Sterne fotografieren mit dem Smartphone: So geht es

Mann zeltet draußen und verwendet sein Smartphone
Samsung Galaxy Buds Plus
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Sterne fotografieren mit dem Smartphone: So geht es

Die Leoniden sind soeben über den Him­mel gezo­gen und bes­timmt hast Du sie aufmerk­sam beobachtet. Wer nachts bei ster­nen­klarem Him­mel nach oben schaut, erlebt oft span­nende Momente. Wie schön wäre es, diese mit dem Smart­phone festzuhal­ten – ohne ein Teleskop oder eine Spiegel­re­flexkam­era bemühen zu müssen. Wir zeigen Dir, welche Möglichkeit­en Du hast.

Egal ob Mond, Jupiter oder Venus – viele Him­mel­skör­p­er sind mit bloßem Auge gut sicht­bar und lassen sich sog­ar fotografieren. Die meis­ten Fotografen bemühen hier teures Speziale­quip­ment ein­schließlich Sta­tiv und ver­wen­den extreme Langzeit­be­lich­tung, um beein­druck­ende Bilder zu erzie­len. Doch auch mit einem mod­er­nen Smart­phone lassen sich her­vor­ra­gende Auf­nah­men machen.

Diese Smartphones sind zum Sterne fotografieren besonders geeignet

Generell gilt: Je mod­ern­er Dein Smart­phone ist, umso bess­er ist auch dessen Kam­era. Mod­elle wie das Sony Xpe­ria XZ lösen mit bis zu 23 Megapix­eln auf, was bei der Ster­nen­fo­tografie von Vorteil ist. Doch es kommt nicht nur hier­auf an: Auch die Objek­tiv­größe und -güte spielt eine Rolle. Hierzu empfehlen wir Dir einen Blick in unseren sep­a­rat­en Rat­ge­ber zu den besten Smart­phone-Kam­eras. Ins­ge­samt dürften aktuelle Mod­elle wie die neuen iPhones, das Sam­sung Galaxy Note 8 oder das Google Pix­el 2 hier die besten Ergeb­nisse pro­duzieren. Der Her­steller Huawei hat ab dem Mod­ell P8 sog­ar die Möglichkeit geschaf­fen, Langzeit­be­lich­tung zu ver­wen­den. Hier­bei wird das Foto solange belichtet, wie Du es ein­stellst, was eine Grund­vo­raus­set­zung für opti­male Ster­nen­him­mel-Bilder ist. Das Fea­ture lässt sich aber auch ganz leicht bei anderen Geräten mit­tels App „nachrüsten”.

Diese Apps helfen bei der Langzeitbelichtung

Entschei­dend für die Qual­ität des Fotos ist nicht nur das Kam­eraob­jek­tiv und die Anzahl an Megapix­eln, son­dern auch und vor allem die Belich­tungs­dauer. Da das ein­fal­l­ende Licht naturgemäß sehr ger­ing sein wird, erhältst Du mit dem Automatik­modus Deines Smart­phones ver­mut­lich nur schwarze Bilder. Einige Geräte bieten einen soge­nan­nten Nacht­modus an – doch auch dieser dürfte bei speziellen Anforderun­gen wie der Ster­nen­fo­tografie nicht aus­re­ichen. Aus diesem Grunde gibt es ver­schiedene Apps, die Dein­er Kam­era beib­rin­gen, die Auf­nahmedauer qua­si beliebig zu ver­längern. Lade Dir die Open Cam­era-App aus dem Play Store oder die Pro­Cam­era-App aus dem App Store herunter. Die Open Cam­era-App bietet sog­ar die Möglichkeit, die Auf­nahme mith­il­fe eines Code­worts zu starten. Das ist beson­ders hil­fre­ich, um das Bild nicht durch das Berühren des Bild­schirms zu verwack­eln.

