Einen Onlineshop aufbauen: 5 Tipps für mehr Erfolg

Digitales Business

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Datum 09.04.2019
Lesezeit 7 Min.

Einen Onlineshop aufbauen: 5 Tipps für mehr Erfolg

Mode, Möbel, Technik, Lebensmittel: Wer mit Waren handelt, kommt am Onlineverkauf kaum vorbei. Die Möglichkeiten für Kundengewinnung und mehr Umsatz sind vielfältig, aber die Konkurrenz für Onlineshops ist ebenfalls groß. Wer also einen Onlineshop aufbauen möchte, sollte sorgfältig planen. 

Bei insgesamt 1,96 Billionen Euro Umsatz im gesamten deutschen Handel sind 10,4 Prozent Umsatz aus E-Commerce im Einzelhandel (Statistisches Bundesamt, März 2019) ein attraktiver Anreiz, über den Aufbau eines Onlineshops nachzudenken. Wer den Schritt zum E-Commerce macht, begibt sich in ein wachstumsstarkes Umfeld – aber mit ganz eigenen Regeln. Wir geben praktische Tipps für den Aufbau eines erfolgreichen neuen Onlineshops und zeigen, was Sie beim und vor dem Verkauf im Netz beachten sollten.

 

Gute Planung: Das Fundament für Ihren erfolgreichen Onlineshop

Wie so oft gilt auch bei der Eröffnung eines Onlineshops, dass eine gute Planung ausgesprochen wichtig und bereits der halbe Weg zum Erfolg ist. Sorgfältige Vorbereitung ist umso bedeutsamer, wenn Sie durch Ihren Beruf nicht unbedingt mit technischen, kaufmännischen und juristischen Themen vertraut sind – Fotografie und Design nicht zu vergessen. Tatsächlich brauchen Sie aus allen diesen Bereichen einiges an Expertise, um einen professionellen Onlineshop aufzubauen. Entweder investieren Sie selbst Zeit und Energie oder Sie holen sich professionelle Hilfe. Gerade, wenn Sie mit Ihrem Onlineshop eine größere Zielgruppe ansprechen möchten, ist ein professioneller Auftritt wichtig.

Zu den Fragen, die Sie vorab beantworten sollten, gehört auch, ob Sie vorrangig an Geschäftskunden (B2B) oder an Privatleute (B2C) verkaufen wollen – und: Brauchen Sie ein Lager? Wer kümmert sich um die Logistik und was geschieht mit retournierter Ware?

Bevor Sie mit der praktischen Umsetzung beginnen, sollten Sie daher einen Businessplan erstellen: Ein solcher Plan ist unerlässlich, wenn Sie beispielsweise staatliche Zuschüsse beantragen oder für den Start Ihres Onlineshops einen Kredit aufnehmen möchten. Doch selbst, wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie unbedingt einen Businessplan für sich selbst erstellen. Eine sorgfältige Konkurrenzanalyse, die realistische Einschätzung der Markt- und Entwicklungschancen sowie ein detaillierter Kostenplan helfen Ihnen dabei, mit den richtigen Vorstellungen an das Abenteuer Onlinehandel heranzugehen.

 

Ausklappbare Informationsgrafik
Eigenkreation / Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

 

Die technische Seite eines Onlineshops

Der Plan steht, Sie sind zuversichtlich, dass die Idee für Ihren Onlineshop erfolgversprechend ist: Nun geht es an die praktische Umsetzung. Eine wichtige Entscheidung betrifft die technische Seite Ihres neuen Onlineshops: Wollen Sie eine Shop-Software wie etwa Magento, Shopify, Oxid oder Shopware verwenden oder soll es ein Baukasten-System sein?

Damit der Online-Einkauf für Ihre kommenden Kunden ein erfreuliches Erlebnis ist, sollte der Shop einige Voraussetzungen erfüllen – und auch für Sie muss der Onlineshop die richtigen Rahmenbedingungen einhalten:

  • Schnelle Ladezeiten: Müssen Kunden zu lange auf die Ladezeiten von Bildern warten oder dauert die Reaktion auf einen Klick zu lange, springen sie häufig wieder ab.
  • Responsive Gestaltung: Ein guter Onlineshop funktioniert auf Smartphone, Tablet und Desktop-PC gleichermaßen flüssig, fehlerfrei und an das jeweilige Gerät angepasst.
  • Kaufabschluss mit wenigen Klicks: Der Aufbau des Shops sollte möglichst einfach sein, sodass der Kaufabschluss mit wenigen Klicks zu tätigen ist. Die Voraussetzung dazu schafft bereits die richtige Software mit einer logischen Struktur und Gliederungsebenen.
  • Bezahlmöglichkeiten: Welche Bezahlmöglichkeiten – beispielsweise Kreditkarten, Sofortüberweisung, PayPal, Nachnahme – wollen Sie anbieten und was davon kann die Shop-Software einbinden?
  • Anzahl der Produkte: Wie groß soll Ihr Sortiment voraussichtlich werden? Achten Sie auf eventuelle Limitierungen und die genauen Lizenzbedingungen bei der Wahl der Software.
  • Schnittstellen: Brauchen Sie eine Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem? Möchten Sie eine Einbindung in Verkaufsplattformen wie Amazon Marketplace, Rakuten, Ebay, Avocado Store oder andere? Dann achten Sie darauf, welche Schnittstellen erforderlich sind und ob die Shopsoftware diese Möglichkeiten bietet.

