Auf einer Computertastatur liegt ein Handy, dessen Display eine Warnung anzeigt, dass sich jemand soeben unbefugten Zugriff zu gespeicherten Daten verschafft hat.
Security

Trojaner vom Handy entfernen

Anleitung & Prävention

Moderne Smartphones sind zwar vergleichsweise sicher, was Gefahren aus dem Internet angeht, aber nicht vollständig immun gegen Malware. Diese schleusen Cyberkriminelle beispielsweise über E-Mail-Anhänge oder Downloads ein. Besonders tückisch: Trojaner, die sich als legitime Anwendungen tarnen. Solche Malware-Apps auf dem Handy wirken auf den ersten Blick harmlos. Einmal installiert, können sie jedoch vertrauliche Daten ausspähen oder schädliche Aktionen durchführen. Wie Sie Trojaner auf Ihrem Mobiltelefon erkennen und Malware vom Smartphone entfernen, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Trojaner vom Handy entfernen: Das Wichtigste in Kürze

  • Auch Mobiltelefone sind nicht vollständig vor Schadsoftware gefeit. Malware kann z.B. über E-Mail-Anhänge, infizierte Apps oder SMS und MMS auf ein Handy gelangen.
  • Malware kann auf dem Smartphone z.B. Daten stehlen, Apps deaktivieren oder das Handy für Cryptojacking verwenden, also das illegale Schürfen von Bitcoins auf fremden Geräten.
  • Anzeichen für Handy-Malware sind beispielsweise Abstürze von Apps, eine Zunahme des Datenverbrauchs, unerwünschte Pop-up-Werbung, sinkende Speicherkapazitäten und eine ansteigende Temperatur des Geräts.
  • Trojaner lassen sich in der Regel schnell vom Handy entfernen: über eine Antivirensoftware sowie manuell oder über das Zurücksetzen des Geräts.
  • Einen guten Schutz gegen Schadsoftware bieten Antivirenprogramme, die Trojaner automatisch erkennen und blockieren. Zudem ist es wichtig, regelmäßig Software-Updates durchzuführen.
Unkenntlicher Computerhacker tippt auf einem Smartphone

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Ihr Mobiltelefon auf Trojaner prüfen und diese erkennen: So funktioniert es

Es wird immer schwieriger, Trojaner und andere Malware auf Anhieb zu erkennen. Oft wirken sie auf den ersten Blick wie seriöse Apps, die einen echten Mehrwert bieten. Kriminelle haben es zunehmend auf Android-Smartphones abgesehen. Sie versuchen mithilfe von Smartphone-Malware wie Banking-Trojanern, Finanzdaten vom Handy zu stehlen. Je schneller Sie einen Trojaner auf dem Smartphone entdecken und entfernen, desto geringer ist das Risiko für Ihre Daten. Die folgenden Warnsignale können auf einen (erfolgreichen) Angriff hindeuten:
Apps stürzen ab
Malware-App aktiv
Abstürzende Apps prüfen oder entfernen
Hoher Datenverbrauch
Hintergrundaktivität von Malware
Datenverbrauch prüfen, Scan starten
Akku entlädt sich schnell
Rechenintensive Schadsoftware
Gerät scannen, verdächtige App mit hohem Energieverbrauch deinstallieren
Pop-up-Werbung
Adware auf dem Smartphone
Verdächtige Apps deinstallieren, ggf. Berechtigungen für Benachrichtigungen entziehen
Unbekannte Apps
Unbemerkte Installation
App löschen, Sicherheitseinstellungen auf dem Handy prüfen
Hohe Telefonrechnung
Malware verursacht Verbindungen
Ausgehende Verbindungen überprüfen, Anbieter kontaktieren
Warnsignal
Mögliche Ursache
Empfohlene Maßnahme
Noch mehr Tipps, wie Sie Trojaner entfernen, finden Sie auch an anderer Stelle hier im V-Hub.

Atypisches Verhalten von Apps

Apps, die sich atypisch verhalten und wiederholt (auch nach Neustart des Geräts) abstürzen, sind ein mögliches Symptom für Malware auf dem Handy oder eine Malware-App.

