Das Ende von Stadt der Schatten erklärt: Das steckt hinter der Mordserie

Bekannte Persönlichkeiten werden an berühmten Gebäuden in Barcelona auf grausame Weise ermordet: Darum dreht sich die spanische Netflix-Krimiserie "Stadt der Schatten". Aber was steckt hinter den Verbrechen? Und warum haben es die Killer:innen ausgerechnet auf diese Opfer abgesehen? Das Ende von "Stadt der Schatten" erklären wir Dir hier!

Achtung, der folgende Text enthält natürlich Spoiler zu "Stadt der Schatten". Wenn Du die Serie noch nicht gesehen hast, solltest Du lieber nicht weiterlesen.

So entwickelt sich Stadt der Schatten bis zum spannenden Ende

Die spanische Miniserie "Stadt der Schatten" beginnt mit der Entführung und grausamen Ermordung eines einflussreichen Bauunternehmers. Er wird auf dem Balkon eines bekannten Gebäudes in Barcelona verbrannt: der Casa Milà, einem Werk des Architekten Antoni Gaudí.

Der eigensinnige Inspektor Milo Malart (Isak Férriz) soll das Verbrechen aufklären. Dabei ist er seit seiner Suspendierung nicht mehr im Dienst. Ihm zur Seite steht eine neue Kollegin, Inspektorin Rebeca Garrido (Verónica Echegui).

Schon früh vermuten die beiden ungleichen Ermittler:innen, dass hinter dem Mord ein:e Serienkiller:in steckt. Ihre Kolleg:innen zweifeln, doch bald folgt ein weiterer Mord. Der Leiter eines Waisenhauses wird auf ähnliche Weise umgebracht, ebenfalls an einem Gaudí-Bauwerk.

Netflix-Haushalt einrichten und aktualisieren: So geht’s Schritt für Schritt

Die beiden Toten waren mächtige Männer mit schmutzigen Geheimnissen. Alle Spuren führen in ihre Vergangenheit und zu tief verwurzelten Machtstrukturen in der Stadt. Die Morde sind bewusst an ikonischen Orten inszeniert, um Barcelona zu erschüttern. Die Bevölkerung gerät zunehmend in Panik. Ein Starjournalist ist das nächste Opfer.

Dann wird Richterin Susana Cabrera (Ana Wagener) entführt – ausgerechnet eine alte Freundin von Milo Malart. Die Ermittler:innen setzen alles daran, die Killer:innen zu stoppen. Der Druck steigt, weil ein Besuch des Papstes in Barcelona ansteht.

Am Ende führt "Stadt der Schatten" alle Fäden zusammen. Aber wer überlebt, wer sind die Verbrecher:innen und was steckt hinter ihrem Rachefeldzug?

Wer sind Gaudís Schatten und warum morden sie?

In der letzten Folge der Miniserie erfahren die Zuschauer:innen, wer hinter den brutalen, symbolträchtigen Morden in Barcelona steckt: ein Geschwisterpaar, Héctor und Helena Guitart. Sie haben ihre Verbrechen akribisch geplant, als Rachefeldzug. Am Ende von "Stadt der Schatten" bekommt das Publikum auch eine Erklärung für ihre Taten.

Die Mörder:innen bezeichnen sich selbst als "Gaudís Schatten". Das G-Symbol bezieht sich nicht nur auf Gaudí, sondern auch auf ihren Nachnamen. Ihr Leben wurde Stück für Stück durch die Machenschaften mächtiger Menschen zerstört. Eigentlich wuchsen sie in geordneten Verhältnissen auf. Der Familie ging es gut. Doch nach dem tragischen Tod ihrer Mutter bei einem Autounfall verfällt ihr Vater den Drogen.

Dann lässt Bauunternehmer Pintó ihr Zuhause abreißen, um Platz für einen lukrativen Neubau zu schaffen. Als die Behörden die Gegend räumen wollen, stirbt ihr Vater vor den Augen der Kinder. Sie bleiben ganz allein zurück. Richterin Susana Cabrera unterzeichnet eine Anweisung, mit der Héctor und Helena ins Waisenhaus La Ferradura geschickt werden.

„The Beast in Me“ – Ende erklärt: Hat Nile seine Frau ermordet?

Dort sind die Kinder jahrelang den Misshandlungen von Heimleiter Félix Torrens ausgesetzt. Er missbraucht Helena und sperrt ihren Bruder tagelang ohne Wasser und Essen im Keller ein. Erst nach Jahren können die beiden das Waisenhaus verlassen und zu ihrer Tante ziehen. Helena arbeitet später als Sicherheitskraft im Museum, Héctor bei der Gaudí-Kathedrale Sagrada Família.