Anhand dieser Punkte sollten Sie die technische Basis Ihres Onlineshops auswählen. Dabei sollten Sie im Blick haben, dass ein Baukastensystem zwar relativ schnell eingerichtet werden kann, jedoch wenig flexibel ist. Bei anderen, frei gestaltbaren Lösungen ist in der Regel die Anfangsinvestition in das Set-up relativ hoch. Außerdem bleiben Sie möglicherweise auf die Unterstützung einer Agentur oder eines Programmierers angewiesen, wenn es um größere Updates und Veränderungen geht. Daher sollte diese Wahl besonders sorgfältig getroffen werden.

 

Gute Sichtbarkeit im richtigen Umfeld: SEO

Eine klare Struktur, informative Texte sowie grundsätzlich Inhalte, die zur Suchintention der Shopbesucher passen: So können Sie es schaffen, ins Visier Ihrer potentiellen Kunden zu gelangen.

Machen Sie eine einfache Konkurrenzanalyse – denken Sie hierbei zunächst an Ihren geplanten Shop und Ihre Produkte: Nun versuchen Sie, Ihre zukünftigen Mitbewerber per Suchmaschine zu finden. Notieren Sie sich, mit welchen Begriffen Ihnen das gelungen ist. Sollte es erfolgreiche Mitbewerber geben, die Sie mit diesem Test nicht finden, sollten Sie deren Onlineshop detailliert untersuchen. Wie ist der Shop aufgebaut, welche Begriffe werden in den Texten und Produktbeschreibungen verwendet? Lassen Sie sich davon ruhig inspirieren, ohne zu kopieren. Wenn ein Mitbewerber bereits bekannt ist und gute Umsätze macht, ist es erstrebenswert, sich im selben Umfeld zu positionieren und Ihren Shop auf ähnliche Suchbegriffe (Keywords) zu optimieren. Daher sollten die Erkenntnisse aus diesen Konkurrenzbeobachtungen in den strukturierten Aufbau Ihres eigenen Onlineshops einfließen: SEO (Search Engine Optimization), also Suchmaschinenoptimierung, hilft Suchmaschinen wie Google dabei, Ihren Webauftritt richtig einzuordnen.

Dabei sind Klarheit und Konsistenz das oberste Gebot. Wollen Sie Oberhemden verkaufen, sollte sich dies auch eindeutig in der Produktbeschreibung widerspiegeln. Ebenso sollten die verschiedenen Oberhemden idealerweise in einer eigenen Kategorie zusammengefasst werden, vielleicht nach Farben, Preisen oder Schnitten sortiert. So werden Sie mit Ihrem Onlineshop leichter gefunden und verstanden – und das nicht nur von dem sogenannten Suchmaschinen-Crawler, der Ihre Shopseiten indiziert. Es ist auch für Ihre Kunden leichter, sich in nachvollziehbaren Kategorien zu orientieren. Sie schlagen sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn Sie sich an die SEO-Grundlagen halten: Was dem Internetnutzer und Onlineshopper gefällt, “mag” normalerweise auch Google. Unser Artikel zum Thema SEO bietet vertiefende Informationen.

Als weiterer Baustein im Bereich des Online-Marketings kann SEA (Search Engine Advertising), also Werbung in Suchmaschinen, zum Start Ihres Onlineshops sehr hilfreich sein. Später kann sie dazu beitragen, stabile Umsätze zu generieren.

 

Optimale Präsentation: Aussagekräftige Bilder, klares Design

Eine klare Struktur Ihres Onlineshops ist das eine – dass er auch optisch „aufgeräumt” wirkt, ist jedoch ebenso wichtig. Überfrachten Sie die Präsentation Ihrer Waren nicht mit zu vielen Elementen, die Kunden von ihrer Kaufabsicht ablenken könnten: Beispiele hierfür sind die Verwendung vieler verschiedener Schriftarten, stark gemusterte Hintergründe oder animierte Grafiken. Andererseits kann man über Geschmack lange streiten, und selbstverständlich kann und darf Ihr Onlineshop so aussehen, wie es Ihnen persönlich gefällt.

Worüber allerdings kaum gestritten werden kann: Kunden kaufen gern nach der Optik, ganz besonders online. Schließlich ist es kaum vorstellbar, dass jemand eine Hose ausschließlich  anhand der Beschreibung bestellt. Insofern sollten Sie bei den Produktfotos keine Kompromisse eingehen. Aussagekräftige, professionelle Fotos sind für einen Onlineshop unverzichtbar: Selbst bei Produkten, deren Aussehen zweitrangig ist, sorgt ein gutes Produktfoto für besseren Absatz und geringere Rücksendequoten.

