Monster Staffel 3: Die wahre (und verstörende) Geschichte des berüchtigten Killers Ed Gein

Er war ein skrupelloser Mörder, stahl Leichen und fertigte makabre Objekte aus ihrer Haut: Die wahre Geschichte von Ed Gein inspirierte Filme wie "Psycho" und "Das Schweigen der Lämmer". Jetzt wurde sie von Netflix verfilmt. Hier erfährst Du alles zu den realen Hintergründen von "Monster: Die Geschichte von Ed Gein".

Ed Gein gilt als einer der berüchtigtsten Serienmörder der Geschichte. Umgebracht hat er mindestens zwei Frauen. Bekannt wurde er aber vor allem durch andere Gräueltaten: In den 1950er-Jahren raubte er weibliche Leichen aus Gräbern. Anschließend fertigt er aus Haut und Schädeln grausige Objekte.

Um seine Biographie dreht sich Staffel 3 der "Monster"-Anthologie von Ryan Murphy, die den Titel "Die Geschichte von Ed Gein" trägt. Du kannst sie seit dem 3. Oktober 2025 bei Netflix streamen.

Strenge Mutter, gewalttätiger Vater: Die Kindheit von Ed Gein

Edward "Ed" Theodore Gein kommt im August 1906 in der Kleinstadt La Crosse im US-Bundesstaat Wisconsin zur Welt. Er wächst mit Vater George, Mutter Augusta und dem älteren Bruder Henry George auf. Die Ehe der Eltern steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Der Vater arbeitet zeitweise als Tischler oder Versicherungsvertreter, doch keinen seiner Jobs behält er lange.

Er ist alkoholkrank und gewalttätig. Die Mutter hingegen stammt aus einem streng religiösen Elternhaus. Während der Vater das Geld der Familie vertrinkt, hat die Mutter eine dominante Rolle inne: Sie ist extrem kontrollierend und nutzt körperliche Gewalt, um die Kinder zu maßregeln. Widerspruch duldet sie nicht.

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Ihren Söhnen liest Augusta jeden Nachmittag besonders finstere Passagen aus dem Alten Testament der Bibel vor. Beliebte Themen: Tod, Mord und göttliche Vergeltung. Außerdem predigt sie ihnen, die Welt sei ein Sündenpfuhl. Alle Frauen seien Huren und Werkzeuge des Teufels. Sie hätten nichts anderes im Sinn, als Männer zu verführen. Sexualität sei schmutzig und dürfe nur der Fortpflanzung dienen.

1914 zieht die Familie auf eine abgelegene Farm in einer verlassenen Gegend, fernab von Nachbar:innen. Augusta will ihre Söhne vor schädlichen Einflüssen schützen. Ed und sein Bruder dürfen das Farmgelände nur verlassen, um zur Schule zu gehen. Der schüchterne Junge ist ein Einzelgänger. Seine Mutter erlaubt ihm nicht, Freundschaften zu schließen. Die anderen Kinder meiden ihn.

Obwohl seine Mutter ihn misshandelt und kontrolliert, vergöttert der junge Ed sie und ist krankhaft besessen von ihr. Sein Bruder und seine Mitschüler:innen machen sich über ihn lustig und nennen ihn Muttersöhnchen.

Der Tod der ganzen Familie: Die wahre Geschichte von Ed Gein

Geins Vater stirbt 1940 an Herzschwäche. 1944 kommt Bruder Henry bei einem Feuer auf dem Gelände ums Leben. Die Umstände sind merkwürdig: Henry ist nicht verbrannt, sondern weist Prellungen am Kopf auf. Die Polizei untersucht den Fall nicht, eine Autopsie bleibt ebenfalls aus. Später vermuten Ermittler:innen, dass Henry das erste Opfer des Serienmörders gewesen sein könnte.

Gein lebt nun allein mit seiner geliebten Mutter auf der Farm in der Nähe von Plainfield. Nach einem Schlaganfall widmet er sich ihrer Pflege und liest ihr aus der Bibel vor. Einmal sind die beiden bei einem Nachbarn namens Smith, um Stroh zu kaufen.

Dort ereignet sich etwas Grauenvolles: Smith prügelt auf einen Hund ein. Eine Frau rennt aus dem Haus und schreit ihn an, dass er aufhören soll. Doch Smith erschlägt das Tier. Augusta ist von dem Vorfall geschockt – aber nicht etwa über das grausame Verhalten von Smith. Sie ist empört darüber, dass die Frau aus Smith' Haus kommt, aber nicht mit ihm verheiratet ist. Gegenüber Ed Gein nennt die Mutter sie eine Hure.

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Nach einem zweiten Schlaganfall stirbt Augusta Ende 1945. Gein ist am Boden zerstört und bleibt allein auf dem Familienanwesen zurück. Der Mann verdient seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten für die Stadt.

Er beginnt Abenteuerromane und sogenannte Pulp-Magazine zu lesen – billige Heftchen mit Sci-Fi-, Fantasy- und Horrorgeschichten. Besonders interessiert er sich für grausame Geschichten über Nazis und Kannibalismus. So wird er auf die Geschichte der sadistischen "Hexe von Buchenwald" aufmerksam, Ilse Koch. Deren Ehemann war Kommandant des Konzentrationslagers. Sie soll tätowierte Hautstücke von Lagerinsass:innen benutzt haben, um daraus Etuis und Lampenschirme anfertigen zu lassen.

