- Das Wichtigste in Kürze
- Elizabeth Smart: Die wahre Geschichte hinter ihrer Entführung
- Die Suche: Elizabeth Smart ist wie vom Erdboden verschluckt
- Endlich frei: Der Entführer fliegt auf
- Was Elizabeth Smart während ihrer Entführung erlebte
- Der Täter: Brian Mitchell
- Die Mittäterin: Wanda Barzee
- Die wahre Geschichte von Elizabeth Smart: Ihr Leben nach der Entführung
Ein spektakulärer Entführungsfall, der die US-Öffentlichkeit monatelang in Atem hielt und der bis heute nachwirkt: Die fesselnde wahre Geschichte hinter "Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart" fassen wir im Folgenden für Dich zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
- Netflix zeigt die rund 90-minütige Doku „Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart” ab dem 21. Januar 2026.
- Elizabeth Smart wurde im Juni 2002 entführt und erst gut neun Monate später befreit.
- Der Täter und seine Helferin wurden gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt.
- Elizabeth Smart engagiert sich seit Jahren unter anderem gegen sexuelle Gewalt.
Elizabeth Smart: Die wahre Geschichte hinter ihrer Entführung
Federal Heights, ein wohlhabendes Viertel von Salt Lake City, Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah. Hier wohnt auch die Mormonen-Familie von Ed und Lois Smart mit ihren sechs Kindern. Es ist die Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2002, die Nacht, die für ein Mitglied der Familie alles verändern sollte.
Die 14-jährige Elizabeth und ihre neunjährige Schwester Mary Katherine schlafen in ihrem gemeinsamen Zimmer, als plötzlich ein Mann vor ihren Betten steht: weiß, mittelgroß, mittleren Alters. Der Einbrecher bedroht Elizabeth mit einem Messer und zwingt sie, mit ihm das Zimmer zu verlassen. Mary Katherine stellt sich schlafend.
Als sie glaubt, ihre Schwester und der Mann haben das Haus verlassen, will sie ihre Eltern alarmieren. Dabei läuft sie beinahe Elizabeth und dem Entführer in die Arme. Mary Katherine versteckt sich in ihrem Bett. Erst rund zwei Stunden später, gegen 4 Uhr am Morgen des 5. Juni, weckt sie ihre Eltern.
Die Suche: Elizabeth Smart ist wie vom Erdboden verschluckt
Von Elizabeth Smart und ihrem Entführer fehlt jede Spur. Es gibt auch keine Lösegeldforderung. Ed und Lois Smart richten sich via TV an den Entführer. Sie starten eine Kampagne, die auf ihre Tochter aufmerksam machen soll. Ed Smart setzt sogar 250.000 US-Dollar Belohnung für sachdienliche Hinweise aus.
Eine Suchaktion mit tausenden Freiwilligen und Hunden sowie Flugzeugen endet nach mehreren Tagen ergebnislos. Die Polizei ermittelt einen Verdächtigen, der stellt sich jedoch als unschuldig heraus. Im Oktober 2002, rund vier Monate nach dem Verschwinden ihrer Schwester, erinnert sich Mary Katherine an ein Detail aus der Nacht der Entführung: an die Stimme des Mannes, der sie überfallen hat.
Der Entführer könne ein Mann namens Immanuel sein, der im November 2001 einen Tag bei den Smarts am Haus gearbeitet habe. Ein Obdachloser, der für ein paar Dollar im Garten und auf dem Dach tätig war.
Die Polizei ist zunächst skeptisch, da Immanuel nur sehr kurz bei den Smarts gearbeitet hatte. Zudem war seitdem fast ein Jahr vergangen und Mary Katherine hatte nur wenige Worte des Entführers gehört. Das Phantombild des mutmaßlichen Entführers veröffentlicht die Polizei daher erst am 3. Februar 2003.
Die TV-Sendung "America's Most Wanted" zeigt das Bild und weitere Informationen landesweit. Das ist der Durchbruch bei der Suche nach dem Mädchen – die entscheidende Wende in der wahren Geschichte von Elizabeth Smart.
Endlich frei: Der Entführer fliegt auf
Denn Verwandte des Gesuchten melden sich nach der TV-Ausstrahlung bei der Polizei: Es handele sich bei "Immanuel" um Brian Mitchell, einen 1957 in Salt Lake City geborenen Mann, der zuletzt als Obdachloser und selbst ernannter Prophet aufgefallen war.
Am 12. März 2003 wird Mitchell unabhängig voneinander von zwei Paaren in Sandy/Utah, nur wenige Kilometer von Federal Heights entfernt, zusammen mit einer Frau und einem Mädchen gesehen. Die Zeugen melden sich sofort bei der örtlichen Polizei, die wenig später das verdächtige Trio aufgreift.
Die Frau ist Mitchells Ehefrau Wanda Barzee, das Mädchen tatsächlich Elizabeth Smart – verkleidet mit einer Perücke, Sonnenbrille, Schleier und einem um den Kopf gewickelten T-Shirt. Mitchell und Barzee werden festgenommen, Elizabeth trifft auf der Polizeiwache ihre Familie wieder – nach über neun Monaten in der Gewalt ihres Entführers.
