Aileen: Queen of the Serial Killers – die wahre Geschichte von Aileen Wuornos

Aileen Wuornos tötete Ende der 1980er Jahre mehrere Männer in Florida. Sie behauptete, aus Notwehr gehandelt zu haben und wurde trotzdem zu Tode verurteilt. Netflix zeigt nun in „Aileen: Queen of the Serial Killers“, wie aus einem schwierigen Leben eine Serie tödlicher Begegnungen wurde. Doch wie nah ist die Doku an der wahren Geschichte? Das erfährst Du hier.

Die neue Netflix-Dokumentation „Aileen: Queen of the Serial Killers“ erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die von Trauma, Gewalt und Überlebensinstinkt gezeichnet war. Aileen Wuornos wurde von einer obdachlosen Prostituierten zu einer der berüchtigtsten Serienmörderinnen der USA. Später wird ihr Fall sogar in dem Film „Monster“ mit Charlize Theron aufgearbeitet. 

Wir haben uns die wahre Geschichte von Aileen Wuornos genauer angeschaut. Hier kannst Du alles nachlesen, was Du zu ihrem Leben, ihren Morden und ihrer späteren Verurteilung wissen musst.

Queen of the Serial Killers: Wer ist Aileen Wuornos?

Aileen Carol Wuornos wird am 29. Februar 1956 in Rochester, Michigan, geboren. Ihre Kindheit ist geprägt von Gewalt, Vernachlässigung und Instabilität. Die Eltern trennen sich vor ihrer Geburt, der Vater sitzt wegen Missbrauchs im Gefängnis und bringt sich später um. Ihre Mutter gibt Aileen und ihren Bruder früh an die Großeltern ab, die selbst mit Alkoholabhängigkeit und Aggressionsproblemen kämpfen.

Schon in jungen Jahren beginnt Aileen, sich allein über Wasser zu halten. Sie tauscht sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld, Zigaretten oder Essen, schläft zeitweise im Wald und trampt durch die Gegend. Mit 14 Jahren wird sie schwanger, gibt das Kind aber kurz nach der Geburt zur Adoption frei. Danach verlässt sie die Schule und lebt vollständig auf der Straße.

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Ihre Jugend ist ein einziger Überlebenskampf. Sie zieht von Ort zu Ort, begeht kleinere Delikte, fährt ohne Führerschein und arbeitet als Prostituierte. In dieser Zeit entwickelt sie eine tiefe Abneigung gegen Autoritäten, aber auch gegen Männer, die sie als ausbeuterisch und gefährlich erlebt. Ihre Akte bei der Polizei füllt sich mit Einträgen wegen Raubes, Körperverletzung und Waffenbesitz.

Die ersten Morde von Aileen Wuornos

Ende der 1980er Jahre lebt Wuornos in Florida und arbeitet weiter als Prostituierte an Highways. 1986 lernt sie in einer Bar Tyria Moore kennen, eine Hotelangestellte. Die beiden beginnen eine Beziehung und leben fortan zusammen. Wuornos verdient das Geld, Moore kümmert sich um den Haushalt. Das Verhältnis ist eng, aber auch von finanziellen Sorgen bestimmt.

1989 macht Wuornos Bekanntschaft mit Richard Mallory, einem Elektronikgeschäftbesitzer aus Clearwater. Er nimmt sie in seinem Auto mit. In ihrer späteren Aussage schildert sie, er habe sie angegriffen und vergewaltigen wollen. Wuornos greift zur Waffe, schießt mehrfach und tötet ihn. Anschließend nimmt sie sein Auto und einige seiner Habseligkeiten mit.

Aileen: Queen of the Serial Killers: Fotos von verschiedenen älteren Männern, die Opfer von Wuornos wurden.

In den folgenden Monaten sterben weitere Männer auf ähnliche Weise. Zwischen Dezember 1989 und November 1990 finden Ermittler sieben Leichen entlang von Landstraßen in Zentralflorida. Allen Opfern gemeinsam: Sie sind männlich, zwischen 40 und 65 Jahre alt, reisen allein und wurden durch Schüsse aus kurzer Distanz getötet.

Wuornos fährt mit den Autos der Männer weiter, verkauft Wertgegenstände ihrer Opfer in Pfandhäusern und verwendet falsche Namen. Einige Spuren führen die Polizei jedoch zu ihr: Fingerabdrücke auf Verkaufsquittungen, persönliche Gegenstände in Motels und Zeugenaussagen von Menschen, die sie mit den gestohlenen Autos gesehen haben.

Motiv und Muster: Zwischen Notwehr und Berechnung

Aileen Wuornos behauptet, sie handele aus Notwehr. Ihrer Darstellung zufolge greifen sie die Männer an, zwingen oder bedrohen sie, und sie wird panisch. Gleichzeitig zeigen sich in ihren Handlungen räuberische Muster. Sie nimmt Geld, Kreditkarten, Kleidung und Wertgegenstände ihrer Opfer an sich, verkauft sie weiter oder nutzt sie selbst.

