Digitalisierte Landwirtschaft: Fortschritte & Zukunftsaussichten

Digitaler Ausblick

Digitaler Ausblick

Datum 01.07.2021
Lesezeit 5 Min.

Digitalisierte Landwirtschaft: Fortschritte & Zukunftsaussichten

Smart Farming ist das aktuelle Schlagwort – das Internet of Things und der Einsatz von 5G erobern den Acker. Die Digitalisierung macht somit auch vor der Landwirtschaft nicht halt: Datengetriebene Lösungen und GPS-gesteuerte Nutzfahrzeuge spielen hier eine immer größere Rolle und können Ihnen wertvolle Unterstützung, insbesondere zur Kosten- und Aufwandsreduzierung, bieten.

In einem der vermutlich ältesten Wirtschaftszweige der Welt steigt das Interesse an den neuen Technologien zusehends. Vom überregionalen Großkonzern bis hin zum kleinen Start-up macht sich die Landwirtschaft bereit für die digitale Transformation oder steckt bereits mittendrin. Im Folgenden gehen wir auf die Möglichkeiten, Fortschritte sowie kommenden Trends in der digitalen Landwirtschaft ein  – auch als Precision- oder Smart Farming bekannt.

 

Digitalisierung als Antwort auf die Herausforderungen in der Landwirtschaft

Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung sind für den Ackerbau nicht nur Vorteile, sondern auch eine Vielzahl von Herausforderungen entstanden. Der hohe Preisdruck, die internationale Konkurrenz und weltwirtschaftliche Zwänge wie beispielsweise die steigenden Anforderungen an die Qualität der Produkte stellen viele Landwirte vor enormen Veränderungsdruck. Die Digitalisierung kann Ihnen helfen, diesen Schwierigkeiten entgegenzutreten. Häufig wird dabei jedoch vergessen, dass die Branche nur bis zu einem gewissen Grad digitalisierbar ist. Anders als beispielsweise in der Medienbranche sind analoge Komponenten nach wie vor unabdingbar.

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5G auf dem Vormarsch: Der Status Quo beim Thema Smart Farming

Das sogenannte „Smart Farming”, also die KI- und sensorgestützte Bearbeitung von landwirtschaftlich genutzten Feldflächen hat sich in den vergangenen Jahren in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Sie hat dabei eine Vielzahl technischer Errungenschaften hervorgebracht, die auch Sie nutzen können. Selbstfahrende, per GPS und Lidar (lasergestützte Abstands- und Geschwindigkeitsmessung) gesteuerte Traktoren und Mähdrescher sind auf den Feldern von heute keine Seltenheit mehr. Sie können einen höheren Ertrag generieren, indem sie das Areal auf den Quadratmeter genau vermessen und so Ressourcen sparen. Via 5G kommunizieren Drohnen, die Pflanzenschutzmittel aus der Luft versprühen, sparen dazu viel Manpower. Auch in der Tierhaltung wird 5G-Technologie in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

Automatisierte Melksysteme erfordern beispielsweise kaum noch körperliche Arbeit. Smarte IoT-Sensoren werten live im 5G-Mobilfunknetz die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Ammoniakgehalt im Stall aus. Bei Auffälligkeiten wird der Bauer automatisch benachrichtigt. Dieser kann dann sofort eingreifen und damit die Haltebedingungen der Tiere optimieren.

Robert Dahl liebt und lebt Erdbeeren. Das verrät der Geschäftsführer von „Karls Erdbeerhof“ in dieser Folge von Digitale Vorreiter:innen. 1993 hat Dahl die Leitung der Erdbeerhöfe übernommen. Das Unternehmen gehört in Deutschland zu den größten Anbietern von Produkten rund um Erdbeeren. Neben den klassischen Erdbeer-Verkaufsständen haben sich in den vergangenen Jahren die sogenannten Erlebnisdörfer etabliert: Vergnügungsparks mit Karussells, Spielplätzen und Entertainment für Familien. Wie „Karls Erdbeerhof“ das Corona-Jahr 2020 überstehen konnte, wie sich Robert Dahl von Erdbeerbauern aus den USA inspirieren lässt und welche Investitionen in die Marke „Karls“ geplant sind, erfahren Sie in diesem Podcast mit Christoph Burseg:


 

Digitaler Weinberg: Lückenlose Überwachung für bessere Ernten

Ein eindrucksvolles Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung am Beispiel eines Weinguts ist unter anderem das Markgräfische Badische Weinhaus, das zusammen mit SAP und der sine qua non GmbH einen ganzen Weinberg „vernetzt“ hat. Hier fließen jede Menge unterschiedliche Parameter zu Vegetation, klimatischen Unterschieden zwischen Sonnen- und Schattenseite oder der Höhenlage ein.

Der örtliche Kellermeister kann all diese Parameter in einer App einsehen und jederzeit eingreifen, wenn dies auf Basis seiner Erfahrung sinnvoll oder notwendig erscheint. So werden nicht nur bessere Ernten möglich – auch der Einsatz umweltschädlicher Düngemittel und/oder Pestizide wird deutlich verringert.

