Methoden für die Analyse und Bewertung von IT-Risiken
Methoden sind konkrete Verfahren, die innerhalb des Risikomanagement-Prozesses zum Einsatz kommen. Dazu gehören das Threat-Modeling und die Risikomatrix. Welche Methode für Ihr Unternehmen geeignet ist, hängt vom jeweiligen Risiko, den verfügbaren Daten und dem erforderlichen Detailgrad der Analyse ab: Threat-Modeling und Szenarioanalyse: Untersuchen mögliche Angriffswege, Ausfälle und deren Folgen für Systeme und Geschäftsprozesse.
Qualitative Bewertung: Ordnet Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß ein, meist anhand festgelegter Kategorien wie niedrig, mittel und hoch.
Quantitative Bewertung: Beziffert mögliche Schäden und Eintrittshäufigkeiten, beispielsweise in Form erwarteter finanzieller Verluste.
Gap-Analyse: Vergleicht den aktuellen Sicherheitsstand mit einem definierten Zielzustand und zeigt, wo Maßnahmen fehlen.
Damit die Ergebnisse vergleichbar sind, sollte die Geschäftsführung vorab einheitliche Risikokriterien festlegen. Dazu gehören relevante Schadensdimensionen wie Betriebsausfälle, finanzielle Verluste, Rechtsverstöße und Reputationsschäden sowie Grenzwerte für Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe.
Wichtig sind auch die Akzeptanzgrenzen, ebenfalls festgelegt von der Geschäftsführung. Sie konkretisieren den sogenannten Risikoappetit: Sie bestimmen, welche Risiken das Unternehmen toleriert und ab welcher Risikoklasse ein Risiko behandelt und gesteuert werden muss.
Software kann den Risikomanagement-Prozess zentral abbilden, Arbeitsabläufe unterstützen und die Dokumentation vereinfachen. Geeignete GRC-Lösungen (Governance, Risk und Compliance) unterstützen insbesondere bei den folgenden Aufgaben:
IT-Systeme, Geschäftsprozesse, Risiken und Maßnahmen zentral erfassen
Risikobewertungen und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren
Verantwortlichkeiten und Fristen zuweisen
Kontrollen und Compliance-Nachweise verwalten
Risikostatus, Kennzahlen und Maßnahmenfortschritte nachverfolgen und in Berichten oder Dashboards darstellen
Bei Veränderungen, Fristüberschreitungen oder festgelegten Schwellenwerten automatisch benachrichtigen
Software stellt Informationen bereit, unterstützt Arbeitsabläufe und kann auf Veränderungen hinweisen. Die verantwortlichen Personen müssen Risiken jedoch weiterhin fachlich bewerten und entscheiden, ob diese vermieden, reduziert, übertragen oder akzeptiert werden.
Beispiele für umfassende GRC-Lösungen sind:
Stärker auf Informationssicherheits-Management sowie BSI-Grundschutz und ISO/IEC 27001 ausgerichtet sind beispielsweise:
Verinice
HiScout GRC Suite
Welche Lösung für Ihre Firma geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe und Komplexität Ihres Unternehmens, den eingesetzten Standards, benötigten Schnittstellen und den bestehenden IT-Prozessen ab. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Expert:innen beraten.