Die Ermittler sehen darin ein klares Zeichen für Raubmorde. Doch ihr Verhalten bleibt widersprüchlich. Einerseits betont sie, sie sei in Lebensgefahr gewesen, andererseits gibt sie später offen zu, auch aus Wut und Verzweiflung geschossen zu haben. Sie lebt in ständiger Angst, traut niemandem und glaubt, die Männer hätten ihr ohnehin etwas antun wollen.

Die Beziehung zu Tyria Moore spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wuornos sorgt für beide, trägt die gesamte finanzielle Last. Um die Miete zu bezahlen, geht sie fast täglich auf die Straße. Die Verbindung zwischen emotionaler Abhängigkeit und finanzieller Not lässt sie weitermachen – auch als das Risiko steigt.

Verhaftung und Geständnis von Aileen Wuornos

Im Januar 1991 wird Aileen Wuornos in einem Motorrad-Treffpunkt in Florida festgenommen. Der Haftbefehl bezieht sich zunächst auf einen älteren, vergleichsweise geringfügigen Vorfall, doch bald wird klar, dass sie die Hauptverdächtige in mehreren Mordfällen ist.

Die Polizei kontaktiert Tyria Moore, die inzwischen in Pennsylvania lebt, und bringt sie dazu, mit den Ermittler:innen zusammenzuarbeiten. In mehreren Telefonaten, die aufgezeichnet werden, versucht Moore, Wuornos zu einem Geständnis zu bewegen. Sie sagt ihr, sie müsse die Wahrheit sagen, um Moore zu schützen.

Aileen: Queen of the Serial Killers: Mehrere Menschen in einem Gerichtssaal, darunter Polizisten, Zeugen und Anwälte.

Nach wenigen Tagen bricht Wuornos zusammen. Sie gesteht, mehrere Männer getötet zu haben und beschreibt die Abläufe im Detail. Ihre Aussagen rangieren zwischen Verteidigung und Schuldbekenntnis: Sie betont wiederholt, sie sei bedroht worden, doch gleichzeitig erklärt sie, sie sich ihrer Taten bewusst sei und wieder tun würde.

Der Gerichtsprozess gegen Wuornos

Der Prozess gegen Aileen Wuornos beginnt 1992. Die Anklage konzentriert sich zunächst auf den Mord an Richard Mallory, da Beweismaterial und Zeugenaussagen eindeutig sind. Die Staatsanwaltschaft zeichnet das Bild einer kaltblütigen Täterin, die bewusst Männer auswählt, sie an abgelegene Orte lockt und tötet, um sie auszurauben.

Die Verteidigung stellt Wuornos als Opfer von Gewalt und Missbrauch dar. Sie argumentiert, dass Aileen aus Selbstschutz gehandelt habe, nachdem sie jahrelang Übergriffe in ihrer Arbeit als Prostituierte erlebt hat. Die Jury glaubt ihr jedoch nicht. Wuornos wird des Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

In den folgenden Monaten gesteht sie sechs weitere Morde. Sie verzichtet auf weitere Verfahren und bittet darum, das Urteil akzeptieren zu dürfen. Später sagt sie, sie wolle endlich Frieden haben. Ihre Haltung wirkt während des Prozesses laut Zeugenaussagen resigniert und zugleich herausfordernd. Immer wieder wechselt sie zwischen Reue, Wut und Gleichgültigkeit.

Zeit im Todestrakt

Während ihrer Haft in der Todeszelle spricht Wuornos mit Journalist:innen, Geistlichen und Psycholog:innen. Sie schwankt zwischen Kooperation und Rückzug. Bis zu ihrem Tod zeigt sie Misstrauen gegenüber fast allen Beteiligten. Mitunter behauptet sie, die Gefängnisbeamt:innen hätten es auf sie abgesehen, oder die Regierung wolle Experimente an ihr durchführen.

Gleichzeitig entwickelt sich die öffentliche Debatte um ihren Fall. Einige sehen in ihr eine Frau, die durch ein Leben voller Missbrauch und Armut zu ihren Gewalttaten getrieben wurde. Andere betrachten sie als kalkulierende Mörderin, die Notwehr nur vorschiebt.

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2002 wird sie in Florida durch eine tödliche Injektion hingerichtet. Sie verzichtet auf eine letzte Mahlzeit und sagt kurz vor der Vollstreckung, sie werde „mit Jesus zurückkommen“.

Der Fall von Aileen Wuornos heute

Bis heute beschäftigt der Fall Aileen Wuornos Kriminolog:innen, Jurist:innen und Filmemacher:innen. Sie gilt als eine der ersten bekannten Serienmörderinnen der USA. Diskussionen über ihr Motiv, ihre psychische Verfassung und ihr Verhältnis zu Tyria Moore führen immer wieder zu neuen Deutungen.

Dokumentationen und Spielfilme zeigen verschiedene Facetten: die gewalttätige Täterin, die missbrauchte Frau, die gebrochene Persönlichkeit. 2003 schlüpft Charlize Theron im Film „Monster“ in die Rolle von Aileen Wuornos. Der Hollywood-Film machte ihren Fall weltweit bekannt und löste erneut großes Interesse aus.

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