Ein Freund, ein Mörder: Die wahre Geschichte hinter dem Fall Emelie Meng und Philip Westh

Die Netflix-Dokuserie „Ein Freund, ein Mörder“ nimmt erneut einen realen Mordfall in den Fokus: Eine 17-Jährige verschwindet nach einer Partynacht spurlos. Sieben Jahre später führt die Entführung eines anderen Mädchens zur Festnahme eines Mannes, der jahrelang unbehelligt in derselben Kleinstadt lebt. Erfahre hier die wahre Geschichte hinter der Serie.

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Am 5. März 2026 startet bei Netflix die dreiteilige dänische True-Crime-Serie „Ein Freund, ein Mörder“, die den Mord an der 17-jährigen Emelie Meng aufgreift – ein Fall, der Dänemark jahrelang beschäftigte und erst durch ein weiteres Verbrechen gelöst werden konnte. Die Serie wählt dabei einen ungewöhnlichen Zugang: Sie erzählt die Geschichte aus Sicht dreier Freund:innen des später verurteilten Täters Philip Westh.

Amanda, Nichlas und Kiri berichten, wie sie erfahren haben, dass ein enger Freund ein Serienmörder ist. In diesem Artikel erzählen wir Dir die wahre Geschichte hinter „Ein Freund, ein Mörder“.

Das Verschwinden von Emelie Meng

Emelie Meng ist 17 Jahre alt, lebt in Korsør, einer dänischen Kleinstadt mit rund 14.000 Einwohnern. Sie singt im Kirchenchor, gilt als zuverlässig und familiennah. In der Nacht zum 10. Juli 2016 fährt sie mit Freundinnen ins nahegelegene Slagelse, um auszugehen – ein üblicher Ausflug für Jugendliche aus Korsør.

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Am frühen Morgen kehrt die Gruppe mit dem Zug zurück. Gegen 4 Uhr morgens steigt Emelie am Bahnhof Korsør aus. Den kurzen Heimweg von etwa drei Kilometern will sie allein antreten. Sie sagt ihren Freundinnen, sie brauche Zeit für sich, nachdem sich ihr Freund an diesem Abend von ihr getrennt hat. Es ist das letzte Mal, dass jemand aus ihrem Umfeld mit ihr spricht.

Als Emelie am Morgen nicht zu Hause ist und auch nicht zum Chor erscheint, alarmiert ihre Mutter Elena die Polizei und kontaktiert Medien. Schnell wird klar: Emelie ist verschwunden.

Ermittlungsfehler: Warum der Fall jahrelang ungelöst bleibt

Laut späterer interner Bewertung der Polizei wird der Fall zu Beginn nicht mit der nötigen Dringlichkeit behandelt. Ermittler gehen zunächst davon aus, Emelie könnte abgehauen und freiwillig nicht nach Hause zurückgekehrt sein. Diese vollkommen unbegründete Annahme verzögert entscheidende Maßnahmen.

So werden beispielsweise wichtige Überwachungsvideos vom Bahnhof nicht sofort gesichert. Später stellt sich heraus, dass eine verdächtige helle Limousine kurz nach 4 Uhr auf dem Parkplatz war. Doch viele Aufnahmen sind da bereits gelöscht. Auch Kameras in der Umgebung werden nicht rechtzeitig ausgewertet.

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Erst als klar wird, dass die Theorie, Emelie sei freiwillig abgehauen, haltlos ist, suchen Polizei und hunderte Freiwillige monatelang unter Einsatz von Hundestaffeln, Drohnen und umfangreichen Suchteams nach der Jugendlichen. 

Suche nach Emelie Meng und Fund der Leiche

Die Behörden prüfen weitere Theorien und gehen zwischenzeitlich von einem Unfall aus. Emelie könnte in einen Kanal nahe ihrem Heimweg gestürzt sein, der großflächig von Tauchern abgesucht wird. Die Suche bleibt ergebnislos, wodurch sich die Ermittler endgültig auf ein Gewaltverbrechen festlegen.

Am 24. Dezember 2016 – 168 Tage nach ihrem Verschwinden – findet ein Spaziergänger schließlich Emilies Leiche in einem See bei Regnemarks Bakke, rund 30 Kilometer entfernt von Korsør. Die Ermittler finden in der Nähe des Fundorts persönliche Gegenstände, darunter Kleidung, einen Lippenstift und Kopfhörer, die zu Emelie gehören. 

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Emelies Leiche lag zu diesem Zeitpunkt bereits drei Monate im Wasser. Um ihren Hals und ihr Gesicht befindet sich durchsichtiges Klebeband. Der stark fortgeschrittene Verwesungsprozess und von Tieren verursachte Spuren an der Leiche erschweren die forensischen Untersuchungen immens. Dennoch stellt die zuständige Pathologin fest, dass Emelie durch Strangulation gestorben ist. 

