Nicolas Cage begrüßt einen Fan
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"Bozen"-Darsteller Chiara Schoras und Tobias Oertel
Lightyear und seine Crew im Flieger Header
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Massive Talent | Kritik: Eine überdrehte Hommage an Nicolas Cage mit Nicolas Cage

Wer kön­nte Nico­las Cage bess­er verkör­pern als The Cage per­sön­lich? In der Actionkomödie „Mas­sive Tal­ent“ macht der exzen­trische Aus­nahmeschaus­piel­er genau das. Ob es ihm gelingt, als er selb­st zu überzeu­gen und welch­er Co-Star beson­ders her­vorsticht, liest Du in unsere Kri­tik zu Mas­sive Tal­ent.  

Nico­las Cage (gespielt von Nico­las Cage) ist in die Jahre gekom­men. Der ein­stige Super­star der 90er hat in seinem Port­fo­lio nicht nur gute Filme ange­sam­melt. Das weiß auch sein Agent Richard (Neil Patrick Har­ris), der trotz­dem weit­er­hin ver­sucht, ihm passende Rollen zu besor­gen. Weil das nicht beson­ders gut funk­tion­iert, macht Richard seinem Klien­ten einen etwas anderen Job klar: Für eine Mil­lion Dol­lar (knapp 950 Tausend Euro) soll er nach Mal­lor­ca fliegen, um dort auf der Geburt­stagspar­ty von Javier Gutier­rez (Pedro Pas­cal) aufzutreten. Wider­willig tritt Cage den Flug an.

Der recht ein­fach klin­gende Auf­trag ent­pup­pt sich jedoch schnell als total ver­rück­tes und gefährlich­es Aben­teuer, denn Javier ist nicht ein­fach nur ein Super-Fan. Cage spielt for­t­an nicht nur die Rolle seines Lebens, son­dern auch um sein eigenes Leben und das sein­er Fam­i­lie.

Massive Talent: Ein Mann, ein Talent

Zugegeben, Nico­las Cage hat nicht nur gute Filme wie „Mandy“, „Pig“ oder den 90er-Jahre-Klas­sik­er „Face Off“ gemacht. Seine Fil­mo­grafie weist auch reich­lich „Schrott“ auf. Nichts­destotrotz hat er auch in diesen Werken immer alles gegeben − wenn auch manch­mal etwas zu viel. Mit diesem Image koket­tiert der Schaus­piel­er direkt in den ersten Minuten. Du ver­fol­gst ihn dabei, wie er verzweifelt ver­sucht, eine Rolle zu erhaschen, die ihm auf den Leib geschnei­dert zu sein scheint. Über­dreht und abge­hoben spricht er nur über sich selb­st, während seine Ex-Frau Olivia (Sharon Hor­gan) und Tochter Addy (Lily Sheen) es nicht mehr hören kön­nen.

Familienzeit beim Filmeschauen: Nick Cage (Nicolas Cage, li), Addy (Lily Sheen) und Olivia (Sharon Horgan)

Fam­i­lien­zeit beim Filmeschauen: Nick Cage (Nico­las Cage), Addy (Lily Sheen) und Olivia (Sharon Hor­gan) — Bild: Leo­nine / Katal­in Ver­mes;

Mit viel Mut zu her­rlich ver­schroben­er Selb­stironie führt Cage Gespräche mit Pro­duzen­ten, seinem Agen­ten und sich selb­st. Für Let­zteres erscheint ihm eine ver­jüngte, durchgek­nallte Nico­las Cage-Ver­sion.

Sofern Du seine Filme kennst, wer­den Dir zahlre­iche Hom­ma­gen und Seit­en­hiebe auf seine Kar­riere auf­fall­en. Ange­fan­gen von der Ein­stiegszene aus „Con Air“ bis hin zu Insid­ern aus zum Beispiel „Mond­süchtig“ und „The Rock − Fels der Entschei­dung“. Mas­sive Tal­ent ist defin­i­tiv ein Film für Nico­las Cage-Fans.

