Eine vertraut wirkende Rufnummer oder eine dringende Nachricht mit Link: Betrugsversuche sind perfide und wirken echt. Ping-Anrufe, Call-ID-Spoofing, Phishing und Co. zielen darauf ab, Deine persönlichen Daten zu stehlen und Dir Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir zeigen Dir, wie Du Betrug erkennst und Dich dagegen schützen kannst.
Betrugsmaschen, auch Scams genannt, wirken inzwischen oft professionell und fehlerfrei. Einzelne Warnsignale wie Rechtschreibfehler sind daher kein Indiz für eine Fake-Nachricht mehr. Erfahre hier, welche Methoden die Täter:innen nutzen, um ihre Opfer hinters Licht zu führen, und wie Du am besten dagegen vorgehen kannst.
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Ping-Anruf: Das sind klare Anzeichen
Unter Ping-Calls versteht man eine Betrugsmasche, bei der Dich meist Nummern aus dem Ausland kurz anklingeln. Oft hält die Verbindung nur wenige Sekunden, sodass Du gar keine Chance hast, zu reagieren. Ziel ist, dass Du neugierig wirst und zurückrufst. Wenn Du das tust, musst Du Dich auf eine hohe Telefonrechnung gefasst machen. Oft spielen auch Bandansagen ab, die Dich dazu bringen sollen, lange in der Leitung zu bleiben.
Die Vorwahl +49 ist bei Ping-Machenschaften eher selten. Die meisten Anrufe haben eine Vorwahl aus dem Ausland, die wiederum einer Vorwahl aus einem deutschen Ort ähnlich ist. So lässt sich laut der Bundesnetzagentur Madagaskar (+261) leicht mit Koblenz (0261) verwechseln. Nummern aus Serbien (+381) ähneln der Rostocker Vorwahl 0381.
Glück im Unglück: Preisansage bei Rückruf
Solltest Du auf einen Ping-Anruf reinfallen und die Nummer zurückrufen, besteht noch eine Chance auf Rettung, bevor der Anruf kostenpflichtig wird. Denn seit 2024 gilt eine Preisansagepflicht. Bei 56 internationalen Vorwahlen müssen Mobilfunkanbieter eine kostenlose Ansage abspielen. Die Ansage informiert Dich vor Beginn der kostenpflichtigen Verbindung über den Preis des folgenden Telefonats. Du kannst den Rückruf dann noch kostenfrei beenden.
Die Regelung schützt allerdings nur bei den festgelegten Vorwahlen. Ein unbekannter Auslandsanruf bleibt deshalb grundsätzlich gefährlich. Zunächst war die Regelung bis zum 1. März 2024 befristet, wurde aber noch einmal bis zum 1. März 2027 verlängert.
Hier findest Du eine Übersicht über betroffene Länder: Preisansagepflicht im Mobilfunk
Verhalte Dich bei einem Ping-Anruf am besten so
Leider kann jede:r mal betroffen sein. Die gute Nachricht ist, dass Du Dich selbst und andere schützen kannst, wenn Du Dich richtig verhältst. Und zwar so:
- Ruf nicht zurück, wenn Du die Nummer nicht kennst.
- Dokumentier die Rufnummer – zum Beispiel mit einem Screenshot.
- Setz solche Rufnummern auf die Sperrliste Deines Smartphones.
- Melde die Rufnummer der Bundesnetzagentur unter diesem Beschwerdeformular.
- Sperr auf Deinem Smartphone Rufnummernbereiche, wenn Du sie nicht brauchst – zum Beispiel für ausgehende Auslandsgespräche und kostenpflichtige Mehrwertrufnummern.
Vodafone darf Mobilfunknummern nur aufgrund einer Anordnung der Bundesnetzagentur sperren. Ein aktueller Spam-Warner ergänzt diesen Schutz: Erkennt das Vodafone-Netz eine als verdächtig abgespeicherte Nummer, erscheint auf dem Display der Hinweis „Vorsicht: Betrug möglich!“.
