Bezahlen per Smartphone und Selfie? Wie die neuen Zahlungsmethoden funktionieren

Wenn Du bei Deiner Shoppingtour gerne bargeldlos bezahlen möchtest, ist entweder Deine Unterschrift gefragt oder Du musst Deine PIN eingeben. Doch schon bald könnten PIN und Passwörter beim Bezahlvorgang der Vergangenheit angehören. Bereits heute gibt es Methoden, dank derer Du ganz bequem per Smartphone Deine Einkäufe zahlen kannst. Wir zeigen Dir, welche das sind, und wagen einen Blick in die Zukunft.

Hast Du auch schon mal vor lauter Aufregung Deine PIN-Nummer vergessen und standest dann ziemlich ratlos an der Kasse? Schon bald werden solche Situationen wohl der Vergangenheit angehören. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Du im Handumdrehen per Selfie bezahlen könntest?

Selfie-Fotos als Verifikation bei Amazon

In den USA hat Amazon bereits im Herbst 2015 einen Patentantrag eingereicht, der erst jetzt veröffentlicht wurde. Dieser sieht eine neuartige Variante des Bezahlens vor. Demnach soll an der Kasse ein mit Deinem Smartphone geschossenes Selfie als Verifikation dienen. Alternativ dazu soll dies auch mit einem kurzen Video funktionieren. Mit Hilfe der Gesichts- und Mimikerkennung soll es zweifelsfrei möglich sein, die entsprechende Person zu identifizieren. So könnte das System Dich als Nutzer nach dem Zufallsprinzip dazu auffordern, eine bestimmte Augenbewegung oder Geste zu machen. Der Vorteil des Bezahlens per Selfie: Es erscheint nicht nur vergleichsweise sicher, sondern auch praktisch. Denn schließlich ist Dein Gesicht einzigartig und Du hast es immer dabei. Dennoch werden natürlich auch bei der Gesichtserkennungsmethode noch immer Verbesserungen vorgenommen, die der Sicherheit dienen sollen. Ähnliche Systeme werden bereits zum Entsperren von Android- und Windows-10-Geräten erfolgreich genutzt.

Kreditkartenzahlungen mit Fotoabgleich

Nicht nur Versandriese Amazon, sondern auch das Kreditkartenunternehmen Mastercard will zukünftig auf moderne und innovative Bezahlsysteme setzen. Kernstück ist hier eine auf dem Mobile World Congress 2016 angekündigte Methode, die ebenfalls auf Selfies setzt. Hier musst Du eine spezielle App installieren und ein Musterfoto an Mastercard schicken. Dieses wird in einen sogenannten „Hashwert“ umgerechnet und beim Bezahlvorgang mit einem frisch geschossenen Foto oder Video abgeglichen, von dem auch wieder ein Hashwert erzeugt wird. Diese Methode soll laut Angaben des Unternehmens noch im Laufe des Jahres 2016 in ausgewählten Ländern gängige Praxis werden.

Bezahlen via Smartphone auch im Supermarkt

Bezahlen mit dem Smartphone ist ein Thema, das auch die großen Einzelhandelsketten und Discounter für sich entdeckt haben. So kannst Du beispielsweise in den Filialen von Aldi Nord und Aldi Süd an sogenannten NFC-Kassen mit dem Mobiltelefon kontaktlos bezahlen. Du benötigst dazu lediglich ein NFC-fähiges Smartphone und eine entsprechende Wallet-App wie beispielsweise Vodafone SmartPass. Die Daten werden vom Handy per Funk an die Kasse übertragen, was bis zu einer Distanz von etwa vier Zentimetern funktioniert. NFC-Zahlungen sind bis zu einem Betrag von 25 Euro ohne die Eingabe einer zusätzlichen PIN möglich.

Auch der Discounter Lidl bietet seinen Kunden eine ähnliche Möglichkeit an. Edeka hingegen hat eine eigene App entwickelt, über die Du bargeldlos und ohne Bankkarte Deine Einkäufe bezahlen kannst. Derzeit ist das Bezahlen via Edeka App jedoch erst in ausgewählten Märkten möglich.

Der Vodafone SmartPass

Bereits 2013 war es im Rahmen eines Pilotprojektes in Düsseldorf möglich, mit dem Vodafone SmartPass kontaktlos mit dem Smartphone zu bezahlen. In Zusammenarbeit mit Visa und Wirecard Card Solutions Limited wurde ein bargeldloses Zahlungssystem entwickelt, das auf die NFC-Technologie setzt. Heute akzeptieren verschiedenste Geschäfte in Deutschland die Zahlung über Vodafone Wallet und SmartPass – zum Beispiel Starbucks, Douglas oder Aral. Und es kommen täglich neue Kassenterminals im gesamten Bundesgebiet dazu. Alle Details dazu findest Du hier.