Der Tiger: Das Ende erklärt – was passiert mit den Soldaten?

Skelette im Panzer, die Party im Bunker und ein Kompass, der verrücktspielt: Wie ist das Ende von "Der Tiger" zu erklären? Mit seinem unerwarteten Twist zum Schluss stellt der deutsche Antikriegsfilm, der hierzulande bei Amazon Prime Video läuft, alles auf den Kopf. 

Achtung, es folgen natürlich Spoiler zur Handlung und dem Ende von "Der Tiger". Wenn Du den Film bei Amazon Prime Video noch nicht gesehen hast, solltest Du lieber nicht weiterlesen. 

Was passiert in Der Tiger bis zum überraschenden Ende?

Die Handlung von "Der Tiger" beginnt acht Monate nach dem Ende der Schlacht von Stalingrad. Die Besatzung eines deutschen Tiger-Panzers kämpft 1943 in der Nähe der Ostfront gegen sowjetische Truppen.

Anführer Philip Gerkens (David Schütter) wartet während eines Einsatzes bis zum letzten Moment, bevor er den Befehl zum Rückzug gibt. Die Deutschen haben an der Dnepr-Brücke bereits eine Bombe platziert, die jeden Moment detonieren wird. Fahrer Helmut (Leonard Kunz) versucht, die Brücke rechtzeitig zu überqueren. Es kommt zu einer Explosion, Flammen sind zu sehen.

Danach werden die fünf Männer auf eine Undercover-Mission geschickt. Bei der Operation "Labyrinth" sollen sie weit hinter der heftig umkämpften Front den Wehrmachtsoffizier Paul von Hardenburg (Tilman Strauß) retten und zurückbringen. Er sollte sich angeblich verstecken und im Besitz von geheimen Dokumenten sein.

Als Gerkens seine vier Crewmitglieder über den Auftrag informiert, sind diese überrascht: Sie gehen davon aus, dass von Hardenburg tot ist. Doch Gerkens verweist immer wieder darauf, dass sie Befehle befolgen müssen.

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Als sich der Panzer auf den Weg macht, geschehen zunehmend seltsame Dinge. Ein Kompass funktioniert nicht mehr, die Uhren sind stehen geblieben, im Inneren eines feindlichen Panzers liegen Skelette – obwohl dieser die Deutschen gerade noch angegriffen hat. Alle fünf Crewmitglieder stehen unter Drogen und können nicht schlafen. Es ist oft unklar, ob etwas "echt" ist oder ob sie halluzinieren. Einer der Männer, Keilig (Sebastian Urzendowsky), stirbt unterwegs.

Helmut, Michel (Yoran Leicher), Christian (Laurence Rupp) und Gerkens erreichen schließlich ihr Ziel – und finden eine bizarre Szene vor: In einem riesigen Bunker im Wald feiern deutsche Soldaten, Sekretärinnen und andere eine ausgelassene Party. Von Hardenburg empfängt Gerkens tief im Inneren des Bunkers, an einer reich gedeckten Tafel. Die beiden Männer kennen sich von der Militärakademie, der Offizier ist der Patenonkel von Gerkens Sohn.

Dann enthüllt der Offizier dem anderen Mann, dass er in Wahrheit tot ist – genau wie Gerkens. Aber was bedeutet diese Szene am Ende von "Der Tiger"?

Sind die fünf Männer aus dem Tiger-Panzer am Ende tot?

Die Zuschauer:innen gehen am Anfang des Films davon aus, dass die Männer die Explosion an der Brücke überlebt haben – schließlich geht die Handlung ja weiter. Doch das Ende von "Der Tiger" verrät: In Wahrheit sind sie gestorben. Es bleibt unklar, ob sie sich in einer Art fantastischer Zwischenwelt befinden. Vielleicht läuft aber auch in den letzten Sekunden vor dem Tod eine Art innerer Film im Inneren von Gerkens ab. Das lässt Regisseur Dennis Gansel ("Die Welle") bewusst offen.

Immer wieder gibt es Hinweise, dass etwas nicht stimmt. Schon als Gerkens seine Männer über den neuen Auftrag informiert, deutet sich das Ende an. Er sagt zu ihnen: "Manche glauben, sie seien tot."

