Chinesisch lernen mit App-Unterstützung: So gelingt es

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Chinesisch lernen mit App-Unterstützung: So gelingt es

Du möchtest also Chinesisch lernen? Ob mit App oder ohne, im Folgenden findest Du einige Tipps, die Dir den Einstieg in die Fremdsprache erleichtern sollen. Zunächst erfährst Du ein paar allgemeine Ratschläge, gefolgt von Apps, die Du zum Lernen der Sprache nutzen kannst.

Beginne mit der Aussprache

Im Sinologiestudium lernen Studenten in den ersten Wochen hauptsächlich die Aussprache der einzelnen Töne. Kein Wunder, eine Silbe lässt sich im Chinesischen auf vier unterschiedliche Arten aussprechen (plus ein neutraler Ton). Wer die Aussprache nicht korrekt beherrscht, wird schnell missverstanden. Wir empfehlen daher, Dich zunächst auf die Aussprache zu konzentrieren, und zwar aktiv und passiv. Das Gehör spielt dabei eine große Rolle: Je besser Du die Töne unterscheiden kannst, desto einfacher ist es auch, sie selbst anzuwenden. Der Klassiker in dem Zusammenhang: der löwenessende Dichter in der Steinhöhle.

Video: YouTube / Ning kocht

Lerne Pinyin

Pinyin ist die offizielle Umschrift chinesischer Zeichen in romanische Buchstaben. Wenn Du Pinyin nicht beherrschst, hilft Dir die Umschrift von Texten kaum etwas. Am wichtigsten sind hierbei die vier Töne sowie allgemeine Ausspracheregeln. Das chinesische Wort für „China” in Pinyin etwa ist „Zhōngguó”, wobei die erste Silbe wie „Dschung” gelesen wird (mit einem stimmhaften „sch”). Die vier Töne sind 1. steigend, 2. hoch gleichbleibend, 3. fallend und steigend sowie 4. fallend. Ohne akustische Beispiele wirst Du jedoch Probleme haben. Sämtliche Besonderheiten der Umschrift wiederzugeben, würde den Rahmen dieses Ratgebers allerdings sprengen. Daher noch mal in aller Kürze: Ohne halbwegs korrekte Aussprache und Pinyin-Kenntnisse dürfte Chinesisch lernen unnötig schwierig sein, da Du beispielsweise die Vorzüge von Übersetzungs-Apps nicht vollends ausschöpfen kannst.

Suche den Dialog

Sprache ist Kommunikation: Texte sind die eine Seite der Medaille, Dialoge die andere. Wenn Du Chinesisch lernen möchtest, musst Du vor allem eins: sprechen. Ohne Feedback ist das allerdings schwierig. Es empfehlen sich daher Hochschulkurse für Anfänger und/oder die Suche nach einem Tandempartner zwecks Sprachaustausch. Wenn sich in Deiner Stadt eine Universität befindet, die Sinologie anbietet, lohnt sich ein Blick ans schwarze Brett des jeweiligen Fachbereichs. Oft suchen Chinesen dort nach Übungspartnern, um Deutsch als Fremdsprache zu lernen.

Video: YouTube / feqwix

Kurzzeichen oder Langzeichen – was ist der Unterschied?

In Spracheinstellungen am Computer bist Du vielleicht der Bezeichnung „Chinesisch (vereinfacht)” oder ähnlich begegnet. Dabei handelt es sich nicht per se um einfaches Chinesisch, sondern bezieht sich auf die Schreibweise der Zeichen. Moderner Standard sind die sogenannten Kurzzeichen, die sich von den traditionelleren Langzeichen nur in der Anzahl der Striche unterscheiden. Das Wort „Hànzì” (chinesische Zeichen) schreibt sich in Langzeichen beispielsweise 漢字, in Kurzzeichen jedoch 汉字. Für den schnellen Einstieg empfehlen wir, Dich zunächst auf Kurzzeichen zu beschränken, mit einer Ausnahme: Taiwan, Hong Kong und Macau verwenden immer noch Langzeichen sowie nur leicht verkürzte Varianten. Solltest Du also nur Kurzzeichen kennen, kann das im Urlaub womöglich von Nachteil sein.

