Was ist 6G? So gestaltet der ultraschnelle Mobilfunkstandard unsere Zukunft

Der Ausbau von 5G ist immer noch in vollem Gange. Doch Forscher:innen arbeiten bereits am Nachfolger: 6G soll nicht nur ein neuer Mobilfunkstandard mit neuen Höchstgeschwindigkeiten sein. Stattdessen könnte die neue Technik Deinen Alltag nachhaltig verändern.

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Autonome Fahrzeuge, Hologramme im Alltag und Datentransfers von ungeahnter Geschwindigkeit: Das alles soll 6G erreichen. Die Arbeiten am Nachfolger der 5G-Mobilfunktechnologie nehmen Fahrt auf. Was schon jetzt darüber bekannt ist, erfährst Du in dieser Übersicht.

Das Wichtigste zu 6G in Kürze:

  • 6G ist der Nachfolger von 5G und soll im Jahr 2030 starten.
  • Eine noch höhere Geschwindigkeit und niedrige Latenzzeiten als bei 5G ermöglichen neue Einsatzgebiete.
  • Forscher:innen erwarten etwa den Einsatz von 6G zum Beispiel in den Bereichen Augmented- und Virtual-Reality und autonome Industrie.

Wann soll 6G marktreif sein?

Expert:innen arbeiten schon seit 2017 an 6G und rechnen damit, dass der neue Mobilfunkstandard etwa 2030 eingeführt wird. Um auch in Deutschland dieses Ziel zu erreichen, unterstützt das Bundesforschungsministerium dieses Vorhaben bis 2025 mit insgesamt 700 Millionen Euro.

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Der Einsatz von 6G wird allerdings 2030 nicht direkt flächendeckend möglich sein. Wie schon bei 5G dürfte der Ausbau schrittweise erfolgen.

Wie schnell ist 6G?

Bis zu 400 Gigabit pro Sekunde sollen über 6G möglich sein. Einige Forscher:innen gehen sogar davon aus, dass die Technologie bis zu 1 Terabit pro Sekunde erreichen könnte. Umgerechnet sind das etwa 125 Gigabyte pro Sekunde. Zum Vergleich: 5G kommt in der Theorie auf etwa 10 Gigabit pro Sekunde. Das sind 1,25 Gigabyte pro Sekunde.

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Diese Geschwindigkeit soll 6G im höheren Frequenzbereich erzielen – heißt: Frequenzen über 100 Gigahertz bis zu über 1 Terahertz. Diese Frequenzen sind noch weitestgehend ungenutzt. Sie bieten somit eine hervorragende Grundlage, um viele der gesetzten 6G-Ziele zu erreichen. Dazu gehört etwa eine niedrige Latenzzeit im Mikrosekundenbereich.

Welche Vorteile hat 6G gegenüber 5G?

Im Alltag sollten für die meisten Personen bereits 5G-Verbindungen ausreichen: Für Streaming, Social Media und Videocalls ist 5G schnell genug. 6G kann aber noch viel mehr. Denn neben der Geschwindigkeit stehen weitere Vorteile im Vordergrund, die unser Leben nachhaltig verändern könnten:

  • geringere Latenzzeiten
  • stabileres Netz auch bei Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Kilometer pro Stunde (etwa für Züge und autonome Fahrzeuge)
  • weniger Fehler bei der Übertragung
  • bessere Abdeckung
  • Unterstützung von zehnmal mehr Geräten im selben Funkbereich

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Wie soll 6G unseren Alltag verändern?

Im Folgenden zeigen wir Dir anhand von praktischen Beispielen, wie 6G unseren Alltag verändern könnte.

  • Erreichbarkeit nahezu überall: In Hochgeschwindigkeitszügen sollst Du ohne separaten WLAN-Hotspot surfen können. Selbst in einem Zug mit einer Geschwindigkeit von 1.000 Kilometer pro Stunde könnten Dich die Sendemasten trotzdem mit 6G versorgen.
  • Persönliche Gesundheitsmetriken ohne Smartphone: Sensoren in- und außerhalb unserer Körper könnten in Echtzeit medizinische Metriken erfassen. Die Daten könnten sie auf smarten Bildschirmen in Deiner Umgebung wiedergeben. Die Sensoren wären zudem in der Lage, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und eine Behandlung vorzuschlagen.
  • Virtuelle Meetings und Termine: Viele Termine ließen sich mit 6G virtuell abhalten, ohne dass dazu klassische Videokonferenzen erforderlich wären. Stattdessen würden Teilnehmer:innen als Hologramme im Raum angezeigt und könnten dadurch unter Umständen besser zusammenarbeiten. Auch Termine bei Ärzt:innen und Behörden könnten so stattfinden.
  • Operationen vom anderen Ende der Welt: Sollte eine Operation notwendig sein, könnten Ärzt:innen aus anderen Ländern die Operation aus der Ferne übernehmen. Die niedrige Latenzzeit ermöglicht es, OP-Roboter in Echtzeit zu steuern.
  • Autonome Fahrzeuge: Durch 6G ließen sich 4D-Karten in Echtzeit anfertigen. Diese enthielten neben den 3D-Informationen auch den zeitlichen Verlauf und Bewegungen aller Objekte innerhalb des Rasters. Die Daten könnten autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr nutzen, um alle anderen Fahrzeuge jederzeit im Blick zu behalten – egal, wie weit sie entfernt sind. Das Resultat: keine Staus oder Wartezeiten.
  • Autonome Unternehmen: Von den 4D-Karten können auch Unternehmen profitieren, indem etwa autonome Containerhäfen entstehen. Fahrzeuge sprächen sich untereinander ab, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
  • Social Media neu erleben: Mit 6G könnten wir in Zusammenspiel mit VR-Brillen die personalisierte 3D-Welt eines anderen Menschen besuchen. Im Metaverse könnten wir uns nicht nur untereinander austauschen; stattdessen erleben wir vielleicht Spiele, Filme und andere Inhalte gemeinsam in Echtzeit.

Welche Hürden gibt es bei der Entwicklung?

Durch die Übertragung im Terahertz-Bereich könnten die Sender nur sehr kurze Strecken überbrücken. In einem ersten erfolgreichen Feldversuch des Fraunhofer-Instituts 2021 konnte ein speziell entwickelter Verstärker das Signal etwa 100 Meter weit senden.

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Leistungsstärkere Sender müssten erst entwickelt werden. Eine weitere Lösung besteht zudem im sogenannten „Beamforming“. Herkömmliche Mobilfunkmasten senden ihr Signal kreisförmig in alle Richtungen. Beamforming hingegen bündelt das Signal in eine Art Sendestrahl. Es ist dadurch stärker und kann über eine größere Entfernung übertragen werden.

Alternativ könnte jedes 6G-Gerät auch als Sender fungieren. So würde etwa in Städten ganz eigenständig ein flächendeckendes 6G-Netz entstehen.

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Zudem müssen Sendemasten und Endgeräte für die hohen Datenmengen ausgelegt sein. Aktuell sind nur wenige Geräte in der Lage, bis zu 1 Terabit pro Sekunde zu verarbeiten.

Durch die Leistung ist auch ein höherer Stromverbrauch zu erwarten. Forscher:innen wollen diesen aber in Grenzen halten. Nur so kann 6G flächendeckend zum Einsatz kommen, ohne das Klima zu beeinträchtigen.