Android-Logo auf Smartphone
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Hände halten Android-Handy vor Laptop
Frau nutzt Samsung Galaxy S21 Ultra

Neues Design, mehr Übersicht: Das ändert sich mit Android 12

Google hat Mitte März 2021 die zweite Entwick­ler-Beta zu Android 12 veröf­fentlicht. So haben wir eine genauere Vorstel­lung davon, was uns mit dem großen Update im Som­mer dieses Jahres erwartet. Die zweite Beta gibt einen noch besseren Ein­blick in bes­timmte Fea­tures und das Design des Betrieb­ssys­tems als die erste Beta von Mitte Feb­ru­ar. Wir haben diesen Artikel entsprechend angepasst und erweit­ert, um Dir eine Vorschau auf Ausse­hen und Funk­tio­nen von Android 12 zu geben.

Android 12: Diese Features bestätigt die Beta

Übersichtliche Benachrichtigungen, People Space und mehr

Ein großer Fokus des Updates auf Android 12 liegt laut Betaver­sio­nen darauf, das Betrieb­ssys­tem in Ausse­hen und Nutzer­fre­undlichkeit zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel die Benachrich­ti­gun­gen auf dem Sper­rbild­schirm, die kün­ftig über­sichtlich­er ange­ord­net sein sollen. Die Voran­sicht wird nach dem Update mehr Infor­ma­tio­nen bieten – und das Antip­pen bringt Dich ohne Umwege zu der entsprechen­den App.

Ein prak­tis­ches Fea­ture von Android 12 in dieser Kat­e­gorie ist der soge­nan­nte Peo­ple Space. Das Fea­ture hieß in der ersten Entwick­ler-Pre­view noch Con­ver­sa­tions. Dank dieses Wid­gets sollst Du es ein­fach­er haben, mit bes­timmten Kon­tak­ten in Verbindung zu treten. Das Wid­get unter­stützt laut 9to5Google ver­schiedene Apps, zum Beispiel Slack und den Mes­sen­ger­di­enst Telegram.

Inner­halb des Wid­gets kannst Du zum Beispiel sehen, wann Du eine:n Freund:in oder ein Fam­i­lien­mit­glied das let­zte Mal kon­tak­tiert hast. Es soll außer­dem auf unge­le­sene Nachricht­en hin­weisen und an Geburt­stage erin­nern kön­nen. Möglicher­weise macht Google diese Wid­gets zur Pflicht für Geräte, auf denen die neue Android-Ver­sion läuft.

Die im Tweet über diesem Absatz gezeigten Screen­shots sind bere­its Anfang Feb­ru­ar 2021 aufge­taucht. Dem­nach hat Google zum Beispiel auch die Anzahl der Kacheln in den Schnelle­in­stel­lun­gen von sechs auf vier reduziert. Auf diese Weise sind die Icons für die einzel­nen Ein­stel­lun­gen größer und leichter zu find­en.

Wischen für Benachrichtigungen

In eine ähn­liche Kerbe wie das Peo­ple-Space-Wid­get schlägt auch ein anderes Fea­ture: Wis­chen für Benachrich­ti­gun­gen. Diese Funk­tion ist in der zweit­en Entwick­ler-Beta von Android 12 neu aufge­taucht und in den Ein­stel­lun­gen für Gesten zu find­en. Hier geht es darum, dass Du durch eine Wis­chbe­we­gung direkt das Benachrich­ti­gungszen­trum aufrufen kannst – egal, wo Du ger­ade bist. Es wird sich aber erst zeigen, ob dieses Fea­ture für alle Nutzer in der finalen Ver­sion von Android 12 zur Ver­fü­gung ste­ht.

Wichtige Updates direkt über den Google Play Store

Hierüber dürften sich viele Nutzer freuen: Mit Android 12 wird die soge­nan­nte Android Run­time (ART) Einzug in das Pro­jekt Main­line hal­ten. Bei dem Project Main­line han­delt es sich um Googles Pro­gramm für Sys­temup­dates.

Auf diese Weise kann Google wichtige Updates direkt über den Google Play Store an Dein Smart­phone ausspie­len. Das bedeutet, dass nicht jedes Mal ein voll­ständi­ges Sys­temup­date nötig ist. Somit kön­nten Aktu­al­isierun­gen für Android 12 deut­lich schneller und flächen­deck­ender auf vie­len Smart­phones ankom­men, als es mit den Vorgängern der Fall war.