Ungewöhnlich großer Verbrauch an Datenvolumen

Auch ein ungewöhnlicher Anstieg des Datenverbrauchs kann ein Hinweis auf Trojaner oder andere Malware auf dem Smartphone sein. Einige Formen von Smartphone-Malware verbrauchen durch ihren Betrieb eine große Menge an mobilen Daten. Es ist daher ratsam, Ihren Datenverbrauch von Zeit zu Zeit zu überprüfen – insbesondere dann, wenn Sie Malware auf Ihrem Handy vermuten. Ist er deutlich höher als normal, starten Sie einen Antiviren-Scan auf Ihrem Smartphone.

Schnelle Entladung des Akkus und/oder warmes Gerät

In manchen Fällen erkennen Sie eine Infektion daran, dass sich der Akku schneller entlädt als sonst. Denn Malware ist meist nicht auf das Handy optimiert oder sehr rechenintensiv (z.B. beim Bitcoin-Mining) und belastet die Akku-Ladung mehr als gewöhnliche Anwendungen.
Falls das Smartphone oft heißläuft, könnte dies ebenfalls ein Hinweis auf Malware auf dem Smartphone sein. Normalerweise erhitzen sich Mobiltelefone von allein nicht übermäßig.

Unerwünschte Werbe-Pop-ups „aus dem Nichts“

Wenn auf einem mobilen Gerät Pop-ups erscheinen, obwohl gerade keine Anwendungen ausgeführt werden, liegt häufig eine Adware-Infektion vor. Das ist eine spezielle Form von Malware auf dem Handy. Pop-ups sind Browserfenster, die sich automatisch öffnen – in der Regel enthalten sie Werbung.

Unbekannte Apps im Gerätespeicher

Daneben sind unbekannte Apps im Gerätespeicher ebenfalls ein möglicher Hinweis auf Malware auf dem Smartphone. Wenn Sie also Apps entdecken, die Sie nie heruntergeladen haben und die auch nicht zum werkseitigen Lieferumfang gehören, kann es sich um eine Malware-App handeln. In diesem Fall sollten Sie skeptisch sein, die App überprüfen und die potenzielle Malware vom Handy entfernen.

Eine scheinbar grundlos überhöhte Monatsrechnung

Auch eine sehr hohe Telefonrechnung kann ein Hinweis auf Malware auf dem Telefon sein. Wenn Ihr Gerät beispielsweise Rufnummern angerufen hat, die Sie nicht selbst gewählt haben, oder Ihr Datenvolumen weit schneller als üblich verbraucht ist und automatisch kostenpflichtig aufgeladen wurde, kann dies auf Handy-Malware hindeuten.
Smartphone regelmäßig checken

Auch wenn es einige Warnsignale gibt (siehe oben): Nicht immer macht sich Malware wie ein Trojaner tatsächlich für die Nutzer:innen bemerkbar. Deshalb ist es sinnvoll, das Smartphone regelmäßig mit entsprechenden Tools nach genau solcher Schadsoftware zu scannen.

