Mein Vater, der BTK-Killer: Die wahre Geschichte von Dennis Rader und seiner Tochter

Die neue Netflix-Doku „Mein Vater, der BTK-Killer“ wirft einen ungewöhnlichen Blick auf einen der grausamsten Serienkiller der Geschichte. Denn hier kommt nicht der Mörder selbst zu Wort, sondern seine Tochter Kerri Rawson. Hier erfährst Du die wahre Geschichte hinter „Mein Vater, der BTK-Killer“.

Stell Dir vor, eine Dir nahestehende Person entpuppt sich eines Tages als Serienmörder. Genau diesem Thema widmet sich die neue Netflix-Doku „Mein Vater, der BTK-Killer“. Die US-Amerikanerin Kerri Rawson erzählt darin von ihrem Leben als Tochter des berüchtigten Serienmörders Dennis Rader, der zwischen 1974 und 1991 mindestens zehn Menschen brutal ermordete, aber gleichzeitig ein beschauliches Leben als Familienvater führte.

Klingt unglaublich? Ist es auch. Hier erzählen wir Dir die wahre Geschichte hinter den Ereignissen von „Mein Vater, der BTK-Killer“.

Die wahre Geschichte hinter Mein Vater, der BTK-Killer: Wer ist Dennis Rader?

Achtung: Der folgende Text enthält Schilderungen von Gewalt und Missbrauch. Wenn Du empfindlich auf solche Themen reagierst, solltest Du lieber nicht weiterlesen!

Am 25. Februar 2005 ändert sich das Leben von Kerri Rawson für immer: Ein Mann klingelt an der Tür ihres Apartments. Die 26-jährige Lehrerin öffnet die Tür und staunt nicht schlecht. Vor ihr steht ein FBI-Agent, der sie fragt, ob sie weiß, wer BTK ist. Kerri kennt die Abkürzung, denn die Buchstaben sind im öffentlichen Gedächtnis jener Zeit fest verankert.

BTK steht für „blind, torture, kill“ – auf Deutsch in etwa „Augen verbinden, foltern, töten“. Der Name „BTK-Killer” bezeichnet einen mysteriösen Serienmörder, der in der Gegend sein Unwesen trieb. Deshalb fällt Rawson aus allen Wolken, als der FBI-Agent ihr sagt, dass ihr Vater Dennis Rader der BTK-Killer ist.

Den Namen hat sich Rader selbst gegeben. Seine grausamen Taten beginnen am 15. Januar 1974 mit einem Vierfachmord und enden am 19. Januar 1991 mit dem Mord an der 62-jährigen Dolores Earline Johnson Davis. Die furchtbaren Details seiner Taten ersparen wir Dir an dieser Stelle.

Kerri Rawson in Mein Vater, der BTK-Killer

Die Lebensgeschichte von Dennis Rader wurde bereits mehrfach verfilmt. Stephen King ließ sich von ihm inspirieren. In Serien wie „Criminal Minds“ und „Mindhunters“ wurde ihm jeweils eine komplette Episode gewidmet. Zuletzt verkörperte Dylan McDermott („American Horror Story“) den Serienmörder im Film „The Clovehitch Killer“.

Hier gibt’s die wahre Geschichte hinter Dennis Rader im Film „The Clovehitch Killer“

Kerri Rawson und ihr Leben mit dem BTK-Killer

Zurück zu Rawson: Die Tochter des BTK-Killers kennt ihren Vater natürlich seit ihrer Geburt. Er ist in der Kirche engagiert, hat früher in der Air Force gedient und gibt sich als liebender Vater. Entsprechend schockiert ist sie, als der FBI-Agent ihr vor ihrer Tür die Nachricht über das Doppelleben ihres Vaters überbringt. In einem TV-Interview beschreibt sie ihre Gefühlslage:

„Ich hielt mich an der Wand neben meinem Herd fest, [der Raum] drehte sich [...]. [Der Beamte] stellte mir Fragen über meinen Vater, über Daten und solche Dinge, und ich versuchte... meinem Vater fast schon ein Alibi zu verschaffen. Ich sagte so etwas wie: ‚Mein Vater ist ein guter Mensch.‘“

In diesem Moment entpuppt sich ihr ganzes bisheriges Leben als gigantische Lüge. Der Mann, den sie zu kennen glaubte, ist in Wirklichkeit ein brutaler Mörder, ein Tier, das über seine Opfer hergefallen und sie auf unvorstellbare Weise getötet hat.

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Mein Vater, der BTK-Killer: Wer ist Kerri Rawson?

