iPhone: Google Maps vs. Apple Karten
© Eigenkreation, Apple, Google, Unsplash (Leone Venter)
iOS 14
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Apple Maps vs. Google Maps: Welche Navi-App lohnt sich fürs iPhone?

Kaum jemand braucht noch ein Navi-Gerät – Smart­phone-Apps navigieren inzwis­chen min­destens genau­so zuver­läs­sig ans Ziel. Aber wer lotst Dich auf dem iPhone bess­er: Google Maps oder Apple Karten?

Warum noch ein Navi für mehrere Hun­dert Euro kaufen, wenn die erforder­liche Tech­nik schon im Smart­phone steckt? Schließlich haben Handys alles, was auch ein Navi bietet: einen großen Bild­schirm, einen GPS-Empfänger für die Satel­liten­nav­i­ga­tion und einen Laut­sprech­er für die Sprachaus­gabe. Darüber hin­aus gibt es kosten­lose Navi-Apps wie Google Maps oder Apple Karten. Doch in welchen wichti­gen Punk­ten unter­schei­den sich die Apps? Und welche ist am besten für das iPhone geeignet?

Google Maps vs. Apple Karten: Das Duell

„Karten“ ist auf jedem iPhone ab Werk vorin­stal­liert, „Maps“ gibt es gratis über den App Store. Bei­de Apps sind kosten­los und arbeit­en so gut, dass sie mobile Nav­i­ga­tion­s­geräte im Prinzip über­flüs­sig machen. Die Anwen­dun­gen sind im Laufe der Zeit außer­dem immer bess­er gewor­den und haben dazugel­ernt: Funk­tio­nen wie Echtzeit-Verkehrsin­fos, Fahrspuras­sis­tent und gesproch­ene Straßen­na­men sind inzwis­chen Stan­dard. Zudem entwick­eln sie sich immer mehr zu echt­en Reise­führern. Es gibt beispiel­sweise Tipps zu Restau­rants, Shop­ping-Möglichkeit­en und Sehenswürdigkeit­en.

Bedi­enung und Darstel­lung sind in bei­den Apps leicht unter­schiedlich. Hier ist es Geschmackssache, was Dir bess­er gefällt. Beim Funk­tion­sum­fang gibt es aber zum Teil deut­liche Unter­schiede.

Karten herunterladen

Bei Google Maps gibt es die Möglichkeit, aus­gewählte Karten auf dem Smart­phone zu spe­ich­ern, um sie auch offline ver­wen­den zu kön­nen. Das kann zum Beispiel im Urlaub prak­tisch sein, wenn Du im Aus­land nicht so viel Daten­vol­u­men ver­brauchen willst.

So geht’s in Google Maps: 

  1. Tippe oben rechts in der App auf Dein Pro­fil­bild und dann auf „Offlinekarten”.
  2. Wäh­le eine vorgeschla­gene Karte aus oder erstelle über „Eigene Karte auswählen” eine neue.
  3. Markiere einen Karte­nauss­chnitt und tippe auf „Herun­ter­laden”. Maps spe­ichert die Karte ein Jahr lang.
Offlinekarten in Google Maps

Spart Daten­vol­u­men: Bei Google Maps kannst Du Karten herun­ter­laden und offline nutzen. — Bild: Eigenkreation, Google

Apple Karten bietet keine Möglichkeit, das Karten­ma­te­r­i­al herun­terzu­laden und für den Offline-Ein­satz zu spe­ich­ern. Das ist defin­i­tiv ein Nachteil. So fall­en rund 5 Megabyte mobiles Daten­vol­u­men pro Stunde an. Und wenn in abgeschiede­nen Regio­nen der Emp­fang abreißt, bricht die Nav­i­ga­tion im schlecht­esten Fall kom­plett ab.

  • Punkt für Google

Verkehrsinfos und Stauumfahrung

Wie gut Navi-Apps wirk­lich arbeit­en, zeigt sich bei dichtem Verkehr und aufk­om­menden Staus. Google Maps und Apple Karten erhal­ten Stauin­fos per Mobil­funk und sind damit wesentlich schneller auf dem neuesten Stand als nor­male Navi-Geräte, die oft die langsamere TMC-Tech­nik nutzen. Aber es gibt feine Unter­schiede:

Apple Karten: Die auf iPhones vorin­stal­lierte Karten-App von Apple bietet ein gut funk­tion­ieren­des Verkehrsin­for­ma­tion­ssys­tem, das nicht nur auf großen Straßen und in Bal­lungsräu­men gut um Staus herum­führt, son­dern inzwis­chen nahezu über­all. Wie das geht? Apple wertet nicht nur die Bewe­gungs­dat­en aller iPhone-Besitzer aus, son­dern lässt zusät­zlich die Tom­Tom-Traf­fic-Verkehrslage­dat­en mit ein­fließen. Die Dat­en für „Tom­Tom Traf­fic Live“ stam­men aus ver­schiede­nen Quellen, etwa von Tom­Tom-Nav­i­ga­tion­s­geräten und -Apps, Straßensen­soren sowie offiziellen Staumel­dun­gen der Polizei.

