Der koreanische Netflix-Thriller „Good News” erzählt die wahre Geschichte einer Flugzeugentführung, die im Jahr 1970 stattgefunden hat. Reichlich planlos sind dabei nicht nur die Kidnapper selbst, sondern auch die Behörden. Das Resultat: Ein historisch wahnwitziges Täuschungsmanöver. Erfahre in unserer Erklärung, wie „Good News” am Ende ausgeht und was der Film mit den realen Ereignissen von damals gemeinsam hat.
In der neuen Thriller-Komödie „Good News” bei Netflix versucht eine Gruppe von japanischen Terrorist:innen ein Passagierflugzeug nach Nordkorea zu entführen. Die südkoreanischen Behörden setzen daraufhin einen gewagten Plan in Bewegung: Sie wollen den Flughafen des südkoreanischen Seoul so umdekorieren, dass ihn die Entführer:innen für die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang halten.
So verrrückt die Prämisse klingt: Tatsächlich basiert „Good News” auf einer wahren Geschichte. Doch wie geht das Ganze am Ende aus? Gelingt der Plan, die Geiseln zu befreien? Und wie eng hält sich der Film an die realen Ereignisse? Das erklären wir Dir im Folgenden.
Good News: Zusammenfassung der Handlung
Als klar wird, dass das Passagierflugzeug 351 der Japan Air Lines von der kommunistischen Extremistengruppe der Roten Armee Fraktion (RAF) entführt wurde und auf dem Weg Richtung Nordkorea ist, wird der mysteriösen Geheimdienstmann Nobody (Sul Kyung-gu) auf den Fall angesetzt. Wie sich später herausstellt, ist er vermutlich ein nordkoreanischer Überläufer, der von dem südkoreanischen Offiziellen Par Sang-hyeon (Ryoo Seung-bum) kontrolliert wird.
Unterdessen schaffen es die beiden Piloten der entführten Maschine, den Entführer:innen vorzugaukeln, dass ihre Tankfüllung nicht bis nach Pjöngjang reicht. Aus dem Grund kommt es zu einer ersten Zwischenlandung. Durch Pfuschereien auf Seiten des Militärs können die Behörden diese Chance aber nicht nutzen und schlussendlich setzt das gekidnappte Flugzeug mitsamt den Geiseln den Flug fort.
Nobody hegt daraufhin einen riskanten Plan aus und holt sich dafür den begabten Militärfunker Seo Go-myung (Kyung Hong) ins Boot. Mit seiner Hilfe kapern die Südkoreaner die Notfunkleitung des Flugzeugs und treten in Kontakt mit den Entführer:innen. Seo Go-myung täuscht die RAF-Truppe und leitet sie in Richtung der südkoreanischen Metropole Seoul um. Dort werden Vorbereitungen getroffen, um den örtlichen Flughafen als die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang zu tarnen. Ziel ist es, dass die Kidnapper im Glauben, ihr Ziel erreicht zu haben, das Flugzeug verlassen und ihre Geiseln freilassen.
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Tatsächlich gelingt der Trick insofern, dass die gekidnappte Maschine wirklich in Seoul landet. Doch gänzlich auf den Kopf gefallen sind die RAF-Entführer:innen dann doch nicht. Als ihnen mehrere Fehler auffallen und einer der südkoreanischen Statisten unter dem Druck zusammenbricht und einfach zugibt, dass sie nicht in Pjöngjang sind, verbarrikadieren sie sich im Flugzeug und fordern den Weiterflug nach Nordkorea.
Es ist der Beginn eines langen Nervenspiels, bei dem die südkoreanischen und japanischen Offiziellen alles dafür tun, um ja nicht die Schuld zugeschoben zu bekommen, sollten die Verhandlungen scheitern. Am Ende hängt es an Nobody, Seo Go-myung und einem einzelnen, mutigen japanischen Minister, die Geiseln zu retten.
Wie werden die Geiseln gerettet?
Die Verhandlungen gestalten sich zäh und Seo Go-myung wird selbst Zeuge des unberechenbaren Verhaltens der Entführer:innen, als er von ihnen für ein Gespräch an Bord geholt wird. In dem Moment weiß der junge Funker eigentlich schon, dass mit den RAFlern kaum eine vernünftige Lösung gefunden werden kann. Die Gefahr ist groß, dass die Extremist:innen sich bei der kleinsten Provokation mitsamt den Geiseln in die Luft sprengen.
Doch der opportunistische Politiker Par Sang-hyeon verführt Seo Go-myung mit dem Gedanken, dass er zu großen Ehren und möglicherweise auch einer Beförderung kommen wird, wenn er die Geiselnahme auf südkoreanischen Boden beendet. Deshalb spielt er die erratische Natur der Entführer:innen zunächst herunter und beeinflusst so die Entscheidung, das Flugzeug weiterhin in Seoul festzuhalten. Selbst dann noch, als Nordkorea anbietet, sämtliche Geiseln unversehrt zurückzuschicken, wenn die Maschine in Pjöngjang landen sollte.
Die Situation steuert zunehmend auf eine Katastrophe zu, sodass Par Sang-hyeon und die restlichen hohen Tiere aus Südkorea den Flughafen verlassen, um ja nichts mit dem drohenden Scheitern zu tun zu haben. Nobody konfrontiert daraufhin Seo Go-myung mit seinem gefährlichen Herunterspielen der Geiselnehmer:innen. Das provoziert bei dem Funker eine Verzweiflungstat: Er stürmt auf das Flugzeug zu und versucht, die Kidnapper von einem Zünden der Bombe abzuhalten. Go-myung schafft es aber nicht einmal bis zur Maschine.
