ChatGPT ist längst mehr als nur ein smarter Chatbot – das Programm der Firma OpenAI bietet einen ganzen Werkzeugkasten mit unterschiedlichen KI-Modellen für verschiedene Aufgaben. Seit kurzem steht ChatGPT Plus-Nutzer:innen GPT-5 zur Verfügung. Aber was genau unterscheidet das neueste Modell von GPT-3.5, GPT-4 und GPT-4o? Wir klären Dich über die verschiedenen Versionen von ChatGPT auf.
In den vergangenen Jahren hat sich die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) rasant weiterentwickelt – und kaum ein Name ist dabei so präsent wie ChatGPT. Was einst als einfacher KI-Textgenerator begann, ist heute ein vielseitiges Tool. Doch welches Modell kann was und worin liegen die Unterschiede? In diesem Artikel geben wir Dir eine kompakte Übersicht zu den verschiedenen ChatGPT-Versionen und zeigen Dir, welches Modell sich für welche Anwendung lohnt.
Was ist ChatGPT und warum gibt es verschiedene Modelle?
Grundsätzlich ist ChatGPT ein Chatbot, der auf generativer Künstlicher Intelligenz basiert. Generativ – das bedeutet so viel wie „neue Inhalte erstellend“. So kann der Bot Dir zum Beispiel beim Texten, Recherchieren, Ideen finden oder Programmieren helfen. Er versteht sowohl formelle als auch umgängliche, natürliche Sprache und reagiert darauf.
Entwickelt wurde ChatGPT von OpenAI – und zwar mithilfe sogenannter Sprachmodelle, die mit sehr umfangreichen Datenmengen trainiert wurden. Sprachmodelle sind eine Form von KI-Systemen – also Computerprogrammen, die Aufgaben wie Sprachverstehen, Bilderkennung oder Entscheidungsfindung übernehmen. In diesem Fall lernt das System aus unzähligen Beispielen, menschliche Sprache zu verstehen und selbst überzeugend zu formulieren.
Damit ChatGPT immer besser wird – und den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden kann – entwickelt OpenAI regelmäßig neue GPT-Modelle. Jedes dieser Modelle bringt unter anderem Verbesserungen in Geschwindigkeit, Genauigkeit und Kontextverständnis. Je nach Modell kann ChatGPT also einfache Texte formulieren und schriftliche Unterhaltungen führen, kreative oder technische Probleme für Dich lösen oder sogar mit Dir sprechen.
Die bisherigen Generationen von ChatGPT im Überblick
Die erste Version des GPT-Sprachmodells von OpenAI wurde im Juni 2018 veröffentlicht – allerdings nicht als Anwendung unter dem Namen ChatGPT, sondern als reines Forschungsmodell in Textform mit dem Titel: „Improving language understanding with unsupervised learning“ (dt.: „Verbesserung des Sprachverständnisses durch unüberwachtes Lernen“). In dem Aufsatz beschrieb OpenAI, wie Sprachmodelle mit Daten gefüttert werden, um das Verstehen von Texten zu erlernen – und wie sie trainiert werden, um spezifische Aufgaben zu lösen.
Das erste öffentlich nutzbare Produkt mit dem Namen „ChatGPT“ erschien erst im November 2022:
GPT-3.5 (2022): Der Einstieg ins KI-Zeitalter
Das Modell GPT-3.5 dürfte Ende 2022 grundlegend verändert haben, wie Künstliche Intelligenz vom Großteil der Gesellschaft wahrgenommen wird. Auch wenn es zuvor schon experimentelle Modelle von ChatGPT gab, war GPT-3.5 schließlich die erste Version, die unter dem Namen ChatGPT für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Es war kostenlos nutzbar und bereitete den Weg für eine rasante Verbreitung von KI im Alltag vieler. Noch bis August 2025 basierte die kostenlose Version von ChatGPT auf GPT-3.5. Wenn Du also kein ChatGPT Plus hattest, hast Du automatisch 3.5 genutzt.
GPT-4 (2023): Mehr Tiefe und Genauigkeit
Im Frühjahr 2023 veröffentlichte OpenAI mit GPT-4 eine wohl insgesamt verbesserte Version des Sprachmodells. Nun konnte ChatGPT noch komplexere Aufgaben lösen, logischere Schlussfolgerungen ziehen und längere Kontexte verarbeiten und speichern. Auch im professionellen Kontext kann GPT-4 laut OpenAI unterstützen und Aufgaben übernehmen.
