Japanisch lernen: So klappt es mit und ohne App

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Japanisch lernen: So klappt es mit und ohne App

Katakana, Hira­gana und dann auch noch Kan­ji – Japanisch ler­nen ist kein Zuck­er­schleck­en. Erste Phrasen sind aber schnell gel­ernt, auch ohne Schriftken­nt­nisse. Ob für den Urlaub oder fürs Leben: Im Fol­gen­den erhältst Du Tipps, wie Du mit oder ohne App effizient paukst – und Spaß dabei hast.

Sprachen sind zum Sprechen da

Wenn Du eine Sprache ler­nen möcht­est, dann soll­test Du den gel­ern­ten Stoff sooft wie möglich aktiv anwen­den. Je mehr Du Dich mit der Sprache umgib­st, desto mehr bleibt hän­gen. Übungs­büch­er mit Schlüs­sel mögen für den Anfang aus­re­ichen, ein Kon­ver­sa­tion­spart­ner zum Sprachaus­tausch ist auf lange Sicht aber Gold wert.

Die Schrift: Wann lerne ich was?

Japan­er nutzen drei Schrift­sys­teme, Katakana, Hira­gana und Kan­ji. Für den Anfang empfehlen wir, dass Du Dir schnell­st­möglich Hira­gana beib­ringst. Die 46 Zeichen geben den gesamten Lautbe­stand wider und eignen sich für Anfänger am besten, um Vok­a­beln zu ler­nen und angepasste Texte zu lesen. Falls Du Roma­ji, also unsere lateinis­chen Buch­staben, nutzt, soll­test Du Dich bess­er umgewöh­nen, da diese Deinen Fortschritt aus­brem­sen. Es lohnt sich daher, so früh wie möglich auf Hira­gana zu set­zen. Im Japanolo­gi­es­tudi­um ist es beispiel­sweise üblich, Hira­gana an einem Woch­enende zu ler­nen.

Wenn Du Hira­gana gemeis­tert hast, kannst Du auch schon erste Kan­ji ler­nen. Wenn Du Japanisch lesen möcht­est, kommst Du um Kan­ji nicht herum, daher emp­fiehlt es sich auch hier, früh mit ein­fachen Exem­plaren anz­u­fan­gen. Katakana sind zwar ähn­lich ein­fach wie Hira­gana, wer­den aber ver­gle­ich­sweise sel­ten genutzt, etwa für Umschriften aus­ländis­ch­er Wörter, in wis­senschaftlichen Begrif­f­en sowie eini­gen weit­eren Fällen. Empfehlung: Entwed­er neben­bei immer mal ein biss­chen ler­nen oder irgend­wann alle auf ein­mal, um es hin­ter Dich zu brin­gen.

Nicht übertreiben beim Lernen

Beim Sprachen­ler­nen gilt das gle­iche wie beim Ler­nen generell: Jed­er Men­sch ist anders. Manche ler­nen am besten allein, andere wiederum ziehen es vor, sich Vok­a­beln von jeman­dem abfra­gen zu lassen. Dabei gilt aber immer, dass das Hirn nicht unbe­gren­zt auf­nah­me­fähig ist. So mag es Dir vielle­icht gelin­gen, hun­dert oder mehr neue Vok­a­beln an einem Tag zu ler­nen, aber ob Du sie im Gedächt­nis behältst und das Tem­po hal­ten kannst, ist fraglich. Weniger ist beim Ler­nen manch­mal mehr. Haupt­sache Du lernst beständig und lässt auch Wieder­hol­un­gen nicht außer Acht. Das Ziel ist es schließlich, nicht nur für eine Prü­fung zu ler­nen, son­dern für die Zukun­ft. Zudem lernst Du nicht nur Vok­a­beln, son­dern auch noch Gram­matik und Zeichen. Soll­test Du Dir ein Lehrw­erk für Anfänger zugelegt haben, dann beschränke Dich auf eine Lek­tion pro Woche. Ob Dir das zu langsam oder zu schnell ist, merkst Du dann im Laufe der Zeit.

Fuji im Herbst, vom Kawaguchi-See aus betrachtet

Der Fuji im Herb­st, vom Kawaguchi-See aus betra­chtet.

Die besten Apps zum Erlernen der Japanisch-Grundkenntnisse:

Dein Smart­phone greift Dir beim Ler­nen unter die Arme – die richti­gen Apps voraus­ge­set­zt. Das Ange­bot ist riesig, wir beschränken uns daher auf drei beson­ders prak­tis­che Anwen­dun­gen, die Du Dir auf jeden Fall ein­mal anschauen soll­test.

