Thunderbolts* ­ Filmkritik: Ein Zwischenfilm mit düsterem Kern

Im neuen Marvel-Film „Thunderbolts*“ steht ein Team aus verschiedenen Chaot:innen im Zentrum, die die Welt vor einer Bedrohung retten müssen. Wir haben den Streifen bereits vor dem deutschen Bundesstart am 1. Mai 2025 gesehen. In unserer Kritik zu „Thunderbolts*“ verraten wir Dir, ob sich der Marvel-Film für Dich lohnt.

Marvel bereitet den nächsten großen Showdown vor – und etabliert aus diesem Grund schon mal neue Charaktere. Doch die Thunderbolts sind anders. Sie sind das Team, das Du rufst, wenn sonst gerade niemand da ist. Streitlustig, verpeilt, chaotisch – die fünf Held:innen passen absolut nicht zusammen und das ist vermutlich ihre Stärke.

Regisseur Jake Schreier erzählt in seinem ersten Marvel-Film, wie die Crew zusammengefunden hat und gegen ihren ersten großen Erzfeind antritt. Ob sein Superheld:innen-Debut überzeugt, liest Du in unserer Kritik zu „Thunderbolts*“.

Vorab: Wir haben mit dem Cast und dem Regisseur von „Thunderbolts*“ über ihre Rollen, die Team-Dynamik und die Dreharbeiten gesprochen. Mehr dazu im Interview:

Die Handlung: Chaos-Trupp gegen Verschwörung

Die Welt ist angespannt, jeder verdächtigt jeden, überall herrschen brodelnde Konflikte. Die neue Black Widow (Florence Pugh) leidet immer noch unter dem Tod ihrer Schwester und vertreibt sich als Söldnerin die Zeit mit zerstörerischen Aufträgen für CIA-Direktorin Valentina Allegra de Fontaine (Julia Louis-Dreyfus).

Als Black Widow aussteigen möchte, bittet Valentina sie um eine letzte Sache: Sie soll eine geheime Basis infiltrieren. Vor Ort trifft sie auf andere CIA-Söldner:innen – und erkennt erst zu spät, dass sie in eine Falle getappt ist. Doch statt sich gegenseitig zu töten, bilden die Hereingelegten ein Team: die Thunderbolts.

Gemeinsam wollen sie herauszufinden, wer und was hinter dieser finsteren Verschwörung steckt. Und mehr wollen wir zur Handlung nicht verraten, da sie einige Twists und Wendungen bereithält, die Du selbst erleben solltest.

Hier siehst Du den Trailer zu „Thunderbolts*“:

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„Thunderbolts*“ behandelt mutige Themen wie psychische Krankheiten, vor allem in seinem Finale. Das Marvel-Universum, das in den vergangenen Jahren immer düsterer und ambivalenter geworden ist, betritt in „Thunderbolts*“ nun eine völlig neue Ebene. Keine Sorge, die heitere Helden-Spaß-Action kommt keineswegs zu kurz, doch dieses Mal kämpfen die Held:innen direkt gegen das, was sie sonst nur in ihren Albträumen heimsucht.

Bis sich „Thunderbolts*“ richtig ernst nimmt, kommt der Film sehr gesprächig, teils mysteriös und teils albern daher. Stell Dich darauf ein, dass der Film lange Zeit nur auf Sparflamme läuft, bevor es richtig losgeht: Die Charaktere reden viel, streiten viel und kämpfen nur sehr selten. Es geht vor allem darum, das neue Team von Anti-Held:innen kennenzulernen und zu etablieren.

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Wenn die Guardians und die Realität ein Kind bekommen

Das Thunderbolts-Gespann muss man mögen oder eben nicht. Der Film ist eher ein Charakterstück als ein klassischer Actionfilm. Es wird mehr über Situationen gelacht, als dass Dinge explodieren. Oft fühlten wir uns an die Charakter-Dynamik von „Guardians of the Galaxy“ erinnert.