Hier erfährst Du mehr zu Vodafones Spam-Warner: Fazit nach 12 Monaten Spam-Schutzschild
Call-ID-Spoofing: Wenn die Nummer nicht echt ist
Genauso heimtückisch wie Ping-Anrufe ist das sogenannte Call-ID-Spoofing. Dabei manipulieren Kriminelle die übermittelte Rufnummer, die auf Deinem Display angezeigt wird. Die eingeblendete Nummer kann real existieren. Es kann sich um eine bekannte Rufnummer, Hotline oder sogar die Nummer einer Behörde handeln, obwohl sich in Wahrheit Betrüger:innen dahinter verbergen. Möglich sind außerdem frei erfundene und nicht vergebene Nummern.
Das Ziel von Call-ID-Spoofing ist, durch seriös wirkende Rufnummern Vertrauen zu erzeugen. Dieser Scam-Versuch wird manchmal mit automatisierten Bandansagen kombiniert. Häufig wird im Gespräch Handlungsdruck aufgebaut. Betrüger:innen wollen Dich dazu zu bringen, persönliche Daten, Passwörter, TANs oder Zahlungsinformationen preiszugeben.
Welche Schutzregeln gelten für manipulierte Rufnummern?
Seit Dezember 2022 gelten zum Schutz vor Call-ID-Spoofing-Anrufen zusätzliche technische Vorgaben für Mobilfunkanbieter. Kommt ein Anruf aus einem ausländischen Netz, darf grundsätzlich keine deutsche Rufnummer als Absender angezeigt werden. Die Nummer muss stattdessen unterdrückt werden. Eine Ausnahme gilt für deutsche Mobilfunknummern beim internationalen Roaming.
Anrufe müssen außerdem abgebrochen werden, wenn bestimmte sensible Nummern unrechtmäßig angezeigt werden. Dazu gehören die Notrufnummern 110 und 112 sowie verschiedene hochpreisige Rufnummernbereiche.
So schützt Du Dich vor Betrug durch Fake-Anrufe:
- Gib am Telefon keine vertraulichen Daten raus.
- Bestätige keine Anmeldung oder Überweisung auf Zuruf.
- Drücke bei verdächtigen Bandansagen keine Taste.
- Beende das Gespräch bei Zeitdruck oder Drohungen.
- Dokumentiere und blockiere die angezeigte Rufnummer.
- Melde manipulierte Rufnummern über das passende Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur.
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass eine Nummer auf Deinem Display erschienen sein muss, um sie über das Formular zu melden. Bei Fake-Anrufen mit strafrechtlichem Hintergrund empfiehlt die Behörde zusätzlich eine schnelle Meldung an die Polizei.
Betrug per WhatsApp und anderen Messengern: So läuft die Masche ab
Messenger-Nachrichten wirken persönlich. Genau dieses Vertrauen nutzen Kriminelle bei diesem Scam-Versuch aus. Häufig beginnt der Kontakt mit einer SMS oder Nachricht von einer unbekannten Nummer.
Die Person behauptet beispielsweise, Dein Kind oder ein anderes Familienmitglied zu sein. Das alte Smartphone sei verloren oder kaputt. Deshalb schreibe sie jetzt über eine neue Nummer. Nach einigen Nachrichten folgt eine dringende Geldforderung. Angeblich funktioniert das Onlinebanking auf dem neuen Gerät noch nicht. Du sollst daher eine Rechnung, Mahnung oder wichtige Anschaffung bezahlen.
Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verhindert diese Masche nicht. Sie schützt den Nachrichteninhalt während der Übertragung. Sie kann aber nicht feststellen, ob die Person hinter einer neuen Rufnummer wirklich zu Deiner Familie gehört.
Kriminelle können außerdem echte Messenger-Konten übernehmen. Dafür versuchen sie häufig, den per SMS verschickten Verifizierungscode zu erbeuten. Mit diesem Code können sie das Konto auf einem anderen Gerät registrieren.
So schützt Du Dich vor Messenger-Betrug
- Überweis kein Geld aufgrund einer Chatnachricht.
