Amityville Horror: Die wahre Geschichte hinter dem Film

"Diese Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten": Ein Spruch, den wir oft im Vorspann von Horrorfilmen hören. Unweigerlich stellt sich die Frage, was hinter dem Leinwand-Grusel steckt. Das gilt auch für "The Amityville Horror". Die wahre Geschichte hinter dem Filmklassiker erfährst Du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Legende hinter "Amityville Horror" geht auf einen Familienmord mit sechs Toten im Jahr 1974 zurück.
  • Gerüchte um Dämonen und Poltergeister entstanden durch die angeblichen Erlebnisse einer Familie, die 1975 in das Amityville-Haus zog.
  • Grundlage für die Bekanntheit der Story sind das Buch "The Amityville Horror" (1977) und der darauf basierende Film (1979).

Ein tragischer Familienmord schreibt Geschichte

Die gruseligsten Horrorgeschichten schreibt die Realität. Das gilt auch für den tragischen Familienmord in Amityville, New York. Hier kommt es am 13. November 1974 in der 112 Ocean Avenue zum Mord an sechs Familienmitgliedern. Mitten in der Nacht macht sich der 23-jährige Ronald "Butch" DeFeo Jr. daran, seine Familie mit einem Marlin-336C-Gewehr in ihren Betten zu erschießen. Die Opfer von Ronald sind:

  • Seine Mutter: Louise DeFeo (43)
  • Sein Vater: Ronald DeFeo Sr. (43)
  • Seine Schwestern: Dawn (18) und Allison (13)
  • Seine Brüder: Marc (12) und John (9)

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Als einer der grausamsten Familienmorde durch ein Familienmitglied brennt sich der Fall in die Psyche der USA ein und erlangt weltweit Berühmtheit.

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Was treibt Ronald DeFeo Jr. zur Tat?

Der Tatablauf wird im Laufe des Gerichtsverfahrens aufgearbeitet. Fragen bleiben trotzdem. Zunächst zum Tathergang: Ungefähr um drei Uhr nachts schleicht Ronald mit seinem Gewehr von Zimmer zu Zimmer. Seine Eltern richtet er mit jeweils zwei Schüssen im Schlaf hin. Seine Geschwister tötet er mit jeweils einem Schuss.

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Nach der Tat, so das Geständnis, nimmt Ronald ein Bad und wechselt seine Kleidung. Er entledigt sich der blutverschmierten Kleidung und der Mordwaffe. Danach sucht er gegen halb sieben Uhr morgens nicht weit vom Tatort Henry's Bar auf. Hier spielt er das überlebende Opfer eines angeblichen Mafiamordes. Doch beim Verhör auf der Polizeistation stellt sich schnell heraus, dass Ronald selbst der Täter ist.

Eigenen Aussagen zufolge konnte er mit dem Morden nicht aufhören, nachdem er einmal angefangen hatte. Im Jahr 1975 verurteilt ein Gericht ihn zu sechsmal 25 Jahren. 2021 stirbt Ronald schließlich mit 69 Jahren im Gefängnis.

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Das Motiv hinter dem Mord? Bis heute ein Rätsel. Mögliche Beweggründe reichen von Mafia-Verwicklungen über Versicherungsbetrug bis hin zu Familienstreit und Eifersucht. Ronald klärt seine Beweggründe nie vollends auf.

Amityville Horror: Die wahre Geschichte hinter dem Haus

Mit der Inhaftierung und Verurteilung von Ronald DeFeo Jr. hätte die Geschichte zu einem Ende kommen können. Stattdessen fing die Legende um den Amityville-Fluch erst an. Rund ein Jahr später zieht das Ehepaar George und Kathy Lutz im Dezember 1975 mit seinen drei Kindern in das berüchtigte Haus in der 112 Ocean Avenue.

Das geplante Familienglück hält nur 28 Tage. Eigenen Aussagen zufolge wird die Familie von Poltergeist-Phänomenen terrorisiert und reist schließlich fluchtartig ab. Ein Fall für die Ghostbusters könnte man meinen. Gewissermaßen stimmt das auch: 1976 nehmen sich Ed und Lorraine Warren der Sache an. Sie halten mit einem Kamerateam eine Séance in dem Haus ab.

"Conjuring 4": Die wahre Geschichte hinter dem Horrorfilm

Die bekannten Dämonolog:innen, auf deren Erlebnissen die "Conjuring"-Filmreihe basiert, sind sich schnell sicher: Die paranormalen Phänomene hängen mit einem Indianerfriedhof zusammen, auf dem das Haus errichtet sei. Eine Behauptung, die laut US-Magazin Popular Mechanics von keinerlei Fakten und historischen Dokumenten gestützt wird.

Wahre Geschichte hinter Amityville Horror: Vom Bestseller zum Filmklassiker

Ähnlich wie William Peter Blatty's "Der Exorzist" (1973), der angeblich von einem echten Exorzismus inspiriert ist, fand das Amityville-Haus fruchtbaren Boden in der Welt des Horrors. Basierend auf dem Familienmord und den Erlebnissen der Lutz-Familie schreibt US-Autor Jay Anson den Roman "The Amityville Horror", der 1977 zum Bestseller mutiert.

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1979 folgt eine Verfilmung von Stuart Rosenberg, die heute zu den Klassikern des Horrorgenres zählt. Inzwischen gibt es mindestens 64 Filme, die sich direkt oder indirekt auf den Amityville-Fall beziehen.

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Gibt es das Gruselhaus noch heute?

Das Horrorhaus findet sich laut New York Post auch heute noch in Long Island. Es befindet sich jedoch in Privatbesitz, ist also für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ob auch heute noch ein angeblicher Fluch über dem Haus liegt? Die aktuellen Besitzer:innen äußern sich dazu nicht.

Fazit: Basiert Amityville Horror auf einer wahren Geschichte?

Zusammenfassend können wir sagen, dass die dunkle Vergangenheit des Hauses zumindest in Teilen der Realität entspricht. Der Mord an der DeFeo-Familie durch den eigenen Sohn und Bruder ist bestens dokumentiert. Schwierig wird es jedoch, sobald die Themen Fluch, Dämonen und Geister ins Spiel kommen.

Verfluchte Filme: An diesen Sets wurde der Horror Wirklichkeit

Laut Snopes weisen die Geschichte der Lutz-Familie und das Buch von Jay Anon zahlreiche Ungereimtheiten auf:

  • Berichtete Schäden am Haus durch Poltergeister oder Dämonen lassen sich nicht nachweisen.
  • Einen hufeisenförmigen Fußabdruck, den die Lutz-Familie angeblich im Schnee entdeckt hat, könne es nicht geben. Zur fraglichen Zeit hat es nämlich nicht geschneit.
  • Angebliche Notrufe werden vom Haus der Familie aus nie getätigt.

Snopes geht sogar noch weiter: Angeblich habe es einen Deal zwischen der Lutz-Familie und William Weber, dem Anwalt von Ronald DeFeo Jr., gegeben. Während die Lutz-Familie durch Buch- und Filmrechte enorme Summen verdiente, soll sich Weber mehr Aufmerksamkeit und einen möglichen neuen Prozess für seinen Klienten versprochen haben.

Du siehst also, dass die Behauptung "Basierend auf wahren Begebenheiten" zumindest in diesem Fall mit Vorsicht zu genießen ist.

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Auch in "The Deliverance" dreht sich alles um ein Gruselhaus. Inwiefern dieser Horrorfilm auf wahren Begebenheiten fußt, erfährst Du hier:

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