Was ist Cloud Computing?

Technologie

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Datum 21.05.2021
Lesezeit 5 Min.

Was ist Cloud Computing?

Riesige Serverräume, in denen die IT eines Unternehmens untergebracht und die kostenintensiv gewartet werden müssen, gehören der Vergangenheit an. Für Unternehmen bietet das sogenannte Cloud Computing viele Möglichkeiten, um etwa bei der Softwareentwicklung flexibel und kostensparend auf Ressourcen zuzugreifen oder Speicherplatz bei Bedarf zu vergrößern oder verkleinern zu können. 

Was Cloud Computing bedeutet, wie es funktioniert und welche weiteren Vorteile es für Ihr Unternehmen haben kann, erklären wir im folgenden Beitrag.


Cloud Computing einfach erklärt

Cloud Computing meint die Bereitstellung von IT-Strukturen wie Servern, Speicherplatz, Datenbanken, Software, Analyse-Tools sowie Netzwerkkomponenten über das Internet. All diese Komponenten in der sogenannten Cloud (englisch: „Wolke“) unterzubringen, dient dem Ziel, eine möglichst hohe Skalierbarkeit und flexible Bereitstellung von beispielsweise Speicher-Ressourcen zu erreichen.

Im Folgenden erklären wir, welche Arten von Cloud-Computing es gibt und was diese jeweils bieten.

 

Welche Arten von Cloud Computing gibt es?

Public Cloud: Wenn eine Cloud-Lösung grundsätzlich von allen genutzt und angemietet werden kann, spricht man von einer öffentlichen („public”) Cloud. Ein Cloud-Anbieter stellt seinen Kund:innen kostenpflichtig Teile seiner öffentlichen Cloud zur Verfügung, damit die Mitarbeiter:innen dort beispielsweise Daten speichern oder E-Mail-Systeme sowie Software betreiben können. Bekannte Anbieter von Public-Cloud-Systemen sind beispielsweise Google mit ihrem Workspace für Unternehmen, sowie Microsoft mit Microsoft 365.

Private Cloud: Wenn Ihr Unternehmen eine eigene Cloud betreibt und nutzt, deren Ressourcen nicht mit anderen Unternehmen geteilt werden, bezeichnet man dies als eine private Cloud. Diese kann sowohl auf eigenen Servern, als auch im öffentlichen Internet liegen – dort jedoch vor Fremdzugriff (beispielsweise auf eigenen Rechnern) abgeschottet. Meistens steht die Nutzung der privaten Cloud nur autorisierten Personen offen, etwa Mitarbeiter:innen oder Kund:innen. Ein möglicher Nachteil: Unter Umständen kann der Unterhalt einer unternehmenseigenen Cloud genau so viel Geld „verschlingen“, wie ein eigenes, physisches Rechenzentrum.

Hybrid Cloud: Sogenannte hybride Clouds erlauben es, dass unternehmenseigene Cloud-Lösungen bei plötzlicher Mehrbelastung des Systems um beispielsweise zusätzlichen Speicherplatz einer öffentlichen Cloud erweitert werden können. Hybrid-Cloud-Systeme vereinen also meist die Vorteile beider Ansätze: Während Public-Cloud-Systeme vergleichsweise günstig genutzt werden können und viel Speicherplatz bieten, verbleiben sicherheitskritische Daten eines Unternehmens häufig in der Private Cloud.

Multi Cloud: Eine Multi-Cloud ist definiert als Kombination von Cloud-Diensten unterschiedlicher Anbieter. So können Sie beispielsweise eine Public Cloud von Amazon mit einer Public Cloud von Microsoft verknüpfen.

IT-Leistungen in der Cloud selbst werden beim Cloud Computing als sogenannte „Services“ angeboten. Diese unterscheiden sich je nachdem, was die Kunden mit den von ihnen genutzten Cloud-Ressourcen erreichen wollen. Soll der Cloud-Dienst als Entwicklungsumgebung für eine neue App fungieren oder doch eher als ausgelagerter Speicherplatz arbeiten? Im Folgenden erfahren Sie, welche Cloud-Computing-Services es gibt und wofür sie genutzt werden.

Video: YouTube / Algorithmen verstehen


Diese Cloud-Computing-Services gibt es

„Infrastructure as a Service“ (Iaas): Diese Ebene des Cloud Computings wird auch Cloud Foundation genannt und enthält IT-Infrastruktur wie ausgelagerten Speicherplatz, Netzwerke oder zusätzliche Rechnerkapazitäten. Hier zeigt sich ein großer Vorteil von „ausgelagerten“ Anwendungen in der Cloud: Dank der flexiblen Skalierbarkeit können Sie im IaaS-Bereich etwa zusätzlich genutzten Speicherplatz jederzeit erweitern, ohne physische Speichermedien dazukaufen zu müssen. Einer der bekanntesten IaaS-Anbieter ist Amazon mit den Amazon Web Services (AWS).