- Teil niemals Deinen Messenger-Verifizierungscode.
- Aktiviere die Verifizierung in zwei Schritten.
- Blockiere und melde verdächtige Nummern.
- Ruf die Person, für die sich der/die Nachrichtenverfasser:in ausgibt, über ihre bisher bekannte Nummer an. Stell eine Frage, deren Antwort nur Ihr kennt.
Du willst den Vodafone-Kundenservice per Messenger erreichen? Dann kontaktier uns so über WhatsApp.
Phishing: So versuchen Kriminelle, Deine Daten zu stehlen
Phishing ist der Oberbegriff für verschiedene Betrugsversuche. Kriminelle wollen dabei sensible Daten oder Geld erbeuten. Anders als bei Ping-Anrufen und ID-Spoofing läuft Phishing über einer Nachricht mit Link, Anhang oder Telefonnummer.
Diese Arten von Phishing gibt es:
- Phishing: Klassisches Phishing erreicht Dich häufig per E-Mail. Die Nachricht enthält meist einen Link oder Anhang.
- Smishing: Dabei schicken Kriminelle Dir eine SMS mit einem Link oder einer Telefonnummer und geben sich etwa als Paketdienst, Bank oder Behörde aus. Darüber versuchen sie, an persönliche Daten oder Geld zu gelangen.
- Quishing: Hier nutzen Täter:innen einen QR-Code. Dieser führt Dich meist auf eine gefälschte Website.
- Vishing: Diese Scam-Methode erfolgt per Sprachanruf. Kriminelle versuchen beim Fake-Anruf gezielt, vertrauliche Daten zu erfragen.
- Phishing-Website: Das ist eine gefälschte Internetseite. Sie sieht oft wie die echte Seite einer Bank, eines Shops oder eines anderen Dienstes aus. Dort sollst Du Deine Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen eingeben.
So erkennst Du Phishing-Nachrichten
Du hast eine dubiose Nachricht erhalten? An diesen Merkmalen erkennst Du einen Phishing-Versuch:
- Die Nachricht fordert sofortiges Handeln.
- Dir wird beispielsweise mit einer Kontosperre gedroht.
- Du sollst unerwartet Geld bezahlen.
- Absenderadresse und die Domain eines angegebenen Links passen nicht zusammen.
- Die Nachricht enthält einen ungefragten Anhang.
- Du sollst PIN, TAN oder Passwort bestätigen.
- Die Nachricht passt nicht zu Deinen Aktivitäten.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Rechtschreibfehler und unpersönliche Anreden nicht mehr als zuverlässiges Erkennungsmerkmal dienen. Viele Fälschungen seien inzwischen professionell gestaltet. Auch eine sprachlich fehlerfreie Nachricht kann daher Phishing sein.
So prüfst Du Links und Absender:innen sicher
Klick nicht auf den enthaltenen Link. Öffne stattdessen die offizielle App oder besuche die Website der Firma oder Bank über die Suche im Web-Browser. Prüf dort, ob wirklich eine Nachricht, Rechnung oder Sicherheitswarnung vorliegt.
Nutz auch keine Telefonnummer aus der verdächtigen Nachricht. Such die Kontaktdaten zum Unternehmen selbst heraus oder verwende eine gespeicherte Nummer. Dasselbe gilt für QR-Codes auf unerwarteten Briefen, Rechnungen oder E-Mails. Schon das Scannen kann im Betrugsfall Folgen für Deine Datensicherheit haben.
Betrugsmaschen erkennen: Erst stoppen, dann prüfen
Ob Anruf, SMS oder Messenger-Nachricht: Zeitdruck gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der Täter:innen. Unterbrich deshalb den Kontakt, sobald Dir etwas ungewöhnlich vorkommt.
Prüf die Behauptung anschließend über einen unabhängigen Weg. Ruf bekannte Nummern an, öffne Apps selbst und sprich mit einer vertrauten Person. So behältst Du die Kontrolle, bevor ungewollt Geld oder Daten abhandenkommen.