Dateien teilen – einfach per WLAN

Mit Android 12 soll es für Dich deut­lich ein­fach­er wer­den, Dateien und Apps mit anderen Android-Nutzern zu teilen. Das Fea­ture namens Android Near­by Share macht es möglich – und zeigt Dir poten­zielle Empfänger direkt an. Apple bietet ein ver­gle­ich­bares Fea­ture unter dem Namen Air­Drop an.

Near­by ermöglicht es zum Beispiel, ein Bild oder ein Video gle­ichzeit­ig an mehrere Android-Smart­phones in Dein­er Nähe zu schick­en. Mit Android 11 kannst Du Dateien über einen QR-Code teilen. Dieses etwas umständliche Vorge­hen wird nach dem Update auf Android 12 über­flüs­sig.

Screenshots bearbeiten

Zumin­d­est Nutzer eines Pix­el-Smart­phones kön­nen sich auf ein prak­tis­ches Fea­ture freuen: Mit dem Google Pix­el 5 und anderen Mod­ellen erhältst Du nach dem Update auf Android 12 mehr Bear­beitungsmöglichkeit­en für Screen­shots. Du kannst beispiel­sweise Markierun­gen ein­fü­gen und Text, Stick­er oder Emo­jis ergänzen – alles mit einem Tool. Auf diese Weise wird manche Drit­tan­bi­eter-App zum Bear­beit­en von Screen­shots über­flüs­sig.

Weitere bestätigte Features

Mit dem Update auf Android 12 kom­men noch zahlre­iche weit­ere Fea­tures auf Dein Smart­phone. Dazu gehören:

  • Audio-Effek­te, die mit hap­tis­chem Feed­back gekop­pelt sind
  • ein­fachere Auswahl von Audio­quellen
  • automa­tis­ches Umwan­deln von Vide­o­for­mat­en (in AVC)
  • Unter­stützung für das Foto­for­mat AVIF, das mehr Qual­ität als JPG bieten soll
  • gle­ich­er Umgang mit Cook­ies in Apps und dem Betrieb­ssys­tem
  • Rich Media: Ein­fü­gen von GIFs, Audio­dateien und Co. über die Tas­tatur und per Drag-and-drop
  • bessere Darstel­lung auf größeren Dis­plays
  • Schnell aufruf­bare Auf­nah­me­funk­tion für Games (siehe Tweet unten)

Android 12: Gerüchte zu weiteren Funktionen

Die ersten Betas zu Android 12 ver­rat­en uns bere­its viel über das Update. Aber einige Fea­tures wer­den sicher­lich noch hinzukom­men. Im Fol­gen­den geben wir Dir eine Über­sicht der Neuerun­gen, die bis­lang nur den Sta­tus von Gerücht­en haben und unbestätigt sind.

Neues Aussehen: Themes und Material Design 3.0

Schon die Anfang Feb­ru­ar 2021 geleak­ten Screen­shots deuten darauf hin: In Android 12 kannst Du ver­mut­lich das Ausse­hen der Benutze­r­ober­fläche selb­st mit­gestal­ten – durch entsprechende Themes. Damit kön­ntest Du dann nicht mehr nur zwis­chen einem hellen und dunkeln Modus wech­seln, son­dern Dir zum Beispiel auch eine bes­timmte Farbe für den Hin­ter­grund aus­suchen.

Google hat im Jahr 2014 das soge­nan­nte Mate­r­i­al Design einge­führt, das bis heute das Ausse­hen von Android prägt. Mit Android 12 kön­nte Google Gerücht­en zufolge auf das Mate­r­i­al Design 3.0 set­zen. Das kön­nte ein kom­plett neu gestal­tetes Lay­out der Benutze­r­ober­fläche mit sich brin­gen. Lei­der ist bis­lang noch nicht im Detail bekan­nt, wie die Designän­derun­gen ausse­hen kön­nten.

Smarte Verwaltung von App-Speicherplatz

Viele Apps ver­brauchen Spe­icher­platz, indem sie (uneingeschränkt) Dat­en able­gen. Bei häu­fig genutzten Anwen­dun­gen kann das sehr hil­fre­ich sein. Doch viele Apps nutzen Spe­icher­platz, obwohl Du sie gar nicht oder nur sel­ten benutzt. Hier soll Android 12 mehr Zugriff­s­rechte erhal­ten – und entsprechende Dat­en automa­tisch löschen. Unklar ist allerd­ings bis­lang, ob das Betrieb­ssys­tem oder der Nutzer fes­tlegt, bei welchen Apps das Fea­ture aktiv wird.