So nehmen wir die Protagonist:innen wahr:

  • Yelena Belova / Black Widow (Florence Pugh) bleibt die meiste Zeit spöttisch murmelnd im Hintergrund, bis sie gebraucht wird.
  • Alexei Shostakov / Red Guardian (David Harbour) ist der ausrangierte Held, der alle mit seinem Epos nervt.
  • John Walker / S. Agent (Wyatt Russell) ist wie Captain America, nur düsterer und grimmiger.
  • Ava Starr / Ghost (Hannah John-Kamen) kann sich unsichtbar machen und hat sonst nur sehr wenig zu sagen.
  • James Buchanan „Bucky“ Barnes / Winter Soldier (Sebastian Stan) spielt den Erwachsenen, der die Truppe beaufsichtigt.

Thunderbolts*: Die Teammitglieder des neuen MCU-Films in der detaillierten Übersicht

Flotte Sprüche, tollkühne Pläne, peinliche Situationen, keiner kann mit keinem, aber trotzdem müssen alle zusammenhalten: Die Thunderbolts sind keine Hochkaräter und mit ihrer Mission völlig überfordert. Sie sind eben abseits ihrer Fähigkeiten auch nur Menschen mit Problemen, exzentrischen Charakterzügen und düsteren Vergangenheiten.

Auf dem Bild zur Thunderbolts* Kritik stehen Red Guardian (David Harbour), Ghost (Hannah John-Kamen), Bucky Barnes (Sebastian Stan), Yelena Belova (Florence Pugh) und John Walker (Wyatt Russell) in einem engen Aufzug nebeneinander. Alle Figuren blicken ernst und konzentriert, die Stimmung ist angespannt. Die Szene ist düster ausgeleuchtet und vermittelt den Moment vor einem entscheidenden Einsatz.

Weniger ist weniger

Der Film ist mit seinem Sparkurs erfrischend bodenständig für Marvel und andererseits auch langweilig, angesichts aller anderen Filme, die sich in ihren Superlativen immer wieder überbieten. Abseits von seinen Dialogen und seinem überraschenden Finale hat der Film leider nicht viel.

Die Außenseiter:innen-Charaktere sind neu und interessant, teils edgy, teils menschlich, sie erleben allerdings auch nicht viele Situationen, in denen sie ihr Wesen wirklich ausspielen können. Die Action ist okay, absoluter Standard. Schauspielerisch passiert hier ebenfalls nicht viel, alle spielen eben ihre comichaften Rollen.

Man merkt schnell: „Thunderbolts*“ ist ein Zwischenfilm, ein Vorbereitungsfilm für etwas Größeres, das noch kommt. Von allen Zwischenfilmen ist er aber nicht der schlechteste.

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Auf dem Bild zur Thunderbolts* Kritik marschieren John Walker (Wyatt Russell), Bucky Barnes (Sebastian Stan), Ghost (Hannah John-Kamen) und Red Guardian (David Harbour) entschlossen durch eine zerstörte Stadt. Im Vordergrund sieht man Bucky mit grimmigem Blick und Red Guardian in rot-weißer Rüstung, der mit einer Geste spricht. Die Szene wirkt angespannt, dynamisch und zeigt das Team in Aktion.

Thunderbolts* in der Kritik: Unser Fazit

Wir haben nicht viel erwartet und wurden dabei auch nicht enttäuscht. Das Alleinstellungsmerkmal ist sein Ende, das nicht vor ernsten Themen zurückschreckt. Trotzdem fühlt er sich wie eine Überleitung an.

Fazit: „Thunderbolts*“ erfüllt seinen Job als Marvel-Film, er macht Spaß und präsentiert eine Gruppe neuer Held:innen.

Im Bild zur Thunderbolts* Kritik steht Valentina Allegra de Fontaine, gespielt von Julia Louis-Dreyfus, im Vordergrund mit ernster Miene. Rechts und links von ihr sind schwer bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen. Neben ihr steht eine junge Frau, dargestellt von Geraldine Viswanathan, die auf ein Gerät schaut. Die Szene wirkt angespannt und professionell, mit düsterem Licht und kühler Farbgebung.

Marvel: Alle Filme des MCU in der chronologischen Reihenfolge

Thunderbolts*

Genre: Superhelden
Bundesstart: 1. Mai 2025
Laufzeit: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Regie: Jake Schreier
Drehbuch: Eric Pearson, Joanna Calo

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