Trojaner können zwar durchaus hartnäckig sein, doch meist ist es nicht allzu schwer, sie loszuwerden. Dabei können Sie verschiedene Ansätze verfolgen, um die Malware von Ihrem Handy zu entfernen.
Trojaner automatisch mithilfe einer Software entfernen
Der einfachste Weg, Trojaner und andere Malware auf dem Handy zu entfernen, ist die Automatisierung eines Antivirusprogramms. Tools wie Lookout erkennen Schadsoftware zuverlässig und helfen so dabei, Trojaner vom Smartphone zu entfernen. Diese Art von Geräteschutz trägt auch dazu bei, dass ein Angriff gar nicht erst stattfinden kann, da die Schutz-Software schädliche Aktivitäten im Vorfeld erkennt und blockiert. Für viele Nutzer:innen ist dies der naheliegendste Weg, wenn sie sich fragen: Wie entferne ich Malware vom Handy? Mobile Virenscanner spüren also nicht nur Viren, Malware und Spyware auf Handys auf, sondern bereinigen sie häufig gleich. Darüber hinaus überprüfen sie regelmäßig die Geschwindigkeit von Downloads und Uploads.
Neben Lookout gibt es noch weitere Angebote auf dem Markt, um Malware vom Handy zu entfernen, beispielsweise:
Die Beratungsgruppe Forbes Advisor empfiehlt Unternehmen den Einsatz von Antivirenprogrammen in jedem Fall. Werden Trojaner oder Malware auf dem Firmen-Smartphone nicht erkannt, könnten sensible Daten von Kund:innen entwendet werden – mit potenziell hohen Folgekosten.
Auf den Schutz der Antivirenprogramme sollten Sie sich aber auch nicht allein verlassen. Sorgfalt beim Umgang mit Passwörtern, allgemeine Vorsicht und Skepsis gehören in der digitalen Welt dazu, um Malware auf dem Handy vorzubeugen. Einige Trojaner tarnen sich sogar selbst als Virenschutzprogramm. Es ist daher wichtig, Programme aus vertrauenswürdigen Quellen zu nutzen und Testergebnisse zu vergleichen.
Malware vom Android-Handy manuell entfernen
Für Besitzer:innen von Android-Geräten ist es ab der Android-Version 6 Marshmallow möglich, über die Einstellungen herauszufinden, welche App eine Störung verursacht. Im Anschluss können SiediepotenzielleMalware auf dem Handy manuell entfernen, ohne auf eine zusätzliche Software zurückzugreifen.
Dafür navigieren Sie zum Menüpunkt „Apps & Benachrichtigungen | Anwendungen | Erweitert | Spezieller App-Zugriff“. Dort sehen Sie, welche App berechtigt ist, über anderen Apps angezeigt zu werden (also im Bildschirm-Vordergrund). Genau diese Berechtigung missbrauchen Malware-Apps häufig, um unaufgefordert Benachrichtigungen oder Pop-ups anzuzeigen und so zum Klicken zu animieren.
Entfernen Sie diese App am besten komplett oder entziehen Sie ihr zumindest diese Berechtigung. Vor allem, wenn Sie sie nicht selbst aus vertrauenswürdiger Quelle wie dem Google Play Store heruntergeladen haben. Auf diese Weise können Sie die Malware vom Handy entfernen und verhindern, dass sich die Schadsoftware weiter ausbreitet.
Hilft das nicht weiter und die Probleme bleiben bestehen, starten Sie Ihr Smartphone im abgesicherten Modus neu. Das funktioniert bei den meisten Geräten, indem Sie während des Neustarts die Einschalttaste gedrückt halten. Der abgesicherte Modus ist besonders hilfreich, wenn Smartphone-Malware aktiv ist und sich im normalen Betrieb nicht löschen lässt.
Machen Sie vor dem Neustart einen Screenshot von der Anordnung Ihrer Anwendungen auf dem Hauptbildschirm. So können Sie Ihre Apps nach dem Bereinigen und Entfernen von Malware schnell wieder wie gewohnt anordnen.
Beim Neustart von Android-Geräten im abgesicherten Modus werden nur Apps gestartet, die ab Werk vorhanden waren. Das erleichtert es, Malware auf dem Smartphone zu erkennen.
Im abgesicherten Modus können Sie in den Einstellungen nach Apps schauen, die Ihnen verdächtig vorkommen, und diese deinstallieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, deinstallieren Sie zunächst Apps, die Sie kürzlich heruntergeladen haben, und schauen Sie dann, ob das Problem weiterhinauftritt.
Malware vom iPhone manuell entfernen – geht das?
iPhones gelten im Vergleich zu anderen Smartphones als besonders sicher. Das liegt an der stark abgeschotteten Architektur von iOS, die verhindert, dass sich Apps gegenseitig beeinflussen oder tief ins System eingreifen. Eine gezielte manuelle Entfernung einzelner Malware-Komponenten – wie sie unter Android möglich ist – gibt es auf dem iPhone daher nicht.
Scheint ein iPhone dennoch kompromittiert, etwa nach der Installation einer unseriösen App oder aufgrund von ungewöhnlichem Verhalten, bleibt nur eine verlässliche Maßnahme: das Zurücksetzen des Geräts über den Wiederherstellungsmodus. Dabei setzen Sie das iPhone vollständig neu auf, wodurch potenzielle Schadsoftware entfernt wird.
Sicherheitsexpert:innen – unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – bescheinigen iPhones insgesamt eine hohe Grundsicherheit. Dennoch gilt: Auch auf iOS sollten Sie nur Apps aus dem offiziellen App Store installieren, Updates regelmäßig durchführen und verdächtige Aufforderungen konsequent ignorieren.
Handy zurücksetzen
Nützen all diese Schritte nichts, können Sie das Handy als letzten Ausweg ganz zurücksetzen. Dabei werden zwar alle Daten wie nachträglich installierte Apps, Passwörter und individuelle Einstellungen gelöscht, aber die Malware ist danach ebenfalls vom Handy gelöscht. Eventuell können Sie für die Wiederherstellung Ihrer Daten auf ein Back-up zurückgreifen. Allerdings ist es nach einem Trojaner-Angriff oder anderem Malware-Befall auf dem Handy immer sinnvoll, Passwörter und andere Zugangsdaten zu ändern.