So erkennen Sie Trojaner unter Android

Trojaner und andere Malware gelangen zwar vergleichsweise selten auf Smartphones, doch Geräte mit Android sind eher gefährdet als iPhones. Neben den allgemeinen Tipps, die Sie in diesem Beitrag finden, gibt es eine weitere Möglichkeit, um Trojaner speziell auf Android-Smartphones schnell zu erkennen. Dazu benötigen Sie nicht einmal einen besonderen Virenscanner, denn Google bietet eine kostenlose Sicherheitssoftware an, die Malware auf dem Smartphone erkennen kann. Dazu müssen Sie Google Play Protect im Play Store aktivieren. Missverständlicherweise vermuten die meisten, dass dieses Tool Apps nur vor dem Herunterladen aus dem Store überprüft. Tatsächlich können Sie damit sämtliche Anwendungen scannen, die sich bereits auf dem Gerät befinden – eine sinnvolle Maßnahme, wenn Sie vermuten, dass sich Malware auf dem Handy eingeschlichen hat. Das ist vor allem nützlich, wenn ein Trojaner unbemerkt weitere Malware auf Ihr Smartphone geladen hat und Sie dies bislang nicht bemerkt haben. Möglicherweise hat Ihr Handy aber die weiter oben geschilderten Warnsignale gezeigt. Dann können Sie in der Regel mit einem ersten Scan feststellen, ob sich Malware auf Ihrem Handy befindet. So gehen Sie vor:
  • Öffnen Sie den Google Play Store.
  • Tippen Sie auf das Profilsymbol oben rechts.
  • Tippen Sie auf „Play Protect“.
  • Tippen Sie auf das Zahnrad oben rechts.
  • Aktivieren Sie „Apps mit Play Protect scannen“ und „Erkennung schädlicher Apps verbessern“.
  • Tippen Sie im vorherigen Menü auf „Scannen“, um Ihr Smartphone sofort auf Malware zu überprüfen.
Bei vielen Smartphones ist diese Option bereits aktiviert. Dennoch sollten Sie dies in einem ersten Schritt überprüfen, wenn Sie vermuten, dass sich Malware auf Ihrem Smartphone befindet. Selbst wenn das Tool aktiviert ist, lohnt sich im Zweifel ein weiterer Scan. Play Protect ersetzt allerdings keinen spezialisierten Virenscanner. Findet das Tool nichts und setzen sich die Hinweise auf einen Malware-Befall fort, lohnt sich ein genauerer Blick. Wie Sie Malware vom Smartphone entfernen, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Trojaner vom Handy entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Trojaner können zwar durchaus hartnäckig sein, doch meist ist es nicht allzu schwer, sie loszuwerden. Dabei können Sie verschiedene Ansätze verfolgen, um die Malware von Ihrem Handy zu entfernen.

Trojaner automatisch mithilfe einer Software entfernen

Der einfachste Weg, Trojaner und andere Malware auf dem Handy zu entfernen, ist die Automatisierung eines Antivirusprogramms. Tools wie Lookout erkennen Schadsoftware zuverlässig und helfen so dabei, Trojaner vom Smartphone zu entfernen. Diese Art von Geräteschutz trägt auch dazu bei, dass ein Angriff gar nicht erst stattfinden kann, da die Schutz-Software schädliche Aktivitäten im Vorfeld erkennt und blockiert. Für viele Nutzer:innen ist dies der naheliegendste Weg, wenn sie sich fragen: Wie entferne ich Malware vom Handy?
Mobile Virenscanner spüren also nicht nur Viren, Malware und Spyware auf Handys auf, sondern bereinigen sie häufig gleich. Darüber hinaus überprüfen sie regelmäßig die Geschwindigkeit von Downloads und Uploads.
Neben Lookout gibt es noch weitere Angebote auf dem Markt, um Malware vom Handy zu entfernen, beispielsweise:
  • Avast Antivirus
  • AVG AntiVirus
  • Bitdefender Mobile Security
  • F-Secure Total Security
  • G Data Mobile Security
  • McAfee Mobile Security
  • Norton Mobile Security
Die Beratungsgruppe Forbes Advisor empfiehlt Unternehmen den Einsatz von Antivirenprogrammen in jedem Fall. Werden Trojaner oder Malware auf dem Firmen-Smartphone nicht erkannt, könnten sensible Daten von Kund:innen entwendet werden – mit potenziell hohen Folgekosten.
Auf den Schutz der Antivirenprogramme sollten Sie sich aber auch nicht allein verlassen. Sorgfalt beim Umgang mit Passwörtern, allgemeine Vorsicht und Skepsis gehören in der digitalen Welt dazu, um Malware auf dem Handy vorzubeugen. Einige Trojaner tarnen sich sogar selbst als Virenschutzprogramm. Es ist daher wichtig, Programme aus vertrauenswürdigen Quellen zu nutzen und Testergebnisse zu vergleichen.