„Software as a Service“ (SaaS): SaaS bezeichnet die Bereitstellung von Softwareanwendungen in Form eines Abonnements. Programme und deren Funktionen liegen nicht mehr als installierte Software auf den Firmenrechnern, sondern „funktionieren“ in einer Cloud. Der Anbieter ist im Zuge des Abonnements für die Aufrechterhaltung der Funktionalität der Software verantwortlich. Das umfasst sowohl die Behebung von Softwarefehlern, als auch das Aufspielen immer neuer Updates.

„Platform as a Service“ (PaaS): PaaS ist eine cloudbasierte Computerplattform, die etwa Entwickler von Webanwendungen nutzen. Durch PaaS-Lösungen haben Softwareentwickler ohne den Zukauf eigener Hardware trotzdem jederzeitigen Zugriff auf eine erweiterbare Entwicklungsumgebung. Dies ist etwa für Tests und die Verwaltung bei der Entwicklung von neuen Apps nützlich.

Serverless Computing: Serverless Computing beschreibt eine Dienstleistung, die meist für die Entwicklung von Apps genutzt wird. Für Kunden, die eine Serverless-Computing-Umgebung nutzen, entfällt die zeitaufwändige Wartung von Servern ebenso wie die Planung von Ressourcen. Der Cloud-Anbieter nimmt dem Kunden darüber hinaus die Kapazitätenplanung ab und kann etwa Speicherressourcen flexibel auch dann anpassen, wenn während eines Entwicklungsprozesses bestimmte Funktionen plötzlich mehr Kapazitäten in Anspruch nehmen.

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Cloud Computing verdrängt immer mehr die klassische Unternehmens-IT.

Künftige Generationen von Computern werden aus Sicht von Dr. Heike Riehl eine Rechenleistung haben, die nach heutigen Maßstäben geradezu unglaublich erscheint, berichtet Dr. Heike Riel. Die Wissenschaftlerin ist IBM Fellow, Head of Science & Technology und Lead of IBM Research Quantum Europe bei IBM Research. Dort leitet sie unter anderem die Forschung zum Thema Quantencomputer. Wie funktioniert dieser und was unterscheidet ihn von einem herkömmlichen digitalen Rechner? Wie weit ist die Forschung im Bereich dieser „Supercomputer“ bereits? Welche bahnbrechenden Erfindungen dürfen wir in den kommenden Jahren erwarten? All das erfahren Sie im Podcast mit Christoph Burseg:


Welche Vorteile bietet Cloud Computing?

Skalierung und Kostenersparnis: Für Unternehmen bietet Cloud Computing viele Vorteile. Einer davon ist die große Kostenersparnis, da Sie keine physische Infrastruktur wie etwa Server-Hardware anschaffen müssen. Dadurch kann Ihr Unternehmen viel Geld sparen. Beispielsweise entfallen für Sie Fixkosten wie die Wartung der firmeneigenen IT-Infrastruktur oder die Stromversorgung.

Durch die Skalierbarkeit von Cloud-Diensten bezahlen Sie immer nur, was Sie auch gerade benötigen. Entwickelt sich eines Ihrer Projekte plötzlich unerwartet „größer“, müssen Sie nicht für zeitlich begrenzte Spitzen gleich teure Rechenleistung durch physische Komponenten hinzukaufen. Dies kann unter anderem dann der Fall sein, wenn Sie etwa einen Webshop betreiben, der an Weihnachten viel mehr Zugriffe auf die Webseite verzeichnet, als an anderen Tagen im Jahr.

Geschwindigkeit: Größere IT-Ressourcen können, wenn sie in der „Wolke“ arbeiten, mit nur wenigen Mausklicks erweitert werden. Das spart Zeit, da keine physischen Komponenten bestellt und aufgebaut werden müssen.

Zuverlässigkeit: Die meisten Betreiber von Cloud-Computing-Lösungen arbeiten mit redundanten Servern an mehreren Standorten. Fällt ein Server aus, steht sofort Ersatz zur Verfügung, da Ihre Daten auch an den anderen Standorten gespeichert, beziehungsweise gespiegelt wurden. Totalausfälle Ihrer IT-Infrastruktur gehören dadurch de facto der Vergangenheit an.

Ortsungebundenheit: Aufgrund des flexiblen Zugriffs auf extern ausgelagerte IT-Strukturen verbessert sich für die Mitarbeiter Ihres Unternehmens das Arbeiten, beispielsweise auf Geschäftsreisen oder im Homeoffice.

 

Arbeitet Ihr Unternehmen bereits mit Cloud-Lösungen? Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen in die Kommentare schreiben.

 


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