Google Maps: Die App von Google bietet ein noch genaueres Bild der Verkehrslage. Denn das dahin­ter­ste­hende Sys­tem greift auf die Stan­dort­dat­en ander­er Android-Smart­phones zurück. Dadurch erhält Google eine riesige Menge an Dat­en, aus denen sich ein sehr real­ität­sna­h­es Echtzeit-Bild der Verkehrslage ergibt – mit fließen­dem, zäh­fließen­dem und sich stauen­dem Verkehr.

  • Punkt für Google
Routenführung und Stauumfahrung in Apple Karten

Die Auto-Nav­i­ga­tion samt Stau­um­fahrung ist bei Apple Karten gut gelun­gen. — Bild: Eigenkreation, Apple

Blitzer und Geschwindigkeitswarnungen

Hin­weise auf die erlaubte Höch­st­geschwindigkeit sowie Radark­on­trollen und Blitzer bieten hierzu­lande wed­er Google Maps noch Apple Karten. Es scheint zudem unwahrschein­lich, dass solche Funk­tio­nen in naher Zukun­ft kom­men.

  • Unentsch­ieden

Wegbeschreibungen für Radfahrer

Nav­i­ga­tion­shil­fen für Fußgänger, Aut­o­fahrer und für ÖPNV-Verbindun­gen sind heutzu­tage Stan­dard in Navi-Apps. Wie sieht es mit dem Fahrrad­fahren aus? Google Maps bietet auch für Rad­fahrer spezielle Routen an. Die sind zwar nicht so aus­ge­feilt wie bei spezial­isierten Apps wie Bikemap, aber bess­er als reine Auto-Routen. Apple hat mit iOS 14 zwar eben­falls Wegbeschrei­bun­gen für Rad­fahrer ins Pro­gramm aufgenom­men, diese beschränken sich aktuell aber noch auf einige Gebi­ete in den USA. Ob und wann der Dienst nach Deutsch­land kommt, ste­ht noch nicht fest.

  • Punkt für Google

Navigation für Fußgänger

Wer als Fußgänger mit dem Smart­phone navigieren will, hat es oft schw­er: Auf­grund der niedri­gen Geschwindigkeit ist es alles andere als ein­fach. Um nicht mehr in die falsche Rich­tung zu gehen, hat Google Maps die Funk­tion „Live View“ inte­gri­ert. Damit zeigt die App Dir Rich­tungspfeile an, die die Ori­en­tierung erle­ichtern. Apple Karten bietet so eine Funk­tion nicht.

  • Punkt für Google
Live View in Google Maps

Rich­tungspfeile erle­ichtern bei Google Maps die Ori­en­tierung, wenn Du zu Fuß unter­wegs bist. — Bild: Eigenkreation, Google

Nahverkehrs-Infos

Google Maps bietet je nach Stadt oder Region unter­schiedlich umfan­gre­iche Infor­ma­tio­nen zu ÖPNV-Verbindun­gen. Zwar hält auch Apple Karten Infor­ma­tion zu Bah­nen und Bussen bere­it, allerd­ings noch nicht in allen Regio­nen.

  • Punkt für Google

Siri-Integration

Auf dem iPhone lässt sich die hau­seigene Sprachas­sis­tentin Siri nur in Kom­bi­na­tion mit Apple Karten ver­wen­den. Das funk­tion­iert her­vor­ra­gend: Ein­fach Siri starten und einen Befehl wie „Siri, navigiere zur näch­sten Tankstelle“ geben, Route auswählen und los geht’s. Mit Google Maps funk­tion­iert das nicht.

  • Punkt für Apple

Datenschutz

Google ver­di­ent mit dem Verkauf von Dat­en eine Menge Geld. Deshalb brauchst Du für die Nutzung der meis­ten Google-Apps ein Google-Kon­to. Google Maps ist zwar auch ohne Google-Kon­to nutzbar, aber nur eingeschränkt. Für iPhone und iPad brauchst Du zwar eine Apple-ID, doch Apples Geschäftsmod­ell basiert nicht auf Daten­han­del, son­dern auf dem Verkauf von Geräten und Dien­sten. Zwar fragt auch Apple Deinen Aufen­thalt­sort ab und analysiert diese Infor­ma­tio­nen. Laut Apple verbleiben diese Dat­en aber auf Deinem Gerät und wer­den nicht an Dritte weit­er­verkauft.

  • Punkt für Apple

Fazit

Bei­de Kar­ten­di­en­ste leis­ten in den Grund­funk­tio­nen gute Arbeit. Doch bei den zusät­zlichen Fea­tures hat Google Maps die Nase vorn. Die Navi-App von Google bietet Offlinekarten, bessere Infos für den Nahverkehr und für Rad­fahrer sowie noch genauere Stau-Infor­ma­tio­nen. Als iPhone-Nutzer und Aut­o­fahrer kannst Du get­rost Apple die Nav­i­ga­tion anver­trauen – zumin­d­est, wenn Du auf Offline-Karten verzicht­en kannst. Für Apple Karten sprechen außer­dem die Siri-Inte­gra­tion und der bessere Daten­schutz. Tipp: Am besten bei­de Apps instal­lieren und je nach Bedarf ver­wen­den.

Welche Navi-App führt Dich von A nach B und warum? Schreib uns gern einen Kom­men­tar!

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