Du möchtest Deine PC‑Spiele entspannt auf dem Fernseher spielen, ohne ein Kabel quer durch das Wohnzimmer zu legen und ohne spürbare Latenz? Wir zeigen Dir das unkomplizierteste Set-up, bei dem Du lediglich eine App auf dem TV benötigst.
Das Wichtigste in Kürze
- Du kannst PC-Spiele kabellos auf den Fernseher streamen – per Steam Link, Moonlight oder HDMI.
- Eine stabile LAN- oder WLAN-Verbindung sorgt für flüssiges Gameplay ohne Latenz.
- Passe Auflösung und Bitrate an, um ein optimales Bild ohne Ruckler zu erreichen.
Bevor es losgeht: Das brauchst Du
Dein Gaming-PC und der Fernseher müssen sich im selben Heimnetz befinden. Als Zielgerät eignet sich ein Fernseher mit Android TV oder Google TV. Auch ein Chromecast mit Google TV oder andere Streaming-Boxen sowie Apple TV funktionieren.
Methode 1: Steam Link auf Android oder Google TV oder Apple TV (Empfehlung)
- Öffne auf dem Fernseher oder der Box den App Store und installiere "Steam Link".
- Starte Steam auf Deinem PC und aktiviere in den Einstellungen Remote Play. Klicke dazu auf „Steam | Einstellungen | Remote Play | Remote Play aktivieren“ und lasse Steam im Hintergrund geöffnet.
- Starte "Steam Link auf dem TV", wähle Deinen PC aus und bestätige die PIN. Nach wenigen Sekunden solltest Du die Steam‑Oberfläche sehen.
- Für ein dauerhaft sauberes Bild stellst Du in der App Auflösung und Bitrate passend ein. Wie Du das optimal umsetzt, erklären wir weiter unten im Text.
Methode 2: Moonlight + Sunshine als Alternative mit geringer Latenz
Das Prinzip ist einfach, die Einrichtung dauert aber länger: „Sunshine“ läuft als Host‑Dienst auf Deinem Gaming‑PC und stellt die Spiele zur Verfügung. „Moonlight“ ist der Client auf dem TV‑Gerät und baut die Verbindung auf. Der große Vorteil: sehr niedrige Latenz und flexible Einstellungen – unabhängig davon, ob in Deinem PC eine NVIDIA‑, AMD‑ oder Intel‑Grafikkarte arbeitet.
- Installiere „Sunshine“ auf dem PC und folge dem Einrichtungsassistenten.
- Öffne den App Store auf Deinem TV und installiere die App „Moonlight“.
- Suche Deinen PC im Netzwerk und bestätige die auf dem PC angezeigte PIN.
- In „Moonlight“ wählst Du anschließend Auflösung, Bildrate (beispielsweise 60 Bilder pro Sekunde) und Bitrate. Wenn das Bild kurzzeitig aussetzt oder verwaschen wirkt, reduziere die Bitrate leicht.
Methode 3: HDMI (Direktverbindung)
Die Einrichtung über HDMI ist extrem simpel, allerdings weniger flexibel als die anderen beiden Methoden. Du verbindest Deinen PC oder ein Notebook per HDMI‑Kabel direkt mit dem Fernseher. Bei einer Verbindung über ein HDMI-Kabel gibt es keine Videokodierung, keine Netzwerkvariablen und Du erreichst die niedrigste technische Latenz.
Couch-Koops: Spiele wie „It Takes Two“ oder „Human Fall Flat“
Die Nachteile: Du bist an Kabellänge und Ports gebunden, beim Umschalten können Handshake oder EDID‑Probleme auftreten (schwarzes Bild, falsche Bildwiederholrate), und die TV‑Fernbedienung ersetzt Maus/Tastatur nicht. Außerdem ist paralleles Arbeiten am Schreibtisch‑Monitor während des Spielens am TV umständlicher als bei den App‑Lösungen.
- Verbinde den PC oder das Notebook mit dem gewünschten HDMI‑Eingang des TVs. Für 4K mit 120 Bildern pro Sekunde benötigst Du ein Ultra-High-Speed-HDMI‑Kabel.
- Wähle am Fernseher den richtigen Eingang und aktiviere den Spielmodus. Bei manchen Geräten sind nur einzelne Buchsen voll HDMI-2.1‑fähig. Prüfe die Bedienungsanleitung Deines Geräts, wenn Du Dir unsicher bist.
- Öffne unter Windows die Anzeigeeinstellungen und stelle Auflösung sowie Bildwiederholrate ein – beispielsweise 3.840 x 2.160 Pixel bei 120 Bildern pro Sekunde.
- Lege in Windows die Audioausgabe fest. So kannst Du einstellen, über welches Gerät der Ton abgespielt wird.
Controller verbinden
Ein Gamepad ist die angenehmste Lösung, wenn Du auf dem Sofa spielen möchtest.
- Xbox Wireless Controller (ab Xbox One S sowie die Controller der Xbox Series X|S) verbindest Du unter Windows über die Bluetooth-Einstellungen oder per USB-Kabel.
- PlayStation-Controller (DualShock 4 und DualSense) funktionieren in sehr vielen Titeln über Steam Input; die Tastenbelegung passt Du direkt in Steam an.
- Nintendo Switch Pro Controller (und Joy-Cons) sind unter Windows über Steam Input nutzbar. Die Verbindung funktioniert per Bluetooth oder USB-Kabel.
- Drittanbieter-Controller (zum Beispiel 8BitDo) kannst Du im XInput-Modus verwenden. Dadurch verhalten sie sich wie ein Xbox-Controller und sind mit den meisten Spielen kompatibel.
Fällt Dir eine Eingabeverzögerung auf, probiere die Kabelverbindung: Sie reagiert etwas schneller und ist unempfindlich gegenüber Funkstörungen.
https://www.youtube.com/watch?v=QIk0ScklZHQ&ab_channel=InformierteEntscheidung
Netzwerk und Qualität sinnvoll einstellen
Für flüssiges Streaming sind zwei Dinge entscheidend: eine stabile Verbindung und die passende Bitrate. Das Optimum erreichst Du mit einer LAN-Verbindung auf beiden Seiten. Im WLAN erzielst Du die beste Performance, indem Du ein Band mit 5 oder 6 Gigahertz in den Routereinstellungen wählst.
Richte die Bitrate an der Auflösung aus: Für 1.080p mit 60 Bildern pro Sekunde reichen häufig 10 bis 20 Megabit pro Sekunde. Für 4K mit 60 Bildern pro Sekunde benötigst Du je nach Szene eine deutlich schnellere Übertragungsrate. Moderne Codecs wie HEVC und AV1 holen mehr Qualität aus derselben Bitrate, benötigen aber passende Hardware‑Unterstützung auf PC und TV.
Taste Dich in kleinen Schritten an den optimalen Wert heran: Erhöhe die Bitrate und prüfe, ob alles flüssig läuft. Fallen Dir Ruckler auf, verringere die Rate minimal, bis es für Dein Set-up perfekt eingestellt ist.
Probleme mit langsamen Downloads in Steam? Erfahre an anderer Stelle, wie Du die Geschwindigkeit optimierst und störende Engpässe vermeidest: