Mercy: Das Ende des SciFi-Krachers mit Chris Pratt und Rebecca Ferguson erklärt

Im SciFi-Kracher „Mercy“ gerät Chris Pratt ins Visier einer Künstlichen Intelligenz. Hier erklären wir Dir das Ende des Films und wagen eine Interpretation mit Blick auf die Moral der Geschichte.

Regisseur Timur Bekmambetov („Wanted“) hat mit „Mercy“ einen spannenden Thriller vorgelegt, in dem Chris Pratt aus dem Nichts von der KI Maddox (Rebecca Ferguson) als Mörder angeklagt wird. Was auf den ersten Blick wie ein generischer SciFi-Film aussieht, entpuppt sich im Verlauf der Handlung als spannende Auseinandersetzung mit dem Thema „KI“, die Raum für Interpretationen lässt.

„Mercy“ endet mit einem finalen Twist, der in Fankreisen schon jetzt umstritten ist. Hier erklären wir Dir, was hinter dem vermeintlichen Mord an Nicole steckt, welche Fragen der Film aufwirft, wie er sie beantwortet und welche Moral letztlich in „Mercy“ steckt.

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Achtung: Ab hier folgen massive Spoiler zur Handlung und zum Ende von „Mercy“!

Der zentrale Handlungsstrang ist die Frage nach dem wahren Mörder von Nicole (Annabelle Wallis), der Ehefrau von Chris Raven (Chris Pratt). Ob Nicole aber überhaupt ermordet wurde, einen Unfall hatte oder eines natürlichen Todes gestorben ist, lässt der Film offen, was das Ende so spannend macht. Stattdessen rücken nämlich der staatliche Justizapparat Mercy und dessen „KI-Richterin“ Maddox (Rebecca Ferguson) in den Fokus der Handlung.

Rob Nelson (Chris Sullivan), ein enger Vertrauter von Chris, hat die Situation eskalieren lassen. Sein Ziel ist die Zerstörung des Systems, indem er mit Chris dessen prominentesten Unterstützer stürzt. Sein Motiv ist Rache: Robs Bruder David Webb war der erste, den Maddox verurteilte und hinrichten ließ.

Am Ende gelingt es Chris, Rob zu stoppen. Doch Rob beharrt darauf, dass sein Bruder unschuldig gewesen sei und entscheidende Beweise dafür verschwunden seien. Maddox analysiert die Situation noch einmal und findet heraus, dass Jaq (Kali Reis) damals Davids Handy, das ihn entlastet hätte können, verschwinden ließ, um den Erfolg und die Unfehlbarkeit von Mercy zu garantieren. So werden Rob und schlussendlich auch Jaq überführt und verhaftet.

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Menschen vs. KI im SciFi-Film

„Mercy“ stellt im Kern die Frage, ob ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Justizsystem überhaupt funktionieren kann. Das Ende des Films lässt dabei mehrere Deutungen zu, die sich teilweise widersprechen. Auffällig ist jedoch, dass die KI selbst nicht eindeutig als grundsätzlich „böse“ gezeichnet wird. Vielmehr präsentiert der Film Mercy und die KI-Richterin Maddox zunächst als technisch funktionierende Werkzeuge, deren Einsatz problematisch wird, sobald menschliche Faktoren ins Spiel kommen.

Bei einer Interpretation des Endes liegt die zentrale Kritik nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer Anwendung. Mercy und Maddox arbeiten technisch korrekt. Das Problem entsteht erst, wenn Menschen das System manipulieren oder unvollständig mit Informationen versorgen.

Diese Lesart wird insbesondere durch Jaq gestützt. Ihre bewusste Manipulation von Beweismaterial führt dazu, dass Maddox zu falschen Schlüssen kommt. Die KI verurteilt nicht aus Willkür, sondern aufgrund der Faktenlage, die ihr präsentiert wird. Die Konsequenz: Nicht die KI ist schuld am Fehlurteil, sondern der Mensch, der sie falsch füttert. Die Lösung lautet daher: bessere Regeln, strengere Kontrolle, transparentere Daten – und verantwortungsvollere Menschen, die mit der Technologie umgehen.