Was Elizabeth Smart während ihrer Entführung erlebte
Direkt nach ihrer Befreiung scheint Elizabeth noch unter dem Bann ihres Entführers zu stehen. Sie nennt sich Augustine Marshall – das ist der Name, den Mitchell ihr gab. Die lange Isolation von ihrer Familie, die Entfernung von ihrem normalen behüteten Leben zeigt Wirkung.
Was Elizabeth in den Monaten zuvor erlebt, ist kaum vorstellbar. Mitchell betrachtet das Mädchen in einer Art religiösen Wahn als seine Zweitfrau, die ihm im Kampf gegen den Antichristen beistehen solle.
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Er vergewaltigt Elizabeth noch in der Nacht der Entführung und später immer wieder, an einigen Tagen sogar mehrfach. Er droht, sie umzubringen, flößt ihr Alkohol und Drogen ein, um ihren Widerstand zu brechen. Mitchell lässt sein Opfer hungern, füttert es mit Müll. Zeitweise wird Elizabeth an einen Baum gefesselt, um sie an der Flucht zu hindern.
Mitchell, Barzee und ihr Opfer hausen in Kellern und Zelten, campieren unter freiem Himmel. Zunächst in und um Salt Lake City, später auch im kalifornischen San Diego.
Der Täter: Brian Mitchell
Brian Mitchell ist zum Zeitpunkt der Entführung von Elizabeth Smart das, was wir eine gescheiterte Existenz nennen. Nach schwieriger Kindheit in einer Großfamilie, Jugendknast, Alkohol- und Drogenproblemen und zwei gescheiterten Ehen mit insgesamt vier Kindern heiratet er Mitte der 1980er-Jahre Wanda Barzee, geschiedene Mutter von sechs Kindern.
Beide engagieren sich in einer Mormonen-Gemeinde. Schließlich nennt sich Mitchell "Immanuel David Isaiah" und behauptet, ein Prophet Gottes zu sein, der Visionen hat. Das Paar lebt auf der Straße, bettelt und predigt. Es wird aus der Kirche ausgeschlossen, wenig später entführt Mitchell dann Elizabeth Smart.
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Brian Mitchell und Wanda Barzee werden noch im März 2003 wegen schwerer Entführung, schwerer sexueller Nötigung und schweren Einbruchs angeklagt. Der Prozess gegen Mitchell kommt jedoch lange Zeit nicht in Gang, denn der Angeklagte wird wiederholt für verhandlungsunfähig erklärt.
Das Gerichtsverfahren gegen ihn beginnt somit erst im November 2010. Am 10. Dezember 2010 befinden die Geschworenen Mitchell der Entführung und des unrechtmäßigen Transports einer Minderjährigen mit der Absicht, sexuelle Handlungen an ihr vorzunehmen, für schuldig.
Ein halbes Jahr später verkündet ein Richter das Urteil: zweimal lebenslänglich in einem Bundesgefängnis. Brian Mitchell sitzt bis heute ein.
Die Mittäterin: Wanda Barzee
Mitchells Frau und Mittäterin Wanda Barzee wird im November 2009 wegen ihrer Beteiligung an der Entführung zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im September 2018 kommt die 72-Jährige nach neun Jahren frei, da ihr die Haftzeit vor dem Prozess angerechnet wird. Nach ihrer Entlassung ist sie im Bundesstaat Utah als Sexualstraftäterin registriert.
Am 1. Mai 2025 wird Barzee festgenommen, weil sie gegen das Gesetz des Bundesstaates Utah verstoßen hat, das die Bewegungsfreiheit von Sexualstraftätern einschränkt: Sie hatte sich in einem Park aufgehalten.
Die wahre Geschichte von Elizabeth Smart: Ihr Leben nach der Entführung
Wichtiger als das weitere Leben von Täter und Täterin ist aber die Frage, welche Konsequenzen die Ereignisse für das Opfer haben. Von außen betrachtet gleicht der Lebenslauf von Elizabeth Smart dem einer normalen jungen Frau. Nach der Highschool studiert sie Musik, macht ihren Abschluss.
2012 heiratet sie, heute ist sie Mutter dreier Kinder. Aber die wahre Geschichte von Elizabeth Smart hat noch eine ganz andere Seite. Schon bald nach der Entführung beginnt sie, sich für die Themen zu engagieren, die für ihr weiteres Leben bestimmend sein sollten: Kindesmisshandlung, die Opfer sexueller Gewalt, vermisste Personen.
Bereits 2006 spricht sie vor dem US-Kongress, um ein Gesetz gegen Sexualstraftäter zu unterstützen. 2011 gründet sie die Elizabeth Smart Foundation, die sich für Opfer sexueller Gewalt einsetzt und Prävention betreibt. Sie arbeitet als TV-Journalistin und Produzentin, schreibt Bücher, hält Vorträge.
Als sie 2019 an Bord einer Linienmaschine von einem männlichen Passagier sexuell belästigt wird, gibt sie die passende Antwort. Sie meldet den Vorfall bei der Airline und, noch viel wichtiger, startet eine Initiative namens Smart Defense, die Mädchen und Frauen helfen soll, sich bei sexuellen Übergriffen selbst verteidigen zu können.
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