In dem Zusammenhang auch wichtig: Die Strichreihenfolge beim Schreiben von Zeichen ist festgelegt, folgt aber Regeln. Zum Nachschlagen von einzelnen Zeichen oder Wörtern sind derartige Kenntnisse vorteilhaft.

Diese Apps solltest Du auf jeden Fall kennen

Chinesisch lernen allein mit Apps ist nicht sehr erfolgsversprechend. Zwar findest Du zahlreiche Exemplare, die Dir einfache Touristen-Phrasen beibringen – für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Sprachen sind diese aber denkbar ungeeignet. Die besten Apps sind daher die, die Dich beim Lernen unterstützen.

Pleco: Eine App für alles

Pleco ist eine eierlegende Wollmilchsau für Menschen, die Chinesisch lernen, egal ob Anfänger oder Sinologie-Dozent. Die Basis-App selbst ist gratis und bietet weitergehende Funktionen als In-App-Kauf an. Diese sind teils zwar relativ teuer, dafür erhältst Du auf Wunsch aber digitale Versionen bekannter Nachschlagewerke, darunter beispielsweise das „Hanyu da cidian”, das umfangreichste Chinesisch-Wörterbuch, das in gedruckter Form ganze 13 Bände umfasst. Die Gratis-App enthält bereits zwei Wörterbücher, in denen Du nach unterschiedlichen Kriterien suchen kannst. Per In-App-Kauf liest ein Muttersprachler Einträge vor, das gilt für Mandarin und Kantonesisch. Weitere empfehlenswerte Add-ons: Schriftzeichensuche per Schrifteingabe mit der Hand, Texterkennung- und Übersetzung via Kamera (OCR), Anzeige der Strichreihenfolge sowie digitale Lernkärtchen zum Pauken. Es steht auch ein Feature-Bundle zum Kauf bereit, das alle praktischen Funktionen abseits von Wörterbüchern enthält. Pleco gibt es für iOS und für Android. Eine Preisliste des Anbieters findest Du auf der offiziellen Webseite (auf Englisch).

Video: YouTube / Fancy Nancy TV

Anki: Der kostenlose Flashcard-Platzhirsch

Wenn Du Sprachen wie Chinesisch lernst, kommst Du um ausschweifende Übungssitzungen nicht herum. Hier hilft Anki: Die App ist kostenlos und bietet virtuelle Lernkärtchen. Sets erstellst Du entweder selbst oder lädst Dir vorgefertigte Zusammenstellungen der Community herunter. Ein Algorithmus soll dafür sorgen, dass Du die optimale Anzahl an Wiederholungen zu Gesicht bekommst, damit Vokabeln und Co. möglichst gut im Langzeitgedächtnis bleiben. Neben iOS und Android ist Anki auch für Windows, Mac und Linux auf der offiziellen Homepage erhältlich.

Google Übersetzer: Für die schnellere Übersetzung mit der Kamera

Der Google Übersetzer mag vielleicht nicht gut genug sein, um Romane zu übersetzen – für den Alltagseinsatz im Urlaub reicht die App aber allemal. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Kamera als Live-Dolmetscher: Richte die Linse auf chinesische Schriftzeichen und dank Augmented Reality erscheint die Übersetzung in Echtzeit auf dem Smartphone-Bildschirm. Die Anwendung steht kostenlos für iOS und für Android zum Download bereit. Insider-Tipp: Bei Speisekarten ist dennoch stets Vorsicht angebracht. In diesem Sinne: Frohes Lernen.

Zusammenfassung

  • Aussprache und Pinyin sollte am Anfang im Fokus Deiner Lernbestrebungen stehen.
  • Beschränke Dich zunächst auf Kurzzeichen, außer Du möchtest nach Taiwan, Hongkong oder Macau.
  • Pleco bietet so ziemlich alles, was ein Sinologiestudent in einer App benötigt.
  • Die kostenlose App Anki empfiehlt sich hingegen zum Lernen von Vokabeln und Co.
  • Die Live-Übersetzung des Google Übersetzers ist besonders für den Alltag und im Urlaub geeignet.

Lernst Du bereits Chinesisch und hast weitere App-Empfehlungen? Teile Deine Erfahrung doch mit der Community, um voneinander zu lernen.

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