- Die wahre Geschichte von House of Guinness erklärt
- Arthur Guinness II.: Der Ausgangspunkt für die Netflix-Serie
- Wer waren Arthur und Edward Guinness?
- Anne und Ben Guinness: Die wahre Geschichte der beiden Guinness-Kinder
- So geht es für die Brauerei nach House of Guinness weiter
- Floating Widget und Draught-Bier als Meilensteine
Die Netflix-Serie „House of Guinness“ widmet sich der Hintergrundgeschichte der weltberühmten Guinness-Brauerei. Doch wie nah ist die Serie an der Realität? Hier erfährst Du die wahre Geschichte der Guinness-Familie.
Serienschöpfer Steven Knight („Taboo“) hat mit „Peaky Blinders – Gangs in Birmingham“ und „A Thousand Blows“ bereits bewiesen, dass er historische Serien stark in Szene setzen kann. Seine neue Serie, „House of Guinness“, wird da sicher auch keine Ausnahme bilden und wirft Dich mitten hinein in die turbulenten Nachfolgekämpfe nach dem Tod des Brauerei-Bosses Benjamin Guinness.
Dabei ist es angesichts der vielen Mitglieder der Guinness-Familie gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Hier erklären wir Dir die wahre Geschichte hinter „House of Guinness“ mit allen Details.
Die wahre Geschichte von House of Guinness erklärt
Die Geschichte der Guinness-Brauerei beginnt im Jahr 1759 mit Arthur Guinness, also mehr als hundert Jahre vor den Ereignissen der Serie. Der irische Unternehmer mietet eine leerstehende Brauerei in Dublin für unglaubliche 9.000 Jahre und gründet die heute weltbekannte St. James’s Gate Brewery. Zuvor hatte er bereits seit 1755 eine Brauerei in Leixlip im Westen Irlands erfolgreich betrieben. Aufgrund einer Finanzkrise im Zuge des Siebenjährigen Krieges waren die Immobilienpreise im Land massiv gefallen, sodass Arthur Guinness den Schritt nach Dublin wagte.
Seine Brauerei entwickelt sich schnell zu einem erfolgreichen Unternehmen. Ab dem Jahr 1778 wird die Produktion immer mehr von Ale auf Porter-Bier umgestellt. Da das sogenannte Foreign Extra Stout einen höheren Hopfengehalt als herkömmliche Biere hat, ist es länger haltbar und kann deshalb auch nach Übersee exportiert werden – ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Brauereien bei der Erschließung neuer Märkte.
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Arthur Guinness II.: Der Ausgangspunkt für die Netflix-Serie
1803 verstirbt Arthur Guinness und hinterlässt die Brauerei seinem Sohn Arthur Guinness II., der wiederum 1855 stirbt und von seinem dritten Sohn Benjamin Guinness beerbt wird. Als Benjamin mit einem gigantischen Vermögen von 1,1 Millionen Pfund 1868 stirbt, hinterlässt er vier Kinder: Arthur (in der Serie von Anthony Boyle gespielt), Benjamin (Fionn O’Shea), Edward (Louis Partridge) und Anne (Emily Fairn).
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An diesem Punkt setzt die Handlung von „House of Guinness“ ein. In der wahren Geschichte hinterlässt Benjamin die Brauerei seinen Söhnen Arthur und Edward, den Ur-Enkeln des Brauereigründers. Benjamin – im Folgenden nur Ben genannt, um eine Verwechslung mit seinem gleichnamigen Vater zu vermeiden – und Anne gehen hingegen leer aus. Die Serie dramatisiert die Ereignisse nach dem Tod von Benjamin Guinness stark und konstruiert Unruhen in der Stadt. Tatsächlich gibt es keine Hinweise darauf, dass diese Unruhen wirklich stattgefunden haben.
Wer waren Arthur und Edward Guinness?
Arthur Guinness trägt als ältester Sohn seines Vaters die größte Verantwortung, was den Ruf seiner Familie und die Brauerei betrifft. Als Benjamin Guinness stirbt, ist Arthur 27 Jahre alt. Im gleichen Jahr wird er als Abgeordneter der Conservative Party für Dublin ins britische Unterhaus gewählt. 1869 muss er sein Mandat wegen Bestechungsvorwürfen gegen seine Wahlbeauftragten wieder abgeben, wird aber 1874 erneut ins Unterhaus gewählt. 1871 heiratet er Lady Olivia Hedges, in der Serie von Danielle Galligan („Game of Thrones“) gespielt.