Nach und nach trennt Ed Gein Bereiche des Hauses ab, in denen sich seine Mutter besonders oft aufgehalten hat. Er belässt alles im ursprünglichen Zustand und verwandelt die Zimmer in eine Art Schrein.

Morde und Objekte aus Menschenhaut: Die furchtbaren Taten von Ed Gein

1957 wird die Polizei auf Ed Gein aufmerksam. Die Ladenbesitzerin Bernice Worden wird vermisst und er war kurz vorher in ihrem Geschäft. Die Ermittler:innen kommen zur Farm, wo sie eine entsetzliche Entdeckung machen: Die Leiche der 58-Jährigen hängt an ihren Füßen in einer Scheune. Gein hatte die Frau in ihrem Geschäft erschossen. Dann nimmt er die Leiche mit, köpft sie und weidet sie aus wie ein Tier. Den Kopf legt er in einen Sack, das Herz in einen Plastikbeutel.

Die Polizei durchsucht das Haus und macht weitere makabre Entdeckungen. Im ganzen Haus finden die Ermittler:innen Überreste von mindestens 15 weiteren Leichen. Gein hatte daraus Gebrauchsgegenstände und Möbel gefertigt. Darunter ist ein "Frauenanzug" aus Haut, in den er schlüpfen kann.

Gefunden werden auch ein Mülleimer und Stuhlbezüge aus Menschenhaut, Masken, ein Lampenschirm aus Gesichtern sowie Leggings aus Hautstücken von Beinen. Aus den Schädeln machte er Schüsseln und Näpfe für seine Hunde und Katzen. Die Polizei findet außerdem einen Gürtel aus Brustwarzen sowie Sammlungen von Nasen, Fingernägeln und weiblichen Geschlechtsteilen. Auf den Bettpfosten stehen Schädel.

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Gein hatte die Leichen von drei Friedhöfen in der Umgebung gestohlen – ausschließlich von Frauen, meist im mittleren Alter. Sie hätten ihn an seine Mutter erinnert, sagt er später. 40-mal will er sich innerhalb von fünf Jahren zu Friedhöfen begeben haben. Aber er gibt nur den Leichenraub aus neun Gräbern zu.

Der Killer gesteht außerdem einen weiteren Mord: 1954 hatte er die Barbesitzerin Mary Hogan erschossen, die seitdem vermisst wird. Ihren Schädel spüren die Ermittler:innen in einer Box auf.

1958 wird das Horrorhaus von Ed Gein bei einem Feuer zerstört. Die Ursache ist bis heute ungeklärt.

Verurteilung und Tod von Ed Gein: Die wahre Geschichte

Im November 1957 klagen die Behörden Ed Gein wegen Mordes an. Psychiater diagnostizieren jedoch eine Schizophrenie und halten ihn für unzurechnungsfähig. Die Polizei untersucht weitere Fälle von vermissten Menschen in der Gegend, kann Gein aber nichts nachweisen.

1968 wird er als verhandlungsfähig eingestuft und wegen eines Mordes angeklagt, dem an Bernice Worden. Dass der Fall Mary Hogan nicht mit aufgenommen wird, hat offenbar Kostengründe. Das Gericht hält Gein für schuldig.

In einem zweiten Prozess geht es um seinen Geisteszustand: Dort wird er für "nicht schuldig aufgrund von Unzurechnungsfähigkeit" erklärt. Gein wird in eine psychiatrische Klinik in Wisconsin eingewiesen, wo er den Rest seines Lebens verbringt. 1984 stirbt er im Alter von 77 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs.

Ed Gein sitzt allein am Tisch der Verteidigung bei seiner Gerichtsverhandlung im Jahr 1968.

Die grauenvollen Taten von Ed Gein in der Popkultur

Die makabren Machenschaften des Killers inspirierten mehrere Autor:innen und Filmmacher:innen. Schon 1959 widmete sich Robert Bloch der wahren Geschichte von Ed Gein – vor allem der Beziehung zu seiner Mutter. Das verarbeitete er im Thriller "Psycho", der 1960 von Alfred Hitchcock verfilmt wurde.

Auch die Figur "Leatherface" im Horrorfilm "The Texas Chainsaw Massacre" (1974) basiert auf Gein. Der Roman "Das Schweigen der Lämmer" (1988) und die Verfilmung von 1991 thematisieren unter anderem den Umgang des Verbrechers mit menschlicher Haut. Ed Geins Taten lieferten offenbar die Idee zum Serienmörder Buffalo Bill (Ted Levine) in Film und Buch. In dem Blockbuster brillieren Jodie Foster und Sir Anthony Hopkins.

https://www.youtube.com/watch?v=rogj56HVMLg

Für Staffel 3 seiner "Monster"-Anthologie hat sich nun Ryan Murphy der wahren Geschichte von Ed Gein angenommen. Damit endet die Serie aber nicht, denn eine vierte Staffel ist bereits bestätigt – und dreht sich um einen brutalen Doppelmord:

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