Death by Lightning: Die wahre Geschichte hinter dem Präsidentendrama

Gerade einmal 6,5 Monate lang ist James Garfield als US-Präsident im Amt, dann stirbt er nach einem Attentat. Der Täter: ein enttäuschter Parteifreund. Jetzt hat Netflix mit "Death by Lightning" die wahre Geschichte hinter der Tragödie verfilmt.

"Death by Lightning": Das Ende des Historiendramas erklärt

Eine wahre Geschichte: Das steckt hinter Death by Lightning

James A. Garfield ist im Jahr 1881 der 20. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Sein wichtigstes Vorhaben: Er will gegen Korruption im Beamtentum vorgehen. Doch nur vier Monate nach seinem Amtsantritt treffen ihn in einem Bahnhofsgebäude zwei Kugeln. Der Attentäter ist Charles Guiteau, der den Politiker eigentlich bewundert hatte, aber sich nun rächen will.

Garfield überlebt zwar schwer verletzt, stirbt aber 79 Tage später an den Folgen von Infektionen und mangelhafter medizinischer Behandlung. Gerade einmal 6,5 Monate war er im Amt – nur William Henry Harrison hatte eine kürzere Amtszeit als US-Präsident (32 Tage).

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Es wirkt im Nachhinein fast so, als hätte Garfield sein Schicksal erahnt. Zwei Wochen nach seiner Wahl zum Präsidenten schreibt er in einem Brief: "Assassination can no more be guarded against than death by lightning", auf Deutsch: Man kann sich vor einem Anschlag genauso wenig schützen wie vor einem tödlichen Blitzschlag. Ein Jahr später ist er tatsächlich tot.

Der Geschichte der beiden ungleichen Männer widmet sich das historische Sachbuch "Destiny of the Republic: A Tale of Madness, Medicine and the Murder of a President". Das Werk von Candice Millard erschien 2011 und ist bisher nicht auf Deutsch zu haben.

Aus der Geschichte machten die "Game of Thrones"- und "3 Body Problem"-Schöpfer David Benioff und D.B. Weiss eine Miniserie mit Starbesetzung. Die Hauptrollen spielen Michael Shannon als James A. Garfield und Matthew Macfadyen als Charles Guiteau. Die insgesamt vier Folgen starten am 6. November 2025 bei Netflix – im Folgenden erfährst Du die wahre Geschichte, die "Death by Lightning" erzählt.

Death by Lightning: Die wahre Geschichte von US-Präsident James A. Garfield

James Abram Garfield kommt am 19. November 1831 im ländlichen Ohio zur Welt. Der Junge wächst in bescheidenen Verhältnissen auf und wird religiös erzogen. Als Jugendlicher heuert er zunächst auf einem Schiff an, geht aber dann doch weiter zur Schule. Seine Ausbildung an Akademie und Universität finanziert er sich als Lehrer und mit einem Job in einer Zimmerei.

Er tritt als Prediger auf, ist Vorsitzender einiger Studentenclubs und Herausgeber des Universitätsmagazins. Später wird er zum Präsidenten eines Colleges. Trotz seines Glaubens setzt er durch, dass Fächer wie Geschichte und Naturwissenschaft gegenüber Theologie bevorzugt werden. Er will Schüler dazu animieren, selbstständig und kritisch zu denken.

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1858 heiratet Garfield seine Verlobte Lucretia Rudolph und schließt drei Jahre später eine Anwaltslehre ab. Immer wieder tritt er als politischer Redner für die Republikanische Partei ein, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzt. Seine Parteifreunde drängen ihn, sich für das Repräsentantenhaus aufstellen zu lassen: 1863 wird er tatsächlich gewählt.

Fast zwei Jahrzehnte lang setzt er sich dort für Bildungsreformen, Bürgerrechte und gegen Korruption ein. Allerdings zeigt er in seinen Anträgen auch eine verächtliche Einstellung gegenüber der indigenen Bevölkerung.

1880 nominiert ihn seine Partei überraschend als Kompromisskandidaten für die Präsidentschaftswahl – und er gewinnt. Am 4. März 1881 tritt Garfield sein Amt als US-Präsident an.

Charles Guiteau: Der glühende Anhänger, der zum Attentäter wird

Charles Guiteau hat auf den ersten Blick einiges mit James Garfield gemeinsam: Beide Männer wurden religiös erzogen und sind Juristen. Aber der 1841 in Illinois geborene Guiteau ist nicht sehr erfolgreich. Er übt keinen festen Beruf aus, sondern lebt hauptsächlich von der Erbschaft seines Großvaters. Er glaubt schon früh, dass er für wichtige Ämter berufen ist.

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Guiteau ist außerdem überzeugter Unterstützer der Republikanischen Partei. Er hält sich ständig im Hauptquartier in New York auf, wird jedoch nicht ernst genommen. Vor der Präsidentschaftswahl 1880 schreibt er sogar eine Rede für Garfields Kampagne, die aber nie gehalten wird. Als dieser tatsächlich Präsident wird, schickt Guiteau ihm mehrere Briefe und besucht ihn sogar im Weißen Haus.