GPT-4 konnte von Anfang an nur über ein kostenpflichtiges Abo verwendet werden. Nutzer:innen mussten 2023 also erstmals ChatGPT Plus abschließen, um von der verbesserten Version profitieren zu können. Auch heute noch ist GPT-4 nicht kostenlos zugänglich, dafür aber das neuere Modell GPT-4o in begrenztem Umfang.
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GPT-4-turbo (ab Nov 2023): Schneller, günstiger, smarter?
Ende 2023 stellte OpenAI eine weitere wohl leistungsstärkere Version von ChatGPT vor. GPT-4-turbo verhält sich wie GPT-4, soll aber noch schneller, günstiger und effizienter sein. Im ChatGPT Plus-Abo ersetzte GPT-4-turbo das ursprüngliche GPT-4-Modell vollständig, auch wenn Endnutzer:innen weiterhin die Bezeichnung GPT-4 angezeigt wurde.
GPT-4o (Mai 2024): Ein echtes Multitalent
Im Mai 2024 wurde mit GPT-4o die nächste große Evolutionsstufe von ChatGPT erreicht. Der Zusatz „o“ im Namen steht für „omni“, was auf lateinisch „alles“ bedeutet. Die KI kann nicht nur Text verstehen und generieren, sondern auch Bilder analysieren, gesprochene Sprache verstehen und beinahe in Echtzeit antworten. Die Stimme, mit der Du Dich unterhalten kannst, hört sich dabei fast so natürlich an, wie eine echte Person und antwortet Dir umgangssprachlich.
GPT-4o ist das erste Modell, das von Anfang an für multimodale Anwendungen entwickelt wurde – also dafür, verschiedene Eingabe- und Ausgabemodalitäten wie Text, Sprache und Bilder zu verarbeiten und miteinander zu verknüpfen. Dadurch kommt ChatGPT einer natürlichen Konversationsführung näher als je zuvor. Außerdem soll GPT-4o deutlich schneller und ressourcenschonender sein als seine Vorgänger..
GPT-5 (August 2025): Die neueste ChatGPT-Version
Mit dem Release von GPT-5 im August 2025 erreicht ChatGPT eine neue Qualitätsstufe. Das Modell soll signifikante Fortschritte in puncto kognitiver Fähigkeiten, Sprachverständnis und Lernverhalten mit sich bringen. Kontexte sollen durch GPT-5 präziser interpretiert und Antworten situationsabhängiger gestaltet werden. Ob komplexe Fachtexte, spontane Sprachbefehle oder Bildanalysen – GPT-5 agiert angeblich schneller, passgenauer und persönlicher als je zuvor und adaptiert Deinen individuellen Kommunikationsstil.
Wenn Du ein ChatGPT Plus-Abo hast, kannst Du bei der Nutzung von GPT-5 zwischen verschiedenen Modi wählen und die KI so perfekt an Deine Bedürfnisse anpassen: Mit „Thinking“ braucht ChatGPT etwas länger, um eine Antwort zu formulieren, sie soll dafür aber umso passender und genauer sein. Mit „Fast“ soll Dir der Chatbot so schnell wie möglich antworten. Im „Auto“-Modus entscheidet GPT automatisch, wie schnell oder wie perfekt die Antwort am Ende wird. Der „Pro“-Modus soll Dich bei tieferen Recherchen mit forschendem Ziel unterstützen.
GPT-5 soll mit verschiedenen Google-Dienstleistungen verbunden sein. Gmail, Google Calendar, Google Drive oder Google Contacts sollst Du also direkt in ChatGPT mitverwenden können. Auch Dienstleistungen wie Microsoft Teams und SharePoint, Dropbox oder Notion sollen mit dem neuesten ChatGPT verbunden werden können. Es gibt außerdem einen „Studieren und Lernen“-Modus, den Du als Schüler:in oder Student:in nutzen kannst.
Seit GPT-5 veröffentlicht wurde, nutzt Du auch in der kostenlosen ChatGPT-Version das neueste Modell, allerdings mit Limitationen: Die Anzahl an Nachrichtenanfragen ist begrenzt. Stellst Du innerhalb von 5 Stunden über 10 Anfragen, nutzt ChatGPT automatisch nur noch die GPT-5 mini-Version. Auch einige Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel das Generieren von hochauflösenden Bildern, sind in der kostenlosen Version nicht verfügbar.
GPT-5 nano und GPT-5 mini
Mit der Einführung von GPT-5 hat OpenAI auch abgespeckte Varianten des Modells vorgestellt – GPT-5 nano und GPT-5 mini. Beide Varianten setzen auf die Grundarchitektur von GPT-5, profitieren also von den Verbesserungen in Sprachverständnis und Kontextverarbeitung, bieten aber eine kosteneffizientere und ressourcenschonendere Alternative für spezifische Einsatzszenarien.
