Haftnotizen mit Passwörtern auf einer Tastatur
Security

Credential-Stuffing

So übernehmen Angreifende Ihre Accounts

Gestohlene Zugangsdaten sind für Cyberkriminelle ein wertvolles Gut. Mit sogenannten Credenti-al-Stuffing-Angriffen testen sie automatisiert Millionen Kombinationen aus E-Mail-Adressen und Passwörtern – oft mit Erfolg. Für Ihr Unternehmen kann das schwerwiegende Folgen haben: von kompromittierten Accounts bis zu Datenverlust. Umso wichtiger ist es, die Angriffsmethode zu verstehen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. So schützen Sie Ihr Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Credential-Stuffing: Das Wichtigste in Kürze

  • Credential-Stuffing nutzt gestohlene Zugangsdaten, um automatisiert Konten zu übernehmen.
  • Besonders gefährdet sind Online-Dienste, Kundenportale und Cloud-Anwendungen.
  • Im Unterschied zu Brute-Force-Angriffen nutzen Täter hier reale Zugangsdaten – oft erfolgreich.
  • Schwache oder mehrfach verwendete Passwörter erhöhen das Risiko erheblich.
  • Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein ganzheitlicher Schutzansatz reduzieren die Gefahr deutlich.
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Was ist Credential-Stuffing? Definition & Bedeutung für Unternehmen

Credential-Stuffing bezeichnet eine Angriffsmethode, bei der Cyberkriminelle gestohlene Zugangsdaten nutzen, um sich automatisiert Zugriff auf weitere Nutzerkonten zu verschaffen. Grundlage sind meist Datensätze aus früheren Sicherheitsvorfällen, die im Darknet gehandelt werden.
Mithilfe automatisierter Tools testen Angreifende gestohlene Zugangsdaten bei verschiedenen Online-Diensten. Da viele Nutzer:innen ihre Zugangsdaten mehrfach verwenden, sind solche Angriffe häufig erfolgreich.
Gelingt der Zugriff, können Kriminelle persönliche Daten auslesen, Konten übernehmen oder im Namen der Betroffenen Transaktionen durchführen. Für Ihr Unternehmen kann die Bandbreite der Folgen von finanziellen Schäden bis hin zu Vertrauensverlust bei Kund:innen reichen.
Deshalb ist es entscheidend, solche Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen strategisch zu verankern.
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Wie funktioniert ein Credential-Stuffing-Angriff?

Credential-Stuffing-Angriffe nutzen aus, dass viele Nutzer:innen ihre Zugangsdaten mehrfach verwenden. Gelangen diese Daten durch frühere Sicherheitsvorfälle in Umlauf, können sie für weitere Angriffe eingesetzt werden.
Cyberkriminelle testen solche Kombinationen aus E-Mail-Adressen und Passwörtern automatisiert bei zahlreichen Online-Diensten – etwa in Kundenportalen, Webshops oder Cloud-Anwendungen. Da identische Zugangsdaten häufig mehrfach genutzt werden, ist die Erfolgsquote entsprechend hoch.
Zum Einsatz kommen sogenannte Botnetze: Das sind Netzwerke aus kompromittierten Geräten, die massenhaft Anmeldeversuche durchführen. Moderne Angriffswerkzeuge verschleiern dabei ihre Herkunft, indem sie etwa unterschiedliche IP-Adressen nutzen oder legitimes Nutzerverhalten simulieren.
Credential-Stuffing-Angriffe sind heute weit verbreitet: Schätzungen zufolge macht diese Methode einen erheblichen Anteil aller Log-in-Angriffe aus.
Schematische Darstellung eines Angriffs per Credential-Stuffing
Schematische Darstellung eines Angriffs per Credential-Stuffing

Diese Branchen sind besonders betroffen

Credential-Stuffing betrifft Unternehmen aller Branchen und Größen gleichermaßen – überall dort, wo passwortgeschützte Zugänge genutzt werden. Besonders anfällig sind jedoch Unternehmensbereiche, in denen viele Nutzerkonten verwaltet oder externe Zugriffe ermöglicht werden.
Mitarbeiterzugänge
VPN, Remote Access, SSO, Active Directory
Unbefugter Zugriff auf interne Systeme und sensible Unternehmensdaten
Cloud-Anwendungen
Microsoft 365, CRM-, ERP- und Kollaborationstools
Kompromittierte Accounts ermöglichen Datenabfluss und Manipulation
Kundenportale
Webshops, Self-Service-Portale, Buchungssysteme
Betrug, Datenmissbrauch und Vertrauensverlust bei Kund:innen
Partner- und Lieferantenzugänge
Extranet, Plattform-Zugänge, API-Accounts
Einstiegspunkt für weiterführende Angriffe (Supply Chain)
Typische Systeme
Risiko durch Credential-Stuffing
Je stärker Unternehmen auf digitale Zugänge und vernetzte Systeme setzen, desto größer wird die Angriffsfläche für Credential-Stuffing. Um diese Angriffsflächen wirksam zu schützen, braucht es einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz über alle Systeme hinweg.