Matthew Macfadyen als Charles Guiteau in "Death by Lightning"

Dabei erteilt er ihm Ratschläge und verlangt einen Posten, unter anderem als Botschafter in Wien, obwohl er dafür nicht qualifiziert ist. Er habe Garfield schließlich zum Wahlsieg verholfen. Guiteau beruft sich auf das "Spoils-System": Bei dieser Praxis der US-Politik belohnen Wahlsieger:innen ihre Unterstützer:innen mit Jobs und Ämtern. Genau dieses Vorgehen will Garfield abschaffen.

Er und seine Mitarbeiter reagieren nicht auf Guiteaus Vorschläge. Die Schreiben klingen wirr, der Mann wird nicht ernst genommen. Das ärgert ihn so sehr, dass er nur noch ein Ziel hat: den Widersacher zu ermorden. Ab Mitte Mai 1881 plant er das Attentat, dem sich "Death by Lightning" widmet.

Das Attentat auf James A. Garfield: Die wahre Geschichte hinter Death by Lightning 

Am 2. Juli 1881 betritt James Garfield gegen 9:30 Uhr mit zwei seiner Söhne und Außenminister James G. Blaine die Bahnhofshalle in Washington D.C. Der Präsident will nach New Jersey reisen, wo sich seine Ehefrau Lucretia von einer Malaria-Erkrankung erholt.

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Doch dort wartet Charles Guiteau auf James Garfield. Er schießt aus nächster Nähe und von hinten auf ihn. Der erste Schuss streift den Arm, der zweite dringt in den Rücken ein und landet nahe der Wirbelsäule. Zwar kann der Attentäter fliehen, aber er wird noch in der Halle von einem Polizisten festgenommen.

Der Präsident bekommt schnell medizinische Hilfe. Verschiedene Ärzte untersuchen den Schusskanal mit ungewaschenen Fingern, aber sie können die Kugel nicht herausholen. Dann wird Garfield ins Weiße Haus gebracht. 30 Mediziner und das Opfer selbst gehen davon aus, dass sein Zustand hoffnungslos ist. Aber er überlebt den Nachmittag, die Nacht und die kommenden Wochen.

Krankheit und Tod des Präsidenten – und die Folgen

Jeden Tag veröffentlichen die Ärzte Bulletins über Garfields Zustand, in denen sie sich optimistisch äußern. Das Volk nimmt große Anteilnahme. Zudem kommt es zu einer Verfassungsdebatte: Wer soll sein Amt übernehmen, bis er sich erholt hat? Der Vizepräsident lehnt ab.

Immer wieder versuchen Mediziner vergeblich, die Kugel mit Fingern und Instrumenten herauszuholen – ohne die Hände zu waschen oder die Geräte zu sterilisieren. Dadurch gelangen Bakterien in die Wunde, was zu Infektionen, Abszessen und einer Blutvergiftung führt. Die bahnbrechenden Ideen zur Wundhygiene des Mediziners Joseph Lister sind zu diesem Zeitpunkt erst seit kurzem bekannt und haben sich noch nicht durchgesetzt.

Der Präsident kann sich kaum bewegen und nimmt stark ab, weil er keine feste Nahrung zu sich nehmen kann. Im Laufe seiner Krankheit kommen verschiedene Innovationen zum Einsatz: Weil dieser Sommer sehr heiß ist, wird in seinem Zimmer der Vorläufer einer Klimaanlage aufgebaut. Die Kugel soll mithilfe eines Metalldetektors aufgespürt werden, den Alexander Graham Bell entwickelt, der Erfinder des Telefons. Wegen der metallischen Bettfedern kommt es jedoch zu Störsignalen.

Nick Offerman als Vizepräsident Chester A Arthur in "Death by Lightning".

Garfields Zustand verschlechtert sich immer mehr. Eine Gesichtshälfte ist gelähmt, er hat Halluzinationen. Weil er glaubt, dass er sich am Meer besser erholt, wird ein Eisenbahnwaggon umgebaut. In der Nacht vor dem Transport werden zusätzliche Schienen verlegt, die bis zur Pension reichen.

Aber auch die Seeluft hilft nicht: Vier Tage später, am 19. September 1881, stirbt der US-Präsident – nicht direkt durch die Kugel, sondern durch medizinische Fehler und die Folgen mangelnder Hygiene.

Die wahre Geschichte hinter Death by Lightning: Was nach dem Tod des Präsidenten passiert

Vizepräsident Chester A. Arthur wird am 20. September 1881 als 21. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Garfields Tod löst eine landesweite, empörte Debatte über das "Spoils System" aus, das der Kurzzeit-Präsident ändern wollte. Unterstützt durch Arthur, kommt es 1883 tatsächlich zu Reformen, unter anderem mit Eignungsprüfungen für Beamte. Außerdem beginnt eine öffentliche Diskussion über medizinische Hygiene.

Charles Guiteau wird im November 1881 angeklagt und plädiert auf Unzurechnungsfähigkeit. Einige Experten halten ihn für "geistesgestört". Trotzdem wird er am 30. Juni 1882 hingerichtet.

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