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Aber erst ganz am Ende, im mysteriösen Bunker, kommt alles ans Tageslicht. Während Gerkens und von Hardenburg sich unterhalten, verändert sich die Umgebung. Das Festmahl auf dem Tisch ist tatsächlich verrottet, es stinkt nach Tod.

Es wird klar, dass der Tiger-Panzer nur fünf Menschen aufnehmen kann. Es wäre also gar kein Platz für eine weitere Person gewesen. Doch Gerkens ist so darauf gedrillt, Befehle auszuführen, dass er die Entscheidungen der Obrigkeit nie infrage stellt. Von Hardenburg erklärt seinem Freund, dass er gekommen ist, um ihn auf den rechten Weg zu führen – dabei sollte ja eigentlich Gerkens ihn retten.

Eine Gruppe junger Wehrmachtssoldaten ist auf Patrouille in "Der Tiger".

Die Enthüllung am Ende von Der Tiger: Was ist mit von Hardenburg geschehen?

Am Ende von "Der Tiger" erzählt von Hardenburg seinem Freund, wie er in Stalingrad ums Leben gekommen ist: Er war unter den Trümmern der Traktorenfabrik begraben. Ohne Wasser und Nahrung überstand er fünf Tage und starb dann. In dieser Zeit dachte er über sein Leben nach – und die Rolle, die er und Gerkens bei dem verhängnisvollen Angriff auf eine Fabrik gespielt hatten.

Deshalb will er den anderen Mann in der Zwischenwelt zwischen Leben und Tod wieder treffen. Er macht ihm klar, dass Gehorsam und Pflichterfüllung bei unmenschlichen Befehlen keine Tugenden sind, sondern furchtbare Folgen haben.

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Der Offizier fordert Gerkens auf, mit ihm in die Flammen zu gehen, die in dem Raum am Ende von "Der Tiger" lodern. Diese könnten symbolisch für das Feuer der Hölle stehen.

Was haben Gerkens und von Hardenburg in Stalingrad getan?

Warum sind Gerkens, von Hardenburg und die anderen in der Welt der Lebenden gefangen? Am Ende von "Der Tiger" gibt es dafür eine Erklärung: Die beiden höherrangigen Soldaten haben in Stalingrad etwas Entsetzliches getan. Sie ließen eine Fabrik zerstören, in der sich tausende Frauen und Kinder befanden.

Der Offizier hat Skrupel. Doch Gerkens drängt darauf, die Anweisung höherer Stellen auszuführen. Es sei nicht ihre Aufgabe, über Moral und Gefühle nachzudenken.

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Von Hardenburg gibt schließlich den Befehl, die Fabrik in Brand zu setzen. Obwohl auch Gerkens die Schreie der eingeschlossenen Menschen berühren, beharrt er weiter darauf, dass die Entscheidung nicht bei ihnen gelegen habe. Der Offizier erinnert ihn daran, dass sie am Ende trotzdem die Verantwortung hatten.

Gerkens wehrt zunächst alles ab und erwähnt den "Labyrinth"-Auftrag. Doch dann beginnt er sich zu erinnern. Die Zuschauer:innen sehen in Rückblenden all die mysteriösen Dinge, die vorher passiert sind: Die Akte zur geheimen Operation ist leer, und dann sind da noch die Uhren, der Kompass und die Skelette.

Warum hat Gerkens den Rückzug auf der Brücke verzögert?

Am Ende von "Der Tiger" wird auch aufgelöst, dass Gerkens am Morgen der Brücken-Explosion ein Telegramm erhält. Er erfährt, dass seine Frau und sein Sohn bei einem Feuer gestorben sind, das durch einen Luftangriff ausgelöst wurde.

Weil er den Befehl zum Rückzug nicht gleich ausführt, ist er für den Tod seiner Männer verantwortlich. Vielleicht will der Panzerkommandant nach dem Verlust seiner Familie einfach nur sterben. Dass er damit die anderen ebenfalls in den Tod reißt, ist ihm anscheinend egal.

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