Rawson wird 1978 als Kerri Rader geboren. Zu diesem Zeitpunkt hat ihr Vater bereits sieben Menschenleben auf dem Gewissen. Als ihre Mutter im dritten Monat mit ihr schwanger ist, tötet Rader die 25-jährige Anna Williams. Kerris Kindheit verläuft nach eigener Aussage unspektakulär. Die Familie lebt in einem kleinen Landhaus mit drei Schlafzimmern, einem von Rader gebauten Baumhaus und einem Hund.

Szene aus Mein Vater, der BTK-Killer

Als Kerri sechs Jahre alt ist, fährt ihr Vater mit ihrem Bruder in ein Pfadfinder-Camp. Später berichten die Medien über den Tod der 53-jährigen Marine Wallace Hedge, der auf das Konto des BTK-Killers geht. Im Verhör wird Rader zu Protokoll geben, dass er sich aus dem Camp schlich, den Mord beging und anschließend zu seinem Sohn zurückkehrte. Kerri bekommt etwas von der Berichterstattung mit und hat schreckliche Albträume von Monstern in ihrem Haus. Ihre Mutter beruhigt sie. Dass Rader das Monster ist, weiß zu diesem Zeitpunkt niemand.

Nach seinem zehnten Mord am 19. Januar 1991 wird es ruhig um den BTK-Killer. Die Rader-Familie lebt ein ganz normales Leben. Kerri geht an die Kansas State University und lernt dort ihren späteren Ehemann Darian Rawson kennen. 2003 heiraten sie. Rader führt seine Tochter zum Altar.

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Kerris Rolle bei der Überführung des BTK-Killers

2005 gelingt es schließlich, den BTK-Killer zu überführen – nicht zuletzt dank Kerris Hilfe, von der sie aber nichts mitbekommt. Die Ermittler:innen sind inzwischen sicher, dass Rader der Serienmörder ist. Sie benötigen jedoch noch einen letzten Beweis. Dazu nutzen sie eine DNA-Probe des Killers, die sie an einem der Opfer gefunden haben.

Das Problem: Die Ermittler:innen wollen Rader nicht aufscheuchen. Also verschaffen sie sich Zugang zu Kerris medizinischen Daten und holen sich ihr DNA-Profil. Beide Proben stimmen überein. Rader wird am 25. Februar 2005 verhaftet und gesteht später seine Taten. Seine Familie bleibt schockiert zurück.

Kerri Rawson in der Netflix-Doku

Kerri schreibt ihrem Vater vor Beginn des Prozesses, bleibt diesem aber fern. Nach dem Urteil stellt sie den Kontakt zu ihm ein. Ihr Vater schreibt ihr oft, aber sie antwortet erst im Jahr 2007 wieder. In ihrem Brief teilt sie ihm mit, dass sie schwanger ist. Dann bricht sie den Kontakt wieder ab und lebt fünf Jahre lang ihr Leben.

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Mein Vater, der BTK-Killer: Die vorschnelle Vergebung

Erst 2012 schreibt sie ihm wieder. Dieses Mal aber aus besonderen Gründen. Denn Kerri hat ihrem Vater verziehen. In einem TV-Interview erklärt sie ihre Beweggründe:

„Es war ein sehr langer Weg [...]. „Es war viel harte Arbeit, die ich mit Glauben geleistet habe. Ich bin wieder in die Kirche gegangen, habe an meiner Beziehung zu Gott gearbeitet, an meinem eigenen Herzen. [...] Ich habe erkannt, dass ich innerlich verrottete. Und ich habe meinem Vater nicht nur um seinetwillen vergeben. Ich musste es für mich selbst tun.“

Im Jahr 2024 macht der Fall erneut Schlagzeilen: Die Polizei findet einen Tagebucheintrag von Rader, der darauf hindeutet, dass er seine Tochter als Kleinkind missbraucht hat. Als Kerri den Ermittler:innen bei der Entschlüsselung des Eintrags hilft, stößt sie auf die Zeile „KERRI/BND/GAME 1981“. „BND” steht in Raders Vokabular für „Bondage”, also „Fesseln”.

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1981 ist Kerri zwei oder drei Jahre alt. „Mein Magen verkrampfte sich zu einem weißen, heißen Blitz“, sagt Rawson gegenüber Fox News. Für sie ist dies der klare Beweis, dass ihr Vater sie als Kleinkind sexuell missbraucht hat. Die Netflix-Doku „Mein Vater, der BTK-Killer“ wirft nun einen Blick auf die ganze Geschichte.

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