Ein Mensch klettern auf einem Sendemast innmitten eines Waldes.
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5G-Handy
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5G-Ausbau in Deutschland: Das sind die Fortschritte

Der schnelle Datenüber­tra­gungs-Stan­dard 5G bietet schein­bar end­lose Möglichkeit­en: Ärzt:innen müssen nicht mehr selb­st im Kranken­haus anwe­send sein. Aus der Ferne steuern sie Robot­er, die kom­plizierte Oper­a­tio­nen an Patient:innen vornehmen. Techniker:innen überwachen selb­st­fahrende Autos mith­il­fe smarter Sen­soren rund um die Uhr und erken­nen in Echtzeit Schä­den an Bauteilen.

Für Smart­phones, Tablets oder andere mobile Endgeräte ver­spricht 5G sehr schnelle Down- und Upload­geschwindigkeit­en. Wenn Du Deine Lieblingsserie gerne unter­wegs schaust, ermöglicht Dir 5G flüs­siges Stream­ing in bester Bildqual­ität.

Fest ste­ht: Von 5G wer­den die meis­ten Men­schen prof­i­tieren. Wirtschaft, Poli­tik und die führen­den Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen arbeit­en daher an einem schnellen Aus­bau des LTE-Nach­fol­gers in Deutsch­land.

Was 5G ist, wie es funk­tion­iert und wie schnell der Aus­bau in Deutsch­land voran­schre­it­et, liest Du hier.

Was ist 5G?

Die Abkürzung 5G ste­ht für die fün­fte Gen­er­a­tion des Mobil­funk­stan­dards. 5G ist gegenüber den Vorgängerver­sio­nen 3G (UMTS) und 4G (LTE) viel fortschrit­tlich­er. Im Gegen­zug zu früheren Mobil­funk­stan­dards verbindet 5G auch dig­i­tale Geräte, die zum soge­nan­nten Inter­net of Things (IoT, über­set­zt: „Inter­net der Dinge“) gehören.

Die max­i­male Down­load­rate im 4G-Netz beträgt bis zu einem Giga­bit pro Sekunde. 5G kann jedoch Dat­en bis zu zehn Giga­bit pro Sekunde aus dem Inter­net laden. Die daraus resul­tierende hohe Geschwindigkeit ermöglicht eine min­i­male Latenzzeit von unter ein­er Mil­lisekunde.

Im „alten“ LTE-Netz beträgt die Latenz etwa 50 bis 80 Mil­lisekun­den. Sie ist also deut­lich höher. Es gilt: Je geringer die Latenz, desto schneller und zuver­läs­sige tauschen ver­net­zte Geräte Dat­en miteinan­der aus. Das sind sehr gute Bedin­gun­gen, um beispiel­sweise Fahrzeuge im Straßen­verkehr mit 5G zu steuern. Hier kommt es auf Sekun­den­bruchteile an. Eine langsame Daten­leitung würde Men­schen­leben in Gefahr brin­gen.

5G und LTE: Wo liegt der Unterschied?

Die höhere Geschwindigkeit von 5G beruht auf ein­er neuar­ti­gen Anten­nen-Architek­tur. Die soge­nan­nte Mul­ti-Anten­nen-Tech­nolo­gie (MIMO) basiert auf 64 kleine Anten­nen, die in ein­er großen 5G-Antenne unterge­bracht sind. Die Net­z­be­treiber kön­nen die kleinen Sendeein­heit­en sehr gezielt auf einen bes­timmten Bere­ich aus­richt­en. Ste­ht ein 5G-Sende­mast zum Beispiel an einem Berghang, ver­schwen­det er keine unnötige Energie, um den Wald­hang hin­ter dem Mast zu bestrahlen. Vielmehr sendet der Mast ziel­gerichtet ins näch­ste bewohnte Tal. Ältere Anten­nen-Gen­er­a­tion strahlen in jede Rich­tung. Dies erschw­ert eine ziel­gerichtete Konzen­tra­tion der Sendeen­ergie.

Wo Du 5G bereits nutzen kannst

Auch wenn die großen Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen wie Voda­fone den Aus­bau von 5G so schnell wie möglich betreiben, wird bis zu ein­er flächen­deck­enden 5G-Ver­sorgung noch ein wenig Zeit vergeben. Doch die Fortschritte sind enorm: Neben den Städten baut Voda­fone auch immer mehr 5G-Mas­ten in ländlichen Regio­nen.

Voda­fone und andere Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen set­zen auf Sende­fre­quen­zen im Bere­ich von 700 Mega­hertz. Diese Fre­quen­zen bieten zwar aktuell noch nicht die max­i­mal mögliche 5G-Geschwindigkeit, erre­ichen jedoch eine Reich­weite von bis zu acht Kilo­me­tern und drin­gen auch in dicke Gebäudewände ein.

Diese soge­nan­nte Low-Band-Band­bre­ite ermöglicht beispiel­sweise auch in abgeschiede­nen Regio­nen eine gute Alter­na­tive zum langsameren DSL-Inter­net. Dank der soge­nan­nten Dynam­ic-Spec­trum-Shar­ing-Tech­nolo­gie kön­nen die großen Provider 4G und 5G an ein­er Sendean­tenne betreiben. Die Anten­nen erken­nt selb­st­ständig, welch­es Netz Du benutzt und ver­sorgt Dich mit der best­möglichen Verbindung.

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5G-Netz: Wie schnell schreitet der Ausbau voran?