Credential-Stuffing vs. Brute-Force-Angriffe vs. Password-Spraying

Neben Credential-Stuffing nutzen Cyberkriminelle weitere Methoden, um Zugangsdaten zu kompromittieren. Die wichtigsten Unterschiede zeigt die folgende Übersicht:
Credential-Stuffing
Gestohlene Zugangsdaten werden automatisiert auf vielen Plattformen getestet
Viele Konten gleichzeitig
Hohe Erfolgsquote durch echte Nutzerdaten
Brute-Force-Angriffe
Viele Passwortvarianten werden für ein einzelnes Konto durchprobiert
Einzelne Accounts
Zeitaufwendig, aber systematisch
Passwort-Spraying
Wenige häufige Passwörter werden bei vielen Accounts getestet
Viele Accounts gleichzeitig
Umgeht oft Sperrmechanismen
Vorgehen
Ziel
Besonderheit

Brute-Force-Angriffe

Mit Brute-Force-Angriffen versuchen Cyberkriminelle, ein einzelnes Konto zu knacken, indem sie systematisch viele Passwortkombinationen testen. Moderne Tools können solche Versuche stark beschleunigen, stoßen aber oft auf Schutzmechanismen wie Account-Sperren oder Captchas.

Passwort-Spraying

Beim Passwort-Spraying testen Cyberkriminelle wenige häufig genutzte Passwörter gleichzeitig bei vielen Nutzerkonten. Besonders anfällig sind Systeme mit vorhersehbaren Benutzernamen, etwa nach dem Schema Vorname.Nachname.
Credential-Stuffing gilt dabei als besonders effektiv, da reale Zugangsdaten genutzt werden. Gerade deshalb ist es für Sie und Ihr Unternehmen wichtig, unterschiedliche Angriffsmethoden ganzheitlich zu berücksichtigen und Ihre Sicherheitsmaßnahmen entsprechend auszurichten.

Schutzmaßnahmen für Unternehmen

Credential-Stuffing stellt für Unternehmen ein erhebliches Risiko dar: Angreifende können nicht nur Konten übernehmen, sondern auch Zugriff auf interne Systeme und sensible Daten erhalten. Da kompromittierte Zugangsdaten wie legitime Log-ins wirken, bleiben solche Angriffe oft lange unentdeckt.
Entscheidend ist es daher, gezielt gegenzusteuern – mit technischen Maßnahmen und klaren Richtlinien.
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen im Überblick
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Schützt Konten zusätzlich, selbst wenn Passwörter kompromittiert sind
Einheitliches Identitätsmanagement (SSO)
Reduziert Passwortvielfalt und senkt das Risiko von Wiederverwendung
Starke Passwort-Richtlinien
Verhindern einfache oder wiederverwendete Passwörter
Passwortmanager einsetzen
Ermöglichen sichere, individuelle Zugangsdaten für jede Anwendung
Mitarbeiterschulungen
Sensibilisieren für Risiken und sicheres Verhalten
Monitoring & Anomalie-Erkennung
Erkennt ungewöhnliche Log-in-Aktivitäten frühzeitig
Maßnahme
Nutzen für Ihr Unternehmen
Ergänzende Best Practices
  • Vermeiden Sie erzwungene oder zu häufige Passwortwechsel. Sie führen oft zu unsicheren Mustern.
  • Setzen Sie auf anlassbezogene Passwortänderungen – z.B. nach Sicherheitsvorfällen.
  • Reduzieren Sie die Anzahl notwendiger Log-ins durch zentrale Plattformen und Zugriffssteuerung.
  • Überprüfen Sie regelmäßig, ob Zugangsdaten Ihres Unternehmens in bekannten Datenleaks auftauchen.

Woher stammen die Zugangsdaten bei Credential-Stuffing?

Die Zugangsdaten, die Cyberkriminelle bei Credential-Stuffing-Angriffen einsetzen, stammen meist aus früheren Sicherheitsvorfällen. Bei sogenannten Data Breaches gelangen große Mengen an E-Mail-Adressen und Passwörtern in die Hände von Hacker:innen – etwa durch gehackte Online-Dienste, unsichere Datenbanken oder Phishing-Angriffe.
Diese Datensätze werden anschließend im Darknet gehandelt oder frei im Internet verbreitet. Oft enthalten sie Millionen von Datensätzen und bleiben über Jahre hinweg im Umlauf. Selbst ältere Zugangsdaten stellen daher weiterhin ein Risiko dar, insbesondere wenn Nutzer:innen sie mehrfach verwendet haben.
Neben großen Datenlecks spielen auch gezielte Angriffe eine Rolle: Cyberkriminelle sammeln Zugangsdaten systematisch, etwa durch Phishing-Kampagnen oder Schadsoftware, die Eingaben auf infizierten Geräten mitliest.
Für Sie und Ihr Unternehmen bedeutet das: Auch wenn die eigenen Systeme nicht direkt kompromittiert wurden, können gestohlene Zugangsdaten aus externen Quellen eine reale Bedrohung darstellen – vorwiegend dann, wenn Mitarbeitende identische oder ähnliche Passwörter für verschiedene Dienste nutzen.
Umso wichtiger ist es, Zugangsdaten nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie zu schützen.
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Unser Fazit: Sie können Credential-Stuffing wirksam begegnen

Credential-Stuffing zählt zu den effektivsten Angriffsmethoden, da Cyberkriminelle auf reale Zugangsdaten zurückgreifen können. Für Sie und Ihr Unternehmen kann daraus ein erhebliches Risiko entstehen – insbesondere durch kompromittierte Accounts von Mitarbeitenden und unbemerkte Zugriffe auf interne Systeme.
Entscheidend ist daher ein ganzheitlicher Ansatz: von sicheren Identitäten über klare Passwortstrategien bis hin zur kontinuierlichen Überwachung von Anmeldeaktivitäten. Einzelmaßnahmen reichen in der Regel nicht aus, um Angriffe zuverlässig abzuwehren.
Sie sollten Credential-Stuffing deshalb als festen Bestandteil Ihrer Sicherheitsstrategie betrachten und entsprechende Schutzmechanismen konsequent umsetzen.

Credential-Stuffing: Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

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