Android 12 informiert über Zugriff auf Zwischenablage

Wir erin­nern uns: Mit iOS 14 hat Apple eine Funk­tion einge­führt, die iPhone-Nutzer informiert, sobald Apps auf Dat­en aus der Zwis­chen­ablage zugreifen. Nun arbeit­et Google daran, ein solch­es Fea­ture auch für Android-Handys bere­itzustellen. Der Hak­en: Wie XDA Devel­op­ers schreibt, ist die Android-12-Funk­tion bis­lang option­al. Du müsstest sie also erst ein­schal­ten, um von ihr zu prof­i­tieren. Richtig zielführend ist das nicht – eine stan­dard­mäßige Aktivierung wäre wahrschein­lich die bessere Option. Aber bis Android 12 offiziell erscheint, kann Google die Ein­stel­lung noch anpassen.

Bessere Privatsphäre-Features

In der recht­en oberen Ecke Deines Smart­phones soll es mit Android 12 eine Anzeige dafür geben, ob das Mikro­fon oder die Kam­era aktiviert ist. Diese Pri­vat­sphäre-Indika­toren helfen Dir unter anderem dabei, die Über­sicht zu behal­ten, welche Apps auf die bei­den Kom­po­nen­ten zugreifen. Wenn Du darauf tippst, öffnet sich in Android 12 offen­bar ein Pop-up-Fen­ster mit aus­führlicheren Infor­ma­tio­nen. Über die Schnelle­in­stel­lun­gen sollst Du außer­dem alle Sen­soren Deines Smart­phones mit einem Schal­ter deak­tivieren kön­nen. Das funk­tion­iert zumin­d­est in den Entwick­lere­in­stel­lun­gen.

Mülleimer-App: Android 12 soll echten Papierkorb spendiert bekommen

Ein Papierko­rb, über den Du verse­hentlich gelöschte Dat­en ret­ten kannst? Für Android 12 kön­nte ein eben solch­es Fea­ture entwick­elt wer­den. Dat­en und Apps, die Du ent­fernst, wür­den dann zukün­ftig zunächst im Papierko­rb lan­den – und dort für etwa 30 Tage bleiben. In dieser Zeit kannst Du die Dateien jed­erzeit wieder­her­stellen. Wie genau das funk­tion­ieren soll, ist aber bis­lang nicht bekan­nt. Nach 30 Tagen wer­den die Dat­en dann aus dem Papierko­rb gelöscht. Android 11 bietet bere­its eine ähn­liche Funk­tion. Das Fea­ture ist jedoch etwas umständlich in der Anwen­dung.

Einhand-Modus

Smart­phones wer­den immer größer – ein Trend, der sich auch im Jahr 2021 fort­set­zt. Damit wird es zunehmend schwieriger, das Handy mit nur ein­er Hand zu bedi­enen. Mit Android 12 soll Google den Her­stellern von Android-Smart­phones die Möglichkeit geben, in ihre Benutze­r­ober­fläche einen Ein­hand-Modus zu inte­gri­eren. Unklar ist, ob Sam­sung und Co. angewiesen wer­den, dieses Fea­ture einzuführen, oder ob es option­al bleibt. Außer­dem ist es gut möglich, dass es der Ein­hand-Modus nicht in die finale Ver­sion des Updates schafft.

Der Ein­hand-Modus ist allerd­ings auch in der zweit­en Entwick­ler-Pre­view von Android 12 zu find­en – und hier sog­ar aktiv. Der Tweet über diesem Absatz zeigt, wie das auf einem Pix­el-Smart­phone aussieht. Entsprechend steigt die Wahrschein­lichkeit, dass Google das Fea­ture mit der finalen Ver­sion von Android 12 zur Ver­fü­gung stellt.

Android 12: Der Name

Android 11 trägt – ent­ge­gen der Tra­di­tion – keinen Namen­szusatz ein­er Süßspeise. Mit Android 12 kön­nte Google diese Tra­di­tion wieder aufnehmen. Zumin­d­est der interne Code­name für das große Update soll „Snow Cone” laut­en. Das kann frei mit „Eiswaf­fel” über­set­zt wer­den. Zum Ver­gle­ich: Die interne Beze­ich­nung bei Google für Android 10 lautete „Quince Tart” (Quit­ten­törtchen).