In dieser Perspektive fungiert „Mercy“ als Mahnung vor einer unkontrollierten Einführung von KI in sensiblen Bereichen wie der Justiz, ohne deren moralische und gesellschaftliche Folgen ausreichend zu bedenken.

Ist Mercy KI-Kritik?

Über diese Warnung hinaus lässt sich das Ende jedoch auch grundsätzlicher lesen. Dabei verschiebt sich der Fokus weg von individueller Manipulation hin zur strukturellen Gewalt des Systems selbst.

Diese Interpretation setzt beim ungeklärten Tod von Nicole an. Der Film macht nie eindeutig klar, ob überhaupt ein Mord vorliegt. Dennoch wird Chris auf Basis digitaler Spuren und algorithmischer Logiken als Täter identifiziert. Wahrheit wird dabei nicht ermittelt, sondern durch Wahrscheinlichkeiten ersetzt. Überwachung, Datenlücken und statistische Logik genügen, um ein Todesurteil auszusprechen.

 Chris (Chris Pratt) gerät zu Unrecht ins Fadenkreuz der KI.

Hier braucht es keine Täter:innen mehr – lediglich ausreichend belastende Daten und ein System, das ohne Zweifel urteilt. Maddox handelt nicht böswillig, sondern streng logisch. Gerade darin liegt der Schrecken: Menschliche Unsicherheit, Moral oder Kontext spielen keine Rolle mehr. Das System funktioniert effizient, aber unmenschlich.

Aus dieser Perspektive ist Mercy eine deutliche Kritik an der Idee, moralische Entscheidungen an Algorithmen auszulagern. Selbst wenn die KI technisch fehlerfrei arbeitet, bleibt das System ethisch problematisch, weil es Komplexität, Ambivalenz und Unwissen nicht zulässt.

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Der Twist und die Bedeutung für das Ende

Das Ende des Films öffnet jedoch eine weitere, kontroverse Deutung. Durch den Twist um Jaq verschiebt sich die Verantwortung erneut: Nicht das System selbst, sondern das individuelle Fehlverhalten eines einzelnen Menschen wird als Ursache möglicher Fehlurteile benannt. Dadurch wird die KI indirekt entlastet. Maddox erscheint im Vergleich als rational, lernfähig und prinzipiell fair – während die Menschen emotional, korrupt oder machtgetrieben handeln.

Szene aus Mercy

Vor diesem Hintergrund kann „Mercy“ sogar als problematische Erzählung gelesen werden, die die KI zur überlegenen Instanz stilisiert. Die Tatsache, dass Maddox trotz der fast vollzogenen Fehlverurteilung bestehen bleibt und lediglich „nachjustiert“ wird, unterstützt diesen Eindruck. Die grundlegende Frage, ob ein KI-basiertes Justizsystem moralisch vertretbar ist, wird dadurch nicht beantwortet, sondern umgangen.

Das bessere Ende von Mercy?

Wer „Mercy“ mit der Hoffnung auf klare KI-Kritik gesehen hat, dürfte das Kino enttäuscht verlassen haben. Denn die Kritik am System wird am Ende durch die Verschiebung der Schuld auf Jaq massiv abgeschwächt – zumindest mit Blick auf die zweite Interpretation. Zwar zeigt der Film, wie gefährlich KI im Extremfall sein kann, er traut sich aber nicht, die Konsequenzen durchzuziehen. Doch wie hätte der Regisseur das anders machen können?

In einem denkbaren alternativen Enden hätte ihre Maddox ihr Urteil nicht korriegiert und Chris' Todesurteil bestehen lassen. Im Film passt die KI ihre „Moral“ an und spricht Chris frei. Dadurch wirkt die Gesamtaussage von „Mercy“ aber weit weniger kritisch . Alternativ hätte Mercy auch abgeschaltet werden oder sogar weiterarbeiten können, weil die Eliten entscheiden, dass es effizient, kostengünstig und vielleicht politisch gewollt ist. Auch das hätte zu einer klareren und vor allem unmissverständlicheren Aussage über KI-Nutzung innerhalb der Justiz geführt.

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