Es gibt verschiedene Standards und Zertifikatsklassen. Die bekanntesten sind S/MIME und PGP.
S/MIME (Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions)
S/MIME ist der Standard im Unternehmensumfeld. Die meisten E-Mail-Clients unterstützen ihn direkt – darunter Microsoft Outlook und Apple Mail. Erhältlich sind S/MIME-Zertifikate bei offiziellen Zertifizierungsstellen. Das macht sie besonders vertrauenswürdig. Allerdings ist nicht jedes S/MIME-Zertifikat gleich sicher. Es gibt unterschiedliche Zertifikatsklassen:
Klasse 1: Bestätigt nur die E-Mail-Adresse. Es ist einfach zu erhalten, bietet aber nur eine begrenzte Vertrauensstufe.
Klasse 2: Bestätigt zusätzlich persönliche Daten von dem:der Inhaber:in.
Klasse 3: Bietet die höchste Vertrauensstufe. Bestätigt auch Unternehmensdaten, oft mit persönlicher Identitätsprüfung.
Für den B2B-Einsatz empfehlen sich mindestens Klasse-2-Zertifikate. Für besonders sensible Kommunikation oder regulierte Branchen sollten Sie Klasse-3-Zertifikate in Betracht ziehen. Je höher die Klasse ist, desto höher sind allerdings auch die Kosten für ein S/MIME-Zertifikat. Sie können sich Klasse-3-Zertifikate bereits ab einem mittleren zweistelligen Eurobetrag im Jahr sichern. Es gibt aber auch Varianten, die einen hohen dreistelligen Betrag kosten.
PGP (Pretty Good Privacy)
PGP ist eine ältere Alternative zu S/MIME. Es basiert auf einem dezentralen Vertrauensmodell: Benutzer:innen bestätigen gegenseitig ihre Schlüssel, ohne eine zentrale Zertifizierungsstelle. PGP ist in der IT-Community verbreitet, im klassischen Unternehmensumfeld aber weniger üblich. TLS (Transport Layer Security)
Im Zusammenhang mit E-Mail-Zertifikaten fällt mitunter auch der Begriff Transport Layer Security (TLS). Dabei handelt es sich nicht um ein Zertifikat für einzelne E-Mails, sondern um ein Protokoll, das die Verbindung zwischen E-Mail-Servern verschlüsselt. Wenn Ihre Nachricht vom sendenden Server zum empfangenden Server übertragen wird, schützt TLS diesen Übertragungsweg vor dem Abfangen. Der Unterschied zu S/MIME und PGP: TLS verschlüsselt nur den Transportweg, nicht den E-Mail-Inhalt selbst.
Sobald die E-Mail auf dem Ziel-Server angekommen ist, liegt sie dort im Klartext vor. S/MIME und PGP hingegen schützen die Nachricht Ende-zu-Ende – also auch im Postfach des Empfängers.
TLS und S/MIME schließen sich allerdings nicht aus. Viele Unternehmen setzen beide Standards gleichzeitig ein: TLS für die sichere Serververbindung, S/MIME für die inhaltliche Verschlüsselung und digitale Signatur.