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#digitalready – 3 Fragen an Speaker Tim Cole

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  • 25.10.2017
  • Kategorie: Business
  • Schlagwort:

6 Städte, 6 Keynote Speaker, lokale Start-Ups und digitale Erfolgsgeschichten. Von Oktober bis Ende November ist Vodafone auf digital.ready.tour. Bei diesen bundesweiten Events blickt Vodafone gemeinsam mit Business-Kunden auf die Herausforderungen der Digitalisierung für Unternehmen. Wertvolle Impulse liefern bekannte Vordenker. Regionale Unternehmen und Start-Ups tauschen sich mit den Besuchern aus und erzählen ihre digitalen Erfolgsgeschichten.

Am 9. November 2017 ist Frankfurt an der Reihe. Wir haben dem dortigen Keynote Speaker Tim Cole vorab drei Fragen gestellt. Denn der gefragte Redner und IT-Wirtschaftsredakteur mit amerikanischen Wurzeln kennt sich in der „New Economy“ bestens aus.

 

Sie sprechen in Ihrer Keynote, über die Gewinner und Verlierer der Digitalisierung. Wo ordnen Sie den deutschen Mittelstand ein? Gibt es dort Gewinner?

Es gibt sie – aber man muss sie leider mit der Lupe suchen. Viel zu viele KMUs glauben, sie könnten weiterwurschteln, die Digitale Transformation betreffe doch eh‘ nur die Großen. Das ist grundsätzlich falsch: Digitale Transformation verändert jedes Unternehmen, jedes Geschäftsmodell, jeden Geschäftsprozess, jede Kundenbeziehung. Und die Zeit drängt: Im Digitalzeitalter ticken die Uhren im Takt zu Moore’s Law – Verdopplung alle 18-24 Monate. Der Mittelstand hat keine Zeit, sich auf seine – zweifellos in der Vergangenheit verdienten – Lorbeeren auszuruhen.  Wer heute nicht willens oder in der Lage ist, sich und sein Unternehmenskonzept infrage zu stellen und sich notfalls neu zu erfinden, der wird sich womöglich innerhalb von wenigen Jahren auf der Verliererseite wiederfinden, hinweggefegt von den disruptiven Effekten von Digitalisierung, Vernetzung und Mobilität. Dort werden sie in guter Gesellschaft sein: Wer spricht heute noch von Nokia, von Blackberry, von Kodak?

Blicken wir 5 Jahre in die Zukunft – wie sieht ein Unternehmen aus, dass dann zu den Gewinnern gehört?

Erfolgreiche Unternehmen müssen wie Netzwerke funktionieren. Die Zeiten, als der da oben alles wusste und die da unten gar nichts, sind endgültig vorbei. Chefs müssen ihre Mitarbeiter zu autonom arbeitenden Teams umbilden und ihnen klare, erreichbare Ziele vorgehen. Wenn sie das richtig machen, können sie sich zurücklehnen und darauf vertrauen, dass die Leute es schon richten werden. Mikromanagement und Misstrauen den eigenen Mitarbeitern gegenüber haben keine Zukunft. Damit kommt aber natürlich auch auf die Mitarbeiter neue Verantwortung und Selbstbestimmung zu: Der digitale Mitarbeiter hat niemals Feierabend! Dafür hat er aber die einmalige Chance, seine Arbeitszeit und seine Arbeitsumgebung selbst zu gestalten – wenn das Unternehmen ihn lässt. Leider sieht es da in Deutschland heute nicht sehr gut aus: 75% aller Vorgesetzten, so eine Studie des IT-Branchenverbands Bitkom, verlangen von ihren (Wissens-)Arbeitern unbedingte Präsenzpflicht im Büro. Home Office? Flexible Arbeitszeitmodelle? Fehlanzeige – leider!

Wie digital ist Ihr eigener Arbeitsplatz? Oder wie würde Ihr perfekter digitaler Arbeitsplatz aussehen?

Ich sitze hoch oben in den Salzburger Alpen mit Blick auf die Berge und auf drei Bildschirme, die auf meinem Schreibtisch stehen. Ich bekomme von meinem Internet-Provider 100 Mbit/s geliefert, also superschnelles Internet, ohne das ich heute nicht mehr leben und arbeiten könnte. Ich halte mit Kunden und Auftraggebern, genauso wie zu meinen Freunden auf der ganzen Welt, über E-Mail, Facebook, Twitter und Skype Kontakt. Ich nutze Kollaborationswerkzeuge wie Dropbox, Blinkplan, Slack und Wunderlist und Webcast-Software wie MeetYou, Google Hangout oder Citrix GoToMeeting für Videokonferenzen. Ich denke, zur digitalen Medienkompetenz gehört auch die Bereitschaft, neue Werkzeuge auszuprobieren und für sich und die jeweilige Aufgabe das Richtige zu finden.

 

Sie haben Interesse an der Vodafone digital.ready.tour? Mehr Informationen und Anmeldung auf vodafone.de/digitalisierung

Tim Cole

 

  • Zur Person: Tim Cole gilt als einer der Top-Publizisten zum Thema Wirtschaft und Technologie im deutschsprachigen Raum. Seine Fachbeiträge erscheinen in führenden Wirtschafts- und Computerzeitschriften. Vielenist er auch als TV-Moderator der Sendung „eTalk“ (N24) bekannt. Seine journalistische Karriere begann der gebürtige Amerikaner 1971 bei den Stuttgarter Nachrichten. Danach arbeitete er für verschiedene namhafte Medien, darunter Auto.Motor.Sport, Capital, BILD und Die Welt. Von 1992 bis 1994 leitete er die Multimedia-Gruppe des Verlags Motor-Presse, von 1995 bis 2001 den ersten deutschsprachigen Branchendienst für die Online-Industrie (Internet Report). Zwischendrin machte er sich als Chefredakteur des ersten Internet-Wirtschaftsmagazins (Net Investor) einen Namen. 2004 gründete zusammen mit Partnern die Kuppinger Cole + Partner, in Europa die führende Analystengruppe zum Thema Identitätsmanagement und Digital ID. Heute ist Tim Cole ein gefragter Buchautor, Referent und Moderator zu allen Themen der so genannten „New Economy“.

 

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