Der Unsichtbare: Das Ende des Horrorfilms erklärt

Elisabeth Moss befreit sich als unterdrückte Frau aus einer toxischen Beziehung: Das Ende von „Der Unsichtbare” scheint schnell erklärt. Aber der Horrorfilm wirft etliche beunruhigende Fragen auf. Wir blicken für Dich hinter die Tarnung!

Achtung, der folgende Text enthält Spoiler. Wenn Du "Der Unsichtbare" noch nicht gesehen hast, solltest Du vielleicht lieber nicht weiterlesen.

Darum geht’s in Der Unsichtbare

Der Film von Leigh Whannell (Miterfinder der „Saw”-Reihe) ist eine weitere Adaption des 1897 erschienenen Romans „Der Unsichtbare” des englischen Autors H. G. Wells. Mit der Handlung des Buches hat der Film allerdings nur noch wenig zu tun. Was bleibt, ist das Thema Unsichtbarkeit – und zu was sie Menschen verleitet, die sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren versuchen.

 Der Protagonist des Romans, Prototyp des verrückten Wissenschaftlers, nutzt seine Unsichtbarkeit, um unerkannt Verbrechen zu verüben. Er verfällt schließlich dem Wahn, die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Eine aufgebrachte Menschenmenge tötet ihn.

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Der Film konzentriert das Thema auf eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die komplett aus dem Ruder läuft. Der Unsichtbare will nicht über die Welt herrschen, sondern über eine Frau. Diese Frau soll seine Reproduktion sichern, denn sie ist schwanger von dem Mann.

 Dazu will er die totale Kontrolle ausüben. Er setzt ein monströses Komplott in Gang, um diese eine Frau unter seine Gewalt zu bringen. Wie im Roman bezahlt der Unsichtbare seinen Wahn mit dem Tod. Er wird am Ende mit seiner eigenen Waffe geschlagen.

Eine Frau und zwei Brüder

Cecilia (Elisabeth Moss) entkommt ihrem gewalttätigen Freund Adrian (Oliver Jackson-Cohen), indem sie ihn betäubt und mithilfe ihrer Schwester (Harriet Dyer) flieht. Wenig später begeht Adrian, ein wohlhabender Optikingenieur, scheinbar Selbstmord und hinterlässt Cecilia eine Menge Geld. Sein Bruder Tom (Michael Dorman) regelt den Nachlass.

Bald darauf häufen sich merkwürdige Vorfälle. Cecilia fühlt sich von einem unsichtbaren Verfolger terrorisiert, während ihr Umfeld sie zunehmend für verrückt hält. Sie glaubt, Adrian habe seinen Tod nur vorgetäuscht – und findet in seiner Villa tatsächlich einen Tarnanzug. Bei einem Treffen mit ihrer Schwester tötet sie der Unsichtbare, der den Verdacht erfolgreich auf Cecilia lenkt.

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In Gewahrsam in einer Nervenheilanstalt erfährt Cecilia, dass sie schwanger ist. Dann bietet ihr Adrians Anwalts-Bruder Tom eine Erklärung und macht dazu ein Angebot: Er gibt zu, dass Adrian lebt und alles geplant habe. Sie müsse nur mit ihrem ungeborenen Kind zu ihm zurückkehren, dann werde alles wieder gut.

Cecilia lehnt den Deal ab. Sie glaubt, dass Adrian und Tom zusammengearbeitet haben, um sie wieder an ihren Ex zu binden. Sie entkommt aus der Anstalt und überrumpelt ihren unsichtbaren Verfolger, den sie schließlich erschießt: Im Anzug steckt aber nicht Adrian, sondern Tom! Die Polizei entdeckt Adrian kurz darauf gefangen in einem Keller.

Der behauptet, er sei Opfer seines kontrollsüchtigen Bruders geworden, der ihn entführt, seinen Tod vorgetäuscht und dann mithilfe des Anzugs Cecilia manipuliert habe. Der Fall scheint geklärt.

Der Unsichtbare: Das Ende erklärt

Aber nicht für Cecilia. Sie ist überzeugt, Adrian habe alles eingefädelt. Dazu gehört auch der Tod des Bruders, der womöglich nicht nur dieses eine Mal im Tarnanzug steckte. Mit Toms Tod hätte Adrian dafür gesorgt, dass die Schuld für alle Taten des Unsichtbaren auf den Bruder fiele und dass der einzige Mitwisser für immer schweigt.

Cecilia nimmt Adrians Einladung zum Essen an. Sie gibt vor, sich mit ihm zu versöhnen, will ihm aber ein Geständnis entlocken. Dazu ist sie verkabelt, vor der Tür wartet schon die Polizei. Adrian behauptet, seine Einstellung habe sich durch die Entführung geändert. Er will eine zweite Chance und sich um sie und das Kind kümmern.

