Karate Kid: Legends ­ Filmkritik: Die Rückkehr ins Kino, aber auch zu alter Stärke?

„Karate Kid: Legends“ hat eine schwere Aufgabe: Der Film soll die Originalfilm-Reihe (ab 1984), die Netflix-Serie „Cobra Kai“ (bis 2025) und das Reboot (2010) zusammenführen. Wie der Film das macht und ob er das Franchise zu altem Glanz aufpolieren kann, erfährst Du in unserer „Karate Kid: Legends“-Kritik.

Mit „Karate Kid: Legends“ startet nach 15 Jahren endlich wieder ein Karate Kid-Film im Kino. Wir haben den Streifen für Dich vor dem Kinostart am 29. Mai 2025 gesehen. In unserer Kritik zu „Karate Kid: Legends“ verraten wir Dir, ob und wie der neue Jackie Chan-Film funktioniert.

Vorab siehst Du hier den offiziellen Trailer zu „Karate Kid: Legends“:

Die Handlung von Karate Kids: Legends

Li Fong (Ben Wang) zieht mit seiner Mutter (Ming-Na Wen) von Peking nach New York. In Peking hat er unter Anleitung seines Lehrmeisters Mr. Han (Jackie Chan) Kung Fu gelernt. Nach einer Tragödie in der Familie verbietet Lis Mutter ihm mit Kampfsport jedweder Art weiterzumachen. Leichter gesagt als getan.

In New York freundet sich Li mit Mia Lipani (Sadie Stanley), Tochter des Ex-Preisboxers und Pizzeria-Betreibers Victor Lipani (Joshua Jackson) an. Diese ist zufälligerweise auch die Ex-Freundin des brutalen Karate-Champions Connor Day (Aramis Knight). Connor verkraftet es allerdings ganz und gar nicht, dass Mia nun mit Li anbandelt.

Nach ersten, konfliktreichen Aufeinandertreffen fordert Connor den zugezogenen Li heraus, am hochdotieren Karate-Turnier Five Boroughs teilzunehmen. An diesem Punkt tritt auch Lis Kung Fu-Meister Mr. Han wieder auf den Plan und hat Unterstützung im Gepäck: Daniel LaRusso (Ralph Macchio), das originale Karate Kid aus der 80er-Jahre-Reihe.

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Das macht der neue Karate Kid-Film anders

Die Prämisse der „Karate Kid“-Reihe war schon immer so simpel, dass sie bis heute gut funktioniert: Ein Jugendlicher wird gemobbt und lernt im Kampfsport innere Balance und richtig coole Moves. So haben es die vier originalen Filme erzählt, so predigte es die Spin-off-Serie „Cobra Kai“ sechs Staffeln lang und so wiederholte es das „Karate Kid“-Reboot von 2010 mit Jaden Smith und Jackie Chan in den Hauptrollen.

Was trägt „Karate Kid: Legends“ nun Neues zu dieser Formel bei? Ganz einfach: Er macht aus dem Karate Kid Li Fong keinen Anfänger, denn er ist bereits talentierter Kung Fu-Newcomer. Im Laufe des Films unterrichtet Li sogar selbst ganz kurz – wir wollen nicht spoilern.

Die Herausforderung, die Kampfkunst nicht weiter betreiben zu dürfen, gibt der Hauptfigur tatsächlich eine leicht andere Motivation. Von der Prämisse erinnert „Karate Kid: Legends“ eher an „Karate Tiger“ (1986), der im Zuge des „Karate Kid“-Erfolgs entstanden ist.

Ben Wang steht in dieser Szene aus Karate Kid: Legends kampfbereit in einem weißen Shirt mit rotem Gürtel in einer Menschenmenge. Mit entschlossenem Blick und fokussierter Haltung signalisiert er Bereitschaft und Mut. Hinter ihm jubelt eine diverse Gruppe junger Zuschauer – ein emotionaler Moment für die Karate Kid: Legends Kritik.

So verbindet Karate Kid: Legends die bisherigen Titel   

Jetzt fragst Du Dich natürlich, wie elegant „Karate Kid: Legends“ die Original-Filme, „Cobra Kai“ und das Reboot miteinander verbindet. Unserer Meinung nach charmant, aber nicht elegant. Es wird angedichtet, dass Mr. Miyagi (Pat Morita) – Lehrmeister des originalen Karate Kids – eine lange Freundschaft mit Mr. Han (Jackie Chan) verbindet. Darüber hinaus seien die jeweiligen Familien ebenfalls eng miteinander verknüpft.

Diese Verflechtungen dienen der Geschichte und wir akzeptieren es gerne – auch wenn es natürlich in den Filmen zuvor noch keinerlei Anzeichen dafür gab. Selbst in der Serie „Cobra Kai“, in der Mr. Miyagis Vergangenheit sehr ausführlich beleuchtet wurde, ist davon nicht die Rede.

Generell halten sich die Verweise auf „Cobra Kai“ in Grenzen. Du musst die Serie nicht gesehen haben, um den Film zu verstehen und das scheint auch so gewollt zu sein. Der „Karate Kid“-Protagonist Dre Parker (Jaden Smith) aus dem 2010er-Reboot wird hingegen mit keiner Silbe erwähnt und damit recht unelegant wegignoriert.