Weitere mögliche Features

In der Gerüchteküche wer­den Android 12 noch weit­ere Funk­tio­nen zugeschrieben. Dazu gehören unter anderem:

  • App Pairs: zwei Apps wer­den wie eine behan­delt, also zum Beispiel immer gle­ichzeit­ig geöffnet
  • Google Assis­tant über län­geres Drück­en auf den Power­but­ton aufruf­bar
  • Inter­net­zu­gang nur für bes­timmte Apps
  • „Kom­pat­i­bil­ität erweitern”-Funktion, um es anderen Geräten zu vere­in­fachen, einen Hotspot zu find­en
  • Unter­stützung für Scrolling Screen­shots
  • Dop­peltip­pen (exk­lu­siv für Pix­el-Smart­phones)
  • Aus­rich­tung der Inhalte anhand des Gesichts (exk­lu­siv für Pix­el-Smart­phones)
  • neues Design für die Ansicht im Ein­stel­lungs­menü

Android-12-Entwicklerversion: Das solltest Du beachten

Wenn Du ein Pix­el-Smart­phone ab dem Pix­el 3 besitzt, kannst Du Dich bei Google für das Entwick­ler­pro­gramm anmelden. Anschließend erhältst Du die jew­eils aktuelle Entwick­lerver­sion von Android 12 via OTA („Over The Air”). Du musst die Soft­ware also nicht händisch aus ein­er exter­nen Quelle herun­ter­laden und instal­lieren. Soll­test Du bere­its die erste Entwick­lerver­sion instal­liert haben, erhältst Du ab dem 18. März 2021 eine Benachrich­ti­gung zur Ver­füg­barkeit der Beta zwei.

Wichtig: Entwick­lerver­sio­nen enthal­ten noch zahlre­iche Bugs und Fehler und sind dem­nach nicht sta­bil. Außer­dem kann eine Testver­sion den Akku stärk­er belas­ten und manche Apps nicht unter­stützen. Um Android 12 zu testen, benutzt Du also am besten ein Handy, auf dem sich keine wichti­gen Dat­en befind­en und auf das Du im All­t­ag nicht zwin­gend angewiesen bist. Wenn Dir Android Pay wichtig ist, bist Du in der zweit­en Entwick­lerver­sion gut aufge­hoben: Die Vor­ab­ver­sion unter­stützt den kon­tak­t­losen Bezahl­dienst bere­its voll­ständig, wie 9to5Google berichtet.

Android 12: Wann ist der Release für alle?

Bis zum Release von Android 12 wird es noch eine Weile dauern. Denn auf die erste Beta, die im Feb­ru­ar 2021 erschienen ist, fol­gt üblicher­weise noch eine ganze Rei­he weit­er­er Testver­sio­nen. So stellt Google sich­er, dass die Entwick­ler bis zum finalen Roll­out möglichst viele Fehler beseit­i­gen kön­nen.

Die Her­steller von Android-Smart­phones wer­den Android 12 voraus­sichtlich im Som­mer erhal­ten, also im Laufe des drit­ten Quar­tals 2021. Dann kön­nen sie das Update an ihre Benutze­r­ober­flächen anpassen. Üblicher­weise gehören Googles eigene Pix­el-Smart­phones wie das Pix­el 4a zu den ersten, die das Update dann im August oder Sep­tem­ber erhal­ten. Wann die Aktu­al­isierung für Handys von Sam­sung, Xiao­mi und Co. erscheint, hängt davon ab, wie schnell die Her­steller die Anpas­sun­gen an ihre eigene UI vornehmen.

Für diese Handymodelle erscheint das Update

Welche Android-Smart­phones das Update auf Android 12 erhal­ten, ste­ht zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht fest. Sich­er ist, dass die finale Ver­sion auf den Pix­el-Smart­phones laufen wird, die auch bere­its die Betaver­sio­nen unter­stützen. Große Her­steller wie Sam­sung wer­den das Update für ihre Top­mod­elle bere­it­stellen, das Galaxy S21 gehört beispiel­sweise sich­er dazu.

Auch das Xiao­mi Mi 11 dürfte zu den Smart­phones gehören, die das Update erhal­ten. Für Huawei-Smart­phones sieht es aktuell lei­der eher schlecht aus. Mehr Infor­ma­tio­nen zu möglichen Geräten, die das Update wahrschein­lich erhal­ten wer­den, find­est Du in unser­er Über­sicht zu Android 12 und unter­stützten Handys.

Freust Du Dich bere­its auf Android 12? Welche Fea­tures wün­schst Du Dir für das Update am meis­ten? Schreib uns gerne einen Kom­men­tar.

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