DALL·E & Sora: Bilder oder Videos generieren mit OpenAI
Alle ChatGPT-Versionen haben grundsätzlich eine Sache gemeinsam: Sie dienen der Textgenerierung. Die Programme DALL·E und Sora sind daher strenggenommen keine ChatGPT-Modelle, sondern eigenständige KI-Modelle von OpenAI. Dabei dient DALL·E der Generierung von Bildern und Sora der Generierung von Videomaterial.
DALL·E kann aus einfachen Textbeschreibungen detailreiche Bilder erzeugen – von realistisch bis surreal. Seit 2023 ist die Bild-KI direkt in ChatGPT Plus integriert. Du kannst also direkt auf die Anwendungen zugreifen, wenn Du Dich in der ChatGPT-App oder im Browser befindest und ein Plus-Abo hast. Auf komplexe Prompts reagiert das Programm mit der Erstellung von bestenfalls passgenauen Illustrationen. Außerdem können Nutzer:innen bereits bestehende Bilder, zum Beispiel selbstgemachte Fotos, mithilfe von DALL·E bearbeiten, etwa durch das Ergänzen von Objekten oder das Anpassen des allgemeinen Bildstils.
Das Tool Sora ist auf die Erstellung von Bewegtbild ausgerichtet. Aktuell ist der Zugriff auf die Video-KI über ChatGPT Plus noch beschränkt.
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Welche ChatGPT-Version ist die richtige für Dich?
Welche Version von ChatGPT für Dich geeignet ist, hängt vor allem davon ab, was Du mit der KI machen möchtest, beziehungsweise wofür Du sie brauchst. Auch kann es eine Rolle spielen, wie häufig Du die KI nutzt. Wann sich die Nutzung welcher ChatGPT-Version für Dich lohnen könnte, haben wir hier für Dich zusammengefasst:
- Wenn Du ChatGPT nur gelegentlich nutzt, um einfache Texte zu formulieren oder Dir Fragen beantworten zu lassen, sollte die aktuelle kostenlose Version von ChatGPT völlig ausreichen. Um auf den Chat zuzugreifen, kannst Du entweder die ChatGPT-App oder einen Internetbrowser verwenden. Im kostenlosen Modell nutzt Du automatisch das neueste Modell GPT-5, allerdings mit einer Begrenzung von 10 Anfragen innerhalb von 5 Stunden. Im „Thinking“-Modus kannst Du nur eine Anfrage pro Tag stellen.
- Wenn Du Dich zum Beispiel als Content Creator:in intensiv mit der Erstellung von Inhalten beschäftigst oder Dich die KI beim Entwickeln beziehungsweise Programmieren unterstützen soll, kann sich für Dich ein ChatGPT Plus-Abo lohnen. Damit hast Du vollen Zugriff auf das GPT-5-Modell, kannst aber wahlweise auch weiterhin GPT-4o nutzen. Du kannst frei zwischen den Modi „Thinking“, „Fast“ und „Auto“ wechseln und innerhalb von 3 Stunden aktuell bis zu 160 Nachrichten an den Chatbot schreiben.
- Auch wenn Du ChatGPT für die Erstellung von Bildern, für ausführliche mündliche beziehungsweise auditive Gespräche mit der KI oder für detaillierte Analysen nutzen möchtest, könnte die Plus-Version die richtige für Dich sein. Sie bietet Dir einige Zusatzfunktionen im Vergleich zur kostenfreien ChatGPT-Version.
So nutzt Du die verschiedenen Modelle
Bevor Du darüber nachdenkst, welche ChatGPT-Version Du nutzen möchtest, ist es wichtig zu wissen, dass Du bei der kostenlosen Version des Chatbots gar nicht erst die Wahl hast. Du nutzt hauptsächlich die Funktionen und Tools aus GPT-5. Sobald Du vorgegebene Limits erreichst, wechselt die KI automatisch in die GPT-5 mini-Version.
Wenn Du frei zwischen den verschiedenen Versionen von ChatGPT – GPT-5 im „Auto“-, „Fast“-, „Thinking“- oder „Pro“-Modus und GPT-4o – wählen möchtest, musst Du ein Plus-Abo abschließen. Dann wird Dir über dem Chatfenster ein Dropdown-Menü angezeigt, in dem Du ein Modell auswählen kannst, dass im Chat verwendet werden soll.