Malware vom Android-Handy manuell entfernen

Für Besitzer:innen von Android-Geräten ist es ab der Android-Version 6 Marshmallow möglich, über die Einstellungen herauszufinden, welche App eine Störung verursacht. Im Anschluss können SiediepotenzielleMalware auf dem Handy manuell entfernen, ohne auf eine zusätzliche Software zurückzugreifen.
Dafür navigieren Sie zum Menüpunkt „Apps & Benachrichtigungen | Anwendungen | Erweitert | Spezieller App-Zugriff“. Dort sehen Sie, welche App berechtigt ist, über anderen Apps angezeigt zu werden (also im Bildschirm-Vordergrund). Genau diese Berechtigung missbrauchen Malware-Apps häufig, um unaufgefordert Benachrichtigungen oder Pop-ups anzuzeigen und so zum Klicken zu animieren.
Entfernen Sie diese App am besten komplett oder entziehen Sie ihr zumindest diese Berechtigung. Vor allem, wenn Sie sie nicht selbst aus vertrauenswürdiger Quelle wie dem Google Play Store heruntergeladen haben. Auf diese Weise können Sie die Malware vom Handy entfernen und verhindern, dass sich die Schadsoftware weiter ausbreitet.
Hilft das nicht weiter und die Probleme bleiben bestehen, starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus neu. Das funktioniert bei den meisten Geräten, indem Sie während des Neustarts die Einschalttaste gedrückt halten. Der abgesicherte Modus ist besonders hilfreich, wenn Smartphone-Malware aktiv ist und sich im normalen Betrieb nicht löschen lässt.
Unser Tipp

Machen Sie vor dem Neustart einen Screenshot von der Anordnung Ihrer Anwendungen auf dem Hauptbildschirm. So können Sie Ihre Apps nach dem Bereinigen und Entfernen von Malware schnell wieder wie gewohnt anordnen.

Beim Neustart von Android-Geräten im abgesicherten Modus werden nur Apps gestartet, die ab Werk vorhanden waren. Das erleichtert es, Malware auf dem Smartphone zu erkennen.
Im abgesicherten Modus können Sie in den Einstellungen nach Apps schauen, die Ihnen verdächtig vorkommen, und diese deinstallieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, deinstallieren Sie zunächst Apps, die Sie kürzlich heruntergeladen haben, und schauen Sie dann, ob das Problem weiterhinauftritt.

Malware vom iPhone manuell entfernen – geht das?

iPhones gelten im Vergleich zu anderen Smartphones als besonders sicher. Das liegt an der stark abgeschotteten Architektur von iOS, die verhindert, dass sich Apps gegenseitig beeinflussen oder tief ins System eingreifen. Eine gezielte manuelle Entfernung einzelner Malware-Komponenten – wie sie unter Android möglich ist – gibt es auf dem iPhone daher nicht.
Scheint ein iPhone dennoch kompromittiert, etwa nach der Installation einer unseriösen App oder aufgrund von ungewöhnlichem Verhalten, bleibt nur eine verlässliche Maßnahme: das Zurücksetzen des Geräts über den Wiederherstellungsmodus. Dabei setzen Sie das iPhone vollständig neu auf, wodurch potenzielle Schadsoftware entfernt wird.
Sicherheitsexpert:innen – unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – bescheinigen iPhones insgesamt eine hohe Grundsicherheit. Dennoch gilt: Auch auf iOS sollten Sie nur Apps aus dem offiziellen App Store installieren, Updates regelmäßig durchführen und verdächtige Aufforderungen konsequent ignorieren.

Handy zurücksetzen

Nützen all diese Schritte nichts, können Sie das Handy als letzten Ausweg ganz zurücksetzen. Dabei werden zwar alle Daten wie nachträglich installierte Apps, Passwörter und individuelle Einstellungen gelöscht, aber die Malware ist danach ebenfalls vom Handy gelöscht. Eventuell können Sie für die Wiederherstellung Ihrer Daten auf ein Back-up zurückgreifen. Allerdings ist es nach einem Trojaner-Angriff oder anderem Malware-Befall auf dem Handy immer sinnvoll, Passwörter und andere Zugangsdaten zu ändern.
Eine lächelnde Frau trägt ein Headset

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Wie schütze ich mich in Zukunft vor Trojanern?