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Dieser Akt ermutigt jedoch den japanischen Stellvertretenden Verkehrsminister Shinichi Ishida zum Handeln: Er war bislang der Einzige, der neben Nobody und Go-myung vom opportunistischen Verhalten der restlichen japanischen und südkoreanischen Offiziellen frustriert war. Er nimmt Kontakt zu den Entführer:innen und Nordkorea auf und handelt einen Geiselaustausch aus. Die verbliebenen Geiseln werden freigelassen, dafür nimmt Ishida ihren Platz an Bord der Maschine ein.
Im Anschluss hebt das Flugzeug in Richtung Pjöngjang ab.
Das Ende von Good News erklärt
Am Ende von Good News landet das Passagierflugzeug 351 in Nordkorea. Wie von den nordkoreanischen Machthabern versprochen, werden Minister Ishida und die restliche Crew an Bord der Maschine im Anschluss unversehrt in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Ironischerweise stellt sich heraus, dass die Entführer:innen mit Ausnahme ihrer Kurzschwerter gar keine echten Waffen hatten. Sowohl die Schusswaffen als auch die Bomben waren schlichte Attrappen.
Obwohl Seo Go-myung zunächst noch ein TV-Interview gibt, bei dem er als Held dargestellt wird, werden seine Träume von einem Orden und einer Beförderung letztendlich zerschlagen. Denn wie Nobody ihm erklärt, will die USA mitten im Kalten Krieg Frieden mit der Sowjetunion und die ganze Sache unter den Teppich kehren. Das Interview wird also nie ausgestrahlt und Go-myung nie Anerkennung oder gar einen Orden für seine Rolle bei der Geiselbefreiung erhalten. Doch Nobody tröstet ihn mit dem Gedanken, dass eine Tat trotzdem etwas zählt, auch wenn sie nie erkannt wird.
Für Nobody selbst hat sich die ganze Sache aber gelohnt. Er erhält am Ende von Par Sang-hyeon die südkoreanische Staatsbürgerschaft, die ihm so lange vorenthalten wurde. Damit ist er jetzt nicht mehr in der konstanten Gefahr, nach Nordkorea ausgeliefert zu werden.
Good News: Wie nah ist der Film an der wahren Geschichte?
Die Entführung des Passagierflugzeug 351 der Japan Air Lines fand 1970 tatsächlich statt. Regisseur Sung-hyun Byun („Mantis”) hat sich aber mit „Good News” zahlreiche Freiheiten bei der Nacherzählung der Ereignisse genommen. So viel deutet er auch schon offen in der Eröffnungstafel des Netflix-Films an. Was stimmt, sind die Kernfakten:
Die Maschine wurde wirklich von neun Extremist:innen der Roten Armee Fraktion entführt. Und wie im landete das Flugzeug zunächst zum Tanken auf einem Flughafen, bevor es beim Weiterflug durch einen Trick nach Seoul umgeleitet wurde. Auch das verrückte Täuschungsmanöver, den Flughafen von Seoul als Pjöngjang auszugeben, fand auch in der Realität statt. Genauso wie der finale Geiselaustausch, bei dem der japanische Vize-Verkehrsminister den Platz der restlichen Geiseln einnahm. Er und die Crew wurden anschließend zurückgeschickt.
Die Unterschiede tun sich dagegen im Detail auf: Die Entführung war zum Beispiel noch schlechter geplant, als im Film dargestellt. Denn in der Realität wollten die Kidnapper nach Havanna in Kuba fliegen, um dort militärisches Training zu erhalten. Da Flug 351 aber ursprünglich von Tokio nach Fukuoka, also im Inland hätte fliegen sollen, hätte der Tank niemals für einen Flug bis Kuba gereicht. Pjöngjang war in Wirklichkeit also eher eine notgedrungene Alternative, da die Entführer:innen zumindest in kommunistisches Gebiet gelangen wollten.
Eine weitere Unstimmigkeit betrifft die Fake-Waffen der Kidnapper. Im Film ist das ein letzter, ironischer Paukenschlag, der das Chaos der Verhandlungen und der Gesamtsituation unterstreicht. Online lassen sich jedoch keinerlei Quellen finden, die bestätigen, dass die Waffen der Entführer:innen wirklich nicht echt waren. Ein Artikel des Guardian von 2002 spricht aber von Samuraischwertern und Rohrbomben, erwähnt jedoch nicht, dass diese fake gewesen sind.
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Die Rolle der südkoreanischen Behörden wurde in „Good News” wahrscheinlich auch stärker betont beziehungsweise stark abgewandelt. Die Figuren von Nobody und Seo Go-myung sind also ziemlich sicher fiktiv, da sie in der Berichterstattung über den Fall nirgendwo auftauchen. Im Film erklärt wird das Fehlen ihrer beiden Namen in der offiziellen Geschichtsschreibung immerhin damit, dass ihr Einsatz durch den Einfluss der USA niemals anerkannt wurde.
Der japanische Vize-Verkehrsminister, der zum Schluss die Geiselnahme beendete, indem er sich selbst als Geisel anbot, hieß in der Realität übrigens gar nicht Shinichi Ishida, sondern Shinjirō Yamamura. Shinji Ishida hieß in der Realität dafür der Pilot des Flugzeugs 351.
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