Fotos mit Langzeit­be­lich­tung aufnehmen
Video: YouTube/inside-handy.de

Dieses Equipment kannst und solltest Du verwenden

Für ein opti­males Bild wirst Du nicht ganz um passendes Zube­hör herumkom­men. In jedem Fall ist ein Sta­tiv von­nöten, denn Dein Gerät darf während der Auf­nahme keines­falls wack­eln. Es gibt inzwis­chen Schraubauf­sätze für han­del­sübliche Sta­tive, in die Du das Smart­phone ein­klem­men kannst. Anson­sten kannst Du auch ein Kom­bis­ta­tiv mit Klemm­funk­tion und Dreibein ver­wen­den, das Du bequem in der Jack­en­tasche mit­führst. Um bes­timmte Bere­iche des Him­mels abzu­fo­tografieren, kannst Du außer­dem soge­nan­nte Auf­sat­zob­jek­tive ein­set­zen. Diese bieten Dir ver­schiedene Möglichkeit­en von Zoom bis Weitwinkel und sog­ar eine Fis­chau­gen-Optik. Welche Gad­gets es hier gibt, haben wir eben­falls in ein­er sep­a­rat­en Über­sicht zusam­mengestellt. Die genan­nten Objek­tive funk­tion­ieren nor­maler­weise auch mit Android-Geräten.

Brauche ich für die Aufnahmen ein Teleskop?

Ein Teleskop kann noch spek­takulärere Auf­nah­men ermöglichen, ist aber kein Muss. Natür­lich ist ein pro­fes­sionelles Beobach­tungs­gerät mit speziellen Lin­sen in der Lage, Him­mel­skör­p­er deut­lich näher her­anzu­holen als wenn Du sie mit bloßem Auge betra­cht­est. Und auch das Bild eines Teleskops lässt sich abfo­tografieren: Posi­tion­iere hierzu ein­fach das Smart­phone kor­rekt am Oku­lar und stelle eine passende Belich­tungszeit ein. Doch Vor­sicht: Wenn Du die Belich­tungszeit zu groß ein­stellst, wird das Foto trotz­dem unscharf. Das liegt daran, dass bei einem Teleskop, sofern es nicht seine Lage automa­tisch kor­rigiert oder Du es nach­führst, die Sterne wegen der Erdro­ta­tion mit der Zeit aus dem Bild wan­dern.

Bress­er Teleskop Smart­phone-Hal­ter
Video: YouTube/Bresser

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein

Wenn Du ver­hin­dern willst, dass störende Lichte­in­flüsse das Ergeb­nis trüben, soll­test Du Zeit und Ort der Aufnahme(n) sorgfältig pla­nen. In bes­timmten Nächt­en kann beispiel­sweise der Voll­mond so hell sein, dass von den ihn umgeben­den Ster­nen kaum noch etwas zu sehen ist. Auch Straßen­later­nen und die all­ge­gen­wär­tige Grund­beleuch­tung in Großstädten ver­hin­dern, dass der Blick auf die Sterne wirk­lich frei ist. Beg­ib Dich also am besten an einen ruhi­gen Ort auf dem Land und nimm Dir Zeit für die Auf­nahme. Diese sollte ide­al­er­weise an und um Neu­mond herum erfol­gen, oder zumin­d­est dann, wenn der Mond noch nicht auf- oder schon unterge­gan­gen ist. Um die richti­gen Stern­bilder, Einzel­sterne und Plan­eten zuver­läs­sig iden­ti­fizieren zu kön­nen, empfehlen wir Dir außer­dem eine Ster­nen­him­mel-App, wie in unserem sep­a­rat­en Rat­ge­ber beschrieben.

Zusammenfassung

  • Mit einem Smart­phone lassen sich sog­ar Sterne fotografieren.
  • Je hochw­er­tiger die Smart­phone-Kam­era, umso bess­er das Ergeb­nis.
  • Die Kam­era kannst du frei­händig, auf einem Sta­tiv oder zusam­men mit einem Teleskop ein­set­zen.
  • Es gibt Apps für iOS und Android, die Dir das Fotografieren des Nachthim­mels erle­ichtern.
  • Die beste Zeit für Ster­nen-Fotos ist nor­maler­weise zwis­chen drei und vier Uhr mor­gens und bei Neu­mond.

Hast Du schon ein­mal mit Deinem Smart­phone die Sterne fotografiert? Wie war das Ergeb­nis? Ver­rate es uns doch in den Kom­mentaren.

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