Folgende Maßnahmen können Ihnen helfen, sich vor einer Malware-Infektion zu schützen:
  • Regelmäßige Software-Updates: Software-Updates beseitigen oft Schwachstellen und sind so ein zentraler Schutz vor Malware auf dem Handy. Mit jedem Tag, den Sie ein Update nicht installieren, erhöht sich das Risiko eines Angriffs.
  • Offizielle App-Stores nutzen: Verwenden Sie offizielle Portale zum Herunterladen von Apps, z.B. den Google Play Store und den App Store. So verringern Sie das Risiko, eine Malware-App auf dem Handy zu installieren. Lesen Sie vorab die Bewertungen zu den Anwendungen und vergleichen Sie diese auch mit Bewertungen außerhalb der Portale.
  • Auf verdächtige Links achten: Klicken Sie grundsätzlich nicht auf Links von Fremden oder wenn Ihnen etwas daran verdächtig vorkommt. Phishing ist eine der häufigsten Ursachen für Malware auf dem Handy.
  • Öffentliche WLAN meiden: Die Nutzung öffentlicher WLAN-Netzwerke ist mit Risiken behaftet. Ohne zusätzliche Absicherung können Cyberkriminelle hierüber Malware auf Ihr Smartphone einschleusen. Nutzen Sie daher möglichst eine Verbindung mit VPN, um sich vor Smartphone-Malware zu schützen.
  • Antivirensoftware installieren: Durch den Einsatz von Antivirensoftware sind Sie deutlich besser vor Malware auf dem Handy geschützt. Solche Programme erkennen Bedrohungen frühzeitig und helfen, sie zu blockieren. Aber bleiben Sie wachsam: Es gibt keinen Rundumschutz, der alle Handy-Bedrohungen zuverlässig abwehrt.

Trojaner auf Android-Handys: Woher kommen sie?

Einfallstor Nummer eins für Trojaner auf dem Handy sind infizierte Anwendungen. Sie tarnen sich als nützliche Programme und erscheinen völlig harmlos. Arglose Nutzer:innen installieren die Malware-Apps dann unbemerkt inklusive Trojaner auf dem Handy, z.B. durch den Download eines Puzzle-Spiels oder einer Taschenlampen-App. Im Jahr 2020 entdeckte der Virenscanner-Anbieter Avast sogar im Google Play Store 21 bösartige Apps – Vorsicht ist also stets geboten.
Die simpelsten Angriffsmethoden laufen über die Messaging-Formate SMS und MMS. Diese Form von Handy-Malware nutzt meist menschliche Schwächen wie Neugier oder Unachtsamkeit aus. So geben sich Angreifer:innen beispielsweise als Paketdienstleister wie DHL aus. In der Regel fordern sie dazu auf, einen Link anzuklicken oder eine App herzunterzuladen, etwa um ein Paket zu verfolgen. Solche Links führen teilweise zu täuschend echt gestalteten Webseiten oder gar zu echten Webseiten, die durch Schadsoftware „überblendet“ sind.
Ein weiterer Infektionsweg sind E-Mails, die zum Download von Dateianhängen auffordern. Auch bei der Datenübertragung per Bluetooth von unbekannten Geräten können sich Malware und Trojaner auf dem Handy einschleichen.
Nicht selten nutzen Trojaner Sicherheitslücken von Software aus. So sorgte die Sicherheitslücke namens „Stagefright“ 2015 auf Android-Geräten für verschiedenste Probleme. Durch das Öffnen präparierter Bilder oder Videos installierten sich Trojaner und Malware auf dem Smartphone teils vollkommen unbemerkt.
Manchmal erfahren Nutzer:innen erst von Sicherheitslücken, wenn der Software-Anbieter ein Update für ihre Beseitigung veröffentlicht.
Ein Grund dafür, warum Trojaner auf dem iPhone weniger Probleme verursachen, ist der weltweit höhere Marktanteil von Android-Smartphones – Android-Geräte sind daher ein attraktiveres Ziel für Smartphone-Malware. Außerdem halten sich iPhone-Nutzer:innen bei Downloads meist an die kontrollierten Angebote im App Store von Apple. Android hingegen ist eine offenere Plattform mit entsprechend mehr Angriffsfläche für Malware und andere dubiose Angebote.

