sie – je nach Branche – bei der Industrie- und Handelskammer oder Ihrem Berufsverband nach, welche Lehrgänge und Institute anerkannt und zertifiziert sind. Auch für Sprachkurse gibt es einheitliche Abschlüsse. Fragen Sie gegebenenfalls nach, welches Level Sie mit welchem Kurs erreichen.
Seien Sie misstrauisch, wenn ein Anbieter unrealistische Erfolge anpreist. Kaum ein Mensch kann eine Sprache innerhalb weniger Wochen erlernen. Und ohne fundierte Grundlagen in Mathematik und Methodenlehre kann niemand gleich auf Bachelor-Niveau in Naturwissenschaft und Technik einsteigen.
Frau telefoniert im Büro und guckt auf Computer-Monitor.

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Tipps für die Online-Fortbildung: So bleiben Sie am Ball

Wer bisher das Lernen nur von der Schule oder Hochschule gewöhnt ist, muss sich bei Online-Kursen umstellen. Lernen von zu Hause ist gerade für Berufstätige, die tagsüber im Job gebunden sind, oft die einzige Möglichkeit, sich weiterzubilden. Aber auch das beste Online-Tutoring ersetzt nicht den persönlichen Kontakt und das Präsenz-Gefühl einer realen Hochschulveranstaltung.

Erstellen Sie einen Zeitplan und setzen Sie sich Zwischenziele

Noch mehr als im klassischen Studium sind Sie im Online-Studium auf Eigenmotivation angewiesen. Viele Lehrgangsanbieter bieten Ihnen die Möglichkeit, Unterrichtsinhalte nach hinten zu verschieben und erst zu einem späteren Zeitpunkt abzuarbeiten. Das kann praktisch sein, wenn Sie gerade im Beruf viel zu tun haben. Es kann aber auch dazu verführen, schwierige Lerninhalte gar nicht mehr zu bearbeiten. 
Setzen Sie sich daher verbindliche Termine und Zwischenziele, die nicht aufgeschoben werden dürfen. Belohnen Sie sich mit einer Kleinigkeit, wenn Sie diese erreicht haben.

Lernen Sie im Team – Bleiben Sie in Kontakt

Auch beim Online-Learning gilt: Seien Sie kein/e Einzelkämpfer:in. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Studierenden Ihres Online-Lehrgangs; finden Sie Foren, in denen Sie sich zu Inhalten austauschen können; oder gründen Sie selbst einen virtuellen Stammtisch. Hier können Sie sich gegenseitig Tipps geben oder einander über schwierige Phasen im Lernverlauf hinweghelfen.

Setzen Sie erworbene Fähigkeiten frühzeitig ein

Wenn Sie berufsbezogene Lehrgänge machen, sollten Sie diese möglichst zeitnah im Beruf anwenden. Falls das Wissen keinen Bezug zu Ihrer aktuellen Tätigkeit hat, fragen Sie nach, ob Sie einmal in der passenden Abteilung hospitieren dürfen. Lassen Sie sich dort von erfahrenen Kolleg:innen Tipps geben, wie Sie mit praxisnahen Übungen Ihre Fertigkeiten weiter ausbauen. Oft merken Sie selbst erst im praktischen Einsatz, wo Sie noch Wissenslücken haben und was Sie noch einmal wiederholen sollten.

Steuern sparen bei der Online-Fortbildung

Fortbildungskosten können in der Regel von der Steuer abgesetzt werden, sofern Sie dem Finanzamt einen Bezug zu Ihrer Tätigkeit nachweisen können. Das kann beispielsweise für einen Sprachkurs gelten, aber auch für ein Seminar zur Personalführung, etwa wenn Ihr Arbeitgeber Sie demnächst als Teamleiter einsetzen möchte.

Der Arbeitgeber kann sich an Ihren Kosten beteiligen

Manche Arbeitgeber übernehmen sogar die Fortbildungskosten, denn auch sie profitieren von motivierten, gut qualifizierten Mitarbeiter:innen. Einige Arbeitgeber übernehmen die Kosten nur bei bestimmten Online-Anbietern, deren Abschlüsse sie anerkennen oder mit denen sie schon länger zusammenarbeiten. 
Oder sie erstatten die Gebühren nur für anstehende IHK-Prüfungen. Suchen Sie daher vor Buchung eines Online-Kurses das Gespräch mit Ihrem/Ihrer Vorgesetzten und prüfen Sie, wie Sie Ihren Arbeitgeber an den Kosten beteiligen können.
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