In der neuen Netflix-Serie „Sirens“ begibt sich eine Frau auf Spurensuche, um ihre Schwester aus den Fängen einer vermeintlichen Sektenführerin zu befreien. Hier erklären wir Dir das Ende der Miniserie im Detail.
Devon (Meghann Fahy) glaubt, dass ihre Schwester Simone (Milly Alcock) von ihrer reichen Chefin Michaela „Kiki“ Kell (Julianne Moore) manipuliert wird. Kurzerhand will sie Simone befreien. Allerdings hat Devon ihre Rechnung ohne Kiki gemacht, die sich als mächtige Gegnerin herausstellt. Doch ist wirklich alles so, wie es scheint?
Während der fünf Episoden spielt „Sirens“ geschickt mit Vermutungen, Gerüchten und Vorurteilen, die in der Welt der Superreichen für Spannungen sorgen. Mit Milly Alcock („House of the Dragon“), Julianne Moore („The Big Lebowski“), Meghann Fahy („The White Lotus“) und Kevin Bacon („X-Men: Erste Entscheidung“) in den Hauptrollen verfügt die Serie über viel Starpower. Am Ende bleiben jedoch einige Fragen offen. Hier erklären wir Dir alles im Detail.
Sirens bei Netflix: So endet die Miniserie
In der letzten Folge von „Sirens“ erreicht das Drama seinen Höhepunkt. Kiki konfrontiert Simone mit einem Foto, das Simone und Kikis Mann Peter (Kevin Bacon) beim Küssen zeigt. Unter Tränen beteuert Simone ihre Unschuld und beharrt darauf, dass Peter das Foto inszeniert habe. Kiki glaubt ihr jedoch nicht und entlässt ihre liebgewonnene Assistentin schweren Herzens.
Simone ist zunächst geschockt, durchläuft dann aber eine Wandlung. Sie läuft zu Peter, der sich inzwischen von Kiki getrennt hat, und übernimmt nahtlos seinen Platz an seiner Seite. Kiki ist am Boden zerstört. Auf einem Schiff trifft sie auf Devon. Sie sprechen sich aus. Devon erkennt, dass sie Kiki zu Unrecht verurteilt hat. Die letzte Szene zeigt Simone, die glücklich in die Ferne blickt. Sie hat Kikis Rolle eingenommen und steht nun an Peters Seite.
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Die Vergangenheit und die Motive von Simone erklärt
In mehreren Flashbacks beleuchtet „Sirens“ Simones Vergangenheit und macht so ihr Handeln letztlich nachvollziehbar. Sie war sieben Jahre alt, als ihre Mutter Suizid beging. Doch damit nicht genug: Ihre Mutter wollte sich und Simone in einem Auto mit Abgasen umbringen. Simones Schwester Devon fand die beiden und rettete Simone. Anschließend stürzte ihr Vater Bruce (Bill Camp) in eine Depression und war nicht in der Lage, sich um seine Töchter zu kümmern.
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Als Devon ans College ging, kam Simone in eine Pflegefamilie, in der sie schlecht behandelt wurde. Deshalb brach Devon ihr Studium ab und kümmerte sich fortan um ihre kleine Schwester. In dieser Zeit festigte sich bei Simone die Sehnsucht nach einem sorglosen Leben, das sie unter der Anleitung von Kiki fand.
Nachdem sie gefeuert wird und die Möglichkeit besteht, dass sie zu ihrem Vater und Devon nach Buffalo ziehen muss, entscheidet sich Simone schließlich für Peter. Sie ist bereit, alles zu opfern, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein unbeschwertes Leben mit ihm zu führen. Ob sie ihn wirklich liebt, bleibt offen.
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Ist Kiki eine Mörderin und Sektenführerin?
Im Serienverlauf werden zwei Verdächtigungen gegen Kiki laut: Zum einen soll sie Peters Ex-Frau Jocelyn umgebracht haben, zum anderen scheint ihre Stiftung zur Rettung der Wildtiere in Wirklichkeit eine kultartige Vereinigung zu sein. Beides stellt sich jedoch als haltlos heraus.