Anki: Virtuelle Karteikarten

Bei Anki ist der Name Pro­gramm, han­delt es sich doch um das japanis­che Wort für „Auswendigler­nen”. Die App bietet virtuelle Karteikarten mit vie­len Optio­nen, um die Ein­träge anzu­passen. So lassen sich beispiel­sweise selb­st Bilder und Audio­dateien ein­bet­ten. Erstelle Dir Deine eigene Auswahl oder importiere Vok­a­bel­lis­ten von Fre­un­den oder aus dem Inter­net. Bei Wieder­hol­un­gen kommt ein Algo­rith­mus zum Ein­satz, der vor allem einen langfristi­gen Lern­er­folg gewährleis­ten soll. Anki ist kosten­los und ste­ht sowohl für Android im Google Play Store als auch für iOS im App Store zum Down­load bere­it. Ver­sio­nen für Win­dows, Mac und Lin­ux sind auf der offiziellen Home­page erhältlich. Eine Über­sicht mit vorge­fer­tigten Vok­a­belsets find­est Du hier.

Google Über­set­zer: Die Smart­phone-Kam­era als Live-Dol­metsch­er

Die Google-Über­set­zer-App ist als Wörter­buch nur eins unter vie­len, besitzt aber eine entschei­dende Funk­tion: Per Smart­phone-Kam­era über­set­zt die Soft­ware auch Speisekarten, Straßen­schilder und son­stige gedruck­te Texte – Bilderken­nung sei Dank. Beson­ders für den Urlaub in Nip­pon ein empfehlenswert­er Begleit­er, da lang­wieriges Nach­schla­gen einzel­ner Kan­ji und Wörter ent­fällt. Du bekommst die App kosten­los für iOS und Android.

Kan­ji Recog­nis­er und Kan­ji Lookup: Zeichen nach­schla­gen per Schrifteingabe

Um gezielt einzelne Kan­ji nachzuschla­gen, ist Schrifteingabe der schnell­ste Weg. Mit Kan­ji Rec­og­niz­er für Android zeichnest Du das gesuchte Zeichen mit dem Fin­ger auf den Bild­schirm. Sollte das Ergeb­nis nicht ganz ein­deutig sein, zeigt die App eine Auswahl an Kan­ji an. Tippe dann das gesuchte Exem­plar an. Angezeigt wer­den Bedeu­tung, unter­schiedliche Leseweisen, Strichrei­hen­fol­gen und mehr. Die Basis-Ver­sion ist gratis erhältlich, gegen Auf­preis schal­test Du zusät­zliche Funk­tio­nen frei. Kom­posi­ta lassen sich übri­gens nicht nach­schla­gen.

Zwar ist die App nicht für iOS erschienen, Apple-Nutzer find­en im App Store mit Kan­ji Lookup aber einen Vertreter mit ganz ähn­lichen Funk­tio­nen

Verliere nicht den Mut

Aller Anfang ist ein­fach: Beim Sprachen­ler­nen machst Du vor allem zu Beginn sehr schnell spür­bare Fortschritte. Je bess­er Du wirst, desto geringer fällt aber auch der gefühlte Erfolg aus. Das ist nor­mal – lasse Dich daher also nicht auf Dauer vom Ler­nen abhal­ten. Bisweilen kann es zwar schw­er sein, die Moti­va­tion nicht zu ver­lieren, aber wenn Du Ler­nen zur Gewohn­heit machst, fall­en Moti­va­tion­stiefs nicht so sehr ins Gewicht. „Nach­läs­sigkeit ist der größte Feind” (jap: 油断大敵; Yûdan taite­ki) lautet ein beliebtes japanis­ches Sprich­wort.

Zusammenfassung

  • Wende das Gel­ernte aktiv an, um den Stoff zu fes­ti­gen. Ein Kon­ver­sa­tion­spart­ner zum Sprachaus­tausch ist opti­mal.
  • Lerne so schnell wie möglich Hira­gana und beginne dann mit den ersten Kan­ji. Katakana kannst Du bei Bedarf nach­holen.
  • Übertreibe es nicht mit zu vie­len Vok­a­beln auf ein­mal. Um das Langzeitgedächt­nis zu trainieren, sind Wieder­hol­un­gen erforder­lich. Lernst Du zu viel täglich, kommst Du irgend­wann nicht hin­ter­her.
  • Emp­foh­lene Apps: Anki, Google Über­set­zer und Kan­ji Recog­nis­er (Android) bzw. Kan­ji Lookup (iOS)
  • Bleib am Ball. Gele­gentliche Moti­va­tion­stiefs sind nor­mal.

Lernst Du ger­ade Japanisch? Wie sind deine Erfahrun­gen? Wenn Du Empfehlun­gen für Apps und Co. hast, teile sie doch in den Kom­mentaren mit uns.

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