3D-Druck in der Industrie: Einsatzfelder der digitalen Fertigung

Technologie

Technologie

Datum 18.02.2020
Lesezeit 3 Min.

3D-Druck in der Industrie: Einsatzfelder der digitalen Fertigung

Die Digitalisierung verändert Prozesse in nahezu allen industriellen Bereichen. Dazu gehören disruptive Technologien wie 3D-Druck, der sich zunehmend verbreitet. Anwendungsbeispiele gibt es etwa in Automobil-, Luftfahrt- und Pharmaindustrie. Hier setzt die additive Fertigung neue Maßstäbe in puncto Effizienz. Dafür muss das Potential dieser Zukunftstechnologie aber richtig erkannt und eingesetzt werden. Wir haben für Sie genauer hingesehen. 


Ein Umstand, den viele Unternehmen kennen: Ersatzteile für Maschinen oder Fahrzeuge müssen entweder für den Bedarfsfall bereitgehalten oder erst aufwendig produziert und geliefert werden. Entsprechende Lager- und Logistikkosten lassen sich heute bereits vermeiden, wenn die Ersatzteile direkt vor Ort hergestellt werden können. Die 3D-Druck-Technologie ermöglicht genau das.

2016 ging eine Studie des Digitalverbands Bitkom davon aus, dass die Luftfahrtindustrie bei der Einführung der additiven Fertigungsmethoden eine Vorreiterrolle übernehmen würde. Doch wie sieht es heute aus? Bitkom Research und Tata Consultancy Services (TCS) haben 2019 eine weitere Studie zur Digitalisierung in der Industrie veröffentlicht. Danach ist die Automobilbranche dem Einsatz von 3D-Druckverfahren gegenüber besonders aufgeschlossen, doch auch andere Branchen haben die Vorteile erkannt: Von den befragten Unternehmen im Anlagen- und Maschinenbau nutzen 38 Prozent Verfahren aus dem Bereich 3D-Druck. Die Situation in der Pharma- und Chemiebranche ist vergleichbar, auch hier setzen bereits 38 Prozent der Unternehmen 3D-Drucker oder 3d-gedruckte Teile ein. Sie stellen damit beispielsweise individuell dosierte Medikamente her. 

 

Digitale Produktion: Additive Fertigung im Flugzeugbau

Bei der additiven Fertigung werden Bauteile auf Basis von digitalen Konstruktionsdaten aufgeschichtet. Dadurch können hochkomplexe Strukturen bei minimalem Materialverlust detailgetreu hergestellt werden. Die präzise Fertigung ermöglicht den Einsatz verschiedenster Stoffe, Metalle ebenso wie Hochleistungskunststoffe. So lassen sich leichte und extrem stabile Teile auch aus neuen Materialien herstellen. Davon könnte insbesondere die Luftfahrt profitieren.

Denn werden über 3D-Druck-Fertigung die aerodynamischen Eigenschaften einzelner Flugzeugteile optimiert, so werden in der Folge auch Geschwindigkeit und Umweltbilanz der Flugzeuge verbessert. Hohe Präzision und Qualität von gedruckten Bauteilen könnten im Flugzeugbau wichtige Innovationsimpulse bringen, doch möglicherweise sind Sicherheitsbedenken und fehlende Langzeiterfahrungen derzeit noch entwicklungshemmend. 

 

3D Drucker druckt ein Ersatzteil

3D-Drucker können Serienfertigung individualisieren, für den Bau von Prototypen eingesetzt werden oder selten benötigte Teile direkt vor Ort herstellen.

 

3D-Druck in der Automobilbranche

In anderen Anwendungsbereichen liegen die Vorteile der additiven Fertigung mehr in ihrer Schnelligkeit und Individualisierbarkeit. So auch in der Automobilbranche. Sie adaptiert die junge Technologie bislang am schnellsten: 41 Prozent der Unternehmen setzen im Jahr 2019 bereits 3D-Druck ein, während es 2017 noch 22 Prozent waren. So ließ beispielsweise der amerikanische Hersteller Local Motors 2014 ein Auto aus 49 gedruckten Bauteilen über die Straßen von Detroit fahren.

Inzwischen ist der 3D-Druck in der Automobilproduktion aber aus der Bastelecke herausgekommen: Mit der additiven Fertigung werden Fahrzeug- und Ersatzteile hergestellt, Gussformen optimiert und Prototypen sehr viel günstiger entwickelt. Die Autoindustrie setzt auf Innovationen, wie auch das Thema Smart Factory beweist.

 

Video: YouTube / Volkswagen Group

 

Bauen in 3D

Die Baubranche entdeckt den 3D-Druck ebenfalls nach und nach: In Amsterdam führt eine aus Metall gedruckte Fußgängerbrücke über einen Kanal. Der chinesische Konzern WinSun druckt mehrstöckige Häuser, und in Shanghai führt eine aus Beton gedruckte Brücke ebenfalls über einen Kanal.

 

Quelle: YouTube / MX3D

 

Smarte Produktion in vernetzten Fabriken


Kontakt aufnehmen

Sie haben Fragen zu unseren Produkten und Angeboten?
Dann rufen Sie unter 0800 5054515 an.

Die Flexibilität und Designfreiheit beim digitalen Manufacturing eröffnet Unternehmen somit auch beim Service neue Möglichkeiten. Zum einen können Produzenten ihren Kunden die Bauteile probehalber ausdrucken und bei Bedarf anpassen, um eine maßgeschneiderte Serienanfertigung zu garantieren. Zum anderen profitieren Hersteller auch selbst bei der Einführung digitaler Methoden in Sachen Industrie 4.0. 

Die selbstständige Bestellung benötigter Teile durch vernetzte Maschinen ist nur ein Beispiel, wie Kosten gesenkt werden können. Zuverlässige Hochleistungsnetze für die Geräte-Kommunikation sind dabei eine wichtige Voraussetzung. 

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit 3D-Druckverfahren? Ist der Einsatz von solchen Innovationen für Ihren Betrieb eine sinnvolle Option? Welche Branchen können nach Ihrer Einschätzung am meisten profitieren? Diskutieren Sie im Kommentarbereich mit!

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Facebook Twitter WhatsApp LinkedIn Xing E-Mail