Exkurs : Malware auf dem Handy – die unterschätzte Gefahr

Es gab eine Zeit, da schienen Mobiltelefone gegen Viren gefeit zu sein. Das änderte sich schlagartig mit dem Aufkommen der Smartphone-Technologie, denn seither ähneln sie eher kleinen Computern als Mini-Telefonen – und sind damit ein attraktives Ziel für Malware.
Eine Hackergruppe machte erstmals 2004 auf die Risiken aufmerksam: Sie schleuste den Telefonwurm „Cabir“ nicht nur auf Handys ein, sondern schickte ihn parallel an Labors für Cybersicherheit. Zwar entstand dabei kein Schaden, aber die Botschaft war klar.
Mittlerweile nutzen Hacker:innen mehrere Arten von Smartphone-Malware, um Handys gezielt anzugreifen. So attackierte der Ransomware-Trojaner „SymOS/Kiazha.A“ das Betriebssystem Symbian und löschte ein- und ausgehende SMS-Nachrichten. Der Wurm „ComWarrior“ setzte infizierte Handys stets am 14. eines Monats zurück.

Die Arten von Smartphone-Malware im Überblick

Trojaner: Trojaner müssen auf einem Gerät installiert werden, bevor sie dort Schaden anrichten können. Doch sobald sie aktiviert sind, sind die Auswirkungen oft gravierend. Trojaner können persönliche Daten stehlen, zusätzliche Malware auf dem Smartphone installieren, Apps deaktivieren oder das Gerät für „Cryptojacking“ nutzen, also das illegale Schürfen von Bitcoins. Letzteres verursacht keinen direkten Schaden, schränkt aber die Rechenleistung ein und verbraucht eine gewisse Menge an Datenvolumen.
Ransomware: Der Name leitet sich ab vom englischen „ransom“ (Lösegeld). Ransomware verschlüsselt Daten mit dem Ziel, das Opfer zu erpressen. Im Jahr 2019 nutzten Cyberkriminelle Malware auf Android-Handys, um große Datenmengen zu verschlüsseln. Sie forderten jeweils ein Lösegeld von 200 Dollar für die Entschlüsselung. Schaffen es Kriminelle, Ransomware in Firmen einzuschleusen, fallen die Lösegeldforderungen oft deutlich höher aus.
Spyware: Spyware stiehlt Daten, kann Textnachrichten, URL-Verläufe, Tastatureingaben, Benutzernamen oder Passwörter ausspionieren – und sogar die Kamera eines infizierten Telefons nutzen. Spyware ist eine besonders heimtückische Form von Malware auf dem Smartphone, da sie oft lange unentdeckt bleibt. Ein berüchtigtes Beispiel ist Pegasus – eine Smartphone-Malware, die sämtliche Daten auf Android-Telefonen und iPhones ausspioniert, teils für politische Zwecke.
Würmer: Als aggressivste Android-Malware auch auf Handys gelten Würmer. Sie verbreiten und vermehren sich quasi endlos und ohne Zutun der Benutzer:innen. Der häufigste Infektionsweg sind SMS und MMS.

Unser Fazit: Trojaner auf dem Handy früh erkennen und gezielt schützen

Trojaner und andere Malware sind auf dem Handy längst kein Randthema mehr, sondern eine reale Gefahr für private und geschäftliche Daten. Wer Warnsignale früh erkennt und im Ernstfall richtig reagiert, kann Malware vom Smartphone entfernen und größere Schäden vermeiden. Neben manuellen Maßnahmen und regelmäßigen Updates spielt ein verlässlicher Geräteschutz eine zentrale Rolle. Sicherheitslösungen wie Vodafone Lookout oder Microsoft Defender for Businesshelfen dabei, Malware auf dem Handy automatisch zu erkennen, zu blockieren und zu entfernen – oft, bevor sie Schaden anrichten kann. So behalten Sie die Kontrolle über Ihre mobilen Geräte und schützen sensible Informationen nachhaltig.

Trojaner vom Handy entfernen: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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