Als das Viertel, in dem sie leben, zum Abriss freigegeben wird, brechen alte Wunden wieder auf. Sie erkennen, dass Zeit nichts heilt – erst recht nicht, wenn die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Korrupte Männer wie Pintó und Torrens sind weiterhin mächtig und ziehen die Strippen. Solche Täter überleben, während die Armen unter dem Deckmantel des Fortschritts vernichtet werden. Darum beschließen die Geschwister, sich an ihren Peinigern zu rächen.

Den Starjournalisten Mauricio töten sie, um ihre Spuren zu verwischen. Eigentlich tat er etwas, was ihnen entgegenkam: Er hatte dafür gesorgt, dass Bilder der Morde und Opfer zur besten Sendezeit im Fernsehen liefen. Damit rücken die Morde endgültig ins Rampenlicht.

Feuer, Gaudí-Gebäude, der Keller: Was steckt hinter der Symbolik?

Héctors und Helenas Verbrechen spiegeln ihre persönliche Tragödie wider. Darum wählen sie starke Symbole, die mit ihrem Leid verbunden sind. Die dunklen Keller erinnern an den Raum, in dem der Junge als Kind immer wieder eingesperrt wurde. Das Feuer steht für seine über Jahre angestaute Wut. Das Mausoleum, in dem die Richterin gefangen ist, ist die Grabstätte von Héctors und Helenas Eltern.

„In seinen Händen“ von Harlan Coben: Das Ende der Netflix-Serie erklärt

Und die Gaudí-Bauwerke? Helena liebte dessen Architektur als Kind. Doch das ändert sich im Waisenhaus: Immer wenn Torrens sie in seinem Büro sexuell missbraucht, blickt sie auf ein Bild mit Werken des Architekten, das im Zimmer hängt. Indem die Geschwister Gaudís berühmte Wahrzeichen in Tatorte verwandelten, beflecken sie kulturelle Ikonen.

Die Geschwister wissen, dass sie den Kapitalismus nicht zerstören können – dafür ist er zu einflussreich. Aber sie hoffen, dass sie die Bevölkerung mit der Wahl der Tatorte, Methoden und Opfer beeinflussen können – und eine antikapitalistische Stimmung hervorrufen.

Stadt der Schatten: Was passiert am Ende mit Héctor und Helena?

Die Geschichte von Héctor und Helena endet in "Stadt der Schatten" tragisch. Am Tag des Papstbesuchs bereiten sich Bruder und Schwester auf einen Selbstmordanschlag vor, der die Mächtigen in der Kathedrale Sagrada Família bestrafen soll. Doch Milo und Rebeca entdecken den Plan rechtzeitig. Zuerst finden die Polizist:innen Héctor, in die Enge getrieben und ohne Ausweg. Er setzt sich selbst in Brand und stirbt auf dieselbe Weise wie seine Opfer.

Game of Thrones“: Diese (Fehl-)Entscheidungen ärgern Fans bis heute

Milo stellt Helena im Palau Güell. Sie gesteht dem Ermittler, dass sie ihren Bruder auf den Weg der Rache geführt hat. Mit seinem Tod verliert sie jede Hoffnung. Auch sie setzt sich in Flammen und stürzt sich von der Terrasse in die Tiefe.

Können Milo und Rebeca Richterin Susana retten?

Im allerletzten Moment schaffen es Milo und Rebeca, Richterin Susana Cabrera zu retten. Durch Helenas letzte Worte erkennt der Inspektor, dass die Geschwister ihr letztes Opfer lebendig eingemauert haben. Als Ort entpuppt sich das Familienmausoleum der Guitarts. Die Ermittler:innen finden die Richterin Susana lebendig vor.

Susanas Rettung hat für Milo eine persönliche Bedeutung: Sie glaubte an ihn, als er nach dem Tod seines Neffen Marc in Konflikt mit seinen Vorgesetzten kam. Dass er sie vor dem Tod bewahren kann, hilft ihm, den Verlust seines Neffen besser zu verarbeiten. Und Susana will nun endlich alles daransetzen, die Korruption in der Polizeibehörde aufzudecken. Schließlich hatten die Bosse von Milo und Rebeca jahrelang ihre schützende Hand über Torrens gehalten.

Mit dem tragischen Finale scheint die Geschichte von „Stadt der Schatten“ eigentlich abgeschlossen. Dennoch stellen sich viele Zuschauer:innen die Frage, ob Netflix die Serie fortsetzen könnte und wie realistisch eine zweite Staffel ist. Mehr zum Thema erfährst Du im folgenden Artikel:

„Stadt der Schatten“ Staffel 2: So stehen die Chancen für eine Fortsetzung