Falls Sie Bilder von Dritten verwenden wollen, achten Sie unbedingt auf die notwendigen Rechte zur kommerziellen Nutzung. Auf der sicheren Seite sind Sie normalerweise, wenn Sie die Produktfotos selbst machen:

YouTube / Tobias Gawrisch

 

Vertrauensbasis: So wirkt Ihr Onlineshop seriös

Im Netz ist vieles anonym: Für einen erfolgreichen Start sollte Ihr Onlineshop unbedingt vertrauenswürdig wirken. Eine schnelle, gut funktionierende Shopseite mit professioneller Gestaltung, aussagekräftigen Bildern und detaillierten Produktbeschreibungen stellt dafür bereits eine gute Basis dar. Äußerlichkeiten sind aber nicht alles – diese wichtigen Punkte sollten Sie ebenfalls berücksichtigen:

  • Gültiges Sicherheitszertifikat: Ihr Shop sollte SSL-verschlüsselt sein und über ein gültiges Sicherheitszertifikat verfügen. Sonst meldet der Browser Ihren Kunden womöglich, dass es sich um eine „nicht sichere” Webseite handelt.
  • AGB und Impressum: Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum gehören wie einige andere Dinge zu den notwendigen Informationen, die leicht zugänglich sein müssen. Das schreibt einerseits der Gesetzgeber vor, andererseits wirken versteckte Kontaktinformationen und Geschäftsbedingungen unseriös.
  • Versandbedingungen: Die Konditionen für Versand sollten ebenfalls schnell zugänglich sein – was kostet der Versand, wohin versenden Sie (Packstationen, deutsche Inseln, Ausland), gibt es gegebenenfalls kostenfreien Rückversand, welche Lieferdienste verwenden Sie, und so weiter.
  • Datenschutz und Cookies: Als Betreiber eines Onlineshops müssen Sie nicht erst seit Inkrafttreten der DSGVO sorgfältig auf die Ihnen anvertrauten Daten achten. Wenn Sie mit Bank- und Kreditkartendaten Ihrer Kunden zu tun haben, Newsletter oder Infopost versenden, sind Sie zu ganz besonderer Sorgfalt verpflichtet und müssen Ihre Kunden über die getroffenen Maßnahmen und ihre Rechte aufklären.
  • Zahlungsmöglichkeiten: Eine Auswahl von mehreren Zahlungsoptionen stärkt das Vertrauen – Kreditkarte, PayPal, Nachnahme oder Versand auf Rechnung bieten dem Kunden Sicherheit gegen Betrug. So werden Sie schneller einen erfolgreichen Shop etablieren, als wenn Sie beispielsweise nur Vorkasse anbieten.
  • Bewertungen: Lassen Sie sich und Ihre Produkte von Kunden bewerten, wie es etwa Amazon oder Ebay vormachen: Im besten Fall bekommen Sie gute Bewertungen und werden weiterempfohlen – im schlechten Fall haben Sie die Möglichkeit, aus der Kritik zu lernen und können Ihre Abläufe optimieren oder mangelhafte Produkte auslisten.

 

Bleiben Sie am Ball

Das Vorhaben „Onlineshop” ist zu Beginn sicher aufwändiger als später im laufenden Betrieb, doch mit dem Aufsetzen der Webseite und regelmäßiger Bearbeitung der eingehenden Bestellungen allein ist es nicht getan.

Wollen Sie langfristig mit Ihrem E-Commerce-Angebot erfolgreich sein, sollten Sie Zeit und Geld in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Shops investieren. Analysieren Sie dazu regelmäßig die Besuche Ihres Shops, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen: Zeigt die Auswertung beispielsweise, dass Ihre Besucher häufig im Warenkorb „aussteigen”, prüfen Sie den Bezahlvorgang auf Fehler.

Und nicht zuletzt: Bleiben Sie in Sachen Konkurrenzbeobachtung am Ball und informieren Sie sich regelmäßig zu Trends im Onlinegeschäft, damit Sie erfolgreich werden und bleiben.

 

Zusammenfassung

  • Als Voraussetzung für viele wichtige Entscheidungen sollte der Aufbau eines Onlineshops sehr sorgfältig geplant werden.
  • Für Erfolg im E-Commerce sind Kenntnisse in sehr unterschiedlichen Gebieten erforderlich, wenn Sie dafür keine Experten engagieren können oder wollen.
  • Für nachhaltigen Erfolg sollten Sie immer wieder Zeit und Aufwand in die Pflege Ihres Onlineshops investieren.
  • Verwenden Sie möglichst hochwertiges und aussagekräftiges Bildmaterial.
  • Achten Sie darauf, die gängigen Standards wie SSL-Verschlüsselung einzuhalten und die Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung zu berücksichtigen.

 

Haben Sie bereits Erfahrungen in Sachen E-Commerce? Für welche Shopsoftware haben Sie sich entschieden und warum? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

 

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