Philip Westh: Das Doppelleben eines Serienkriminellen

Ein geplantes Tötungsdelikt steht nach dem Fund der Leiche außer Frage, doch der Täter bleibt lange Zeit unbekannt. Es dauert sieben Jahre, bis es neue Spuren gibt. Am 15. April 2023 verschwindet ein 13-jähriges Mädchen in Kirkerup, ebenfalls in Westseeland, während sie Zeitungen austrägt. Dieses Mal reagiert die Polizei sofort mit einem Großaufgebot: Drohnen, Hubschrauber, Spürhunde. 

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Die großangelegte Suchaktion bringt der Polizei über 600 Hinweise ein. Videoaufnahmen führen schließlich zu einem schwarzen Hyundai i30. Das Auto gehört dem 32-jährigen Philip Patrick Westh aus Korsør. Als die Polizei sein Haus durchsucht, findet sie das Mädchen gefesselt in einem dunklen Raum. Sie lebt und Westh wird sofort festgenommen.

Nach außen wirkt Westh laut Zeugenaussagen wie ein unauffälliger Marketing-Manager. Freunde beschreiben ihn als ruhig und freundlich, zeigten sich jedoch schon länger besorgt, da Westh nie romantische Beziehungen zu Frauen seines Alters einging. 

Bei der Hausdurchsuchung finden Ermittler über 3.500 Bilder und 500 Videos mit sexuellem Missbrauchsmaterial, teilweise gewalttätigen Übergriffen gegenüber Kindern. Die Dateien sind systematisch sortiert, teils unter Titeln wie „Ertrinken“ oder „Erhängen“.

Außerdem entdecken Beamte detaillierte Gewaltfantasien in selbst verfassten Texten und gesammelte Informationen über Mädchen in Wesths Nachbarschaft, samt Fotos und dokumentierten Tagesabläufen. Besonders brisant: Westh hatte 2016 bereits eine DNA-Probe abgegeben. Damals kann die Spur vom Tatort jedoch nicht eindeutig zugeordnet werden, da das Material stark degradiert ist.

Der Prozess gegen Philip Westh

Westh rückt sofort auch als Täter im Fall Emelie Weng in den Fokus. 2023 beschlagnahmt die Polizei ein weißes Hyundai-Modell, das Westh 2016 gefahren und später ins Ausland verkauft hat. Dieses Fahrzeug entspricht dem Typ, der damals am Bahnhof von Korsør gesehen wurde. 

Zudem wird Westh der Kauf von verdächtigen Materialien am Tag von Emelies Verschwinden nachgewiesen. Darunter Klebeband, Ketten, Bambusstöcke und eine Marinade-Spritze. Auch sein Telefon schaltete er an diesem Tag ab, was von seinem normalen Nutzungsverhalten abwich, sich aber am Tag der Entführung der 13-Jährigen wiederholte. 

Als entscheidend stellt sich aber eine neue DNA-Analyse heraus. Auf einer Klebebandrolle in Wesths Haus finden Ermittler Spuren von Emelie Meng – es stellt sich als dasselbe Klebeband heraus, das sich auch an Emelies Leiche befand. Auch auf ihrer Hose wird die DNA des Täters entdeckt. 

Am 14. Mai 2024 beginnt der Prozess in Næstved. Westh gesteht zwar die Entführung der 13-Jährigen und den Besitz von Missbrauchsdarstellungen, bestreitet aber den Mord an Emelie. Seine Verteidigung argumentiert, dass er das Klebeband gefunden habe, als er in der Gegend unterwegs war, in der die Leiche gefunden wurde. Das Gericht folgt dieser Darstellung allerdings nicht. 

Am 28. Juni 2024 wird er schuldig gesprochen – wegen Mordes an Emelie Meng, Entführung und sexueller Gewalt gegen mehrere Mädchen sowie weiterer Straftaten. Das Gericht verurteilt ihn zu lebenslanger Haft. Im September 2025 zieht Westh seine Berufung zurück. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Kritik an der Netflix-Dokumentation

Die Netflix-Doku wird von Emelies Familie öffentlich kritisiert. Laut Berichten habe Emelies Mutter mehrere Briefe an Netflix geschrieben, mit der Bitte, die Veröffentlichung zu stoppen. Ihr Argument: Der Mord an ihrer Tochter dürfe nicht der Unterhaltung eines Millionenpublikums dienen. 

Netflix lehnte diese Bitte jedoch ab. Die Macher entgegneten, der Fokus liege auf den gesellschaftlichen Folgen und nicht auf Sensationsdarstellung. 

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