Das 5G-Netz von Voda­fone erre­icht 2022 mehr als zehn Mil­lio­nen Men­schen. Bis Ende 2025 wollen die drei großen Net­z­be­treiber ganz Deutsch­land mit dem neuen Mobil­funk­stan­dard ver­sor­gen.

Auch ländliche Regio­nen bleiben nicht außen vor: Die Mobil­funkan­bi­eter erricht­en „auf dem Land“ 1.000 Basis­sta­tio­nen bis Ende 2022. Auf lange Sicht soll das 5G-Netz allerorts eine Alter­na­tive zum Fes­t­net­zan­schluss mit DSL bieten.

Welche Voraussetzungen benötigt der 5G-Ausbau?

Lei­der ist es nicht damit getan, dass Net­zan­bi­eter über­all ein­fach mehr Sende­mas­ten auf­stellen. Die vorhan­de­nen Mas­ten müssten darüber hin­aus zu eige­nen kleinen Rechen­zen­tren umge­baut wer­den. Um eine opti­male Sende- und Emp­fangsleis­tung zu bieten, müssen die Net­z­be­treiber jeden 5G-Mast zunächst an ein Glas­faser­netz anschließen.

Außer­dem behei­mat­en 5G-Mas­ten eine soge­nan­nte MEC-Basis­sta­tion. Die Abkürzung ste­ht für Mobile Edge Com­put­ing. Eine MEC-Sta­tion ist ein eigenes kleines Rechen­zen­trum direkt am Sende­mast. Es ist etwa so groß wie eine Spielkon­sole und ver­ar­beit­et Sende- und Emp­fangs­dat­en vor Ort. Die Antenne muss Dat­en also nicht mehr in ein viele Kilo­me­ter ent­fer­ntes Rechen­zen­trum senden.

Welche Smartphones kannst Du mit 5G verbinden?

Die beste Nachricht zuerst: Mit­tler­weile sind auch Smart­phones im mit­tleren Preis­bere­ich 5G-kom­pat­i­bel. Du musst Dir also nicht zwangsläu­fig ein Smart­phone der Pre­mi­umk­lasse zule­gen, um mit Höch­st­geschwindigkeit im Inter­net sur­fen oder tele­fonieren zu kön­nen.

Was Du auf jeden Fall benötigst, ist ein Mobil­funkver­trag, der eine 5G-Datenop­tion enthält. Die meis­ten Mobil­funkprovider bieten diese Verträge mit­tler­weile an – zum Beispiel Voda­fone. Bevor Du einen Ver­trag abschließt, soll­test Du auf jeden Fall prüfen, ob Du Dein Smart­phone mit dem 5G-Netz verbinden kannst.

Warum ist 5G so wichtig?

Wahrschein­lich denkst Du bei 5G vor allem an schnelleren Date­naus­tausch für Dein Smart­phone. Der LTE-Nach­fol­ger ist jedoch viel mehr als „nur“ schnelles Inter­net für Handys. Seine Stärken zeigt der neue Mobil­funk­stan­dard vor allem bei der Ver­net­zung von Maschi­nen. Die Wirtschaft set­zt daher große Hoff­nun­gen in 5G. Im fol­gen­den Abschnitt liest Du, warum das so ist.

Revolution in der Industrie

In immer mehr Indus­triean­la­gen soll 5G in Zukun­ft beispiel­sweise fahrerlose Trans­port­sys­teme steuern. Fer­ti­gungsro­bot­er kön­nen über 5G miteinan­der kom­mu­nizieren und ihre Bewe­gun­gen aufeinan­der abstim­men. Auch soll sich die Sicher­heit in Pro­duk­tion­san­la­gen verbessern: Flächen­deck­end messen schlaue Sen­soren in Fer­ti­gung­shallen Luft­feuchtigkeit, Tem­per­atur oder die Qual­ität der Atem­luft. Schlimme Arbeit­sun­fälle, wie etwa Ver­puffun­gen, kön­nen Unternehmen dank smarter Sen­soren ver­mei­den.

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Dein Smart Home wird mit 5G noch schlauer

Du wirst zukün­ftig auch Deine Smart-Home-Geräte via 5G miteinan­der verbinden kön­nen. In naher Zukun­ft wird der modere Datenüber­tra­gungs­stan­dard die aktuell ver­wen­dete WLAN-Tech­nik  über­flüs­sig machen und immer mehr Smart-Home-Geräte mit dem IoT verbinden. Dazu gehören zum Beispiel Smart Speak­er, schlaue Ther­mostate, Leucht­mit­tel oder Gara­gen­tore.

Autonomes Fahren dank 5G

Das autonome Fahren wird erst mit ein­er flächen­deck­enden Ver­sorgung mit 5G über­haupt möglich. Die schnelle Datenüber­tra­gung ermöglicht hier die schlaue Ver­net­zung aller Verkehrsteilnehmer:innen. Dat­en von Ampeln, dig­i­tal­en Anzeigetafeln, Verkehrsmeldun­gen und viele weit­ere Aktoren fließen via 5G blitzschnell hin und her. Dank der gerin­gen Verzögerungsrat­en bei der Datenüber­mit­tlung reagieren Fahrzeuge beispiel­sweise auf der Stelle, wenn sie ein Hin­der­nis auf der Straße vor sich erken­nen.

Surf­st Du bere­its mit 5G-Geschwindigkeit im Inter­net? Schreib uns Deine Erfahrun­gen in die Kom­mentare.

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