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Im Bild aus Karate Kid: Legends verbeugen sich Jackie Chan und Ben Wang respektvoll voreinander in einem sonnigen Dachgarten. Jackie Chan trägt einen auffälligen orangefarbenen Trainingsanzug, während Ben Wang eine grüne Jacke mit Emblem trägt. Die Szene strahlt Ruhe, Respekt und Verbundenheit aus – passend zur Karate Kid: Legends Kritik

Ein Fest für Martial-Arts-Fans: Newcomer Ben Wang liefert ordentlich ab

In puncto Action ist „Karate Kid: Legends“ eine sichere Bank und überholt mühelos alle bisherigen Einträge der Reihe. Weder die Originalfilme noch „Cobra Kai“ oder gar das Reboot lieferten bisher derart dynamische und packende Zweikämpfe in solch unfassbar guten Kampf-Choreografien.

Dass die Action so gut funktioniert, liegt zu großen Teilen an Newcomer-Talent Ben Wang, der seiner Hauptfigur Li Fong neben der geforderten Körperlichkeit auch den richtigen spitzbübischen Charme verpasst. In diesem Punkt ist er mit Tom Hollands Spider-Man-Interpretation im MCU vergleichbar.

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Auch Aramis Knight („Into the Badlands“) als Antagonist Connor beweist, dass er über profunde Kampfsporterfahrung verfügt und darf im Film ein paar spektakulär fiese Kicks platzieren.

Jackie Chan als Kung Fu-Meister Han beweist ebenfalls, dass er mit seinen 71 Jahren nicht zum alten Eisen gehört. Sobald er die Leinwand betritt, punktet Chan wie üblich sowohl physisch als auch mit einer ordentlichen Portion Humor.

Mit dem kritischen Blick auf die Martial Arts-Fähigkeiten stünde das Original-Karate Kid Ralph Macchio theoretisch hinten an. Aber wenn wir ehrlich sind, erwartet auch niemand von seiner Figur Daniel LaRusso Sprungkicks und Backflips. Innere Ruhe, defensive Kampftechniken und Respekt – dafür steht die Figur auch in „Karate Kid: Legends“ und füllt diese Rolle unserer Meinung nach wieder einmal mehr als sympathisch aus.

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In dieser Szene aus Karate Kid: Legends stehen sich Ben Wang als Li Fong und Ralph Macchio in einer Trainingshaltung gegenüber, während Jackie Chan konzentriert zwischen ihnen steht. Alle drei tragen Freizeitkleidung. Die Szene wirkt intensiv und lehrreich – ein zentrales Motiv für die Karate Kid: Legends Kritik.

Treffsichere Punchlines und Atmosphäre

„Karate Kid: Legends“ läuft mit 94 Minuten deutlich kürzer als das Reboot von 2010, das zähe 140 Minuten lang ist. Dass im aktuellen Film trotz kürzerer Laufzeit deutlich mehr passiert, liegt an dem hohen Erzähltempo. Wir persönlich hätten uns – und das sagen wir wirklich nicht leichtfertig – gerne 15 Minuten mehr Laufzeit gewünscht. Auch, weil Regisseur Jonathan Entwistle („I’m not okay with this“) ein Gespür für Coming-of-Age-Geschichten und Atmosphäre hat.

„Karate Kid: Legends“ ist trotz aller Aufregung auch ein Feel-Good-Kinofilm mit klaren Botschaften zu Freundschaft, Respekt und Leidenschaft – und kommt mit einer ordentlichen Portion Humor daher. Dieser ist nicht „Deadpool“-artig selbstreferenziell, sondern entsteht aus wunderbaren Charakterdynamiken. Der Film nimmt seine Prämisse und seine Figuren ernst und das feiern wir sehr!

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Karate Kid: Legends in der Kritik – Unser Fazit

„Karate Kid: Legends“ ist kurzweilig, charmant und warmherzig. Er kräftigt die Reihe mit cleveren Ergänzungen, ohne dabei die „Karate Kid“-Essenz aus den Augen zu verlieren. Es geht im Kampfsport nicht um Demütigung und Blutvergießen, sondern um innere Stärke und Respekt.

Nach unserer „Karate Kid: Legends“-Kritik können wir sagen: Der Film zelebriert gute Action und behandelt aber auch Jugendliebe und Verlustängste. Dass der Film sich gerne ein paar Minuten mehr hätte nehmen können, ist am Ende auch Geschmackssache. Vielleicht bekommen wir ein Wiedersehen mit den Figuren spendiert?

Fazit: „Karate Kid: Legends“ ist kurzweilig, warmherzig, witzig und führt die Reihe leichtfüßig zu alter Stärke zurück. Die Verbeugung vor den Originalfilmen bereiten gleichzeitig den Weg für eine neue Generation.

Karate Kid: Legends

Genre: Martial Arts / Coming-of-Age
Kinostart: 29. Mai 2025
Laufzeit: 94 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Jonathan Entwistle
Drehbuch: Rob Lieber

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