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Dabei verplappert er sich allerdings: Adrian benutzt eine Formulierung, die der Unsichtbare zuvor auf Cecilias Handy hinterließ. Sie weiß nun: Dieser Mann ist nicht geläutert, er will sie nach wie vor in seine Gewalt bringen. Sie entschuldigt sich und geht ins Bad.

Wenig später zeigen die Bilder der Überwachungskamera, wie Adrian nach einem Messer greift und sich die Kehle durchschneidet. Selbstmord? Cecilia kehrt zurück und ruft den Notarzt, scheinbar in Panik. Als sie den Tatort verlässt, ist der Tarnanzug in ihrer Tasche zu sehen. Es war Mord!

Cecilia hat Adrian umgebracht und es so aussehen lassen, dass ihre Schuld unerkannt bleibt. Polizist und Neu-Freund James Lanier (Aldis Hodge) ahnt die Wahrheit, hält jedoch den Mund.

Ist wirklich Adrian der Unsichtbare?

Wer wirklich hinter dem Komplott mit dem Tarnanzug steckt, ist nicht restlos aufgeklärt. Die beiden beteiligten Männer sind tot. Adrian hat seine Schuld nicht eingestanden. Wie viel Tom von dem ganzen Unsichtbarkeitsterror wusste, ist ebenfalls unklar. Denkbar ist auch, dass er das Mastermind hinter dem Plan war – vielleicht, um endlich aus dem Schatten seines genialen Wissenschaftler-Bruders zu treten.

 Unklar bleibt auch, welcher Bruder bei welchem Überfall in dem Anzug steckte: Schlüpfte Tom nur bei Cecilias Flucht aus dem Krankenhaus in den Anzug? Das war auf jeden Fall sein letzter Auftritt, denn er endete mit seinem Tod. Aber wie viel Terror und Gewalt hat Tom zuvor tatsächlich ausgeübt? Der Täter war schließlich jeweils unsichtbar, auch für das Filmpublikum.

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Fragen wirft auch Cecilias Schwangerschaft auf. Tom behauptet, Adrian habe die Antibabypillen ausgetauscht und so für die Schwangerschaft gesorgt. Dann wäre Cecilia also bereits bei ihrer Flucht aus Adrians Haus schwanger gewesen. Oder hat Adrian sie erst danach geschwängert, indem er sie als Unsichtbarer heimsuchte, betäubte und sie dann vergewaltigte? Oder nutzte Tom etwa die Tarnung, um sexuelle Gewalt über Cecilia auszuüben?

Und was wird aus Cecilia?

Das Ende von „Der Unsichtbare” ist nicht erklärt, ohne auf das weitere Schicksal von Cecilia einzugehen. Sie hat einen Mord begangen und kommt damit davon, selbst der anwesende Polizist (und Lebensgefährte) schweigt. Aber Mord bleibt Mord, auch wenn die Tat eine Art von Gerechtigkeit für die vielen Verbrechen des Unsichtbaren herstellt. Und Cecilia befreit sich per Mord von einem Peiniger, der vor nichts zurückschreckt.

Zudem hat Cecilia die Waffe in ihrem Besitz, die eine ganze Verbrechensserie überhaupt erst ermöglichte. Was wird sie mit dem Tarnanzug anfangen? Wird sie ihn vernichten und so der Versuchung widerstehen, seine Macht erneut einzusetzen? Oder wird sie den Anzug als Hilfsmittel nutzen, um andere Frauen aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien?

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Und was bedeutet das alles für ihre Beziehung zu Officer James Lanier? Er hat sie schließlich mit seinem Wissen über ihren Mord in der Hand. Und sie kann ihn jederzeit aus dem Weg räumen, ohne in Verdacht zu geraten. Das ist keine gute Grundlage für eine harmonische Beziehung.

Das Motiv des verrückten Wissenschaftlers

Der Wissenschaftler Griffin aus dem Buch von H. G. Wells ist, ähnlich wie die Doppelperson Jekyll und Hyde oder Dr. Frankenstein, ein stilbildender Vertreter der Spezies Mad Scientist. Der verrückte Wissenschaftler tobt seither durch jede Menge Bücher, Filme und TV-Serien. Er ist ein Mythos der rasanten Industrialisierung des 19. Jahrhunderts – und eine Warnung an alle, die glauben, dass Wissen nicht nur Macht ist, sondern Allmacht verleihen kann.

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In diesem Sinne wirkt „Der Unsichtbare” hochaktuell: Überdrehte Tech-Milliardäre und irre Präsidenten versuchen gerade, sich die Erde und ihre Ressourcen untertan zu machen. Sie sind zwar alles andere als unsichtbar, aber sie fühlen sich unangreifbar. Zumindest in Literatur und im Kino enden diese Geschichten in der Regel nicht gut für die Bösewichter.

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Tipp: Ähnlich spannend wie "Der Unsichtbare" ist der Horrorfilm "Zimmer 1408", dessen Ende wir Dir in dem folgenden Artikel erklären:

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