Fühlst Du Dich ange­sprochen? Hier find­est Du unsere Top-List sein­er Werke:

Nico­las Cage: Unsere fünf Lieblings­filme mit dem Aus­nahmeschaus­piel­er

Nicht nur Nicolas Cage hat massiv viel Talent

Natür­lich ste­ht Nico­las Cage im Mit­telpunkt von Mas­sive Tal­ent, allerd­ings raubt ihm Pedro Pas­cal („The Man­dalo­ri­an“, „Game of Thrones“) mit sein­er Verkör­pe­rung des zwielichti­gen, aber liebenswerten Javier Gutier­rez das Ram­p­en­licht. Sobald die bei­den Män­ner aufeinan­dertr­e­f­fen, spürst Du, wie gut diese Bud­dy-Fre­und­schaft funk­tion­iert, die sich langsam auf­baut.

Die zwei Schaus­piel­er har­monieren per­fekt miteinan­der, spie­len sich humor­voll Bälle zu und allein dafür lohnt sich schon der Gang ins Kino für Mas­sive Tal­ent. Was allerd­ings auf­fällt, ist, dass Pedro Pas­cal den eigentlichen Star Cage an die Wand spielt. Mal nervös, weil sein Idol bei ihm ist, mal auf LSD und dadurch total ver­peilt, dann wieder knall­hart: Super-Fan Javier rückt immer mehr in den Fokus des Films.

Carlos (Jacob Scipio, li.) und Javier Gutierrez (Pedro Pascal) begrüßen Nick Cage bei seiner Ankunft auf Mallorca.

Pedro Pas­cal ist nicht nur Cages Spiel­part­ner, durch seine Darstel­lung entwick­elt er sich zum eigentlichen Star des Films. — Bild: Leo­nine

Ein Traum-Duo auf der Leinwand braucht nicht viel Story

Vor allem im Zusam­men­spiel zeigen Cage und Pas­cal, wie gut sie sind. Szenen wirken impro­visiert, ohne dabei an Schwung zu ver­lieren. Unter­hal­tun­gen und bisweilen bek­nack­te Aktio­nen, wie auf LSD mit dem Auto durch die Stadt zu heizen, sind großar­tig in Szene geset­zt. Oft­mals hat man das Gefühl, dass zwei Schaus­piel­er ein­fach nur Spaß haben und neben­her arbeit­en. Das braucht Mas­sive Tal­ent auch, denn die Sto­ry des Films hat dur­chaus ihre schwächeren Momente. Die Geschichte nimmt zwar schnell an Fahrt auf, ver­liert sich in der Mitte allerd­ings in lang­weili­gen Momenten. Oben­drauf ist der Plot ziem­lich berechen­bar und auch die Action­szenen sind etwas zu steif und lieb­los insze­niert. Somit bleibt die Sto­ry weit hin­ter der bril­lanten Leis­tung des Casts zurück.

Auf der Flucht vor ihren Angreifern: Nick Cage (Nicolas Cage, li) und Javier Gutierrez (Pedro Pascal).

Auf der Flucht vor ihren Angreifern: Nick Cage (Nico­las Cage) und Javier Gutier­rez (Pedro Pas­cal). — Bild: Karen Bal­lard

Massive Talent in der Kritik: Unser Fazit

Mas­sive Tal­ent ist zwar lei­der nicht so schräg wie erhofft, bril­liert aber vor allem mit dem Cast und natür­lich durch die Selb­stironie von Nico­las Cage. Die Actionkomödie ist deshalb defin­i­tiv ein Film für Dich, wenn Du Nico­las Cage-Fan bist.

Kreative Action wirst Du hier zwar verge­blich suchen, aber allein für die Momente zwis­chen Pedro Pas­cal und Nico­las Cage sowie die zahlre­ichen East­er Eggs zu Cages vor­ange­gan­genen Fil­men, lohnt sich der Gang ins Kino.

Mas­sive Tal­ent

Orig­inalti­tel: The Unbear­able Weight of Mas­sive Tal­ent
Genre: Action / Komödie
Bun­desstart: 16. Juni. 2022
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahren freigegeben
Regie: Tom Gormi­can
Drehbuch: Tom Gormi­can, Kevin Etten

 Nico­las Cage ist ein­er Dein­er lieb­sten Schaus­piel­er? Ver­rate uns in den Kom­mentaren, welchen Film mit ihm Du am meis­ten feierst.

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