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Sensorik und Datenmanagementsysteme

Die Sensorik nimmt ebenfalls eine immer tragendere Rolle ein. Für die Datengewinnung sind Sensoren, wo auch immer an den Gerätschaften und Maschinen angebracht oder auf dem Feld aufgestellt, von enormer Bedeutung. Sie liefern Informationen für die optimierte Bewässerung Ihrer Felder oder für die Beurteilung der Erntebedingungen. Darüber hinaus können die verbundenen Datenmanagementsysteme Ihnen haarklein aufzeigen, welches Tier wie viel Nahrung zu sich genommen hat – so lassen sich mögliche Krankheiten bereits früh erkennen und prophylaktisch behandeln. Grundlage hierfür ist das Narrowband-IoT-Netz von Vodafone, das Daten auch bei ungünstigen Empfangsbedingungen über weite Strecken hinweg überträgt.

 

Nichts geht mehr ohne Cloud-Lösungen

Die Cloud ist schon heute ein zentrales Werkzeug des Smart Farming, das Sie keinesfalls außer Acht lassen sollten. Sie verarbeitet für Sie Daten, die von anderen Landwirten oder auch Forschungsorganisationen bereit gestellt wurden und im Gegenzug können Sie die Kollegen an Ihren gewonnen Daten in anonymisierter Form teilhaben lassen. Nutzen Sie Ernteergebnisse der Nachbarhöfe und Informationen zum Verbrauch von Saatgut, um Ihre eigene Produktion zu optimieren.

YouTube / agrarheute

Digitalisierung in der Landwirtschaft: Was weiterhin zu tun bleibt

Neben all den aufgeführten Vorteilen und Zukunftsaussichten bringt die Digitalisierung der Landwirtschaft auch mögliche Schattenseiten mit. Deshalb müssen Sie im Einzelfall abwägen, welche der Neuerungen für Sie infrage kommen und hilfreich sind.


Ein Melkroboter für beispielsweise 60 Kühe schlägt in der Anschaffung mit rund 100.000 Euro zu Buche und ist somit nicht für jeden Landwirt tragbar. Auch andere Erstinvestitionen finden sich im hohen fünfstelligen Bereich wieder – je nach Gerätschaft liegen die einmaligen Kosten sogar weit darüber. Von den Betriebs- und Wartungskosten einmal ganz abgesehen. Demgegenüber stellt die Vernetzung dieser Geräte jedoch nicht gerade den höchsten Kostenfaktor dar – bietet gleichzeitig aber eine Menge Einsparpotenzial und Verbesserungen im laufenden Betrieb. Insofern sollte eine ohnehin anstehende Anschaffung am besten direkt mit deren Vernetzung kombiniert werden. Gleichzeitig lassen sich aber auch bestehende Maschinen durch digitale Komponenten deutlich aufwerten, ohne dass gleich eine Neuanschaffung sein muss. Das zu beurteilen, ist jedoch oft keine leichte Aufgabe.

Das Einspielen oder die Analyse von Wetterdaten, die Steuerung führerloser Maschinen oder die Auswertung zahlreicher Bodenproben – der Einsatz von mobilen Daten, insbesondere von Narrowband-IoT, einer Übertragungstechnik im Schmalband-LTE-Netz, vereinfacht viele wiederkehrende Tätigkeiten enorm und macht noch weitere Tätigkeiten möglich. Für eine allumfassende Vernetzung der technischen Hilfsmittel ist das beinahe überall verfügbare Mobilfunknetz somit ein entscheidender Vorteil und kann auch in weit entlegenen Gegenden für Datenübertragung sinnvoll genutzt werden.

Deutsche Landwirte betrachten die Digitalisierung der Branche nach einer Bitkom-Studie größtenteils als Chance – 66 Prozent sehen einen positiven Einfluss vom Internet of Things und Big Data. Nur 13 Prozent blicken skeptisch in die Zukunft, während 19 Prozent noch keinen gravierenden Einfluss feststellen konnten und den Neuerungen noch unentschlossen gegenüberstehen.

Davon abgesehen konnten laut einer statista-Untersuchung zu Precision- und Smart-Farming-Technologien beinahe ein Viertel der befragten Unternehmen den Einsatz von Düngemitteln bereits im Jahr 2016 um bis zu 19 Prozent reduzieren.

 

Smart Farming: Das Wichtigste im Überblick

  • Digitalisierung spielt auch in der Landwirtschaft eine zunehmende Rolle.
  • Es gibt eine Vielzahl technischer Errungenschaften im Bereich Smart Farming.
  • Cloud-Lösungen und Narrowband-IoT können für die Landwirtschaft enormes Zukunftspotenzial bieten.
  • Durch eine intelligente Vernetzung auch bestehender Geräte und Maschinen lassen sich unnötige Wege sparen und Schwierigkeiten schneller erkennen.

 

Welche der neuen Technologien nutzen Sie in Ihrem Betrieb? Wie weit ist bei Ihnen die Digitalisierung schon fortgeschritten? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

 

 


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