Im Netflix-Film „Our Times“ unternimmt ein Ehepaar eine Zeitreise mit spannenden Folgen für ihre Beziehung. Denn während Nora in der Zukunft aufblüht, fühlt sich Hector missverstanden. Hier erklären wir Dir das Ende von „Our Times“ im Detail.
„Our Times“ erzählt die Geschichte von Hector (Benny Ibarra) und Nora (Lucero), zwei Wissenschaftler:innen, die mit einer Zeitmaschine aus dem Jahr 1966 ins Jahr 2025 reisen. Dort erwartet die beiden eine völlig neue Welt. Während Nora ihr neues Leben in vollen Zügen genießt, hat Hector große Schwierigkeiten, was für Spannung in der Beziehung sorgt.
Regisseur Chava Cartas („Der Gegenangriff“) verbindet in seinem Film die Emanzipation der Frau mit einer Zeitreise-Geschichte. Doch wie lässt sich das Ende von „Our Times“ erklären? Hier findest Du Antworten.
Das Ende von Our Times erklärt
Achtung: Ab hier folgen massive Spoiler zum Ende von „Our Times“!
Nora und Hector landen im Jahr 2025 und sind zunächst fasziniert vom technischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Eigentlich wollten sie nur 15 Minuten in die Zukunft springen, doch aufgrund einer Fehlfunktion legten sie 59 Jahre zurück. Während Nora sich in der Zukunft hervorragend zurechtfindet und beruflich aufblüht, fällt es Hector schwer, sich anzupassen. Er sehnt sich nach den alten Zeiten zurück, was zu Spannungen zwischen ihm und seiner Frau führt.
Nach einem heftigen Streit entschließt sich Hector, zurück ins Jahr 1966 zu reisen und Nora in der Zukunft zurückzulassen. In der Zwischenzeit hatte Nora sich jedoch ebenfalls entschieden, ihre Karriere aufzugeben und aus Liebe mit ihrem Mann in ihre alte Zeit zurückzugehen. Am Boden zerstört muss sie feststellen, dass Hector ihr diese Entscheidung abgenommen hat.
Nora nutzt die kommenden Jahre, um ihre Karriere als Physikerin auszubauen und etabliert sich als eine der führenden Köpfe der Wissenschaft. Schließlich muss sie 30 Jahre warten, bis sich ein neues Wurmloch öffnet und sie mit einer neuen Zeitmaschine zurückreisen kann. Ihre Liebe zu Hector lässt sie aber nie los. Sie beginnt keine neue Beziehung und erkennt nach einigen Jahren, dass sie nur ihn lieben wird. Darum baut sie eine weitere Zeitmaschine und reist 30 Jahre nach seinem Verschwinden ins Jahr 1996 zurück. Dort trifft sie einen ebenfalls gealterten Hector. Beide versöhnen sich und verbringen den Rest ihres Lebens miteinander im Jahr 1996.
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Warum möchte Nora im Jahr 2025 bleiben?
Das Jahr 2025 ist für Nora eine Offenbarung: Während sie als Wissenschaftlerin in der Vergangenheit mit Vorurteilen und Sexismus zu kämpfen hatte, sind diese Probleme in der Zukunft größtenteils ausgerottet. Sie erkennt, dass sie frei leben und sich beruflich sowie sexuell voll entfalten kann, ohne sich von Männern bevormunden zu lassen. Sie erfährt viel Anerkennung für ihre Arbeit und steigt die Karriereleiter immer weiter nach oben. Deshalb ist sie geschockt, als Hector ihr eröffnet, dass er sich in der neuen Zeit nicht wohlfühlt.
Warum möchte Hector zurück nach 1966?
Hector ist das genaue Gegenteil von Nora: Während er 1966 ein angesehener Wissenschaftler war, der mit seiner liebevollen Einstellung zu seiner Frau als progressiv galt, ist seine Weltsicht im Jahr 2025 völlig veraltet. Darum fällt es ihm schwer, sich in der modernen Gesellschaft zurechtzufinden. Diese Erkenntnis ist ein Schock für Hector, der sich immer als moderner Mann verstanden hat.
Exemplarisch dafür steht eine Szene, in der Nora ihren Mann auffordert, offener mit ihrer Sexualität umzugehen. Für Hector ist dieses Thema jedoch tabu, was einen weiteren Streit provoziert. Schweren Herzens entscheidet er sich schließlich, Nora in der Zukunft zurückzulassen. Er erkennt, dass sie im Jahr 2025 ihr volles Potenzial ausschöpfen kann und niemand ihr im Weg steht. Er jedoch gehört in eine andere Zeit und folgt seinem Drang nach Anerkennung und dem Bekannten ins Jahr 1966.
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Our Times: Die Bedeutung des Netflix-Films erklärt
Insbesondere das Schicksal von Hector steht sinnbildlich für die philosophische These, dass Menschen Produkte ihrer Zeit sind. Während er 1966 als fortschrittlicher Mann angesehen wird, ist er 2025 im wahrsten Sinne des Wortes ein aus der Zeit gefallener Chauvinist. Die Gesellschaft hat sich in den 59 Jahren des Zeitsprungs rapide weiterentwickelt – und damit auch ihre Wertvorstellungen.
Die Philosophie geht hier weiter ins Detail. Demnach prägen die vorherrschenden moralischen und ethischen Ansichten einer Epoche stark, was als „richtig” oder „falsch” angesehen wird. Ein Mensch, der im Mittelalter aufgewachsen ist, hatte völlig andere moralische Maßstäbe als jemand, der heute in einer westlichen Gesellschaft lebt. Genauso hat jemand, der vor dem Zeitalter des Internets aufgewachsen ist, eine andere Beziehung zu Informationen und sozialen Interaktionen als jemand, der mit dem Smartphone in der Hand geboren wurde.
Ähnlich verhält es sich bei Hector, dessen fortschrittliche Einstellung aus dem Jahr 1966 in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen ist. Hätte er die letzten 59 Jahre ohne Zeitsprung erlebt, hätte er sich den nach und nach errungenen Fortschritten, beispielsweise in Bezug auf die Rolle der Frau, Schritt für Schritt anpassen können. Da dies durch den Zeitsprung nicht möglich ist, fühlt er sich wie ein Fisch an Land und entscheidet sich, in seine alte Zeit und damit in seine moralische Komfortzone zurückzukehren.
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