In der letzten Episode erklärt Kiki Devon, dass Jocelyn nicht tot ist, sondern sich lediglich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen hat. Seit einer misslungenen Schönheitsoperation ist sie entstellt und hat sich deshalb isoliert. Devon hatte hingegen vermutet, dass Kiki sie umgebracht hat. Im Serienverlauf wird die Wildtierstiftung immer wieder als kultähnlich dargestellt, entpuppt sich letztlich aber als gewöhnliche Stiftung. Devon kam aufgrund von Ritualen wie den gemeinsamen „Hey, Hey“-Rufen, der Ausstrahlung von Kiki und der scheinbar grenzenlosen Loyalität ihrer Anhänger:innen zu dem Schluss, dass die Stiftung nur eine Tarnung sei.
So endet die Netflix-Serie für Devon
Anders als Simone entscheidet sich Devon, mit ihrem dementen Vater Bruce nach Buffalo zurückzukehren und sich um ihn zu kümmern. Sie lehnt das Angebot von Jordan (Trevor Salter) ab, eine Woche mit ihm zusammen auf einer Yacht zu verbringen. Devon ist der Prototyp einer Kümmerin und stellt ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um den Menschen in ihrer Umgebung zu helfen.
Etwas hat sich jedoch im Verlauf der Serie geändert: Devon scheint sich ihrer Rolle bewusst zu sein, will sich aber auch davon emanzipieren. In der letzten Szene auf dem Schiff sagt sie Kiki, dass sie sich eine Wohnung in Buffalo suchen will. Der Segeltörn mit Jordan wäre ein Davonlaufen vor ihren Problemen. Stattdessen stellt sie sich ihnen, indem sie ihren Vater begleitet und einen Mittelweg zwischen Unabhängigkeit und Fürsorge für andere findet.
Das Ende von Sirens erklärt: Wer ist das Monster?
„Sirens“ kritisiert auf subtile Weise das in vielen TV-Produktionen dargestellte Frauenbild. Showrunnerin Molly Smith Metzler („Maid“) bezieht sich bewusst auf die namensgebenden Sirenen aus der griechischen Mythologie und nimmt dabei eine ambivalente Perspektive ein:
Wir bezeichnen diese Frauen im Mythos als Monster, aber nach allem, was wir wissen, singen sie nur um Hilfe. Im ursprünglichen Mythos sind sie da, weil sie bestraft werden. Sie sind gefangen. Sie sind unglücklich. Es ist ein Schrei nach Hilfe. All diese Matrosen versenken ihre dummen Schiffe. Und dann sagen sie: „Es ist wegen dieser schönen Jungfrauen.”
In der Serie verhält es sich ähnlich. Peter gibt Kiki in der letzten Episode die Schuld an ihrer Trennung. Aus seiner Sicht habe sie ihn von seinen Kindern aus erster Ehe ferngehalten. Ihre Trauer über ihre Unfruchtbarkeit habe dafür gesorgt, dass sie die Gegenwart seiner Kinder nicht ertragen habe. Durch die Entfremdung von seinen Kindern und Kikis Unfruchtbarkeit steht Peter am Ende ohne Erben des Kell-Imperiums da.
Doch ist Kiki letztlich wirklich Schuld an Peters Leid? „Sirens“ lässt diese Frage bewusst offen. Peter hat auf jeden Fall die finanziellen Mittel und mit einem Privatjet auch jederzeit die Möglichkeit, seine Kinder zu besuchen. Er entscheidet sich jedoch aus eigenem Antrieb dagegen. Kiki hatte nicht das Recht, ihm seine Kinder abzusprechen. Aber genauso wenig hatte Peter das Recht, Kiki für sein Verhalten verantwortlich zu machen.
Dass sich Peter letztlich in eine Affäre mit Simone flüchtet und die Ehe mit Kiki beendet, kann also aus verschiedenen Perspektiven gedeutet werden. Peter-Darsteller Kevin Bacon bringt es auf den Punkt:
Es wird Leute geben, die Peter für ein absolutes Schwein halten, und es wird auch Leute geben, die sagen: „Nun, es war nicht seine Schuld.“ Ich denke, die Leute werden unterschiedlich darauf reagieren... es ist keine Geschichte oder ein Ende nach Schema F.
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