1876 verkauft er seine Anteile an der Brauerei wegen einer Krankheit an seinen jüngsten Bruder Edward. Der neue Alleineigentümer verwandelt Guinness in den 1880er-Jahren in eine Aktiengesellschaft und richtet das Unternehmen damit global aus. Durch den Börsengang in London und den Verkauf von 65 Prozent der Firmenanteile an die Aktionäre generiert Guinness sechs Millionen Pfund Kapital. Dieses wird in die Expansion und die Modernisierung der Brauerei investiert. 1890 gibt Edward seinen Vorsitz im Unternehmen ab.
Anne und Ben Guinness: Die wahre Geschichte der beiden Guinness-Kinder
Anne Guinness begeistert sich derweil schon früh für die karitativen Tätigkeiten ihres Vaters. Während er an der Restauration der St. Patrick’s Cathedral in Dublin beteiligt ist, setzt sie sich für die Armen und Kranken in der irischen Hauptstadt ein, organisiert Bibellesungen und stellt eine medizinische Grundversorgung sicher. Am 11. Juni 1863 heiratet sie William Plunket, den vierten Baron Plunket. Sie heißt fortan Anne Lee Plunket und trägt den Titel Lady Plunket.
Ben Guinness ist Mitglied der „Royal Horse Guards”, dem Gardekavallerieregiment der britischen Armee. Bei der Verkündung des Testaments geht er jedoch leer aus, was das Erbe in Bezug auf die Brauerei betrifft. Offenbar beteiligt Benjamin seinen Sohn nicht an dem unternehmerischen Erbe, da Ben eine militärische Karriere eingeschlagen hat.
Die Ära der Kinder von Benjamin Guinness dauert noch bis 1927 an. Anne Lee ist die erste der vier Geschwister, die im Alter von 50 Jahren im November 1889 an einer degenerativen Krankheit stirbt. Ben folgt ihr im Jahr 1900, Arthur im Jahr 1915 im Alter von 75 Jahren. Als letztes Kind von Arthur Guinness stirbt Edward schließlich am 7. Oktober 1927 in London. Er wird 79 Jahre alt.
So geht es für die Brauerei nach House of Guinness weiter
Zur Zeit der Handlung von „House of Guinness” modernisieren Arthur und Edward Guinness die Brauerei enorm und stellen das Unternehmen zukunftssicher auf. Vor allem im Bereich der Qualitätskontrolle geht Guinness neue Wege. Zentral dabei ist der Statistiker William Sealy Gosset, der 1889 als Chefbrauer angestellt wird. Gosset entwickelt ein Verfahren, das dabei hilft, die Qualität von Hopfen und Gerste mithilfe von Stichproben zu ermitteln.
Die Methode ist bahnbrechend. Allerdings verbietet Guinness seinen Mitarbeiter:innen, Forschungsergebnisse unter ihren eigenen Namen zu veröffentlichen. Deshalb wählt Gosset das Pseudonym „Student“. Das von ihm entwickelte Verfahren trägt bis heute den Namen „Student'sche t-Verteilung” bzw. t-Test und ist einer der bekanntesten Hypothesentests in der Statistik.
Floating Widget und Draught-Bier als Meilensteine
Zwei weitere Meilensteine der Unternehmensgeschichte sind die Einführung des heute weltbekanntesten Bieres Guinness Draught anlässlich des 200-jährigen Firmenjubiläums im Jahr 1959, das sich durch seine cremige und weiche Textur auszeichnet, sowie die Entwicklung des „Floating Widget” im Jahr 1988. Diese kleine, mit Stickstoff gefüllte Kunststoff-Kugel im Inneren der Dose sorgt beim Öffnen für den gleichen cremigen Schaum und die Textur wie bei einem frisch gezapftes Guinness vom Fass.
1997 fusioniert Guinness mit dem Unternehmen Grand Metropolitan zu Diageo, dem aktuell größten Spirituosenhersteller der Welt. Heute wird Guinness in über 40 Brauereien weltweit hergestellt und in mehr als 150 Ländern verkauft. Dabei wird jede Variante des Bieres an die lokalen Gegebenheiten und Geschmäcker angepasst. Die Guinness-Brauerei in Dublin bleibt jedoch das Herzstück der Marke.
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